
Neuester Testbericht: ... Regeln. Keine Manieren. Kein Gesetz. Diese Jungs machen toternst und haben nur ein Ziel: alles daran setzen, die Ziellinie als erster zu ü... mehr
Zündet nicht so richtig
Hydro Thunder (DC)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Hydro Thunder (DC)
Datum: 01.03.05, geändert am 02.04.05 (61 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Sehr schöne Optik, abwechslungsreiches Streckendesign, große Anzahl an Booten und Kursen, realistisches Geschwindigkeitsgefühl, hohes Spieltempo
Nachteile: Langweiliger Soundtrack, zu schwer, teilweise richtig unfair, zu wenig Spielmodi, geringe Langzeitmotivation
Ein weiteres Spiel unserer Dreamcastsammlung ist „Hydro Thunder“, es gehört dem Rennspielgenre an, erschien im Jahr 2000 bei uns und gehört meiner Meinung nach unbedingt zu den erwähnenswerten Videospielen aus der Dreamcast-Zeit, zumindest handelt es sich meiner Ansicht nach um ein überdurchschnittlich gutes Rennspiel, welches zwar heute natürlich nicht mehr auf dem neuesten Stand hat, aber zumindest für kurzzeitigen Spielspaß auch heute noch sorgen kann.
Bei diesem Rennspiel geht es aber einmal nicht um Autos, sondern um Sportboote und zwar solche, die in einer wahnsinnig hohen Geschwindigkeit über das Wasser sausen. Bei den zahlreichen Hochgeschwindigkeitsrennen fand ich es gleich zu Beginn sehr gut, dass das Starterfeld angenehm groß ist, es nehmen nämlich regelmäßig 16 Fahrer teil, was ja nicht gerade wenig ist. Auch die Strecken sind nicht gerade wenig, insgesamt erwarten uns in „Hydro Thunder“ nicht weniger als 14 Strecken, die dadurch für eine enorme Abwechslung sorgen. Des Weiteren haben sich die Entwickler auch bei der Auswahl der zur Verfügung stehenden Rennboote nicht lumpen lassen und so gibt es immerhin alles in allem die doch sehr stattliche Anzahl von 13 Booten, das ist doch immerhin schon etwas.
Interessant fand ich jedenfalls bei diesem Rennspiel, dass ich mich erst langsam nach vorne kämpfen musste, das soll heißen, dass ich zunächst Qualifikationsrunden zu absolvieren hatte. Erst wenn ich die vorgegebene Mindestplatzierung erreicht habe, habe ich Zugang zu weiteren Rennklassen und selbstverständlich stehen zu Beginn des Spiels noch lange nicht alle Boote und Strecken zur Verfügung, diese müssen erst durch die (hoffentlich) entsprechenden Erfolge erst mehr oder weniger mühsam freigeschaltet werden. Dass die Landschaften, durch die Ihr braust, dabei sehr unterschiedlich sind, merkt Ihr schon nach ziemlich kurzer Zeit, denn wir rasen zwar unglaublich schnell über das Wasser, werfen aber immer zwischendurch immer wieder gerne einen zumindest flüchtigen Blick auf dichtbewaldete Dschungelgebiete, feucht-heiße Tropenlandschaften, eisige Strecken und auch Großstadtszenarien, welche eine Weltuntergangsstimmung verbreiten und daher ziemlich interessant sind zumindest hatte ich so etwas nur sehr selten zuvor gesehen.
Wichtig ist es auf jeden Fall, während der Rennen die sich auf der Strecke befindenden Extras einzusammeln, denn der Turbo ermöglicht es Euch, für ein paar Sekunden richtig gas geben zu können. Allerdings müsst Ihr bei der Verwendung des Turbos immer sehr vorsichtig sein und ganz genau Euren Spritvorrat im Auge behalten, denn ansonsten schaltet sich der Antrieb urplötzlich aus und muss von Euch neugestartet werden und das kostet natürlich sehr wertvolle Zeit und wirft Euch meistens entscheidend zurück. Die Extras haben zudem unterschiedliche Farben, je nachdem welche Farbe Ihr einsammelt, hält der Turbo entsprechend lange an, wer zu oft an den Extras vorbeifährt, wird kaum eine Chance haben.
Wo ich gerade von „Chancen“ rede, muss ich unbedingt erwähnen dass „Hydro Thunder“ ganz gewiss kein Spiel für blutige Anfänger ist, auch Rennspielprofis werden an dem doch sehr hohen Schwierigkeitsgrad ordentlich etwas zu knabbern haben. Meiner Ansicht nach ist dieses Rennspiel etwas zu schwer ausgefallen, das wird viele von uns am Anfang ganz sicher abschrecken. Da ist es fast schon Pflicht, möglichst lange auf dem Gaspedal zu bleiben und ein hohes Risiko zu gehen, denn dann ist es Euch ab einem bestimmten Zeitpunkt möglich, die Konkurrenten wirkungsvoll abzudrängen. Außerdem gibt es zu wenig Möglichkeiten, es gibt einfach deutlich zu wenig Spieloptionen wie beispielsweise ein auf lange Sicht hin motivierender Ligamodus oder von mir aus sonst irgendeine Art der langfristigen Beschäftigung, noch nicht einmal Zeitrennen sind mit von der Partie, das ist wirklich sehr ungewöhnlich und sicherlich nicht gerade positiv anzusehen. Ein schwacher Trost ist dann der Zweispielerspaß im Splitscreenmodus, denn auch dort fand ich nur für wenige Wochen etwas Motivierendes, was vor allem daran liegt, dass die zwei menschlichen Mitspieler ganz alleine um die Wette brausen, computergesteuerte Rennboote gibt es dann leider nicht.
Die Grafik ist aber auf jeden Fall gut, wäre das nicht der Fall, wäre „Hydro Thunder“ mit Sicherheit auch total uninteressant. Die Geschwindigkeit kommt sehr realistisch rüber, was daran liegt, dass die Grafik immer schön flüssig bleibt und das rasante Tempo problemlos mitgeht. Die Strecken sehen teilweise sehr eindrucksvoll aus, die Hintergründe sind sehr farbenfroh und detailliert gezeichnet, größere Fehler gibt es eigentlich nicht, nur ganz selten gibt es kleine Ruckler. Die Boote an sich könnten nach meinem Geschmack allerdings schöner aussehen, hier wird uns bestenfalls nur Durchschnitt geboten, trotzdem finde ich die Grafik insgesamt gut. Das kann ich vom Soundtrack leider nicht ganz behaupten, dieser wirkte auf mich irgendwie langweilig und meistens dudelten die Melodien nur so vor sich hin, zumindest hatte ich mich sehr schnell an diese gewöhnt und schon nach ziemlich kurzer Zeit fand ich diese monoton, Gleiches gilt im Übrigen für die Soundeffekte, der Variantenreichtum hält sich auch hier sehr in Grenzen.
„Hydro Thunder“ ist meiner Meinung nach ein leicht überdurchschnittliches Rennspiel für den Sega Dreamcast, die Stärken liegen eindeutig in der nett anzuschauenden detaillierten Grafik, dem realistischen Geschwindigkeitsgefühl und der Anzahl an zur Verfügung stehenden Rennstrecken, die nicht nur interessant aussehen, sondern auch zahlreich vorhanden sind. Außerdem fand ich es gut, in einem 16er-Teilnehmerfeld an den Start zu gehen, doch über die Mängel kann das alles nicht hinwegtäuschen. Ab der mittleren Schwierigkeitsstufe werden die Rennen nämlich unfair und so ärgerte ich mich mit zunehmender Spieldauer immer öfter, wer da nicht alle Abkürzungen kennt, ist wahrscheinlich hoffnungslos verloren, insofern seid Ihr gezwungen, jede Strecke sehr genau zu kennen, zu Anspielen nur mal eben so zwischendurch ist dieses Dreamcastspiel somit ganz sicher nichts. Die wenigen zur Auswahl stehenden Spielmodi drücken den Spielspaß noch mehr, dass eine Liga fehlt und zudem keine Computergegner im Zweispielermodus mitfahren, ist ein erheblicher Mangel. Alles in allem gibt es daher zwar eine Empfehlung von mir, doch um ein überragendes Rennspiel für den Sega Dreamcast handelt es sich hier bei „Hydro Thunder“ ganz sicher nicht.
Fazit:
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