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Produkttyp: Sigma Digitalkameras
Neuester Testbericht: ... also eben die Zeit, die der Spiegel zum Hochklappen braucht. Fazit: Die Sigma SD9 ist sicherlich keine Kamera für den Hobbyknips... mehr
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Sigma SD9

Name des Mitglieds: cougar_se
Produkt:
Sigma SD9
Datum: 22.08.04, geändert am 13.11.04 (1660 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: FOVEON Chip, Gute Bildqualität, Relativ günstiges Zubehör
Nachteile: Nichts für Einsteiger
Hallo,
heute möchte ich mal wieder einen Erfahrungbericht zum Thema Digitalkamera abgeben. Genau handelt es sich hier um die SIGMA SD 9 Digital-Spiegelreflexkamera mit einem 10,29 X3 FOVEON Chip.
Zuerst mal die Daten in Kurzform, wer es genauer wissen will, kann die genauen Daten bei www.sigma-foto.de nachschlagen.
Kameratyp: Spiegelreflexkamera, Auflösung physikalisch: 10,29 Megapixel, Auflösung effektiv: ca. 3,43 Megapixel, eingebauter Blitz: keiner, Datenformat: RAW, Brennweitenverlängerungsfaktor: 1,7, Speichertyp: Comact Flash I/II, Microdrive bis 2 GB.
Der erste Eindruck: Durchaus positiv. Obwohl die Kamera ein Kunststoffgehäuse hat, liegt sie angenehm und griffig in der Hand. Allerdings sollten die Hände aber auch schon recht groß sein, da die SD9 ein ziemlicher Brocken ist. Beim Anbringen des Objektivs fällt angenehm auf, dass Sigma eine Schutzscheibe vor dem Chip montiert hat, die selbigen beim Objektivwechsel sehr effektiv schützt. Hier können sich sogar noch Canon und Nikon noch eine Scheibe abschneiden. Bajonet und Stativgewinde sind aus Metall und hinterlassen einen recht wertigen Eindruck, wie die ganze Kamera.
Energieversorgung: Die SD9 arbeitet mit 2 verschiedenen Batterietypen arbeitet. Es werden 2 Lithiumbatterien für die rein mechanischen Funktionen der Kamera benötigt, sowie noch einmal 2 Lithiumbatterien, oder 4 Standardbatterien/Akkus, für die Digitalfunktionen, also Display und Datenspeicherung. Ärgerlich ist jedoch, dass Sigma keine Batterien mitliefert, wodurch erstmal zusätzliche Kosten für die nicht besonders preiswerten Lithiumzellen anfallen. Auch eine Speicherkarte sucht man vergeblich im Karton. Die Batteriefächer trüben den guten ersten Eindruck etwas, sie wirken wenig vertrauenserweckend. Für den Betrieb sind zwingend beide Batterietypen erforderlich, empfehlenswert sind 4 NIMH Akkus, um die Kosten auf Dauer niedrig zu halten.
Erste Versuche: Nach dem Einschalten geht es erstmal an die Grundeinstellungen. Die Bedienung ist eigentlich sehr gut gelöst, die meisten Menues sind selbsterklärend. Wer schon einmal eine Digicam in der Hand gehabt hat, wird sich auch ohne Handbuch zurechtfinden. Was auffällt, ist das Fehlen von Motivprogrammen. Die SD9 richtet sich vornehmlich an Fotografen, die wissen, was zu tun ist. Es gibt nur eine Programmautomatik, eine Zeit- und eine Belendenautomatik, sowie den vollmanuellen Modus. Einen EASY Modus sucht man vergeblich. Systembedingt kann der LCD Monitor nicht zur Motivsuche verwendet werden, dazu dient ausschliesslich der Sucher. Hier hat Sigma einen Pantaprismen Sportsucher eingesetzt und nicht zur Sparversion ala Nikon D70, bzw. Canon EOS 300D. Der Sportsucher zeigt etwa mehr an, wie auf dem fertigen Bild zu sehen ist, wobei der Bildbereich gegenüber dem „Überschuss“ durch einen Rahmen abgegrenzt wird. Das Hat den Vorteil, dass man im Sucher auch noch etwas mehr sieht, was besonders im Sportbereich sehr von Vorteil ist. Im Sucher werden auch noch die üblichen SLR Infos zu Blende, Belichtungszeit, Scharfstellung und Blitz eingeblendet. Alle anderen Infos werden in einem 2. LCD Display angezeit, welches leider nicht beleuchtet werden kann.
Erste Bilder: Zuallererst ist man ziemlich ernüchtert, wenn man die ersten Bilder gemacht hat. Was da auf dem Monitor erscheint, hat nicht viel mit den gewohnten Bildchen zu tun, die man so von Digitalkameras kennt. Das liegt aber daran, dass die Kamera genau das aufzeichent, was sie sieht. Während bei anderen Kameras die Daten sofort „verbessert“ und ins JPG Format konvertiert werden, arbeitet die SD9 AUSSCHLIESSLICH im RAW Format, speichert die Bilder also ohne irgendwelche Veränderungen auf die Speicherkarte. Das hat zuallersert natürlich recht grosse Dateien zur Folge, auf eine 256 MB Karte passen etwa 40 Bilder in höchster Auflösung.
Die Auflösung: Jetzt wird es etwas kompliziert. Oben steht ja was von physikalische und effektiver Auflösung. Das liegt hier an dem verwendeten FOVEON Chip. Der Chip hat tatsächlich 10,29 MP, allerdings ist dieses durch 3 zu teilen. Bei einem „normalen“ CCD teilen sich die Sensorzellen die Farbinformationen, während beei dem FOVEON Chip jede Farbe eine eigene Sensorzelle besitzt. Dadurch ist die gespeicherte Datei auch absolut frei von Farbmoire. Durch das Umrechnen (normale CCD 2xGrün, 1xBlau, 1xRot) kommt man also auf eine rechnerische Auflösung von rund 4,8 Megapixeln, effektiv sind es aber eben „nur“ 3,43 Megapixel. Bedingt durch den zu Kompaktkamera wesentlich größeren Chip, ist das effektive Bild aber wiederum besser, wie bei den meisten 5 MP Kameras.
Bildqualität: Auch jetzt wird es wieder kompliziert. Da die Kamera die Bilder ja nur im herstellerspezifischem RAW Format speichert, müssen diese erstmal konvertiert werden, damit wir etwas damit anfangen können. Dazu dient die mitgelieferte Software Photo Pro. Die Software liest die Daten aus der Kamera aus und konvertiert diese ins Tiff oder JPEG Format, wobei mehrere Farbmodelle zur Auswahl stehen. Hier kommt dann auch die „Verbesserung“ der Bilder zum tragen, die Kompaktkameras werksmäßig vornehmen. Man kann der Software im Automatikmodus die Arbeit machen lassen, oder nach eigenem Gusto Hand anlegen. Im Handbetrieb lässt sich noch so ziemlich alles retten, was bei der Aufnahme schief gegangen sein kann. Selbst der Weißabgleich läßt sich noch korrigieren. Leider gibt es keine Serienfunktion, wodurch jedes Bild einzeln bearbeitet und konvertiert werden muss, der Gelegenheitsknipser wird hier keine Freude haben, der Ambitionierte Fotograf wird die Möglichkeiten zu schätzen lernen.
Amsonsten sind die Bilder der SD9 einfach brilliant. Sehr natürliche Farben, hervorragende Kontraste, quasi nicht vorhandenes Bildrauschen und eine hohe Detailgenauigkeit erfreuen das Auge des Betrachters. Trotz der „nur“ 3,43 Megapixel sind Vergrößerungen bis 40x60 cm absolut kein Problem.
Autofocus: Der Autofocus arbeitet sehr schnell und präzise. Lediglich bei schlechten Lichtverhältnissen lässt er nach. Leider hat die SD9 kein AF-Hilfslicht, so dass bei Dinkelheit oder Nachtausnahmen besser zur manuellen Scharfstellung gegriffen werden sollte. Auch hat Sigma leider vergessen, den Focusbereich kenntlich zu machen, so dass man nicht weiss, was der Autofocus denn nun eigentlich scharfgestellt hat. Vorteilhaft ist die Schärfenachführung, die besonders im Serienbildmodus von Vorteil ist, diese sollte aber nur bei ausreichenden Lichtverhältnissen genutzt werden.
Belichtung: Die automatische Belichtung bewegt sich im Bereich von 1/6000 bis 15 Sekunden. Es gibt auch einen quasi Bulb Modus, nur ist der auch auf max. 15 Sekunden beschränkt und auch nur im manuellen Modus verfügbar (logischerweise). Hier kann man zwischen den üblichen Modi umschalten, also Mehrfeldmessung, Spotmessung und Geasmtbildmessung. Natürlich hat die SD9 einen Belichtungsspeicher, allerdings ist die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig. Die SD9 neigt in den Automatiken eher zur Unterbelichtung, was allerdings durch die Nachbearbeitung/Konvertierung kein Problem darstellt.
Verzögerungen: Die SD9 ist quasi direkt nach dem Einschalten bertiebsbereit. Die Einschaltverzögerung beträgt nicht mal 0,5 Sekunden. Nach der Fokusierung beträgt die Auslöseverzögerung etwa 0,1 Sekunden (Eigenmessung), also eben die Zeit, die der Spiegel zum Hochklappen braucht.
Fazit: Die Sigma SD9 ist sicherlich keine Kamera für den Hobbyknipser oder den Sonntagsspaziergang. Wer sich diese Kamera zulegt, sollte schon wissen, was man wie fotografiert, da die Kamera einem quasi keine Hilfen anbietet. Da die SD9 nicht über ein Blitzgerät verfügt, muss dieses also auch noch mit in den Anschaffungspreis eingerechnet werden, ebenso eine große CF Karte, bzw. ein Microdrive. Auch bei den Objektiven ist noch einmal kräftig Geldausgeben angesagt. Durch den Brennweitenverlängerungsfaktor von 1,7 muss man leider sehr tief in den Geldbeutel greiffen, wenn man effektiv ein 24 mm Objektiv haben möchte. Telefreunde wird der hohe Faktor freuen, bekommen sich doch ein 70-300mm Zoom (120-510mm) für relativ wenig Geld (Original Sigma rund 259 Euro). Im Kit ist ein 28-105mm Zoom (48-180mm) enthalten, welches eine gute Abbildungsleistung bringt, hier ist eigentlich kein Neukauf erforderlich. Allerdings halten sich die Zubehörpreise bei Sigma in Grenzen, der Systemblitz mit Leitzahl 50 kostet nur rund die Hälfte eines vergleichbaren Nikon Blitzes.
Fazit:
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