Headhunter (DC)
Der Action-Thriller zum Mitspielen... - Headhunter (DC) Dreamcast Spiele

Produkttyp: Sony Dreamcast-Spiele

Neuester Testbericht: ... gerade richtig geraten ist. Es ist manchmal knifflig, aber sehr selten frustig und motiviert eher. Das Motorradfahren ist gew... mehr

Der Action-Thriller zum Mitspielen...
Headhunter (DC)

Magickatrin

Name des Mitglieds: Magickatrin

Produkt:

Headhunter (DC)

Datum: 11.02.05, geändert am 25.02.05 (291 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: tolle Story, sehr gute Grafik, viel Abwechslung

Nachteile: Steuerung und manchmal schlechte Übersicht

Die eigentliche (kurze) Dreamcast - Ära ist zugegebenermaßen mehr oder weniger an mir vorbeigegangen. Von einigen Spielen nahm ich schon Notiz, aber irgendwie waren es zu wenige die mich tatsächlich interessiert haben zum damaligen Zeitpunkt und die den Kauf der Konsole gerechtfertigt hätten. Aber zum Glück gibt es ja ebay, so bin ich vor einiger Zeit schließlich doch noch in den Besitz dieser Konsole gekommen. Eines meiner ersten Dreamcastspiele war Headhunter. Und um dieses Spiel soll es nun im folgenden Bericht gehen.

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Story:
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Die Geschehnisse finden in einer nahen Zukunft statt, in der Biotechnologie eine wichtige Rolle spielt. Doch leider dient der medizinische Fortschritt nicht ausschließlich dem Wohle Menschheit, stattdessen gibt es einen regen Schwarzmarkthandel mit menschlichen Organen. Die Verbrechensbekämpfung ist nun nicht mehr Sache der Polizei. Stattdessen kümmert sich das ACN darum, eine private Organisation, die sogenannte Headhunter beschäftigt um Kriminelle aufzuspüren und dingfest zu machen. Doch nach wie vor gibt es Kartelle die nun den Organhandel kontrollieren und zunehmend mächtiger werden...

Alles beginnt mit einem spannenden Intro. Ein Mann erwacht auf dem Op-Tisch eines mysteriösen Labors. Nachdem er sämtliche Wachen beseitigt hat gelingt ihm die Flucht. Doch kurze Zeit später schwinden seine Sinne und er bricht ohnmächtig zusammen. Als er wieder zu Bewusstsein kommt befindet er sich in einem Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal daran wer er selbst ist. Ein unbekannter Besucher hilft schließlich seinem Gedächtnis auf die Sprünge und so erfährt er das sein Name Jack Wade ist und das er Kopfgeldjäger im Dienste von ACN war. Und es stellt sich heraus das der Unbekannte ältere Herr sein Vorgesetzter gewesen ist. Leider muss Jack auch erfahren das er gefeuert wurde. Dann tritt plötzlich eine junge Frau in sein Zimmer. Jack kennt sie aus den Fernsehnachrichten, es ist Angela Stern, die Tochter vom verstorbenen ACN Chef Christopher Stern. Und sie hat sogleich einen Auftrag für Jack. Sobald er wieder völlig gesund ist soll er sich auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters machen. Da Jack momentan keinen Job mehr hat sagt er schließlich zu...

Bevor er sich auf die Suche nach dem Mörder macht, unternimmt er noch einen kurzen Abstecher zu Angela Stern`s Haus. Hier erfährt er kleinere Buchstücke aus seiner Vergangenheit, unter anderem das der Verstorbene an einem geheimen Projekt gearbeitet hatte und das Jack´s Name in seinem Terminkalender auftaucht, und zwar an dem Tag, an dem der ACN Chef ermordet wurde. Somit scheint Jack die letzte Person gewesen zu sein mit der Christopher Stern Kontakt hatte bevor er ermordet wurde. Die Suche nach dem Mörder könnte also auch mit seinem eigenen Schicksal in Zusammenhang stehen und vielleicht seine fehlenden Erinnerungen zurückbringen.

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Grafik:
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Die Grafik von Headhunter kann sich wirklich sehen lassen. Besonders die Charaktere sehen sehr detailliert aus und auch deren Animationen sind gelungen. Natürlich darf man als Maßstab keine Spiele der aktuellen Konsolen heranziehen, aber das ist wohl klar denke ich. Ahnsehnlich ist die Optik von Headhunter auch heute noch. Die Handlungsschauplätze sind sehr vielfältig und in der Regel auch mit vielen kleinen Details versehen, welche die Umgebung lebendig wirken lassen. Allerdings mutet es etwas seltsam an das auch bei längeren Motorradfahrten durch eine große Stadt zwar jede Menge Verkehr auf den Straßen herrscht, aber niemals irgendwelche Fußgänger zu sehen sind. Teilweise sehr störend wirken die vielen Ladepausen, hinter beinahe jeder Tür die man öffnet, wird man von einem neuen Ladebildschirm begrüßt. Davon abgesehen läuft das Spiel jederzeit flüssig und Ruckeleinlagen kommen gänzlich nie vor. Neben der allgemein gelungenen Optik gibt es immer wieder ein paar schöne Effekte zu sehen, etwa aufwendige Explosionen, Rauch und auch beinahe realistisch aussehende Schatten.

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Sound:
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Der Sound kann eigentlich auf ganzer Linie überzeugen, die Hindergrundmusik ist einfach gigantisch und vor allem passt sie stets optimal zum Spielgeschehen. Man hat nie das Gefühl von der musikalischen Untermalung des Spiels genervt zu werden.

Auch die Sprachausgabe ist sehr gelungen, die Sprecher passen sehr gut zum jeweiligen Charakter und sie bringen die Dialoge auch sehr gut rüber. Allerdings gibt es nur eine englische Sprachausgabe, dafür aber wahlweise mit deutschen Untertiteln.

Die Umgebungs- und Waffengeräusche klingen sehr stimmungsvoll und auch fast realistisch. Auf jeden Fall trägt der Sound sehr zur ausgezeichneten Atmosphäre des Spiels bei.

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Steuerung:
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Gespielt wird in einer 3rd Person Ansicht und mit fester Kameraperspektive, was leider nicht immer für einen guten Überblick sorgt, denn die Kamera bewegt sich oftmals etwas eigenwillig und im schlimmsten Fall sieht man kurzzeitig auch mal gar nichts mehr. Teilweise ist die Belegung der einzelnen Funktionstasten nicht sonderlich gut durchdacht und kann im Spiel zu argen Problemen führen. So wechselt man mit Druck auf R in den Waffenmodus und mit A feuert man einen Schuss ab. Nun kommt es aber auch vor das man sich gern mal von hinten an den Feind heranschleichen möchte um ihn lautlos aus dem Verkehr zuziehen. Hierfür muss man ebenfalls R und A drücken. Dummerweise gibt es aber keine Anzeige wann nah auch wirklich nah genug ist und da die Ansicht oftmals ungünstig ist kann man es nur erahnen. Es ist auch nicht möglich alle Gegenstände aus der Hand zu legen, eine Waffe oder ein Ablenkungsgeschoss zum Werfen hält Jack ständig. So passiert es das man unabsichtlich einen Schuss abgibt und somit Ist es vorbei mit der Heimlichtuerei und es wird Alarm ausgelöst und ehe man sich versieht rückt Verstärkung an.

Die Fahrabschnitte konnten mich hinsichtlich der Steuerung nicht begeistern, denn die reagiert irgendwie viel zu träge und besonders am Anfang fand ich es unheimlich schwer mit dem Motorrad halbwegs vernünftig durch die Gegend zu fahren. Im Laufe der Zeit arrangiert man sich aber zwangsläufig mit der Steuerung und es klappt etwas besser.

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Spielspass:
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Headhunter wurde oftmals mit Metal Gear Solid verglichen, was nicht ganz unbegründet ist, meiner Meinung nach kann man aber nur bedingt einen Vergleich ziehen. Zwar kann Jack Wade, ähnlich wie Solid Snake in Metal Gear, schleichen und Feinde lautlos ausschalten, sich an Wände pressen und um Ecken spähen. Aber während man bei Metal Gear oft nur mit Schleichen überleben konnte, ist es bei Headhunter jederzeit möglich statt Schleicherei auf Feuerkraft zu setzten. Auch beherrscht Jack Wade nicht annähernd solche Tricks, denen sich Snake bedienen konnte und daher fehlt auch eine echte Motivation und man verlässt sich vornehmlich auf die vorhandenen Waffen. Ein wirklicher Nachteil ist das natürlich nicht, Headhunter ist eben einfach mehr auf Action ausgelegt, lässt dem Spieler dabei trotzdem die Wahl selbst zu entscheiden auf welche Art und Weise er Feinde aus dem Weg räumen möchte oder ob er mitunter auch einfach nur an ihnen vorbeizuschleichen möchte.

Das Spielprinzip funktioniert so, das man zu Beginn des Spiels erst mal eine Lizenz erwerben muss, diese wird dann nach und nach weiter ausgebaut. Um Lizenzen zu erhalten absolviert man Prüfungen an einem Simulator, die eine Ähnlichkeit zu Metal Gear Solid`s VR-Missionen aufweisen. Diese Prüfungen bestehen jeweils aus vier Einzelprüfungen: Motorradfahren, Gegner lautlos ausschalten, Gegner mit Waffengewalt eliminieren und eine Art Abschlussprüfung als Zusammenfassung. Es gibt für jede Aufgabe ein Zeitlimit, welches aber stets großzügig bemessen ist falls man nicht gerade einen neuen Rekord aufstellen möchte. Sozusagen als Belohnung für eine erworbene Lizenz gibt es Ausrüstungsgegenstände, vornehmlich Waffen. Und mit jeder neuen Lizenzstufe wird das Waffenarsenal größer. Muss Jack sich zu Spielbeginn mit einer kleinen Pistole begnügen, so kommt er nach und nach in den Besitz größerer und durchschlagskräftigerer Waffen.

Trotz hohem Actionanteil ist Headhunter kein einfaches Ballerspiel, denn es wird sehr viel Abwechslung geboten. So gibt es häufig Fahreinlagen mit dem Motorrad, die leider nicht ganz so durchdacht wirken und teilweise Anlass zur Kritik geben, aber insgesamt eben dennoch gut sind für die speielrische Abwechslung. Des weitern gibt es einen 2.spielbaren Charakter, in dessen Rolle man vereinzelt schlüpft. Hin und wieder finden sich ein paar Rätseleinlagen und im Spielverlauf tauchen einige Zwischengegner auf, die nur mit der richtigen Taktik bezwungen werden können. Der Genre-Mix ist in jedem Fall sehr gut gelungen und lässt niemals Langeweile aufkommen. Außerdem sorgt eine toll inszenierte Story dafür das es immer unterhaltsam bleibt und man als Spieler brennend daran interessiert ist wie die ganze Geschichte weitergeht.

Einige Kritik gibt es von meiner Seite aus dennoch, vor allem was die Fahrabschnitte anbelangt, auf die ich nun noch etwas genauer eingehen will. Einerseits sorgen diese für zusätzliche Abwechslung, aber andererseits sind sie leider nicht gut umgesetzt wurden. Die Steuerung des Motorrades ist nicht gerade gelungen und wird zeitweise zu einem richtigen Ärgernis, besonders wenn Zeit eine Rolle spielt. Glücklicherweise kommt das aber nur einmal vor. Hinzu kommt das es zwingend erforderlich ist Fertigkeitspunkte beim Fahren zu erzielen, was nach einer Weile richtig öde werden kann. Ohne Ziel fährt man wahllos in der Gegend umher bis der Zähler voll ist, dann taucht eine entsprechende Mitteilung auf dem Bildschirm auf und man kann weiter zum nächsten Auftrag. Anfangs erfreut man sich eventuell noch an der schönen Optik und trotz träger Steuerung macht das Motorradfahren richtig Spaß, aber mit fortschreitender Spieldauer sind diese Motorradeinlagen nur noch notwendiges Übel.

Die Rätsel sind normalerweise nach kurzer Überlegung relativ leicht zu knacken, denn es gibt immer viele Hinweise auf die Lösung. Spaß macht es aber trotzdem und zum Glück bestehen die Rätsel nicht wie bei vielen anderen Spielen aus endlosen Kistengeschiebe.

Leider kommt es aber auch vor das die Wegfindung zum Rätselraten wird und zum Teil ganz schön frustrierend werden kann. So erhält man irgendwann den Auftrag 6 Zünder zu finden, die in der ganzen Stadt verteilt sind, um die Zündung einer Bombe zu verhindern. Das Ganze läuft auf Zeit, wobei man mit dem Motorrad zu jedem einzelnen Ort hinfahren muss, anschließend durch mehr oder weniger verwinkelte Gänge läuft und auf gegnerischen Widerstand trifft und schließlich folgt als letzter Schritt das Entschärfen in Form eines Geschicklichkeitstests, bei dem in rascher Folge vorgegebene Tasten gedrückt werden müssen. Sofern man inzwischen mit der Steuerung des Motorrades klarkommt stellt das Zeitlimit kein Problem dar und mit gelegentlichen Blick auf die Karte findet man auch den Ort sehr gut - allerdings nur bis zum letzten Einsatzort. Dummerweise sind auf der Karte nur die Straßen eingezeichnet und eine farbliche Markierung die den Zielort anzeigt - leider ist Ziel Nummer 6 nicht auf normalen Straßenweg erreichbar und es muss eine alternative Zufahrt gefunden werden, was sich als gar nicht so einfach erweißt. Gemeinerweise gibt es keine Speichermöglichkeit, was zur Folge hat das man bei Versagen komplett von vorn beginnen darf. So etwas kann natürlich ganz schön frustrierend sein. Überhaupt lässt sich sagen, die Speicherpunkte sind nicht immer sehr fair platziert. Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad durchschnittlich hoch, abgesehen von der beschriebenen Mission mit Zeitlimit stellen lediglich Zwischen- bzw. Endgegner eine größere Herausforderung dar, weil man zunächst herausfinden muss welche besondere Vorgehensweise vonnöten ist. Ein Schwierigkeitsgrad ist zu Beginn übrigens nicht wählbar.

-Altersfreigabe-

Headhunter hat eine USK Einstufung ab 16 Jahren erhalten, was auch insgesamt vollkommen in Ordnung geht denke ich. Stellenweise geht es aber schon recht brutal zur Sache, etwa wenn sich Jack von hinten an Gegner anschleicht um ihnen das Genick zu brechen.

-Spielzeit-

Nach heutigen Maßstäben gemessen ist die Spielzeit mit ca. 15 Stunden durchschnittlich lang.

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Preis:
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Neu dürfte das Spiel heute nur noch sehr schwer erhältlich sein. Gebraucht kann man es für rund 10,- Euro bei ebay erwerben, wo es noch recht häufig angeboten wird in diversen Auktionen.

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Fazit:
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Headhunter ist trotz kleiner Kritikpunkte definitiv eines der besten Spiele die für Dreamcast erhältlich sind. Die Story fesselt bis zum Schluss mit teilweise überraschenden Wendungen, das Gameplay bietet sehr viel Abwechslung und lässt niemals Langeweile aufkommen und auch die Grafik und der Sound sind absolut gelungen. Daher gibt es zum Schluss natürlich von mir auch eine Kaufempfehlung für dieses Spiel.

Fazit: