
Neuester Testbericht: ... die letzte Stufe durchzuspielen die Gegner sind einfach zu stark obwohl es ein paar Tricks gib wie man nicht so oft getroffen werden ka... mehr
Fehlzündung
Cannon Spike (DC)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Cannon Spike (DC)
Datum: 23.02.06
Bewertung:
Vorteile: Siehe Text
Nachteile: Siehe Text
Eines der letzten Spiele, welches für den leider sich damals im Aussterben befindenden Sega Dreamcast herausgebracht wurde, war „Cannon Spike“. Entwickelt wurde es von Capcom und erschien bei uns im Jahr 2002. Ob Besitzer/innen des Dreamcast jetzt so wahnsinnig viel verpasst haben, sollten sie dieses Actionspiel nicht kennen, möchte ich einmal dahingestellt sein lassen, um ein besonders bemerkenswertes DC-Spiel handelt es sich auf jeden Fall nicht, so richtig schlecht ist es aber wiederum auch nicht. Einiges bei diesem Spiel dürfte Geschmackssache sein, so dass möglicherweise sehr unterschiedliche Bewertungen hinsichtlich der Qualität dieses Videospiels zustande kommen, ich persönlich halte es für ein absolut mittelmäßiges Abenteuerspiel, nicht mehr aber auch nicht weniger.
Da die Firma Capcom das Spiel entwickelte, dürfen wir ein Wiedersehen mit Helden der bekannten Prügelspielserie „Street Fighter“ feiern, zumindest sind Cammy und Charlie mit dabei. Auch aus anderen Spielen wurden bekannte Charaktere in dieses Spiel mit eingebaut, so gibt sich unter anderem auch Mega Man die Ehre. Die Identifikation mit den anwählbaren Spielfiguren ist somit bei den Meisten von uns sicher vorhanden, dies ist zumindest ein Pluspunkt, denke ich. Was das große Feindbild in diesem Abenteuer angeht, so waren die Entwickler weitaus weniger kreativ, denn wieder einmal sind es die bösen Aliens, die bekämpft werden müssen. Diese hatten wieder einmal ordentlich Langeweile und drangen in unser Planetensystem ein, um dieses zu terrorisieren. Dem muss natürlich schnellstmöglich ein Ende bereitet werden und so wählen wir eine der Heldenfiguren, um den fiesen Außerirdischen blitzschnell den Garaus machen zu können. Auf Wunsch kann sogar ein zweiter menschlicher Mitspieler sich mit ins Kampfgeschehen stürzen, was zumindest für kurze Zeit durchaus spaßig sein kann, auf lange Sicht hin aber allmählich seinen Reiz verliert.
Etwas ungewöhnlich war aus meiner Sicht die Vogelperspektive, aus der wir größtenteils das Geschehen betrachten. Das Gebiet sehen wir demzufolge genau von oben und steuern dabei den Charakter in alle möglichen Himmelsrichtungen. Besonders viel zeit zum ausgiebigen Umschauen haben wir allerdings nicht, denn nahezu pausenlos stürzen sich die außerirdischen Kreaturen wie besessen auf uns. Mit der Kameraperspektive bin ich größtenteils nicht einverstanden, zu schnell und zu oft wuselt es auf dem Bildschirm nur so von uns feindlich gesinnten Kreaturen, viel zu regelmäßig bricht ein unübersichtliches Chaos aus, so dass nicht selten Glück und Zufall eine übergeordnete Rolle spielen. Dass der Spielverlauf relativ simpel gestaltet ist und nicht besonders viel Abwechslung aufweist, merken wir leider schon nach sehr kurzer Spielzeit, denn zur Wehr setzen wir uns lediglich entweder mit zwei unterschiedlichen Schlagkombinationen oder Schussvarianten, das war es dann aber auch schon. Im Falle der Zwischen- und Endgegner lohnt sich (erst) der Einsatz der Superwaffe, mit der Ihr im erbitterten Zweikampf dann auch sogleich wesentlich bessere Karten habt. Die automatische Zielerfassung unterstützt uns dabei sehr, allerdings muss diese unentwegt wieder neu aufgeladen werden, ansonsten wäre das Ganze aber auch zu einfach. Im Großen und Ganzen könnte man dem Spielverlauf einige positive Dinge abgewinnen, wenn da neben dem zu simplen Gameplay die insgesamt katastrophal kurze Spieldauer wäre. Nach circa zwei Stunden sollten die Meisten von uns schon das erste Mal durch sein, ob sich ein nochmaliges Anspielen (alleine) wirklich lohnt, ist aus meiner Sicht sehr fraglich. Das Preisleistungsverhältnis zumindest damals war dementsprechend mies, ca. 50€ musstet Ihr für dieses DC-Spiel ausgeben, heute relativiert sich das Ganze natürlich. Aber auch einmal ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt, macht ein Videospiel ist solch einer gewaltig kurzen Spielzeit nicht richtig Spaß. Seid Ihr erst mit ihm so richtig warm geworden, wenn überhaupt, ist es auch schon vorbei.
Mit der Optik bin ich eigentlich zufrieden, diese ist mindestens überdurchschnittlich, manch eine/r von Euch mag diese sogar als gelungen bezeichnen. Viele Spezialeffekte in Form von leuchtenden Farben bei diesem Dauerfeuer-Spektakel und natürlich x-fach Explosionen sind zweifellos vorhanden, wenn auch die Hintergründe nicht besonders detailreich ausgefallen sind. Dass wir stur von oben das Geschehen betrachten, traf leider nicht ganz meinen Geschmack und dies dürfte wahrscheinlich die Mehrheit von Euch genau so sehen. Durch die zu weit entfernte Kamera sehen viele Figuren auch viel zu klein aus, ich hatte mir jedenfalls deutlich mehr erhofft, fühlte mich nie so mittendrin im Kampfgeschehen. Der Soundtrack ist absolut durchschnittlich, weist weder besonders mitreißende Hintergrundmelodien auf noch bemerkenswerte Soundeffekte, was angesichts des doch sehr hohen Actiongehalts etwas enttäuschend ist, wie ich finde.
Mag auch vieles hier bei „Cannon Spike“ Geschmackssache sein, unumstritten dürfte sein, dass die Vogelperspektive nicht gerade für eine dichte Spielatmosphäre sorgt, der Soundtrack sich sehr vornehm zurückhält und viel zu oft mangels Übersicht das Chaos ausbricht. Trotz der durchaus sympathischen Spielfiguren kommt nur gelegentlich richtiger Spielspaß auf, dies gilt sowohl für den Einzel- als auch Zweispielermodus, beiden Modi ist jedenfalls gemeinsam, dass die Langzeitmotivation nicht sonderlich hoch sein dürfte. Dass der Spielablauf sehr simpel geraten ist und die extrem kurze Spielzeit eine absolute Unverschämtheit darstellt, sorgt nicht gerade für zusätzliche Pluspunkte. Insgesamt ist „Cannon Spike“ für den Sega Dreamcast ein nettes Spielchen für zwischendurch, versinkt aber aufgrund einiger Negativpunkte im tiefen Mittelmaß.
Fazit: Durchschnittstitel, der viel zu kurz geraten ist.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
Weitere Testberichte: im Bereich Dreamcast Spiele

