Grandia 2 (DC)
...Von Gut & Böse... - Grandia 2 (DC) Dreamcast Spiele

Neuester Testbericht: ... angetan hier das "Kindermädchen" zu spielen, aber die Belohnung fällt recht opulent aus und so sagt er letzten Endes do... mehr

...Von Gut & Böse...
Grandia 2 (DC)

BulmaZ

Name des Mitglieds: BulmaZ

Produkt:

Grandia 2 (DC)

Datum: 02.09.05

Bewertung:

Vorteile: Preis, Spielspaß, Story, das Kampfsystem, die Musik

Nachteile: manchmal etwas eintönig und schematisch

Hallo liebe Leser!

Nachdem ich in der vorliegenden Kategorie ja eine ganze Weile abstinent war, soll es heute wieder um ein Spiel gehen. Genauer gesagt eines, das ich letzten Samstag gekauft habe. Ja, auch, wenn der Kauf noch nicht mal eine Woche zurück liegt, kann ich bereits drüber berichten. Denn ich habe eine Woche Spontanurlaub bekommen und hatte somit viel Zeit zum spielen.

>> Grandia II <<

-----------------------------------------------
Bezugsquelle & Preis & Kaufgrund
-----------------------------------------------

Gekauft habe ich das Spiel in einem der unzähligen Saturn- Märkte in Berlin. Genauer gesagt in der Filiale auf dem Alexanderplatz. Dort habe ich unglaublich günstige 20 € bezahlt.
Der Grund für meinen Kauf war, dass ich endlich mal wieder ein RPG (= Roll- Play- Game) spielen wollte. Da die aktuellen Spiele dieses Genres wie z. Bsp. "Suikoden II" mit 60 € preislich weit über meinen finanziellen Möglichkeiten liegen, wollte ich die Abteilung schon fast wieder verlassen. Eigentlich war ich schon fast versucht "Breath of Fire V - Dragonquater" zu kaufen. Da ich das, was ich bei Ciao bereits drüber gelesen habe, als weniger positiv empfand, sparte ich mir die ebenfalls günstigen 19,90 €. Auf dem Weg aus der Abteilung "Spiele & Co." sah ich dann eine Art Pappyramide, wo es viele zumeist ältere Spiele für 20 € gab. Tja, und so kam ich zu "Grandia II". Ich kannte das Spiel nur vom Hören- Sagen und habe mich dann spontan dafür entschieden, da mir die Screenshots auf der Rückseite der Hülle auch gut gefielen und mich die Beschreibung der Story ansprach.

-----------------------------------------
Technische Daten
-----------------------------------------

Hersteller: Ubi Soft Entertainment
Genre: RPG ( Rollenspiel)
Spieler: 1
Erscheinungsjahr: 2001/ 2002
Memory: 8 MB für Playstation 2- mindestens 68 KB
Schutz: Kopierschutz
Altersfreigabe: ab 6
Sprache: Englisch (ohne deutsche Untertitel)

------------------------------------------
Die Anleitung
------------------------------------------

Als ich die Anleitung zum Spiel das erste mal in der Hand hatte, entfuhr mir sofort ein ehrfürchtiges "Wow!". Denn das Booklet ist wirklich dick und nicht nur drei Seiten lang, wie man es vielleicht von anderen kennt. Auch macht es einen hochwertigen Eindruck- und das allein schon durch die schwarz- weiß gehaltene Optik. Auf den ersten Seite wird in kurzen Worten erst mal die Geschichte des Spiels erklärt, sowie die Steuerung bzw. Tastenbelegung des Controllers. Auf den nachfolgenden Seiten gibt's dann kleine Profile der im Spiel auftauchenden wichtigen Charaktere.
Alles ist sehr liebevoll und detailgenau erklärt. Seien es nun die einzelnen Schauplätze, die es im Spiel zu entdecken gibt oder die einzelnen Icons, die es im Spiel gibt. Auch das für rollenspielerfahrene Leute nicht mehr ganz so neue Kampfsystem wird genauestens erklärt. Denn einige Neuerungen gibt es doch. Am Ende des kleinen Büchleins findet man einige kleine Tabellen, die Aufschluss für die verschiedenen Zauber geben, die man im Spiel anwenden kann.
Alles in Allem ist zu sagen, dass das Booklet sehr hilfreich und nützlich ist. Vor allem auch, da es im Gegensatz zum eigentlichen Spiel in Deutsch ist. Ich denke, das erleichtert dem nicht ganz so Englisch- festen Spieler den Einstieg. Sehr hübsch finde ich auch die Bilder, mit denen die einzelnen Seiten unterlegt sind. Da haben sich die Jungs und Mädels von Ubi Soft bzw. Game Arts eine Menge Mühe gegeben.

------------------------------------------
Was ist ein Rollenspiel?
------------------------------------------

Leser, die bereits große Fans von "Final Fantasy" und Co. sind, können diesen Abschnitt getrost überspringen, denn hier gibt's für sie nichts Neues mehr zu lesen.
Rollenspiele sind Spiele, bei denen man meist mehrere Charaktere durch verschiedene Welten steuert. Sprich durch Städte, Höhlen, Wälder, Berge usw. Der Phantasie der Programmierer ist da meist keinerlei Grenze gesetzt. Diese Rollenspiele haben zumeist eine komplexe Geschichte. Meist geht es aber immer um dasselbe, alte Prinzip: Schlicht gesagt- die Welt retten oder auch befreien. Klingt jetzt vielleicht platt, ist es aber keineswegs. Bisher haben es die meisten Programmierer immer wieder geschafft, diesen Grundriss eindrucksvoll umzusetzen. Es gibt bei Rollenspielen vorwiegend zwei Kampfsysteme. Zum einen das Rundenbasierte, welches ich im Zuge von "Grandia II" später noch ausführlich erklären werden und zum anderen das Echtzeitsystem. Dieses kennt man vielleicht aus Spielen wie "Zelda". Dort kämpft man, wie sich der Laie es vorstellt. Man drück verschiedene Tasten und löst somit verschiedene Reaktionen beim virtuellen Charakter aus. Meistens eben, dass er seine Waffe einsetzt. ;) Eine ganz wichtige Sache, die Rollenspiele unter anderem für mich auch immer wieder so interessant macht, ist die Möglichkeit, seine Charaktere zu trainieren. Dabei tut man nichts anderes, als viele Kämpfe zu bestehen und dabei sogenannte Erfahrungspunkte (EXP) zu sammeln. Durch diese Punkte steigen die Attribute des Charakters, wie z.B. Stärke, Intelligenz, Magie usw.
So, ich hoffe, ich habe es einigermaßen geschafft, euch einen Einblick zu geben, worum es in einem RPG geht.

-----------------------------
Story
-----------------------------

Ryudo ist ein sogenannter "Geohound". Er reist durch das Land und erledigt verschiedene Aufträge für Geld. Dabei trifft es ziemlich bald auf Elena. Sie ist eine Art Priesterin und soll zu einem Turm gebracht werden, wo sie eine Zeremonie, eine Art Exorzismus, vollführen soll. Während Ryudo auf sie wartet, passiert natürlich etwas in dem Turm. Alle, bis auf Elena sterben. Elena selbst ist vollkommen verstört und kehrt zusammen mit Ryudo in ihre Heimat zurück. Dort stellt sich heraus, dass sie mit den Flügeln von Valma "infiziert" wurde. Valma ist ein böser Gott, der einst im Krieg gegen Granas gestanden hat. Beides sind Götter und vertreten Gut und Böse. Valma hat den Krieg verloren- wurde aber nicht besiegt. Somit sinnt er augenscheinlich auf Rache. Einer der Priester aus Elenas Heimat, sagt ihr, sie soll zu einer heiligen Kathedrale gehen. Ryudo begleitet sie natürlich- wenn auch widerwillig. Denn er hält Elena für ein naives kleines Mädchen und lässt sie das auch spüren.
Der Weg zu besagter Kathedrale gestaltet sich natürlich nicht ganz einfach. So begegnet Ryudo bald eine Frau namens Millenia, die behauptet, die Flügel von Valma zu sein. Später stellt sich heraus, dass Millenia in Elena "wohnt". Unterwegs kommen sie dann in ein Dorf, wo sie auf einen kleinen Jungen treffen, der das Amulett seiner Mutter sucht und sich somit in große Gefahr bringt, aus der Elena und Ryudo ihm natürlich raushelfen. Der Junge heißt Roan und schließt sich den beiden natürlich an. Später treffen sie dann noch auf eine Art Tier- Mensch namens Mareg. Er riecht etwas Böses und Ryudo. Bald stellt sich auch hier heraus, dass Mareg auf der Suche nach einem gewissen Melfice ist- Ryudos Bruder.
Nach und nach bekommt man auch mit, dass Ryudo sich mit irgendwelchen Ereignissen seiner Vergangenheit nicht auseinander setzen kann oder will.
Als die Party aber schließlich in der Kathedrale ankommt, muss sich Ryudo entscheiden...

---------------------------------
Graphik
---------------------------------

Da das Spiel ja schon rund vier Jahre alt ist, kann man natürlich keine "Final Fantasy 10-2" Graphik verlangen. Aber ich denke, jedem Spieler wird das klar sein.
Als erstes ist mir aufgefallen, dass die Charaktere keine Münder haben und die Details der einzelnen Leute nicht besonders unterschiedlich oder ausgeprägt sind. Auch die vielen verschiedenen Umgebungen, wie Städte oder Dungeons sind nicht besonders detailreich. Dafür sind sie aber bunt und hübsch anzusehen. Ich denke, dafür, dass das Spiel schon so alt ist, kann man nicht über die Graphik meckern. Immerhin sind die Charaktere schon um einiges formvollendeter als z.B. die in "Final Fantasy VII". Dort war alles noch sehr kantig und minimalistisch. Aber ich finde grade das macht doch den Charme eines Spiels aus, oder? Es muss ja nicht immer ein graphisches Feuerwerk sein, um Spielspaß zu erzeugen.

------------------------------------
Steuerung & Musik
------------------------------------

Bevor ich mit "Grandia II" begonnen hatte zu spielen, hatte ich zuvor "Breath of Fire IV" und "Final Fantasy VII" gespielt. Im Vergleich dazu muss ich sagen, ist die Steuerung sehr einfach. Man kann entweder mit den Pfeiltasten laufen bzw. rennen oder aber mit den beiden Sticks. Ich selbst bevorzuge die Sticks. Da man so keine zweite Taste drücken muss, um zu rennen bzw. zwischen Rennen und Laufen zu wechseln. Bei vielen anderen Spielen kennt man es ja leider, dass man schnell mal falsch läuft oder irgendwo herunter fällt, weil die Steuerung hakelig ist. Das ist bei "Grandia II" keineswegs der Fall. Die Steuerung ist wirklich kinderleicht und einfach.
Da zur Steuerung ja auch die Menüführung gehört, möchte ich darüber auch noch ein paar Worte verlieren. Die Führung wird nach und nach erklärt, sodass man eigentlich nichts falsch machen kann. Ich hatte die für mich komplett neue Menüführung schnell drauf und finde, dass sie einfach zu beherrschen und vor allem übersichtlich ist.

Nun zur Musik.
Als ich im ersten Dungeon des Spiels unterwegs war, fand ich die Musik ein wenig nervig. Denn sie erinnerte mich an uralten Alte- Männerrock. Das gefiel mir nicht. Zum Glück sollte sich das aber schnell ändern. Die Kampfmusik ist sehr passend und macht auch einfach Spaß zu hören. Auch die musikalische Untermalung an verschiedenen Schauplätzen fand ich durchweg gelungen. Eigentlich passt sie immer. Besonders schön fand ich die Musik im Hintergrund des Besuchs der vorhin angesprochenen Kathedrale. Sehr mystisch aber auch so heldenhaft, wie man es von anderen Rollenspielen kennt.

-----------------------------------
Das Kampfsystem
-----------------------------------

Einigen von euch, wird das Kampfsystem bereits bekannt sein. Es funktioniert rundenbasiert und ist daher ganz besonders von mir favorisiert.
Das Ganze funktioniert so, dass man, wenn man an der Reihe ist, ganz genau überlegen kann, wie man seinen Gegner nun angreift. Währenddessen wird man nicht von Angriffen des Gegners unterbrochen oder muss sich, wie beim Echtzeitkampf, beeilen. Ganz einfach gesagt läuft es so, dass erst der Gegner angreift und dann man selbst- oder eben umgekehrt.
Zusätzlich zu diesem ja nicht neuen System hat Ubi Soft aber einige kleine Veränderungen eingebaut und somit ein vollkommen innovatives Kampfsystem erschaffen.
Denn man hat neben den normalen und bekannten Befehlen ,Angriff' oder ,Magie' noch einen Punkt namens ,Critical'. Dieser macht zwar nicht soviel Schaden, wie ein normaler Angriff, kann aber, zum richtigen Zeitpunkt angewendet, den Gegner in seiner Vorbereitung unterbrechen. Natürlich hat der Gegner auch diese Möglichkeit. Das passiert aber eher seltener. Man kann hier auch wieder solche Attribute wie ,Konter' einbauen. Dazu muss man nur zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Gegner angreifen und schon macht man mehr Schaden, als sonst und der Gegner kann nicht mehr angreifen. Ich finde das sehr schön, denn so drückt man nicht mehr nur stupide auf ,Angriff' oder wählt eine Magie aus, sondern muss sich mit dem Agieren seiner Gegner auseinander setzen. Toll finde ich auch, dass man die Gegner sieht, mit denen man zu kämpfen begriffen ist. Denn wenn man grade nicht kämpfen möchte, kann man ihnen ausweichen und einfach weiter laufen. Auch kann es selbst steuern, ob man einen Angriff von hinten starten möchte und somit im Angriffsvorteil ist. Dafür muss man die Gegner einfach nur von hinten berühren. Dasselbe können diese natürlich auch.

-----------------------------------------
Meinung/ Fazit
-----------------------------------------

Ich denke, in meinen bisherigen Ausführungen ist deutlich zum Ausdruck gekommen, dass ich dieses Spiel sehr klasse finde. Zum einen, weil es endlich (neben den "Final Fantasy" Teilen) mal wieder ein Spiel ist, das auch eine schön erzählte Story aufweisen kann und zum anderen auch wegen des eben beschriebenen Kampfsystems. Ein wenig schade finde ich, dass es hier keine richtigen SideQuests gibt, wie man es aus anderen RPGs kennt. Auch etwas schade ist es, dass das Spiel eigentlich die ganze Zeit über nach dem gleichen Schema abläuft. Man kommt in eine Stadt oder ein Dorf, nimmt irgendeine Aufgabe an oder kümmert sich um die dortigen Probleme und sofort geht es wieder ab in einen Dungeon, der entweder eine Höhle, ein Wald, Berg oder sonstiges ist.
Nach diesem Schema läuft das ganze Spiel ab und das lässt es natürlich sehr vorhersehbar erscheinen. Dennoch tut das dem Spielspaß meines Erachtens aber keinen Abbruch. Ich kann mich stundenlang für das Spiel begeistern. Denn auch die Beziehungen unter den Charakteren bzw. grade wie sich diese entwickeln, ist sehr schön und liebevoll erzählt. Im Prinzip ist zwar auch das vorhersehbar, aber das macht nichts. Meines Erachtens nach ist "Grandia II" ein spitzen Rollenspiel, das sich auch grade für RPG- Neulinge gut eignet. Denn die Gegner sind nicht sonderlich schwer und auch die Menüsteuerung ist einfach. Auch verläuft man sich nicht oder weiß plötzlich nicht mehr, wo man weiter machen muss. Es ist also definitiv keine Komplettlösung erforderlich. Das einzige, was Neulinge vielleicht abschrecken könnte, ist die englische Sprache. Es wird viel Umgangsprache verwendet, bei der sogar ich manchmal noch nachschauen musste. Ansonsten versteht man aber die Grundstory und alles wichtige im Groben natürlich locker, wenn man der englischen Sprache ein bisschen mächtig ist. Für fortgeschrittene RPG- Spieler mögen aber grade die Aspekte des einfachen Kampfsystems und des leichten Spielprinzips das Spiel unattraktiv erscheinen lassen. Auch ich finde es ein wenig zu leicht.
Aufgrund dieser ganzen nicht wirklich negativen Aspekte gebe ich eine Kaufempfehlung ab und vergebe trotzdem fünf volle Sterne, da mich dieses Spiel trotz der kleineren Fehler vollends überzeugen konnte.

Danke, für's Lesen und Bewerten
-blessed be-
Eure BulmaZ

Fazit: Spannung!

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: