Kurzarbeit
Floigan Brothers (DC)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Floigan Brothers (DC)
Datum: 22.03.06
Bewertung:
Vorteile: Phasenweise witzig, wirklich originell, gute Grafik, guter Sound, gute Steuerung
Nachteile: Kein Mehrspielermodus, keine deutschen Bildschirmtexte, unverschämt kurze Spieldauer
Ein durch und durch ungewöhnliches Videospiel für den Sega Dreamcast brachte Sega selbst im Jahr 2002 auf den Markt, also zur absoluten Spätzeit der sich leider kurz vor dem Aussterben befindenden Spielkonsole. Der Name des Spiels lautet „Floigan Brothers“ und wie der Titel erahnen lässt, stehen zwei Brüder im Mittelpunkt dieses Abenteuers. Viel ungleicher könnte das Brüderpaar dabei aber kaum sein, so ist Moigle sehr groß und kräftig gebaut, aber ganz offensichtlich nicht mit besonders viel Intelligenz gesegnet, hingegen der kleinwüchsige Hoigle aufgrund seiner winzigen körperlichen Ausmaße kaum zu erkennen, dafür aber wesentlich schlauer. In diesem Adventure im Comic-Stil ist die Rahmenhandlung zwar nahezu überflüssig, aber kurz anreißen möchte ich sie trotzdem: Moigle wollte seinen kleinen Bruder Hoigle ursprünglich mit etwas ganz Tollem überraschen, dummerweise hat er nur vergessen, wo sich die einzelnen Segmente bzw. Bauteile jenes Gegenstands befinden, mit dem er seinen Bruder erfreuen wollte. Wir übernehmen daher die Kontrolle des kleinen Hoigle, der zwar überhaupt keine Ahnung, was Moigle denn nun genau vorhat, ihm aber selbstverständlich behilflich sein möchte. Dem schusseligen Bruder so langsam aber sicher auf die Sprünge helfen zu können, ist aber bei weitem nicht so leicht, wie sich Hoigle das zu Beginn wohl selbst erhofft hatte, ganz im Gegenteil, nur sehr mühsam kommt der etwas tranige Moigle in die Gänge.
Ungewöhnlich ist das Spielprinzip von „Floigan Brothers“ (oder auch Floigan Bros.) auf jeden Fall, zahlreiche Geschicklichkeitstests sind im weiteren Verlauf dieses Dreamcast-Spiels zu absolvieren. Um spezielle Aufgaben überhaupt erledigen zu können, muss Moigle in den richtigen Gemütszustand versetzt werden, ansonsten geht da nämlich überhaupt nichts. Die farbigen Kisten zeigen dabei an, wie genau die Laune von Moigle genau auszusehen hat und wir sind dafür verantwortlich, ihn als Hoigle dementsprechend zu provozieren. Manchmal sind Tadel und üble Beleidigungen nötig, ein anderes Mal aufbauende Worte, Lob oder Komplimente oder wir laden unseren Bruder zu einzelnen Mini-Spielen ein, damit er sich kurz darauf genau in der Stimmung befindet, die nötig ist, um sich den darauf folgenden Geschicklichkeitsübungen überhaupt erst stellen zu können. Bei jenen Tests ist dann in erster Linie Eure Fingerakrobatik bzw. Eure Feinmotorik gefragt, ein bisschen Talent sollte Ihr in dieser Beziehung also schon mitbringen und natürlich auch überhaupt die Lust an solch einer Art an Videospiel. Die einzelnen Aufgaben an sich sind jedenfalls abwechslungsreich und unterhaltsam, zumindest für kurze Zeit kommt wirklich Spielspaß auf, zumal Euch die Handhabung vor keine größeren Probleme stellen dürfte.
Grafik und Sound haben sich auf jeden Fall eine gute Note verdient, denn viel zu meckern finde ich hier nicht, absolut Überragendes wird uns allerdings auch nicht geboten. Trotzdem, die Animationen der ungleichen Brüder und auch deren Mimik sind gelungen, die Spielumgebung sehr farbenfroh und die Hintergründe für damalige Verhältnisse angenehm detailreich gezeichnet. Man muss den Comic-Stil eben nur mögen, von daher gesehen ist einiges auch Geschmackssache. Objektiv gesehen weiß die Optik zu überzeugen und leistet sich vor allem keine Aussetzer, die ganze Zeit über bleibt sie schön flüssig. Schade ist lediglich, dass in diesem Spiel kein 60-Hertz-Modus unterstützt wurde, doch angesichts der insgesamt nett präsentierten Optik ist das dann nicht ganz so tragisch. Deutsche Bildschirmtexte gibt es leider nicht, was angesichts der eventuell doch recht jungen Zielgruppe schon weniger toll sein dürfte. Die Außengeräusche bzw. Soundeffekte treten angenehm oft auf und sind abwechslungsreich, sie sorgen für eine gute Unterstützung der Spielatmosphäre, woran die gut auf das jeweilige Szenario abgestimmten Begleitmelodien auch einen Anteil haben.
Neben dem Fehlen von deutschen Texten, eines 60-Hertz-Modus und einer Online-Spielbarkeit schmerzte mich am Meisten das Fehlen eines Mehrspielermodus, dieser Negativpunkt hat dann schon Gewicht, finde ich. Schließlich verursachte mir eindeutig am meisten Bauchschmerzen, dass die Spieldauer viel zu kurz geraten ist, wer halbwegs talentiert ist, dürfte nämlich schon nach zwei bis drei Stunden mit „Floigan Bros.“ durch sein, traurig aber wahr. Ein Adventure für den Sega Dreamcast mit solch einem geringen Spielumfang kann man nur als katastrophal kurz bezeichnen, im Grunde eine bodenlose Frechheit, anders kann man es wirklich nicht sagen. Bedenkt man, dass damals knapp 100 DM für diesen Dreamcast-Titel bezahlt werden sollten, ist das sogar schon unverschämt, heute wiegt diese Tatsache natürlich aufgrund des wesentlich geringeren Kaufpreises (wenn Ihr es überhaupt noch irgendwo entdeckt) bei weitem nicht mehr so schwer. Dem Spielspaß besonders förderlich ist die superkurze Spieldauer in Verbindung mit dem Fehlen eines Mehrspielermodus und der nicht vorhandenen Online-Unterstützung jedenfalls ganz sicher nicht, eine Empfehlung für dieses grundsätzlich originelle Videospiel gibt es von mir aber trotzdem zweifellos noch.
Fazit: Ganz nett präsentiert und teilweise auch witzig, aber viel zu kurz.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |


