
Neuester Testbericht: ... Hürden Stabhochsprung Weitsprung Reck Ha mmerwerfen Speerwerfen Gewichtheben Wen n man in allen Disziplinen Bronze holt werden als... mehr
Olympia für zuhause?
International Track & Field (DC)

Name des Mitglieds: scoopexx
Produkt:
International Track & Field (DC)
Datum: 26.07.02, geändert am 26.07.02 (80 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: schöne Bewegungen durch Motioncapturing
Nachteile: schlechte Grafik, monotones Gameplay, schlechte Steuerung
--------------------------------
Speicherplatz: 11 Blöcke
--------------------------------
VGA Kompatibel: Ja
--------------------------------
60 Hertz modus: Nein
--------------------------------
Rumble Pak Unterstützung: Ja
--------------------------------
Spieleranzahl: 1-4 Spieler
--------------------------------
Preis: 5 Euro bei Karstadt, bei Ebay schwer zu finden aber der Preis sollte um die 4 Euro liegen
Wie das so ist, wenn man ausnahmsweise mit ein paar DM zuviel in der Tasche in der Videospielabteilung von Karstadt steht und die Niedrigstpreise der Dreamcastspiele sieht, wird man doch ab und an dazu verleitet
einfach eins zu kaufen. Für 10,- DM war vor einiger Zeit schon International Track & Field an der Reihe. Der Titel war mir aus alter Playstation Zeit noch gut in Erinnerung. Ich hatte ihn zwar nie besessen, konnte mich aber an gute Bewertungen zwischen 70 % und 80 % in den damaligen Videospielzeitschriften erinnern. Rechtzeitig
zur gerade ausgelaufenen Olympiade in Salt Lake City, habe ich den Titel, der damals nach dem Kauf wegen Langeweile sofort in mein Regal gewandert ist, wieder herausgekramt und genauer unter die Lupe genommen. Bei IT&F handelt es sich um eine reinrassige Sportsimulation, wie man sie in den guten alten C64 Zeiten noch recht oft angetroffen hat. Wer hat sie damals nicht gespielt, die Sportsimulationen, bei denen man mit dem Joystick möglichst schnell hin und her rütteln mußte, um den Sportler schneller laufen, höher springen und weiter werfen zu lassen? Da werden schöne Erinnerungen an die alten Computerzeiten wach. Traurig ist allerdings, dass sich
außer der Grafik seit der guten C64 Zeit nichts an diesem Genre geändert hat. Nur, dass nun das Rütteln wegfällt, dafür aber die X und die B Taste des Dreamcast-Pads abwechselnd malträtiert werden und das anfangs in acht Kategorien über drei Tage verteilt:
1. Tag
100m Dash
(100m Sprint)
Long Jump (Weitsprung)
Javelin Throw (Speerwerfen)
2. Tag
Weight Lifting (Gewichtheben)
Pole Vault (Stabhochsprung)
Hammer Throw (Hammerwerfen)
3. Tag
110m Hurdles (110m Hürdenlauf)
Horizontal Bar (Reckturnen)
Im weiteren Spielverlauf kommen noch die Disziplinen:
Hochsprung
Dreisprung
Pferdsprung und
Tontaubenschießen dazu.
In jeder Kategorie kämpft man gegen 11 Konkurrenten aus verschiedenen Ländern, die entweder direkt, wie beim Hürdenlauf, gegen einen selbst antreten, oder indirekt, wie in der Kategorie Speerwerfen, bei der alle Sportler nacheinander antreten. Den restlichen 11 Sportlern zuzusehen wurde einem erspart und so muß man sich nur um sein eigenes Ergebnis stören, dass am Ende mit den gegnerischen verglichen wird.
Gameplay
---------------------------------------------
Spielt man das Spiel zum ersten Mal, ist man doch arg enttäuscht. Das monotone X,B,X,B,X,B... ist nicht besonders motivierend und hat man noch nicht den richtigen Dreh heraus, verliert man alle Wettbewerbe an einem Stück. Ich mußte mich richtig zwingen, für diesen Bericht einige Durchläufe zu wagen. Nach dem dritten Mal gewinnt man allerdings öfters schon einmal und das gesamte Spiel beginnt Spaß zu bringen. Der hält sich jedoch in Grenzen, denn die Disziplinen sind vom Ablauf her sehr ähnlich. Auch der Mehrspielermodus bringt in dieser Hinsicht keine Besserung. Unverständlich für mich ist zudem die Tastenbelegung. Warum nimmt man die gegenüberliegenden Tasten und nicht die beieinander liegenden Tasten "A" und "B"? Wenn man eine bestimmte Padhaltung nutzt und mit den beiden Daumen drückt, bekommt man es zwar hin, gegen krampfende Hände ist man dennoch nicht gefeit. Schade auch, dass Frauen nur in einer einzelnen Disziplin mitspielen. Es wäre doch kein Problem gewesen, z.B. beim 100m Sprint auch weibliche
Läufer mit einzufügen, um zumindest einen Hauch
von Abwechslung zu erzeugen.
Grafik
---------------------------------------------
Nach einem gelungenen Intro, in dem einige Disziplinen, mit hartem Rock Sound unterlegt, vorgestellt werden, ist die Erwartung an die Spielgrafik recht hoch. Schnell jedoch wird man durch die mittelmäßig modellierten Charaktere und miesen Texturen, insbesondere in der Spielumgebung, aber auch bei den Leuten enttäuscht. Das Publikum wird durch eine einzelne, sich ständig wiederholende Textur dargestellt, was im Endeffekt gar nicht gut aussieht. Auch sonst hätte hier und da ein weiteres Detail ganz und gar nicht geschadet. Gut gelungen sind allerdings die via Motioncapturing eingefangenen Bewegungen, die ansatzweise durchaus an die realen Vorbilder heranreichen. Hat der Sportler somit ein gutes Ergebnis erreicht, geht er grinsend, von der Kamera verfolgt ein Stück weiter, während er bei einem schlechten Ergebnis die Arme über den Kopf zusammenschlägt, oder beginnt sich zu ärgern. Nach der abgeschlossenen Kategorie wird das ganze Geschehen noch einmal aus verschiedenen Perspektiven gezeigt und mit
Verschwimmeffekten (Motion Blur) aufgebessert. Auch in diesem Punkt haben die Entwickler ganz unerwartet gute Arbeit geleistet.
Sound
---------------------------------------------
Während die Musik, die aus wenig mehr, als einem einzigen, sich alle paar Sekunden wiederholenden Beat besteht auf keinster Linie überzeugen kann, sind die Soundeffekte recht gut gelungen. Beim Hammerwerfen schreit der Sportler dem Hammer bei einem gelungenen Wurf noch hinterher und bei einem guten Ergebnis hört man das Publikum schreien. Die Musik selbst hört man nur in der kurzen Zeit, in der man im Menü ist, weshalb man über die erbärmliche Qualität des einzigen (Mal abgesehen vom Intro-Lied) Liedes noch hinwegsehen kann.
Fazit
---------------------------------------------
Nicht nur durch der, mit gerade Mal 12 schnell auswendig gelernten Kategor
ien, geringe Umfang des Spiels sorgt für sich schnell einstellende Frustration, auch das endlose Tastengedrücke ist nicht mehr Zeitgemäß. Heute muß ein Spiel ganz eindeutig mehr leisten können, als es International Track & Field tut. Kurzzeitig kann es durchaus Spaß machen, am nächsten Abend wird es allerdings trotzdem wieder gegen ein besseres in der Konsole ausgetauscht. Ein guter Mehrspieler Modus hätte hier einiges retten können. Nur kommt es hier zu sehr auf die Technik an, mit der
man die beiden Tasten drückt. Der mit der besseren Technik und den schnelleren Fingern gewinnt immer und schnell stellt sich Monotonie ein, die bei einem solch dünnen Gameplay fatal sein kann. Ich gebe zwei Sterne, weil man zumindest kurzzeitig mit dem Spiel Spaß haben kann. Die Empfehlung möchte ich trotz kleinem Preis nicht geben,
schließlich bekommt man bessere Dreamcast Spiele für den selben Preis.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Dreamcast Spiele

