Heavy Metal Geomatrix (DC)
Auf Leben und Tod - Heavy Metal Geomatrix (DC) Dreamcast Spiele

Produkttyp: Capcom Dreamcast-Spiele

Auf Leben und Tod
Heavy Metal Geomatrix (DC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Heavy Metal Geomatrix (DC)

Datum: 02.03.06

Bewertung:

Vorteile: Gelungene Endzeitoptik mit gut gezeichneten Figuren, düsteren Schauplätzen und Spezialeffekten

Nachteile: Absolut miese Kameraführung, zu hektischer und nicht selten chaotischer Spielverlauf

Wie der Name „Heavy Metal Geomatrix“ schon vermuten lässt, kommen Fans jener Musikrichtung auf ihre Kosten, im Vordergrund steht jedoch nicht die Begleitmusik (wenn diese auch wirklich sehr gut gelungen ist), sondern brachiale Action. Bei dieser von Capcom entwickelten und im Jahr 2002 herausgebrachten Metzelorgie wird gnadenlos zugeschlagen und dies selbstverständlich nicht nur mit bloßer Faust. Vor einem apokalyptischen Szenario wüten erbarmungslos ausgeführte Kämpfe in speziell dafür angelegten Kampfarenen, in denen einer der beiden Hauptdarsteller sein Leben lassen muss. So geben sich attraktive Amazonen und muskelbepackte Gladiatoren die Ehre und greifen dabei auf ein umfangreiches Inventar an Nahkampf- und Distanzwaffen zurück. Die Endzeitstimmung wird vom ersten Moment an spürbar, selbst erfahrene Kämpfer/innen werden außerordentlich gefordert, denn der Schwierigkeitsgrad hat es ordentlich in sich. Dies liegt aber leider in erster Linie nicht an besonders anspruchsvollen Auseinandersetzungen mit dem feindlichen Gegenüber, sondern an dem viel zu hektischen Spielverlauf und nicht zuletzt unübersehbar vorhandenen unfairen Stellen. Diese drücken den Gesamtspielspaß derart, dass wir es letztlich im Fall von „Heavy Metal Geomatrix“ nur mit einem Durchschnittstitel zu tun haben. Aus meiner Sicht war hier jedenfalls deutlich mehr drin. Schade.

Den Actionfan wird die science-fiction-lastige düstere Atmosphäre sicherlich zusagen, nicht zuletzt das schon erwähnte Arsenal an Waffen in Form von mächtigen Schwertern, Raketen und Bazookas. Geschlagen und getreten werden darf im Nahkampf natürlich auch, doch als (natürlich) wesentlich effektiver erweisen sich die zusätzlichen Mordinstrumente. Besonders viel Tiefgang herrscht hier bei „Heavy Metal Geomatrix“ erwartungsgemäß nicht vor, primär geht es in den ausgedehnten Arealen darum, dem Feind das Lebenslicht auszulöschen, wie auch immer. Es existieren vierzehn unterschiedliche Schauplätze, in denen sich auf Leben und Tod duelliert wird, nur der Sieger kommt selbstverständlich eine Runde weiter. Im Arcade-Part metzeln wir uns von einer Runde in die nächste, von einem Schauplatz zum anderen, mitunter müssen wir auch gegen zwei Feinde gleichzeitig antreten. Im „Chaosmatrix-Modus“ geht es im wahrsten Sinne des Wortes (zu) chaotisch zu, hier müssen unter strenger Vorgabe eines Zeitlimits überlebenswichtige Schlüssel und schließlich der Levelausgang gefunden werden. Eine deutlich höhere (wenn auch nicht sogleich überragende) Langzeitmotivation wohnt dem Zweispielermodus inne, welches auf einem geteilten Fernsehbildschirm via Splitscreen ausgetragen wird. Dies ist für ein Prügelspiel eher ungewöhnlich, geht aber grundsätzlich völlig in Ordnung, wenn mir auch persönlich ein großer Bildschirmausschnitt für beide lieber gewesen wäre. Das Hauptproblem bei diesem Science-Fiction-Prügler ist nämlich die regelmäßig aufkommende Hektik und die fast schon chronisch mangelhafte Übersicht. Die Kameraführung ist aus meiner Sicht ein großer Schwachpunkt dieses DC-Spiels und das Ganze wird durch den eben erwähnten Splitscreen-Modus nicht gerade erträglicher.

Sowohl Grafik als auch Sound sind leicht überdurchschnittlich, wobei mir der stimmungsvolle Heavy-Metal-Soundtrack (unter anderem von Megadeth) besonders gut gefiel. Ich bin zwar kein großer Heavy-Metal-Fan, doch objektiv gesehen wird die Spielatmosphäre durch die harten Klänge sehr gut unterstützt. Die Figuren sind groß gezeichnet und offensichtlich gut gebaut, kommen in ihren Animationen größtenteils auch gut rüber und manch ein netter Spezialeffekt beim Betätigen der Waffen und der zahlreichen Explosionen können sich vor einem düsteren Hintergrund durchaus sehen lassen. Vieles wird aber leider durch die sehr unglückliche Kameraführung kaputt gemacht, leider. Besonders viel Anspruch kann „Heavy Metal Geomatrix“ nicht vorweisen, die unkomplizierte (brachiale) Action erlaubt einen schnellen Anstieg, taktische Überlegungen bzw. strategische Elemente kommen hier so gut wie gar nicht vor. Für kurze Zeit macht dieses (ungewollt) chaotische Dreamcast-Prügelspiel schon Spaß, im Hinblick auf die Langzeitmotivation kann es aber nicht richtig überzeugen. Besitzer/innen eines Sega Dreamcast, die ein Faible für düstere Endzeit-Prügeleien haben, kommen eventuell aufgrund der netten Optik, des guten Soundtracks und des durchschlagkräftigen Waffeninventars ansatzweise auf ihre Kosten, trotzdem haben wir es insgesamt aufgrund der teils unübersehbaren Macken nur mit einem Durchschnittstitel zu tun.

Fazit: Nur für ausgemachte Fans dieses Genres so richtig etwas.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: