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Langweilig und oberflächlich
Unsere Welt (DVD)

Name des Mitglieds: templerthomas
Produkt:
Unsere Welt (DVD)
Datum: 15.08.10
Bewertung:
Vorteile: wenig
Nachteile: s.Bericht
Vor einiger Zeit lieh ich mir mit großen Erwartungen "Unsere Welt" auf DVD aus. Nachdem ich zwei lobende Kritiken zu diesem Film las freute ich mich sehr auf den Film.
Wer hätte nach dem folgenden Zitat aber auch nicht zum Film gegriffen?
Basierend auf seinem Buch "Die Vielfalt unserer Erde" entstand seine erste Filmarbeit, eine in der deutschen Fassung von Ulrich Wickert gesprochene Absichtserklärung, die im Spannungsfeld zwischen der Bildgewalt von "Koyannisqatsi" und dem Aufklärungswillen von "Eine unbequeme Wahrheit" die Werbetrommel für unseren Planeten rührt. (Zitat Video Woche).
Mit den zitierten Filmen kann sich "Unsere Welt" nicht im entferntesten messen.
Unsere Welt wollte mit seiner Dokumentation ein Werk zum Nachdenken schaffen. Heraus kam ein unglaublich langweiliger Film ohne wirklichen Inhalt oder gar Lösungsansätze.
Nun gut, zuerst aber mal die Daten der DVD:
Darsteller: Nicolas Hulot
Regisseur(e): Nicolas Hulot, Jean-Albert Lièvre
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: SUNFILM Entertainment
Erscheinungstermin: 9. Juli 2010
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 93 Minuten
Extras:
Im Gespräch mit Nicolas Hulot
Outtakes
Trailer
Teaser
Hier auch gleich eine Anmerkung. Ich weiß nicht ob dies an der Verleih DVD lag (die laut meinem Videothek Guru in Ordnung ist) oder generell an der DVD. Ich konnte keine Extras ansehen sondern nur den Hauptfilm ansehen bzw. in Kapiteln springen. Was aber auch egal ist, der Film war genug Zeitverschwendung für mich.
Preis: 16,99 Euro
Inhalt und eigene Meinung
Unsere Welt zeigt wie der Mensch mit der Natur umgeht. Dazu gibt es Aufnahmen von der Atombombe bis zur Erde aus dem Weltall (kennen wir ja vom nicht erreichten Vorbild Die unbequeme Wahrheit). Hulot besuchte Metropolen wie Tokyo, Lagos (Nigeria), Mineapolis und Shanghai.
Dazu gibt Hulot seine Ansichten zum besten bzw. zitiert bedeutende Politiker (Truman - der Massenmörder der Hiroshima zu verantworten hat), Wissenschaftler (Oppenheimer) und vor allem sich selbst. Es sind aber mehr oder wenig Allgemeinplätze die er von sich gibt.
Dabei stimme ich seinen Aussagen durchaus zu. Etwa was uns als Menschheit all der technische Fortschritt nützt wenn auf der einen Seite der Welt Kinder aufgrund des Fehlens von Medikamenten sterben die auf der anderen Seite der Welt verstauben. Die Ungerechtigkeit auf der Welt anzuprangern ist durchaus auch ein lobenswerter Inhalt des Films.
Hulot bringt dazu auch gute Beispiele. Etwa wenn in Lagos Nigerianer Elektroschrott verbrennen um an Kupferreste ranzukommen oder wenn in Namibia Nomaden von Touristen begafft werden. In der Szene sehen wir eine Horde Touristen die mit Videokameras die Nomaden filmen. Ein richtiger Kontakt kommt nicht zustande, die Nomaden wirken wie begaffte Tiere im Zoo. Schlimm.
Es fehlt aber jegliche Direktion im Film oder auch Anprangerungen. Es werden Menschen in schlimmen Situationen gezeigt, von Homeless people in La bis zu den Käfigmenschen in China. Der Schuldige ist laut Hulot dabei immer der Fortschritt. Verantwortliche prangert er aber nicht an.
Hulot nervt zudem damit das er als Beispiel für die "Entmenschlichung" der Menschheit chinesische und japanische Jugendliche heranzieht. Dabei sind gerade dies Cosplay Jugendliche komplett harmlos und friedlich. Im nächsten Atemzug wird uns das Vorurteil das Ballerspiele zu Killern machen präsentiert. Da können dann alle 68er Geration Eltern nickend vor dem Fernseher sitzen und jammern. Als ob nicht etwa komplett daneben liegende Erziehung durch die Eltern wirklich hinter den Problemen stecken würden. Das führt jetzt hier aber zu weit in die Thematik.
Hulot bleibt in a l l e n Bereichen viel zu oberflächlich.
Er zeigt mal eine lächerliche Erfolgssekte in Nigeria und vergleicht die mit der Hektik an der Warenbörse aber das bleibt alles inhaltslos. Man kann zwar immer wieder zustimmen oder den Kopf schütteln. Erkenntnisse oder neues bringt der Film jedoch nicht.
Ich hätte mir von einem solchen Film mehr erwartet als Allgemeinplätze und Oberflächlichkeiten.
Zum Nachdenken brachte mich der Film keineswegs. Da lobe ich mir einen Al Gore der die Probleme beim Namen nennt, Verantwortliche anprangert (nicht zuletzt auch uns alle) und Lösungsansätze bringt.
Hulot bringt hingegen gar nichts und auch die Bildgewalt konnte ich nicht entdecken. Für den Aufwand den Hulot betrieb hätte er weitaus mehr bieten können. Einige Bilder sind sogar viel zu blass.
Einzig die gelungene deutsche Vertonung mit 'Tagesthemen'-Moderator Ulrich Wickert als Sprecher kann ich loben.
Ansonsten ist der Film reine Zeitverschwendung.
Fazit: nicht empfehlenswert
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