Klein, praktisch, gut
Sanyo Xacti VPC-J2EX

Name des Mitglieds: cougar_se
Produkt:
Sanyo Xacti VPC-J2EX
Datum: 17.12.04, geändert am 17.12.04 (493 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Klein und leicht, Einfache Bedienung, Top Bildqualität
Nachteile: Motivprog. nur über Menue
Hallo,
Heute möchte ich einen Erfahrungsbericht zur Digitalkamera Sanyo XACTI VPC-J2EX, bzw. EXBK abliefern. Da der einzige Unterschied zwischen der EX und der EXBK die Gehäusefarbe ist, stelle ich diesen Bericht hier ein, er gilt allerdings für beide Modelle. Die technischen Daten im einzelnen schenke ich mir, wie üblich, an dieser Stelle. Bei Interesse kann man die unter www.sanyo.de in Erfahrung bringen.
Der erste Eindruck: Nach dem Öffnen des Pakets findet man eigentlich alles, was man zum sofortigen Loslegen braucht. Kamera, Akku, SD-Karte (16MB), Anschlußkabel, Ladegerät, Software, Handbücher und sogar eine Tasche wird mitgeliefert. Die 16 MB Karte reicht zwar nur für ein paar Aufnahmen, aber zum ersten Ausprobieren reicht das. Der Akku ist in rund 2 Stunden geladen, zeit genug, das Handbuch zu studieren. Sanyo liefert 2 Anleitungen mit. Die Kurzanleitung ist eigentlich eher ein Flyer, der in der Landessprache abgetrennt werden kann und danach Hemdtaschenkompatibel ist. Die eigentliche Anleitung ist erstaunlich dick, sehr umfangreich und auch verständlich geschrieben. Die J2EX ist Grössenmässig etwa mit der IXUS Serie zu vergleichen, allerdings ein wenig dicker. Meiner Meinung nach eine gelungene Konstruktion, nicht zu klein, nicht zu gross. Das Metallgehäuse ist hervorragend verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck. Die innenliegende Optik wird durch eine Metallklappe geschütz, welche beim Einschalten der Kamera blitzschnell zurückgefahren wird.
Die Bedienung: Erstaunlich einfach gibt sich die J2EX bei der Bedienung. Alle Rädchen und Tasten sind leichtgängig und problemlos zu Erreichen. Kein Gefummel an winzigen Knöpfchen oder Ministicks, alles lässt sich vernünftig bedienen. Neben dem Display gibt es eine Handvoll LEDs, welche die diversen Modi der Kamera anzeigen. Sehr angenehm ist es, dass es einen Basis- und einen Expertenmodus gibt. Im Basismodus kann man nur die einfachsten Parameter einstellen, wie Bildgrösse, Qualität, Motivprogramm, im Expertenmodus kann man wie gewohnt quasi alles einstellen, was man halt einstellen kann, wie Belichtungsmessung, ISO Empfindlichkeit, ect. . Damit eignet sich die Kamera sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Benutzer. Die Menueführung ist simpel und auch ohne Handbuchstudium weitestgehend verständlich, für den Expertenmodus wäre dieses allerdings von Vorteil, da die kleine Kamera überraschend viel bietet. Da man über sinnvoll aufgebaute Menues ohnehin streiten kann, möchte ich hier jedoch keine Wertung abgeben. Witzigerweise „spricht“ die Kamera mit dem Benutzer, bei Wahl der Aufnahmeart (Einzel- Serienbild, Videomodus) gibt die Kamera eine Sprachmeldung in englisch aus. Bei Bedarf kann dieses aber auch abgeschaltet werden. Nach dem Einschalten ist die J2EX in knapp einer Sekunde einsatzbereit. Die Auslöseverzögerung, nach Focusierung, wird von Sanyo mit 0,05 Sekunden angegeben, diesen Wert konnte ich nicht nachweisen, jedoch ist diese so kurz, dass er wirklich kaum messbar ist. Das macht die Kamera voll Schnappschusstauglich. Einziges kleines Manko ist es, dass die Motivprogramme nicht über ein Wählrad, sondern über das Menue eingestellt werden müssen, sofern man dies nicht der Automatik überlassen will, die ihre Sache allerdings hervorragend macht.
Erste Bilder: Nachdem ich ja schon bei einigen Nikon und Canon Modellen neueren Datums so meine schlechten Erfahrungen mit Bildrauschen und Bildqualität gemacht hatte, kam jetzt der Augenblick der Wahrheit. Um es gleich richtig schwer zu machen, testete ich die Kamera unter schlechten Kunstlichtbedingungen im Automatikmodus. Die Bilder haben mich sehr überrascht. Obwohl die Kamera „nur“ 3,2 Megapixel hat, kommen hervorragende Bilder zutage. Obwohl die J2EX kein Autofocushilfslicht besitzt, focusiert sie selbst bei schlechtem Licht präzise, wenn auch nicht besonders schnell. Mit zunehmendem Licht wird der Autofocus deutlich schneller, wie halt bei allen anderen Modellen auch. Jedoch ist der Sanyo AF der präzistste, der mir seit der Sony F717 untergekommen ist. Beschleunigen kann man den Autofocus noch, wenn man die Focusdistanz vorgibt. Ansonsten wird das volle Programm, vom Macromodus bis zur Landschaftsaufnahme durchgespielt, was im schlimmsten Fall dann rund 1,5 Sekunden dauern kann. Nach Vorwahl des Mindestabstands reduziert sich die Focusierungszeit drastisch auf max. 0,5 Sekunden. Das Bildrauschen fällt kaum ins Gewicht und wird auch bei stärkeren vergrösserungen nicht störend. Ausbelichtungen bis DIN A4 sind kein Problem, bei 10x15 cm kann man notfalls auch eine schwarze Katze bei Nacht ohne Blitz ausdrucken :-) . Der Weissabgleich leistet unter quasi allen Bedingungen gute bis sehr gute Ergebnisse, die Farben sind natürlich, die Schärfentiefe ist Kompaktkameratypisch sehr gross, sogar im Macrobereich, welcher ab 2 cm beginnt, ist eine ertaunliche Bildschärfe über weite Bildbereiche zu erzielen.
Die maximale physikalische Bildgrösse beträgt 2048 x 1536 Bildpunkte (3,2 MP). Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Bilder in der Kamera auf 2.880 x 2.160 Bildpunkte interpolieren zu lassen. Darunter leidet die Bildqualität zwar nicht, allerdings benötigen die Bilder dann aber auch deutlich mehr Platz auf der Speicherkarte. Dieser Modus ist eigentlich dazu gedacht, wenn man Ausbelichtungen im Format DIN A3 und grösser machen möchte, im normalen Tagesbetrieb empfiehlt es sich aber, solche „Hochrechnungen“ lieber von externer Software machen zu lassen, da diese ihre Sache im Regelfall besser beherscht. Gelungen ist auch der „Best Shot“ Modus. Bei Serienaufnahmen macht die Kamera 4 Aufnahmen direkt hintereinander (Serienbildfunktion). Danach entscheidet dann allerdings nicht die Software, sondern der Benutzer, welches Bild er nehmen möchte, die anderen 3 werden entweder gelöscht, oder aber mann speichrt einfach alle ab.
Erwähnenswert ist noch das Objektiv. Sanyo verwendet ein innenliegendes Objektiv mit 2,8 fachen optischem Zoom (37-104mm entspr. KB). Trotz der Geringen Abmessungen ist das Objektiv erstaunlich Lichtstark (2,8-3,9) und die Abbildungsleistung ist einfach nur gut. Da durch diese Kontruktion, beim Zoomen und Focusieren, auch nur geringe Massen bewegt werden müssen, hält der recht winzige Akku auch erstaunlich lange. Auch bei häufigem Blitzeinsatz und quasi permanenter Displaynutzung, sind 200 Bilder mit einer Akkuladung kein Problem. Diser ist baugleich mit diversen Olympus Modellen und daher Massenware, bei ebay ab 5 Euro zu bekommen. Erstaunlicherweise haben die Konstrukteure sogar noch an die Brennweitenabhängige Verschlusszeit gedacht. Die Belichtungszeit ist immer mindestens der Kehrwert der Brennweite, sogar im Blitzbetrieb. Also ist bei 90mm Brennweite (KB), auch die Verschlusszeit 1/90 Sekunde. Dieses garantiert unverwackelte Bilder, da eine so kleine Kamera ja logischerweise wesentlich schwerer ruhigzuhalten ist, wie eine schwere, grosse Knipse.
Die J2EX bietet auch einen Videomodus an. Dieser nimmt in bester Qualität in 640 x 480 Pixel, bei 30 Bilder/Sekunde auf. Diese AVI-Videos haben dann schon Fernsehqualität, allerdings sollte dann schon eine grosse und schnelle SD-Karte in der Kamera stecken. Bei bester Qualität passen auf eine 512 MB Karte nämlich nur rund 6 Minuten Film. Wer also eine 10 GB Festplatte über hat und diese auf das SD-Kartenformat zurechtschnitzen kann, könnte theoretisch seine Videokamera bei ebay entsorgen :-) .
Fazit: Die XACTI VPC-J2EX bietet enorm viel Kamera fürs Geld. Obwohl ich die Kamera „blind“ gekauft habe, also ohne sie vorher jemals gesehen oder angefasst zu haben, habe ich diese Entscheidung nicht bereut. Die Bildqualität ist hervorragend, die Farben sind absolut natürlich, ein sehr geringes Bildrauschen und eine intuitive Bedienung sind ein Garant für viel Spass mit der Sanyo. Offenbar hat Sanyo es nicht nötig, durch brutal „schöngerechnete“ Bilder in den diversen Tests zu protzen, sondern lebt einfach von den tollen Bildern, welche diese Kamera hervorbringt. Leider sind den „renomierten“ Herstellern mittlerweile rechnerische Daten wichtiger, wie gute Bilder. Auf jeden Fall ist diese Kamera für Anfänger, Fortgeschrittene, Designabhänger und Menschen, die einfach nur Spass am Knipsen haben wollen genau die richtige Wahl. Für den Preis (179 Euro) kenne ich nichts, was der Sanyo das Wasser reichen könnte.
Fazit:


