Heute gibt's Geschnetzeltes!
Avalon Shinobi X (DC)

Name des Mitglieds: The-Wishmaster
Produkt:
Avalon Shinobi X (DC)
Datum: 07.10.06
Bewertung:
Vorteile: klassisches Spielprinzip
Nachteile: sehr schwer
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Nachdem Ciao gestern mit den Produktvorschlägen ausnahmsweise mal extrem fix war, darf ich Euch heute gleich von einem wohl nur wenigen bekannten Videospiel berichten, welches es eigentlich nicht verdient hat derart unbeachtet zu sein. Das hat mehrere Gründe, aber immer der Reihe nach. Zuerst sollte der Titel selbst vorgestellt werden, um den es sich heute handeln soll: "Shinobi X", erschienen auf Segas Saturn. Und nun ab dafür...
| ° Die Legende von Shinobi
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Die Shinobi-Reihe kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1987 wurde der erste Teil dieser Ninja-Reihe von Sega in der Spielhalle veröffentlicht und sorgte dort für Furore. Nur ein Jahr später erfolgte deswegen auch die Portierung auf die damals aktuelle Heimkonsole der Japaner, das Master System. Der Erfolg gab dem Spiel Recht und als ein Jahr später in Japan die 16 Bit-Konsole von Sega, das Mega Drive, erschien, folgte dort natürlich auch eine Version des Ninja-Titels. "The Revenge of Shinobi" nannte sich der Teil und erstmals führte man dort den Salto und den magischen Ninjitsu-Angriff ein. Mit "Shadow Dancer" kam noch im selben Jahr übrigens ein stark an Shinobi angelehnter Automat in die Spielhallen, der als inoffizieller Teil der Reihe gilt. Hier wurde dem Hauptcharakter ein Husky an die Seite gestellt, der sich auf die Gegner hetzen lässt, was ein völlig neues Spielelement bedeutete. Im Gegensatz zu anderen Umsetzungen des Titels wurde die Mega Drive-Version aus dem Jahre 1990 komplett umgebaut und krankte an vielen Mängeln, wurde letztlich sogar wegen übermäßiger Brutalität indiziert.
1990 erschien noch einmal ein Teil für das Master System, "The Cyber Shinobi", bevor ein Jahr später Segas Handheld und Konkurrenz zu Nintendos Game Boy, der Game Gear, mit einem eigenen Shinobi-Spiel beglückt wurde. Dem simpel "Shinobi" betitelten Game folgt nur ein Jahr später "Shinobi 2: The silent Fury". Den letzten Auftritt auf dem Mega Drive hat der Ninja im Jahre 1993, als "Shinobi 3: Return of the Ninja Master" veröffentlicht wird. Danach schafft man den Sprung in die 32 Bit-Generation und bringt das mit digitalisierten Kämpfern und Realsequenzen optisch beeindruckende "Shinobi X" für Segas CD-Konsole Saturn auf den Markt. Danach wird es lange Jahre still um den Ninja, denn allen Unkenrufen zum trotz erscheint für Segas letzte Konsole vor dem Ausstieg aus dem Hardwaregeschäft, der Dreamcast, kein einziger Titel der Reihe, obwohl viele Fans es sich so sehr gewünscht hätten. Erst 2002 tritt Shinobi wieder in Aktion, doch einiges hat sich geändert. Sega hat die Lizenz verkauft und "Overworks" programmiert "Shinobi" für die Playstation 2. Der Gameboy Advance wird noch im selben Jahr von "3d6 Games" mit einem "The Revenge of Shinobi" bedacht, welches mit dem Mega Drive-Titel aber nur den Namen gemeinsam hat, bevor "Wow Entertainment" 2004 das PS2-Sequel "Nightshade" veröffentlicht...
| ° Shinobi X
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Als Segas Saturn im Sommer 1995 in Europa veröffentlicht wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis das in Japan bereits erhältliche Shinobi-Spiel auch für den europäischen Markt umgesetzt werden würde. Eigentlich als Launchtitel geplant, verschob sich der Release allerdings noch um einige Monate, da Sega of Europe die Musik für die PAL-Version noch einmal komplett neu komponieren ließ. Sie stammt von dem in Szenekreisen relativ bekannten Richard Jacques, der sich unter anderem auch für die musikalische Untermalung von Spielen wie "Daytona CCE", "Metropolis Street Racer", den beiden "Jet Set Radio"-Teilen und "Headhunter" verantwortlich zeichnet. Im Oktober 1995 war es dann soweit und der Ninja hatte den Sprung über den großen Teich geschafft. Neben der Musik ließ er auch den langen Gametitel "Shin Shinobi Den" in Nippon zurück und wurde hier kurz und knackig als "Shinobi X" in die Regale gestellt - während man in den USA nach "Shinobi Legions" fragen musste, um an das Spiel zu kommen.
| ° Story
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Die Story des Games ist zwar nicht sonderlich originell, aber dafür komplett im Booklet enthalten. Die Jahres des Bürgerkrieges haben den Ninjitsu-Code und dessen Krieger an den Rande der Vernichtung gebracht. Es wird Zeit sich wieder aufzubauen und die nächste Generation an Kämpfern auszubilden, ihnen die Traditionen der Ninjas beizubringen. Ein einsamer Ninjitsumeister sieht sich mit dieser Aufgabe betreut und findet in der Tat drei Kinder mit besonderen Fähigkeiten, die auch würdig sind die Ausbildung zum Ninjistu-Ninja zu genießen. Zum einen wären da die beiden Brüder Kazuma und Sho, zum anderen des Meisters eigene Tochter Aya. Der Meister beginn also mit seinem Training...
15 Jahre vergehen. Der ältere der beiden Brüder, Kazuma, fängt langsam an die Lehren des Ninjitsu abzulehnen. Alle, außer einer: Die Lehre der Macht, diese kommt ihm sehr recht. Besessen mit einem unbändigen Streben nach Macht verlangt er von seinem Meister, dass dieser ihm die letzte, ultimative Meistertechnik beibringt, um seine Macht zu perfektionieren. Als der Meister diese Forderung selbstverfreilich ablehnt, ist Kazuma ziemlich stinkig und verlässt den Meister, nur um eines Tages Rache zu schwören. Sho und Aya dagegen lernen brav weiter. Bis, ja, bis eines Tages der Meister selbst verstirbt und Kazuma zurückkehrt. Er weiß, dass das Geheimnis für die ultimative Technik mit Sho und Aya zu tun hat. Da er mittlerweile eine Armee rekrutiert hat, lässt er kurzerhand Aya entführen und bringt sie in seine Festung. Kazumas Hoffnung: Das Geheimnis um die ultimative Technik von Aya zu erfahren. Doch Sho hat sich bereits aufgemacht, um Aya zu retten, denn nicht nur ihr Leben, das Leben der gesamten Erdbevölkerung liegt nun in seiner Hand...
| ° Spielprinzip
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Bevor Ihr nun endlich das Joypad ergreifen und einschreiten dürft, werdet Ihr zunächst einmal mit dem Vorspann konfrontiert. Hier zeigt man Euch in real gefilmten Szenen, wie sich Sho gegen ein paar Ninjas behaupten muss und woher er erfährt, wohin Aya entführt wurde. Ebenfalls wird uns von dramatischer Musik untermalt Kazuma erstmals vorgestellt, wie als Schatten hinter züngelnden Flammen Unheil verkündet. Danach kann es auch schon direkt losgehen mit dem Startbildschirm, es sei denn... tja, es sei denn es passiert Euch genauso wie mir, dass Ihr erst einmal in die Röhre kuckt. Der Bildschirm bleibt schwarz, nichts tut sich mehr. Auch nach einem Reset kein anderes Ergebnis. Des Rätsels Lösung brachte mir damals ein Anruf bei der Sega-Hotline. Der zweite Controller war natürlich an der Konsole angesteckt und ein Programmierfehler sorgt dafür, dass in dieser Konstellation das Spiel nicht läuft und sich aufhängt. Also: Unbedingt nur einen Controller angeschlossen haben, sonst gibt es heute kein Geschnetzeltes und der Ninja kann sein Katana daheim lassen!
Ist diese erste Hürde genommen, darf man sich aber endlich in den knapp gehaltenen Optionen verlustieren und anschließend in das Spielgeschehen stürzen. Ab diesem Moment ist das Game im Prinzip zweigeteilt. Zum einen haben wir es mit einem verdammt klassisch orientierten Action-Jumper zu tun, der sich stark an den alten Shinobi-Games auf dem Mega Drive und Game Gear orientiert. Zum anderen ist die Optik der damals als Next Generation bezeichneten 32 Bit-Konsolen würdig und erstrahlt mit komplett digitalisierten Sprites. Dazu später aber mehr, widmen wir uns erst einmal dem Gameplay. Hierbei liegen ganz klar die Stärken des Titels, was schon in den ersten Sekunden deutlich wird. Euer Ninja steuert sich unglaublich flüssig und verdammt präzise, alle Aktionen gehen binnen Sekunden ins Blut über und sind auf Kommando sauber abzurufen. Hüpfen, Salto schlagen, einen Katanahieb ausführen, Wurfsterne schleudern, einen Rolle mit Angriff, ein Schwertsich nach vorne - das Repertoire Eures Recken wurde leicht erweitert, so dass Euch nun im direkten Kampf mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen als noch in den vorigen Titeln. Dank der zusätzlichen Tasten am Saturn-Controller wurden nun auch der Schwerthieb und das Schleudern der Wurfsterne auf separate Tasten gelegt, was die Steuerung erheblich vereinfacht und den Desigern mehr Raum für neue Schwerthiebe ließ. Da diesmal ohnehin das Katana als Hauptwaffe eingesetzt wird, erleben wir so einige hübsch anzusehende Schwertschwinger.
Verzichtet hat man dagegen auf die vier Ninjitsu-Fähigkeiten, die in den vorigen Shinobi-Titeln erlernbar waren und für Abwechslung sorgten. Ganz verloren gegangen sind die Specials aber nicht, denn immerhin lässt sich auch bei Shinobi X nach dem Sammeln des entsprechende Extras immerhin ein riesiger Ninjakämpfer als Angriffskollege oder ein Schatten als schützendes Schild aktivieren. Da die Shuriken diesmal begrenzt sind, müssen diese ebenso gesammelt werden wie die sporadisch verstreuten Power Ups, mit denen Eure Lebensanzeige wieder stückweise aufgefüllt wird. Jeder feindlicher Treffer kostet nämlich je nach Stärke des Opponenten verschieden viel Lebenskraft. Neigt sich Eure Energieanzeige dem Ende und Ihr werdet noch einmal getroffen, haucht Ihr eines Eurer kostbaren Leben aus und müsst entweder zu Beginn des Levels oder von einem Rücksetzpunkt (in der Regel einer pro Level) Eure Mission erneut beginnen. Damit es nicht soweit kommt, könnt Ihr Gegnern nicht nur ausweichen, sondern düft immerhin deren Wurfgeschosse wie Messer mit einem geblockt gehaltenen Katana abwehren oder mit einem gezielten Schwertschlag abwehren. Hierfür ist zwar gutes Timing notwendig, aber es sieht einfach verdammt cool aus, wenn Sho das anfliegende Messer lässig zur Seite schlägt!
Anfangs noch nicht, aber in den späteren Levels werden übrigens auch Eure Kletterkünste gefragt. Hier erreicht das Game fast schon Plattformer-Charakter, denn es darf viel gehangelt, geklettert und mehr als präzise gesprungen werden. Zudem kann sich Euer Ninja von Wänden seitlich abstoßen und so beispielsweise zwischen zwei Bergschluchten hin und her nach oben arbeiten - vorausgesetzt das Timing stimmt und kein Gegner hindert Euch an Eurem Aufstieg. Die Bandbreite der Gegener ist zwar nicht besonders groß, denn in erster Linie habt Ihr es mit Kazumas Schergen - Ninjas - zu tun. Aber auch Geier, Drachen und dergleichen mehr stellen sich Euch in den Weg und zumal es stilistisch einfach passt sich hier mit Ninjas anzulegen, möchte ich das dem Spiel mal nicht wirklich ankreiden. Am Ende eines jeden der insgesamt neun Levels wartet dann natürlich ein besonders fetter Brocken auf Euch und will besiegt werden, bis sich Euch ganz zum Schluss dann Kazuma selbst in den Weg stellt. Etwas schade ist, dass es nach dessen Ableben zwar eine weitere, relativ lange, Videosequenz gibt, man allerdings keine Goodies erhält, die ein erneutes Durchspielen des Titels interessant machen würden. Aber auch in dieser Beziehung bleibt man eben dem klassischen Shinobi-Prinzip treu, zumal das Game eben auch schon aus dem Jahre 1994 (Erstveröffentlichung in Nippon) stammt und damals die Ansprüche eben noch anders waren.
Um aber überhaupt erst einmal den Endboss zu Gesicht zu bekommen, bedarf es schon einiger Übung. Denn während sich die ersten Levels noch relativ einfach spielen, sieht das ab der Mitte des Spiels schon anders aus. Dann nämlich zieht der Schwierigkeitsgrad von Shinobi X merklich an und man wird mehr als einmal das Zeitliche segnen. Dabei ist aber die äußerst präzise und durchdachte Steuerung mehr als hilfreich um in den Situationen stets den Überblick zu bewahren. Denn unfair wird Shinobi X eigentlich zu keinem Zeitpunkt, man muss nur mit der Zeit lernen und die Situationen einschätzen zu wissen. Und an manchen Stellen ist einfach verdammt präzises Timing gefragt, um die Sprünge richtig zu landen. Mit viel Geduld, Können und Engagement sollte man aber irgendwann Kazuma gegenüberstehen und in die ewigen Jagdgründe schicken können. Wer sich leicht frusten lässt, wird aber hier vielleicht schon ab Level 4 oder 5 das Handtuch werfen. Das wäre allerdings schade, denn so entgeht einem ein in der Tat gut gemachtes, klassisches Actiongame, von denen man in der heutigen Zeit leider immer weniger findet.
| ° Die Levels
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_/ _/ Leve 1: KYOTO \_ \_
Das Game beginnt traditionell in Kyoto. In einer Umgebung mit historischen Gebäuden wird man hier gleich zu Beginn mit einer Armee Ninjas konfrontiert, die aber in der Regel recht einfach zu besiegen sind. Meist genügt ein Hieb mit dem Schwert um sich der Widersacher zu erledigen. Als Endboss wartet hier eine verzauberte Maske auf Euch. Während sie durch die Luft fliegt ist sie relativ harmlos, ihre aus dem Boden sprießenden Feuersäulen können Euch allerdings gewaltig einheizen!
_/ _/ Level 2: MOUNT FUJI \_ \_
Jetzt geht es steil nach oben - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Level ist in zwei Abschnitte geteilt, wo Ihr Euch im ersten Teil von Ast zu Ast hangeln und die Bäume erklimmen müsst. Allerlei Ninjas machen Euch da natürlich das Leben nur zu gerne schwer. Da manche der Äste unter Eurer Last brechen, müsst Ihr teils schnell und gut gezielt weiterspringen, wollt Ihr nicht weeeeeiiiit nach unten plauzen! Am Ende des zweiten Abschnitts wartet ein fieser, aber schaffbarer Ninja mit Wuschelperücke und Lanze auf Euer Schwert - gebt es ihm!
_/ _/ Leve 3: KAZUMA'S LABORATORY \_ \_
In Kazumas Labor ist natürlich der Obermacker selbst nicht anzutreffen, aber er hat mit Euren Erscheinen gerechnet und Euch deswegen eine kleine Hinterlassenschaft beschert. In erster Linie sind das die tierischen Genexperimente, die er hier in seinem Labor durchgeführt hat und die Euch das Leben schwer machen wollen. Etwas deplatziert wirkt hier in jedem Fall der durch das Bild stapfender Dinosaurier, dafür ist der drachenartige Endboss wieder wirklich gelungen!
_/ _/ Level 4: TUNNEL TROUBLE \_ \_
Nach dem Labor geht es ab in die Tunnel, die Kazuma dazu benutzt um sein Labor mit Materialien zu versorgen. Dementsprechend gut bewacht sind diese Tunnel auch, nicht nur was die Stock schwingenden Wachen betrifft. Auch riesige Felsaufzüge und -fallen sowie messerscharfe Speerfallen fordern hier Euer Können, bevor ein Magier am Ende der Stage Ärger macht.
_/ _/ Level 5: MINE RIDE \_ \_
Aus dem Tunnel - rein in die Minen! Auf einer Lore erwartet Euch eine rasante Fahrt, die nicht einmal ansatzweise mit dem zu vergleichen ist, was Fernsehntroll Hugo oder Donkey Kong in ihren wildesten Albträumen je auf einer Lore erlebt haben. Mit dem Katana wehrt Ihr heranfliegende Messer ab, schnetzel Euch durch unzählige Ninjas und springt rechtzeitig über Hinernisse. In der zweiten Hälfte erwartet Euch dann eine Fahrt nach oben mit dem Aufzug, die es nicht weniger in sich hat!
_/ _/ Level 6: JUNGLE HEAT \_ \_
Jetzt geht es in den dichtesten Dschungel, wo Ihr Euch an Lianen und Schlingpflanzen entlang hangeln müsst. Giftige Schlangen, Kanonen und - wie hätte es anders sein sollen? - Ninjas wollen hier nur eines: Euren Sturz in die Tiefe und den damit verbundenen Verlust eines Lebens. Doch mit geschickt eingesetzen Wandsprünge kommt Ihr auch hier weiter und könnt oftmals noch das Schlimmste verhindern, bevor sich als Endgegner ein an Shang Tsung aus Mortal Kombat erinnernder Magier an Euch vergreifen will. Dank Schattenmagie ist er zwar nicht leicht zu besiegen und weicht gerne Euren Schwerthieben aus, ist aber mit etwas Geduld und überlegtem Vorgehen eine lösbare Aufgabe.
_/ _/ Leve 7: HONG KONG HARBOUR \_ \_
Weiter geht es nun zum Hafen von Hong Kong. Hier müsst Ihr von Boot zu Boot springen und das mehr als genau, denn ein verpatzter Sprung und Ihr seid Geschichte. Erschwert wird Eure Vorhaben noch dadurch, dass manche Eurer Widersacher kurzerhand Bomben auf die Boote werfen und Ihr dann besser die Beine in die Hand nehmt, bevor Ihr schneller untergeht als die Titanic. Der Endboss in einer alten Lagerhalle ist hier ein griesgrämiger und Ketten schwingende Ninja, an dem man sich gerne den ein oder anderen Zahn ausbeißt.
_/ _/ Leve 8: MOUNTAIN PASS \_ \_
Fast ist es soweit, Ihr seid am Fuße von Kazumas Festung angelangt. Um zum Eingang zu gelangen müsst Ihr jetzt nur noch ein paar Felsen erklimmen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn der Schurke hält sich einige Adler als Haustiere, die speziell darauf trainiert sind Eindringlinge zu attackieren und in den Abgrund zu stoßen. Passt auf, dass Euch das nicht auch passiert. Allerdings lässt ein gezielter Katanahieb die Viecher in einer Federwolke abstürzen. Bleiben nur noch etliche mit Felsbrocken werfende Riesen und die tiefen Abgründe als Hindernisse. Erwähnte ich schon den kolossalen Kampfroboter als Endgegner? Na, der wäre mir doch fast entfallen!
_/ _/ Level 9: KAZUMA'S FORTRESS \_ \_
Endlich am Ziel angelangt, möchte ich nicht zuviel über die Stage und Kazuma selbst verraten, damit zumindest noch ein kleines Geheimnis bleibt. Ohne auswendiglernen des Stage und präzise Sprünge habt Ihr hier aber nicht den Hauch einer Chance, soviel ist sicher. Und dann habt Ihr Kazuma selbt auch noch lange nicht in die Knie gezwungen!
| ° Grafik & Sound
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Die Grafik ist wohl der auffälligste Punkt bei Shinobi X, wurde sie doch erstmal in allen Shinobi-Teilen nicht gezeichnet. Stattdessen steckte man Schauspieler in Kostüme, filmte alle Animationen mit einer Kamera und digitalisierte sie, um sie so als Sprite in das Spiel zu integrieren. Das hat zur Folge, dass die Kämpfer nicht nur wie aus einem Film entsprungen wirken, sondern sich auch entsprechend bewegen. Die aufwändigen Animationen sorgen für ein geschmeidiges Spielerlebnis und es ist eine wahre Pracht Sho bei seinen Aktionen zu beobachten. Das ist vielleicht auch einer der größten Motivationsfaktoren von Shinobi X, denn nach dem erfolgreichen Durchspielen habe ich mich darauf spezialisiert künftig den Gegnern optisch besonders ansprechend das Leben auszuhauchen. Hier haben die Programmierer mitgedacht und verwöhnen alle Freunde des gediegenen Gemetzels.
Entweder Ihr säbelt herannahende Ninjas mit dem Katana in zwei Hälften. Während eine rote Pixelblutfontäne aus deren Mitte strömt, blicken sie ungläubig ob des Treffers drein, bevor sich der abgetrennte Oberkörper langsam nach hinten weg schiebt. Oder Ihr dolcht mit dem Schwert geradeaus nach vorne, was einen kurzen Todesröchler und ein dramatisches Zusammenbrechen der Widersacher nach sich zieht. Auch der Rest der Grafik kann sich sehen lassen, wenngleich manche Gegner wie beispielsweise die Riesen relativ hässlich geworden sind. Durch wunderschöne und teils recht farbenfrohe Hintergründe wird man aber widerum entschädigt. Ebenfalls gelungen sind die netten Explosionen und Feuerbälle, deren Realitätsgrad für damalige Verhältnisse erstaunlich hoch war.
Nachdem man für die Digitalisierung der Kämpfer wohl schon Kostüme geschneidert hatte, kam irgendjemand allerdings auch auf die Idee Zwischensequenzen für das Spiel zu drehen. Klar, der Saturn konnte Video-CDs abspielen und warum sollte man die Möglichkeit nicht auch nutzen, um mit Shinobi X gleich die Fähigkeiten der Konsole zu demonstrieren? Rein technisch gesehen gibt es daran nichts auszusetzen. Die Videosequenzen erstrahlen in relativ guter Auflösung und nur in dunklen Szenen oder während seltenen Nebeleinsätzen erkennt man übermäßig viele Pixel. Wie gesagt, das Spiel ist zudem von 1994, für damalige Verhältnisse war das eine wahre Wucht und wir waren wie gebannt vor der Konsole gesessen. DAS konnte ein Super NES einfach nicht! Allerdings ist die Handlung der Szenen gelinde gesagt unter aller Kanone. Laienschauspieler hätten es besser gemacht als die Darsteller in Shinobi X. Somit verkommen die (auf Englisch untertitelten) Videosequenzen ein ums andere Mal zur in erster Linie amüsanten Lachnummer, sei es wegen der unsäglich schlechten Mimik, den grottigen Kostümen, den oberpeinlichen Specials Effects und der unterirdischen Handlung selbst. Egal, gerade deswegen finde ich den Titel auch absolut kultig. Wer übrigens Interesse hat, kann von mir gerne mal eines der Videos geschickt bekommen, sollte er mir nicht glauben!
Wesentlich unspektakulärer, aber dennoch erwähnenswert ist der Sound. Während der Videosequenzen glasklar und einwandfrei, im laufenden Spiel dank der neuen Kompositionen - man mag es nicht glauben! - sogar stilvoller als im Nippon-Original. Die Soundeffekte sind durchschnittlich, aber nicht schlecht. Vor allem das Schlitzen des Schwertes und die röchelnden Ninjas haben mir es hier angetan, könnten aber mit mehr Abwechslung gesegnet worden sein.
| ° Fazit
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Ich habe mit der finalen Bewertung ehrlich gesagt lange gehadert. Auf der einen Seite ist das Spielprinzip wunderbar klassisch angelegt, die Steuerung ist traumhaft präzise, die Aktionen gut durchdacht und die Levels sind abwechslungsreich gestaltet. Die hervorragende technische Umsetzung mit den digitalisierten Sprites, den überzeugenden Videosequenzen und der passenden musikalischen Untermalung sorgen ebenfalls für Begeisterung. Doch etwas Kritik muss auch sein: Insgesamt gesehen fehlt leider etwas die Langzeitmoviation, die Soundeffekte dürften gerne noch abwechslungreicher sein und der Schwierigkeitsgrad steigt ab dem vierten Level unverhältmismäßig steil an. Hier wäre mehr Ausgewogenheit angebracht gewesen, was dem spiel letzendlich den fünften Stern kostet, weil Neueinsteiger hier einfach zu schnell gefrustet sein werden. Absolut kultig und schon alleine deswegen kaufenswert wird Shinobi X allerdings durch die grottig schlecht gespielten Videosequenzen, die man einfach mal gesehen haben muss um es selbst zu glauben. Vier Sterne und eine ganz fette Empfehlung an alle, die noch einen Saturn im Hause haben - wobei ich das Game sogar als Kaufgrund für die mittlerweile zu Ramschpreisen erhältliche Konsole sehen würde!
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Katana-Master
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen 3 Tage lang alle Videosequenzen des Spiels immer wieder am Stück sehen müssen... ;)
Shake Heads
Fazit: Shinobi eben... ;)
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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