Ricoh PX
Grün, wie eine Limette - Ricoh PX Digitalkamera

Produkttyp: Ricoh Digitalkameras

Grün, wie eine Limette
Ricoh PX

filfil67

Name des Mitglieds: filfil67

Produkt:

Ricoh PX

Datum: 07.05.12

Bewertung:

Vorteile: Superschöne Farbe - und sie ist wasserdicht

Nachteile: Die Bildqualität ist wirklich nicht toll

Man wirft uns Frauen ja immer vor, dass wir Autos nach unserer Lieblingsfarbe aussuchen. Das habe ich noch nie gemacht. Aber ich gebe ehrlich zu, dass meine Entscheidung für die Ricoh vor über einem Jahr von ihrer Farbe wesentlich beeinflusst wurde. Die anderen beiden Kameras die zur Auswahl standen sahen langweilig aus und lagen in derselben Preiskategorie. Also hat die Farbe den Ausschlag gegeben. Limettengrün. Herrlich. Anschließend ich habe gelernt, dass man nicht nur bei Autos die Entscheidung nicht wegen der Farbe fällen sollte...

==Lieferumfang und erster Eindruck:==
Als ich die Kamera aus ihrer Verpackung befreit habe, konnte ich meinen Augen kaum trauen: eine waschechte Bedienungsanleitung in der Form eines kleinen, biegbaren Buches. So etwas kenne ich nur von früher. Und die Bedienungsanleitung ist sogar verständlich und wirklich ausführlich. Das gibt schon einmal einen dicken Pluspunkt von mir. Zusätzlich ist die Bedienungsanleitung auch noch auf der Kamera im pdf-Format gespeichert, so dass man sie sich auf den PC runterladen kann.

Mitgeliefert werden außerdem ein Lithium-Ionen-Akku, ein USB-Netzteil AC-U1, ein USB-Anschlusskabel, ein Audio/Video-Kabel, eine Trageschlaufe sowie der Treiber für Windows (2000/XP/oder höher) und für Macintosh (System 9.0/X).

Nicht mitgeliefert wird - und das habe ich noch nie erlebt - ein Aufladegerät. Das kann man sich natürlich noch dazukaufen. Oder man benutzt halt das USB-Netzteil zum Aufladen - dafür muss die Batterie aber in der Kamera bleiben. Was ist das denn? Bei keiner meiner Kameras hat bisher ein Aufladegerät gefehlt. Ich finde das unglaublich.

Na gut. Die Kamera ist ausgepackt und mittlerweile auch aufgeladen. Die Bedienungsanleitung habe ich in der Zwischenzeit halbwegs gelesen. Ich nehme die Ricoh also das erste Mail mit Batterie und Speicherkarte in die Hand, um Fotos zu machen. Kennt Ihr noch die alten Pocketkameras? Diese Ritsch-Ratsch Agfamatic-Pocket? Ich hatte so eine als Kind und als ich die Ricoh in die Hand genommen habe, musste ich an meine alte Kamera denken. Komisch, dass Erinnerungen auch durch Berührungen ausgelöst werden können. Ich musste dann erst einmal nachdenken, warum es mir so ging. Die Ricoh ist eine sehr stabile, aber auch sehr einfach aufgebaute Kamera mit einem schlichten Metallgehäuse. Da gibt es nicht viel, was man mit Knöpfchen verstellen kann. Ich habe ein Foto von ihrer Rückseite gemacht. So könnt Ihr selber sehen, was ich meine. Dazu kommt, dass man zum Öffnen des Deckels für das Batteriefach schon fast leichte Gewalt anwenden muss. Der Knopf zum heranzoomen läuft auch erstaunlich schwer. Mmmmhhhh.... ob man das nur damit erklären kann, dass die Kamera wasserdicht sein soll?

==Praxistest:==

Etwas irritiert hat mich im Laufe der Benutzung, dass das Objektiv nicht ausfährt. Ich habe gemerkt, wie ich beim Einschalten und beim Ausschalten auf die Objektivbewegung gewartet habe. Aber da passiert nichts. Der kratzgeschützte 2,7"-LCD-Monitor bleibt da, wo er ist.

Und damit komme ich gleich zu einem der größte Schwachpunkte der Ricoh: die Bildqualität. Bei meinem ersten Test hatte ich das Gefühl meine alte Pentax (die nicht mehr lebt) in der Hand zu haben. Solange die Lichtverhältnisse super sind, macht die Ricoh teilweise sehr schöne Aufnahmen. Ein Foto von einer Blüte habe ich unbearbeitet hier eingestellt. Aber, sobald die Lichtverhältnisse auch nur ansatzweise schwierig werden, kann man die Kamera getrost einpacken. Sie rauscht ohne Ende, selbst, wenn ich die ISO selber verstelle und nicht die Automatik die Arbeit machen lasse. Das ist schon ziemlich enttäuschend. Noch schlimmer ist allerdings, dass die Kamera wohl selber versucht, zu entrauschen. Damit bekommt man dann Fotos, die aussehen, wie durch eine Milchglasscheibe fotografiert. Und da ich schon so schön dabei bin, Kameras zu vergleichen: Meine inzwischen vier Jahre alte FinePix F50 fd für die die Ricoh eigentlich der Ersatz sein sollte macht wirklich wesentlich bessere Aufnahmen. Sorry. Aber klein, grün und hübsch sein reicht nicht. Da muss meine alte FinePix wohl noch etwas länger durchhalten.

Aber treiben wir mein Meckern noch etwas weiter: Die Ricoh PX besitzt ein Zoomobjektiv mit fünffachem Brennweitenbereich vom Weitwinkel 28 mm bis zum Tele 140 mm. Also, abgesehen davon, dass ein Weitwinkel bei mir nicht bei 28 mm anfängt sollte man mit der Kamera nicht mal versuchen Aufnahmen bei 140 mm zu machen. Wirklich vernünftige Aufnahmen bekommt man nur im Bereich 28 mm bis ca. 70 mm hin.

Positiv erwähnen kann ich allerdings, dass die Aufnahmeverzögerung schön kurz ist. Das habe ich auch schon anders erlebt. Das gibt wieder einen Pluspunkt.

Besonders hervorgehoben wird bei der Kamera, dass sie sowohl wasser-, als auch staubdicht ist. Das ist eine nette Feature. Ich werde sie im September mit in unseren Urlaub nehmen, den wir an der englischen Küste verbringen. Dort gibt es viel Sand und viel Salzwasser. Das wird dann der Härtetest für die kleine Ricoh. Zu behaupten (ich habe das nicht ausprobiert), dass die Kamera eine Stunde lang in drei Meter Wassertiefe liegen kann, ist eine Sache. Ich frage mich nur, wozu das gut sein soll? Für Unterwasseraufnahmen wird die Kamera doch kein Mensch benutzen. Und da die Lichtverhältnisse unter Wasser ja nicht besser werden, möchte ich gar nicht wissen, wie die Aufnahmen dann aussehen...

Weiterhin soll sie eine Fallhöhe aus bis zu 1,5 m aushalten. Das stimmt und ist sicherlich auch praktisch. Ein Fall aus dieser Höhe kann ja durchaus mal vorkommen. Ob der Lack allerdings einen Sturz auf Stein oder Fliesen so gut überlebt, möchte ich mal bezweifeln.
Wer möchte, kann mit der Kamer auch Videos drehen. Ich habe das nicht ausprobiert. Vor ein paar Wochen habe ich im Stadion beim Endspiel der Frauenfußballweltmeisterschaft das erstemal mit meiner FinePix ein Video gedreht. Danach wusste ich dann wieder, warum ich das vorher auch noch nie gemacht habe. So eine Feature mag für Familien mit Kindern ganz nett sein - aber ich brauche das nicht.

Noch eine Sache, die ich für total überflüssig halte sind die endlosen Filter- und Motivprogramme, die die Kamera beherrscht. Als ich das in der Bedienungsanleitung gesehen habe, war ich wirklich erstaunt. Das fällt ja schon fast unter die Bildbearbeitung. Da das Display der Kamera jetzt aber auch nicht so der Bringer ist, möchte ich Bilder doch bitte lieber weiterhin an meinem PC bearbeiten.

Bevor ich es vergesse: Optional kann man zur Kamera noch rutschfesten Schutzhüllen in fünf Farben passend zum Kameragehäuse kaufen. Die Kamera selber gibt es in drei verschiedenen Farben: Schwarz, Silber oder Limette.

==Für wen ist die Kamera was?==
Empfohlen wird sie unter anderem für Kinder, da die Kamera so robust ist. Das ist sicherlich ein guter Punkt. Dafür spricht auch die kurze Auflöseverzögerung. Aber ich frage mich, ob Kinder nicht auch schnell frustriert sind, wenn die Aufnahmen nicht so toll sind.

Als Outdoor-Kamera eignet sie sich meiner Meinung nach nur bedingt. Ja, sie ist staub- und wassergeschützt. Aber sie geht bei schlechten Wetterverhältnissen sofort in die Knie. Da nützt es mir wenig, wenn sie robust ist. Ich gehe ja nicht nur bei guten Lichtverhältnissen raus. Aber bei dem Punkt haben wir zuhause heiß diskutiert und hatten unterschiedliche Meinungen. In der Tat ist die Kamera absolut wasserdicht und man könnte sie auch getrost Kindern an Strand und Meer in die Hand drücken. Das stimmt natürlich auch wieder.
Vielleicht bin ich auch nur zu verwöhnt. Ich habe ein paar Jahre viel fotografiert und auch viel Geld in eine gute Ausrüstung gesteckt. Für Menschen mit weniger hohen Ansprüchen, die nur eine Kamera wollen, mit der sie schnell mal eben ein Foto machen wollen, mag die Kamera geeignet sein. Für mich ist sie es leider nicht.

==Fazit:==
Ich kann den Kauf dieser Kamera leider nur für die empfehlen, die an ihre Fotos keine großen Ansprüche stellen, sich viel Outdoor aufhalten und gerne eine farblich hübsche Kamera hätten. Von mir bekommt sie mit viel gutem Willen gerade so drei Sterne.

Fazit: Eine Outdoor Kamera, die mich wirklich enttäuscht hat

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: