Rollei RCP 8325XS
Was blitzt denn da? - Rollei RCP 8325XS Digitalkamera

Produkttyp: Rollei Digitalkameras

Was blitzt denn da?
Rollei RCP 8325XS

David1980

Name des Mitglieds: David1980

Produkt:

Rollei RCP 8325XS

Datum: 27.05.10

Bewertung:

Vorteile: Gewicht, Auflösung, Aufnahmen tagsüber

Nachteile: Display, Audio, Geschwindigkeit

Bin zwar eigentlich mehr Fan von Spiegelreflexkameras, aber ab und an brauch man ja auch was für den schnellen Schnappschuss. Da ist natürlich so ein kleines handliches Gerät eine feine Sache und ich dachte mir, dass muss ich natürlich auch hier mal vorstellen. Daher hoffe ich der Bericht ist etwas für Euch und wünsche viel Spaß beim Lesen!

Lieferumfang:
- Li-Ion-Akku
- Ladegerät
- Anschlusskabel für USB und Video
- Anleitung auf CD
- 18MB interner Speicher

Da die Kamera nur 129,99Euro gekostet hat, kann man eigentlich nicht soviel erwarten. Aber ich finde es dennoch immer frech, wenn keine Speicherkarte mitgeliefert wird, auch wenn das Gerät einen internen Speicher hat. Schutz gibt es leider auch keinen, da eine Hülle nicht in der Lieferung enthalten war und leider für knapp 25Euro nachgekauft werden muss. Dafür ist aber wenigstens die Anleitung au CD leicht zu verstehen, auch wenn sie nicht so dick ausgefallen ist.

Technische Daten:
- 8,0 Megapixel
- Effektive Pixelzahl: 5,0 Megapixel
- 1,18 Zoll CCD
- DiGiC III mit iSAPS-Technologie
- Optischer Zoomfaktor: Apogon 2,7fach (36-97mm)
- Digitaler Zoom: 8,0fach
- Betriebsbereit in: 2,96 Sekunden
- Aufzeichnungsdauer nach Auslösen: 0,85 Sekunden
- Aufnahmebreit nach Auslösen: 2,12 Sekunden
- Seitenverhältnisse: 4:3
- Ausmaße: (lxbxh) 94 x 61 x 28 mm
- Serienbildfunktion: 5 Bilder à 1,64 Bilder pro Sekunde
- Gewicht: 169Gramm
- Geringster Abstand zum Objekt: 8,0cm
- Kleinste Aufnahmefläche: 8,2 x 6,1cm
- Farbfilter: RGB
- USB 2.0-High-Speed

Monitor:
- Monitor: 2,5 Zoll Farb-LCD mit ca. 230.000 Pixel
- 80% Farbwiedergabe
- Bildschirmdiagonale: 6,28cm
- Nicht schwenkbar/ nicht drehbar
Verschluss:
- Zentralverschluss

Einstellungen:
- Blitz: Auto / manuell Blitz an / Blitz aus
- Rote-Augen-Reduktion
- Blitzbereich: ca. 50 cm-4,0 m zur Seite /ca. 50 cm-2,0 m in die Tiefe
- Bildstabilisator
-Programmautomatik: Portrait, Sport, Landschaft, manuelle Belichtungskorrektur, Nachtaufnahme

Auflösung:
- Extra-Large (3296 x 2472), Large (2816 x 2112) , Medium (2560 x 1920), Small (2272 x 1704), Extra-Small (2048 x 1536)
- Fotoformat: JPEG
- Videos: Large: 640 x 480 Pixel bei 30/15 Bilder/Sekunde
- Video-Format: AVI
- Sound: Wave Mono
- Tonaufzeichnung: bis zu 60 Sekunden pro Bild

Wiedergabe am Gerät:
- Histogramm bei Wiedergabe
- Fotorahmenfunktion
- Eingebauter Lautsprechen
- Wiedergabegenauigkeit: 80%
Zubehör:
- Speicherkarte: SD-Card, SDHC-Karte oder Multimedia-Card
- Akku: NB-5L-Akku (Bilder pro Akkuladung: 522)

Mögliche Erweiterungen:
- Tragriemen
- Lederbag

Kritik:
Geschwindigkeit:
Wie man anhand dieser Daten sehr schnell sehen kann, ist das größte Problem dieses Apparates, dass er unglaublich langsam ist. Wer erstmal knapp 3 Sekunden warten muss, bevor er sein Bild schießen kann, der wird sicherlich vieles verpassen und ohne Foto auskommen müssen. Ebenso ist die Belichtungszeit im Serienbild leider nicht besonders gut. Denn für die nur 5 Bilder wird man ca. 3 Sekunden auf das Motiv halten müssen. Ist nun aber mal der Prozess des fotografieren beendet, kommt schon das nächste Problem. Bis zum zweiten Foto muss man leider sehr lang warten und verliert ca. 2 Sekunden. Wie das dann übrigens mit dem Serienfoto gehen soll kann ich gar nicht anders erklären als mit Qualitätsverlust.

Gewicht & Ausmaße:
Die Rollei RCP8325X liegt mit seinem kleinen Gewicht von nur 169Gramm sehr gut in der Hand und ist somit auch für längeren Einsatz gut geeignet. Nur wer aber schnell schwitzige Hände bekommt, sollte aufpassen, da dieses Gerät keine Noppen oder sonstigen Kram an der Seite angebracht hat.

Bildstabilisator:
Dieses Extra ist gerade bei so kleinen aber dennoch recht hoch auflösenden Geräten unglaublich wichtig geworden. Denn viele Menschen wollen bei dieser Größe natürlich kein Stativ benutzen, was ja auch bei Partys unglaublich nervig sein würde. Daher lieber frei Hand und hoffen, dass sich nicht zu viel bewegt.
Dieses Programm schafft es aber Fluktuationen im Bild auszurechnen und Überlagerungen auszugleichen, insofern diese nicht zu heftig sind, denn dann wird es das Bild automatisch überlagern und in einen Schlierenfilm verwandeln. Ganz schnell passiert das bei großem Zoom oder bei geringer Helligkeit wo die Luxgrenze einfach gnadenlos unterlaufen wird. Daher lieber erst einmal ein wenig üben wie weit man gehen kann und schon kann man mit diesem nützlichen Zusatz einiges auf der nächsten Party erreichen.

Display:
Das Display kann man übrigens nicht unbedingt zum überprüfen solcher Probleme heranziehen, da dieses mit einer Wiedergabe von nur 80%, doch leider eher schlecht als recht ist. Es fehlen da schnell sehr grelle Farben, wie zum Beispiel bei einer Blüte in Großaufnahme im Sommer oder Dinge im Schattenbereich. Ebenso stimmt das Format nicht 100% überein und verzerrt das Bild ein klein wenig, wodurch man sich am PC schon ein wenig erschrecken kann, wie groß der Unterschied ist.
Das Display beginnt auch relativ schnell zu Spiegeln oder wird schlagartig grau, wenn zu viel Sonne eintrifft. Man muss also auch dann sich mehr auf sein Gefühl verlassen, als das das Display einem helfen würde.
Besonders schlimm wird es dann auch bei der Wiedergabe kleinerer Aufnahmen, da diese nicht mit dem richtigen Bildmodus wiedergegeben werden. Man sieht auf dem Display ca. 20 von benötigten 24 und hat daher oft das Gefühl, da wären kleine Sprünge.
Audioausgabe:
Leider geht hier der Spaß völlig verloren, denn was man hier beim ersten Anschauen hört, ist ein Rauschen und Knacken das besser den sich bewegenden Daumen auf dem Gehäuse wiedergibt, als das Gesprochene direkt davor. Ebenso übersteuert der kleine Lautsprecher sofort, wenn zum Beispiel Kindergelächter aufgenommen wurde. Da ist dann endgültig nur noch ein Pfeifen zu hören.
Am PC zuhause ist das dann besser, aber leider auch nicht wirklich gut. Aber um ehrlich zu sein, wer damit rechnet, dass ein Fotoapparat eine Kamera ersetzen kann, der sollte prinzipiell dieses Hobby vergessen. *fg*

Auflösung:
Man kann mit diesem kleinen Kasten tatsächlich unglaublich hoch aufgelöste Bilder machen, die mit 3296 x 2472Pixel bald schon für Posterqualität reichen, aber davon leider nur 4 bevor der interne Speicher voll ist. Das andere Problem ist, dass die Farbtreue bei dieser Auflösung leicht abweicht. Das Bild wirkt allgemein matter und viel mehr wie eine glasige Oberfläche als eine scharf gestochene Kontur. Man sollte also bei dieser Auflösung Minimum ein Stativ benutzen und vor allem unter guten Lichtbedingungen fotografieren. Wer sich mit Blendenzeit und Weißabgleich auskennt, der kann da ein wenig manuell noch machen.

Bedienung:
Das Menü ist eigentlich recht simpel gehalten, und man findet sehr schnell die einzelnen Bildmotive. Das einzige Problem ist dann eher von der gewöhnlichen Struktur abzuweichen, denn dann ist der kleine Kasten unglaublich penibel und verzweigt. Es ist daher auch unglaublich einfach sich in den nicht Standard-Menüs sich zu verlaufen und braucht dann mal kurz das Handbuch, dass zuhause auf dem PC gespeichert ist.
Die einzelnen Bildprogramme sind dummerweise auch nur durch den Namen getrennt und zeigen leider nicht an, was sie genau machen und wo man vielleicht noch ein wenig spielen könnte. So zum Beispiel Night-Shot benutzen obwohl Tag ist und dafür aber den Blitz aus usw.
Dafür ist aber das Programm Portrait sehr gelungen und man kann von dem/der Freund/in, den Kumpels, den Kindern, dem Auto, dem Haustier schnell und praktisch sehr gute Fotos machen, die man auch gern mal ausdruckt und in ein Album klebt.

Der Blitz:
Leider nicht zu gebrauchen, außer man ist in einem engen Raum oder hat das Objekt direkt vor der Linse. Die Streuung ist nämlich, da er im Gehäuse sitzt sehr eng und flektiert daher sehr gebündelt zurück. Das da dann Farbverluste extrem sind, ist kein Wunder. Objekte die etwas weiter Weg stehen oder man will das klassische Partyfoto "10 Personen auf einer Couch" fotografieren, erhält man leider sehr schnell in der Mitte ein helles Trapez das nach außen hin schnell abweicht.
Schade ist dann auch, dass dieser kleine Kasten keinerlei Möglichkeiten bietet, ein anderes Blitzgerät anzuschließen, sondern nur mit seinem eigenen Bestand auskommen will.

Der Akku:
Der Akku ist allgemein sehr ordentlich und insgesamt für ca. 522 Bilder pro Ladung ausgelegt. Klar, es gibt da heute schon weit größere, aber bei dem kleinen Speicher den das Gerät hat und den Preisen von großen Chips, ist das gar nicht so verkehrt. Hier wird einfach an Überfluss gespart, was ja letztendlich sich im Preis bemerkbar machen sollte.
Toll ist dabei auch, dass man auf Lithium-Ionen zurückgegriffen hat, da diese Akkus kein Gedächtnis haben. Das bedeutet, dass man den Akku auch noch teilweise gefüllt neu beladen kann ohne ihn zu beschädigen.

Aufnahmetests:
Um natürlich den kleinen Apparat ein wenig zu ärgern, hab ich mir auch ein paar Tests einfallen lassen, die beweisen sollen was er kann und was nicht.
Das erste Hindernis war ein gefülltes Aquarium bei Tag, das auch gut ausgeleuchtet ist. Das Gerät selbst schlägt da einen Blitzdabei vor, was schon der erste Fehler war, da es das Glas folglich nicht erkannte und somit das erste schöne Selbstportrait von sich selbst schoss. Wenn man aber den Blitz aus lässt und Sportaufnahmen macht, dann geht das ganze Wunderbar und Berti der Fisch kann sich nun auch im Album verewigen. Folglich immer spielen und dann selbst entscheiden, was gut ist für das Foto.

Im zweiten Test hab ich einfach mal Kinder beim Seilspringen fotografieren wollen und voila das ging sofort recht gut, auch wenn das Seil durch die lange Belichtung ein wenig dicker geworden ist, als es eigentlich war. Aber dennoch ein schönes Bild.

Nun aber das Partyfoto in einer Disco. Ohje, das ging ja mal ordentlich schief. Durch verschiedene Lichteffekte und die Dunkelheit in der Disco selbst, wurde einfach nichts aus den Bildern. An einer Stelle hab ich es sogar geschafft, den Übergang zweier Strahler besser zu erwischen, als die Person die vor mir stand. Diese wurde dann einfach unscharf und in der Tiefe hat sich dann das Licht verloren. Selbst der Blitz machte da kaum Unterschiede und hatte mit dem fremden Licht stark zu kämpfen. Besser wurde es dann nur bei Nacht und Laternenlicht vor der Disco. Da waren die Bilder ganz OK und dem Blitz entsprechend.

Das Filmen mit der Kamera lass ich aber lieber, da schon bei normalen Aufnahmen alles eher schlecht als recht ist. Da erwarte ich schon gar nicht mehr, dass es einen Fernseher fehlerfrei abfilmen kann, oder schnelle Tiere in Bewegung.

Bildformat:
Merkwürdig ist, dass selbst die großen Formate als JPEG gespeichert werden, was bei einem RGB-Modus eigentlich heißen müsste, dass die Bilder nur künstlich aufgemotzt werden und eigentlich nicht mehr Bildpunkte enthalten. Dies beweist sich dann auch im Photoshop, da man hier sehr schnell merkt, die Größe ist zwar vorhanden und auf dem Bildschirm sauber zu sehen, aber sollte man das Bild als Poster ausdrucken wird man sehen das die dpi Zahl zu gering ist und man alles als ein wenig verschwommen sehen dürfte.

Garantie:
Die Garantie liegt wie meistens bei 2 Jahren, und beinhaltet einen Austausch beim Hersteller, was meiner Meinung nach heutzutage eher nervig ist. Viele Firmen bieten ja inzwischen schon Abholung und Rücklieferung an. Aber gut, dann fährt man eben zum nächsten Fachhändler und darf dann erfahren, dass das mindestens 4-5 Wochen dauern wird. Da sag ich nur noch, dass das eigentlich eine Farce ist, da das nur heißt, dass der Zwischenhändler die Ware erst mal eine Weile sammelt, bevor er sie zur Reparatur schickt. Man könnte ja Porto sparen!!!

Zusatzkosten:
So günstig der Foto auch sein mag, man muss mit mindestens 50Euro noch einmal mehr rechnen, wenn man eine passende Fototasche und einen richtigen Speicherchip haben will. Denn das ist beides nicht im Lieferumfang enthalten und daher eigentlich eher traurig, da man ja als Hersteller an die Sachen günstiger käme und so den Käufer erfreuen könnte.


Fazit:
Im Prinzip ist es eine ordentliche kleine Fotokamera die zwar vom Hersteller ein wenig besser angepriesen wird als sie wirklich ist, und anstelle von 8megapixel doch nur effektiv 5,0Megapixel aufweisen kann. Aber das sei ihr verziehen, da sich hier eh die Geister scheiden, ob das wirklich bei so kleinen Geräten sein muss. Was aber sein müsste, ist eine höhere Geschwindigkeit, denn mit der kann man so eigentlich sich nur ärgern. Es dauert einfach alles viel zu lange und wenn man sich gerade amüsiert kommt einem das noch viel länger vor.
Na gut, mit dem Fliegengewicht, wird sie wenigstens nicht schwer und man kann sich bequem mit dem Fotoapparat auch länger positionieren. Dies sollte man auch unbedingt tun, da ein Bildstabilisator zwar eine tolle Sache ist aber auch kein Wunderwerk der Technik. Da kann schon noch genug schief gehen.
Vor allem eben in dunkleren Räumen, wo selbst die Programme und die Technik ordentlich Schwierigkeiten haben und oftmals versagen.
Daher von mir 4 Sterne, wobei ich dazu sagen muss, dass es sehr knapp ist, da die Tendenz eher zu drei geht. Was mich aber dennoch überzeugte, ist eben auch der Preis und die dennoch recht großen Auflösungen, die bei so kleinen Geräten nicht serienmäßig sind. Auch die Qualität tagsüber usw., kann sich ja sehen lassen und bestätigt nur, dass meine Kritik sich ja auch mehr auf Spezialfähigkeiten bezieht, die sie eben nicht hat, aber die meisten anderen Apparate eben auch nicht!

Nun danke ich noch allen für das Lesen und würde mich sehr über Kommentare freuen! Schönen Tag noch und liebe Grüße!

Fazit: Siehe Text

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: