Dynamite Cop (DC)
Eine Kreuzfahrt, die ist lustig... - Dynamite Cop (DC) Dreamcast Spiele

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Eine Kreuzfahrt, die ist lustig...
Dynamite Cop (DC)

RandalFlag2

Name des Mitglieds: RandalFlag2

Produkt:

Dynamite Cop (DC)

Datum: 11.10.02, geändert am 02.05.12 (83 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: starke Action

Nachteile: viel zu kurzes Spiel

Eine Gruppe moderner Piraten hat ein Kreuzfahrtschiff in seine Gewalt bekommen und hält unter hunderten von Passagieren auch die Tochter des Präsidenten als Geisel. In diesem Sinne willkommen zu einer weiteren Vorstellung eines Dreamcast-Spiels aus meiner Sammlung: Dynamite Cop!

Wer kann sich schon mal denken, in welches Genre wir uns bewegen, wenn wir als Spezialagent auf einem Kreuzfahrschiff so richtig aufräumen müssen und dabei alle Waffen einsetzen um die Gegner zu vermöbeln, die wir finden? Richtig, es ist ein reiner Action-Prügler!
Bevor ich genaueres über das Spiel erzähle, stelle ich die drei Charaktere vor, aus denen Ihr allein oder zu zweit wählen könnt:

Captain Bruno Delinger
Manche nennen ihn Bruno, manche ?Mr. Dynamite?, aber versuche bloß nicht, ihn ?Monkey Boy? zu nennen... Bekannt für sein unglaubliches Können in der Kampfkunst wie auch für seinen Hang zur Sachbeschädigung, ist Captain Bruno ein Berg von Muskeln ohne ein Gramm Fett! Er hat einen vertrauenswürdigen Affen zum Assistenten, der ?Banana? heißt, und er liebt es geradezu, Dinge in die Luft gehen zu sehen! Wenn er nicht gerade dabei ist, die Welt aus den Händen von Terroristen zu retten, rettet er üblicherweise seine Ehe ? oder versucht es zumindest...

Sergeant Jean Ivy
Dieses Navy SEAL-trainierte Heißblut liebt es, wenn?s hart auf hart kommt ? und üblicherweise zielt sie genau auf Dein Kinn! Sie mag Sushi und japanische Zeichentrickserien. Sie steht auf Katzenliebhaber und lange Strandspaziergänge. Kein bisschen steht sie auf kleine Füße und miese Typen, die die Welt unter Kontrolle bringen wollen. Fortgeschritten in Kung Fu und Sambo!

Corporal Eddie Brown
Es gibt zwei Dinge, die er entspannend findet: Reggae und Kick-Boxen! Er ist Navy SEAL, seit er in der Football-Nationalliga einen Schiedsrichter KO getreten hat, und Eddie ist hart wie Eisen ? und das isst er zum Frühstück. Wenn er nicht gerade sein Leben für das Wohl seines Landes ris
kiert, hilft er bei der Telefonseelsorge aus!
(überliefert aus dem Handbuch)

Das Spielprinzip ist einfach erklärt. Entweder allein oder zu zweit wird in einem Spielabschnitt nach dem anderen so lange gekämpft, bis sämtliche Gegner besiegt sind. Es handelt sich im Normalfall um einen Raum, der gesäubert werden muss, bis es zum nächsten Abschnitt geht.
Auf dem Kreuzfahrschiff gilt es in erster Linie die Tochter des Präsidenten zu retten, aber auch die Bande Piraten sollte vollständig ausgelöscht werden. Der Kapitän der Bösewichte ist der übelriechende, gefürchtete Wolf Hongo. Ein echtes Monstrum von einem Mann!
Im Kampf wird so gut wie möglich mit Fäusten geschlagen, mit Füßen getreten und spezielle Combos verwendet, um den Piraten einzuheizen. Jeder der drei Charaktere hat natürlich seine eigenen Stärken und Schwächen. Doch es zählt nicht nur die rohe Gewalt der eigenen Gliedmaßen, sondern auch die Benutzung sämtlicher Waffen, die während dem Getümmel zu finden sind. Hey, schon mal ein Getränkeautomat gestemmt und damit auf Piraten geworfen? Wirklich nicht? Na klar, das können doch nur unsere Dynamite Cops! Ein Eisenrohr würde ich Euch schon eher abkaufen, was es natürlich auch zu finden gibt. Aber alle Franzosen unter Euch werde ich jetzt schockieren müssen. Denn Baguettes werden in Dynamite Cop nicht gegessen, sondern als eher ineffektiven Schlagstock missbraucht. Sogar eine Schale Äpfel kann taktisch sinnvoll sein. Entweder werden sie selber gegessen, um die eigene Lebensenergie aufzufrischen, oder Ihr werft die vitaminreichen Häppchen den Gegnern gegen die Birne. Zum Glück gibt es auch Schusswaffen wie die einfache Pistole, ein MG oder gelegentlich mal einen Missile Launcher. Dieser sollte aber den stark bewaffneten Gegnern erst mal abgeprügelt werden, bevor die kostbare Munition gegen Euch eingesetzt wird. Und das könnte ehrlich gesagt eine negative Auswirkung auf die eigene Lebensenergie haben. Ziemlich unrealistisch finde ich die Wirkung d
ieser Missiles. Du stehst mit dem Missile Launcher direkt neben einer Horde Piraten? Du traust Dich nicht, das explosive Teil einen halben Meter vor Deiner Nase explodieren zu lassen? Nur keine Angst, in Dynamite Cop spüren nur die Gegner (und falls in den Optionen eingestellt der Mitspieler) die Attacke. Ist aber nicht gleich auf Anhieb tödlich. Solche Piraten halten heutzutage etwas mehr aus, als es damals der Fall war. Ach ja, ein Schwerthieb und sie waren tot. Heute braucht Ihr ein halbes Magazin einer MG, um den Ganoven ein Date mit ihrem Schöpfer zu organisieren.
Zurück zur Missile. Was passiert nun bei einem Treffer? Die Bösewichte gehen in die Luft, fallen auf den Boden und stehen wieder auf. Erst nach etwas mehr Schaden sind sie endlich besiegt.
Witzig ist auch der selten zu findende Thunfisch, der erst einmal gebraucht wird, um ein paar Piraten zu vermöbeln. Nach Gebrauch wird er einfach aufgegessen, um die Lebenskraft wieder aufzufrischen. Weitere Waffen wie die Hanteln, den Kehrbesen, die Triple-Bazooka und die Panzerkanone brauche ich gar nicht vorzustellen. Aber eines möchte ich zum Thema Waffengewalt anbringen. Der größte Kitsch ist die Anti-Ship Missile. An bestimmten Stellen des Spiels sind ein oder zwei am Boden anzutreffen. Also nix wie hin, aufheben und nach Herzenslust das apokalyptische Geschoss auf den nächsten Gegner abfeuern. Der Aufschlag ist gigantisch. Eine wahre Atomexplosion ist die Folge. Der Atompilz geht hoch in die Luft, alle Gegner und der Mitspieler fliegen weit nach oben und fallen zu Boden. Aber auch diese Megawaffe ist nicht auf Anhieb tödlich. Wie schon gesagt, die Piraten von heute sind robust geworden.
Natürlich gibt es auch andere Gegenstände, die von Nutzen sind. Dazu zählen 3 verschiedene Größen Medi-Packs, die je nach Größe die Lebensenergie auffrischen. Außerdem kommen noch die Power-Ups dazu. Habt Ihr 5 davon gesammelt, ist die Belohnung ein zeitbegrenzter Zustand mit übermenschlichen Kräften. Die Gegner se
hen dann blass aus, wenn sie mit unglaublichen Combos Genickbrüche erleiden, oder einfach wie Römer behandelt werden, die es mit Asterix und Obelix zu tun haben.
Es gibt auch oft genug ein Special Power-Up, das die Übermenschlichkeit sofort verleiht.

Diese Lebensenergie... wie in den meisten Spielen wird sie als Streifen angezeigt, der sich immer weiter leert, je höher der Schaden ist. Natürlich seid Ihr tot, wenn nichts mehr übrig ist. Aber irgendwie ist es bei Dynamite Cop reizvoll verwundet zu sein. Was diese Regelung betrifft, bevorzuge ich Jean Ivy als Spielfigur, denn in diesem Spiel gehen Euch die Feinde sprichwörtlich an die Wäsche. Anfangs sind die Helden noch in ihrer schwarz-grünen Uniform, doch nach einigen eingesteckten Treffern zerreist die Kleidung. Kurz vor dem Tod schlagen sich Bruno und Eddie nur noch mit knapper und zerfetzter Hose und nacktem Oberkörper herum. Mädels (und Jake), jetzt Dynamite Cop haben, nä wahr?
Aber für die Jungs gibt?s wie schon gesagt auch etwas zum ?Spannen?. Jean Ivy trägt am Ende ein knappes Top und den Rest ihrer zerfetzten Hose. So haben wir doch immerhin eine Entschädigung, wenn es uns dreckig geht. ;-)
Die Kleidung wird aber wieder mehr, wenn sich die Lebensenergie füllt.

Der Spielverlauf ist ziemlich enttäuschend. Dynmaite Cop ist in einer halben Stunde schon durchgezockt. Es gibt drei Missionen, die allerdings alle fast gleich aussehen. In Mission 1 beginnt Ihr Eure Rettungsmission vom Fallschirm aus und landet auf Deck des Schiffes. In der zweiten Mission gelangt Ihr mit einem Boot auf das Schiff, indem Ihr Euch mit einem Seilwerfer an Deck hochbefördert, allerdings an einer ganz anderen Stelle als bei Mission 1. In der dritten Mission taucht Ihr zum Kreuzfahrtschiff und betretet den Einsatzort durch eine Luke. So ist bei jeder Mission der Weg und viele Umgebungen verschieden, doch die Mission bleibt gleich.
Im Verlauf des kurzen Spiels gibt es oft genug kurze Zwischensequenzen, was
inzwischen der böse Wolf Hongo treibt. Er lässt einige Bomben auf dem Schiff hochjagen und entführt die Tochter des Präsidenten.
Doch es gibt auch interaktive Zwischensequenzen. Wenn Ihr einen Abschnitt geschafft habt und seht, wie Eure Leute zum nächsten Abschnitt laufen, können in der Zwischensequenz Hindernisse aufkommen, die durch einen geschickten Einsatz erfolgreich gemeistert werden können. Dies kündigt die fette Schrift ?Caution? an. Haltet Eure Finger also bereit, denn gleich wird kurz vorgegeben, was ganz schnell gedrückt werden soll: Jump, Punch, Kick, Up, Down, Left oder Right. Gelingt Euch das Manöver, ist die Zwischensequenz erfolgreich mit ?Success? beendet und es gibt etwas Lebensenergie. Verbockt Ihr es aber, gibt es im Normalfall einen Extraabschnitt, indem Ihr Euren Fehler wieder ausbügeln müsst und ein paar Gegner mehr vermöbeln könnt. ?Failure?
Auch Zwischenendgegner kommen in der kurzen Zeit Dynamite Cop vor. In jeder Mission gibt es auf jeden Fall das fette Piratenpaar Ada Mendoza und Captain Gonzales. Je nach Mission gibt es noch einen weiteren gemeinen Typen, aber auf jeden Fall habt Ihr es einmal mit einem Riesenkrake zu tun, der durch mörderische Parasiten ziemlich lästig ist.
In Mission 1 und 3 flüchtet Wolf Hongo mit der Präsidententochter auf seine Pirateninsel. Nach dem Kampf gegen die Krake reist Ihr per Anhalter mit auf dieses Hauptquartier. Dort gibt es Kannibalen und weitere Piraten, sogar einen Verräter aus der eigenen Einheit zu bekämpfen. Am Ende geht es gegen Wolf Hongo persönlich im alles entscheidenden Kampf. Er ist wirklich ein zäher Brocken, der mit unfairen Tricks arbeitet.
Mission 2 spielt komplett auf dem Kreuzfahrtschiff. Der Endkampf wird eben auf Deck geschlagen.
Wie auch immer, sobald der Obermotz das zeitliche segnen darf, ist das Spiel geschafft und die hässliche Präsidententochter bedankt sich dafür, wieder einmal gerettet geworden zu sein.
Doch solltet Ihr zu zweit gespielt haben, ist de
r Sieg über Wolf noch nicht das Ende. Die junge Dame bekommt nicht genug von der Action und verspricht eine Auszeichnung an den stärkeren von beiden. Und so kommt es, dass nach einer halben Stunde gemeinsamen Kämpfens gegen die Piratenbande ein Duell gegeneinander wird. Also bekämpft Ihr Euch so lange, bis einer KO ist, wobei die Präsidententochter begeistert zusieht und sich dem Anblick erfreut, wie sich ihre beiden Retter gegenseitig gnadenlos vermöbeln. Und der Sieger veranstaltet mit der jungen Dame ein wirklich peinliches Tanzspektakel. Na ja, zumindest können die sich noch offen über den Sieg freuen.

In Mission 1 gibt es unendlich Credits, was auch für das Duell gegeneinander gilt. So kann es endlos gehen, es sei denn einem Spieler vergeht die Lust, sich ewig zu kloppen und drückt nach seiner Niederlage einfach nicht mehr auf Start. In Mission 2 gibt es nur noch 9 Credits für beide Spieler zusammen, was das Duell zu einem bald endenden Thema macht. Mission 3 ist mit 5 Credits schon etwas schwerer überhaupt zu meistern.
Diese drei Missionen werden unter der Kategorie ?Caribbean Pirates? gezockt. Es gibt aber noch Mission 4 bis 6, die erst freigespielt sind, wenn Mission 1 bis 3 geschafft sind. Diese schweren Missionen nennen sich ?Showdown?. Es gibt keine weiteren Credits und haben auch eine gemeine Besonderheit. Mission 4 ist identisch mit Mission 1, 5 mit 2 und 6 mit 3. Die Gemeinheit an Mission 4 ist, dass der Schaden durch den Gegner höher als sonst ist. Na dann viel Spaß, mit einem einzigen Credit und höherer Spielschwierigkeit die halbe Stunde zu überleben. Ich hab es schon mal geschafft, worauf ich verdammt stolz bin.
Mission 4 dagegen habe ich nie gemeistert, denn da geht es nach Zeit. Es gibt pro Abschnitt nur eine unzureichende Sekundenanzahl. Bleibt Zeit übrig, wird sie zusätzlich zum nächsten Abschnitt gezahlt. Dennoch ist es mir nie gelungen, es bis zum Ende durchzuhalten. Läuft die Zeit aus, gibt es eine Atomexplosion und das Spi
el ist vorbei.
In Mission 6 beginnt Ihr das Spiel komplett verwundet (und naggisch). Ein einziger Treffer durch einen Gegner und das Spiel ist aus, was geradezu unmöglich ist. Für mich war bis jetzt schon in den ersten Abschnitten des Spiels Feierabend. Ein Medi-Pack würde helfen, doch anfangs sind keine zu finden (wenn überhaupt in dieser Mission).

Als Zusatzmaterial bietet Dynamite Cop noch das Bonus-Spiel ?Tranquiliser Gun?. Ich würde mal sagen dieses Spiel stammt aus den Zeiten, in denen interaktive Spiele ganz neu waren. Echt furchtbar! Ihr seid so ein Jäger in Uraltgrafik (ähnlich wie das alte Pac-Man) und versuchst Tiere in einem Labyrinth zu fangen. Aber die Tiere jagen auch Eich! Ich kann das Extraspiel nur gnadenlosen Masochisten empfehlen.
Des weiteren beinhaltet Dynamite Cop eine Galerie mit Illustrationen (Bildern), die im Spiel durch das Finden von Illustrierten freigespielt werden können. Wer die Bilder nicht sehen will, braucht also im Spiel die Zeitschriften nicht aufheben.
Es gibt auch ein Online-Comic, in dem die gesamte Geschichte am Bildschirm wie ein Comic erzählt wird. Einfach drücken, wenn weitergeblättert werden soll.

Meine Meinung:
Ich finde das von Sega produzierte Spiel ganz nett. Es ist eines der ersten Dreamcast-Spiele, aber als Überhammer würde ich es nie bezeichnen. Die Grafik ist für das Spiel mittelmäßig, die Story 0815 und die Spieldauer viel zu kurz.
Dafür bietet Dynamite Cop coole Action, vor allem Spaß zu zweit und eine einfache Steuerung. Empfehlen kann ich es nicht, denn vieles wirkt im Spiel auch lächerlich. Na ja, zumindest hat der ganze Blödsinn schon oft genug für manche Lachattacken gesorgt und kostet bestimmt nicht mehr als 15Euro.
In diesem Sinne: Solltet Ihr mal eine Kreuzfahrt buchen, passt besonders gut auf. Was aus den ganzen Passagieren geworden ist, erfahrt Ihr nie. Ist nach dieser Meinung eine Kreuzfahrt wirklich so lustig? Ähm... gute Nacht.

Fazit: nicht wirklich gut, aber Spaß macht es irgendwie schon

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: