
Flieger, grüß mir die Sonne!
Airforce Delta (DC)

Name des Mitglieds: darkmanx
Produkt:
Airforce Delta (DC)
Datum: 10.06.00, geändert am 10.06.00 (99 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gutes Top-Gun-Feeling
Nachteile: dürftige Explosionsdarstellung
Richtig gute 3D-Action-Flieger gab es im Konsolenbereich bisher nur auf der Playstation, und zwar von Namco. Die Auswahl an empfehlenswerten Titeln dieses Genres ist mit der Ace Combat-Reihe zwar auf lediglich Drei beschränkt, doch diese konnten bisher nicht übertroffen werden. Konami schickt sich an, das zu ändern und will mit Air Force Delta das "Top Gun-Feeling" wiedererwecken.
Das Spielziel ist gleichermaßen simpel wie tausendfach bewährt: Durch erfolgreiches Bestehen einer Mission erhält man Geld, wobei die Höhe der Entlohnung maßgeblich von der Anzahl der zerstörten Feinde abhängt. Der nach jedem Auftrag anwählbare Shop nimmt das sauer verdiente Bare dankend in Empfang und rückt dafür neue Maschinen heraus.
Auf diese Weise baut man seinen privaten Hangar zu einer regelrechten Luftwaffe aus und ist so für jede Mission bestens gerüstet. Die Namen der einzelnen Flieger sind der Realität nachempfunden (F-16, MIG etc.), und jeder Jäger weist unterschiedliche Spezifikationen bezüglich Geschwindigkeit, Beschleunigung, Panzerung und Manövrierbarkeit auf. Für die höheren Missionen sollte man also nicht unbedingt mit der letzten Mühle herumeiern, da auch die Gegner nicht schlafen.
Lange Rede, kurzer Sinn, deshalb schnell ins Briefing und sich den auszuführenden Auftrag angeschaut. In den 20 Missionen werden viele verschiedene Aufgaben gestellt, sie reichen von der Zerstörung aller auffindbaren Feinde über Geleitschutz bis zur Vernichtung von Bodenzielen wie Zügen, Geschütztürmen usw. Damit dürfte es nicht langweilig werden, denn schon der Umfang der meisten Aufträge beschränkt sich nicht nur auf fünfminütige Einsätze, stattdessen sind teilweise komplexe und miteinander vernetzte Ziele zu erfüllen.
Alles andere als langweilig ist auch die flüssige Grafik. Sehr schöne, hoch aufgelöste Texturen lassen die Umgebung detailliert erscheinen, und die stabile Framerate trägt ihren Teil zu der eindrucksvollen Präsentation bei. Die
einzigen Kritikpunkte: Das Wasser ist nicht animiert (was teilweise verwirrend aussieht), und die Explosionen verdienen ihren Namen nicht wirklich. Man zündet ja keine Silvesterknaller an, sondern zerlegt treibstoffgefüllte Düsenjäger.
Ähnlich müde zeigt sich die Musikuntermalung. Belanglos vor sich hin plätschernde Synthesizer-Tracks erzeugen nicht gerade die zu erwartende Luftkampfatmosphäre. Dafür entschädigen die Soundeffekte voll und ganz. Man kann anfliegende Gegner allein über deren Düsengeräusch lokalisieren. Ein ordentliches Baßfundament sorgt für das stimmige Gesamtbild.
Auch spielerisch zeigt sich Air Force Delta von der besten Seite. Die Steuerung ist sehr zugänglich und leicht erlernbar. Nach kurzer Zeit kann man die tollkühnsten Flugmanöver absolvieren, und die nicht gerade als Kanonenfutter agierenden Angreifer können sich warm anziehen. Die Missionen richten sich je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad mit ihren langsam, aber stetig steigenden Anforderungen sowohl an Hobby- als auch an Profipiloten. Auf den jederzeit gut ablesbaren Bildschirmanzeigen wird man ständig über das aktuelle Geschehen informiert. Auf dem Radar läßt sich die Position der anzufliegenden Ziele ermitteln, der Höhen- und Geschwindigkeitsmesser sowie die Schadensanzeige liefern alle notwendigen Angaben. Besonderes Augenmerk sollte der ablaufenden Zeit gelten, sonst kann es im Eifer des Gefechts durchaus passieren, daß man mit dem plötzlichen Ende der noch nicht erfüllten Mission konfrontiert wird.
Die überzeugende Qualität zwingt eigentlich jeden ernsthaften Dreamcast-Besitzer, sich Air Force Delta zuzulegen. Dazu kommt, daß es bis jetzt sowieso keine Alternative gibt, will man nicht auf die Playstation ausweichen.
Fazit:
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