Robuste Automatik-Knipse
Pentax Optio W10

Name des Mitglieds: nebz
Produkt:
Pentax Optio W10
Datum: 18.10.06
Bewertung:
Vorteile: Bilder sind gut, Videos auch, robust und wasserdicht, gut verarbeitet, Bildstabilisator nicht nötig
Nachteile: Manchmal leichte Farbverfälschungen, wenig Einstellungsmöglichkeiten , bei Zwielicht unbrauchbar
Wer kennt diese Situation nicht?
Es regnet, nieselt, oder es könnte regnen, oder man möchte Bilder am Strand machen, traut sich aber nicht, die teure Digicam mitzunehmen, da Wasser oder Sand die empfindliche Technik zerstören könnten.
Bisher gab es da nur die Möglichkeit, sich teure Unterwassergehäuse zu kaufen, die es längst nicht für alle Kameras gibt und die auch mal unzuverlässig sein können.
Nun brachte Pentax vor einigen Jahren wasserdichte Modelle heraus, die klein und handlich waren.
Aktuell ist die W20, ich schreibe über den Vorgänger W10, die W20 ist lediglich ein Update der W10.
Pentax verspricht Staubdichte und Wasserdichte bis 1,5 Meter, und das für 30 Minuten.
Die Kamera ist rundherum an allen empfindlichen Stellen mit Gummiabdichtungen versehen worden. Außerdem ist das Objektiv innenliegend, fährt also nicht heraus.
Die Kamera wirkt wertig verarbeitet und stabil.
Sie fühlt sich angenehm kühl an, da das Gehäuse aus Metall ist.
Hinten befindet sich das 2,5" große Display, welches leider etwas grob auflöst und bei Bildbetrachtung seltsame Farbverfälschungen zeigt. Dafür besitzt es eine rauhe Oberfläche, wodurch es anders als die High-Glare-Displays besser in der Sonne abzulesen und generell unempfindlicher ist.
Die Bedienungselemente sind logisch aufgebaut und sehr leicht zu bedienen.
Neben der Zoomtaste finden wir Tasten zur Modus-Auswahl, Blitzeinstellung, Serienbilder/Einzelbilder/Timer und für den Fokus.
Dazu eine Vorschautaste sowie eine zum Löschen.
Ach ja, und eine für das Menü für die Grundeinstellungen ebenfalls.
Oben befinden sich der An/Ausschalter nebst dem Auslöser. Der Auslöser erfordert wegen der internen Gummierung etwas mehr Druck.
Unten besitzt die Kamera eine Klappe, hinter der sich die SD-Karte und der Akku verbergen. Hier sieht man auch die Gummierung der Abdeckungen gut. An ein Gewinde für das Stativ hat man auch gedacht.
An der Seite gibt es die Möglichkeit, eine Trageschlaufe zu befestigen - dies ist wegen der geringen Größe auf jeden Fall zu empfehlen.
Kommen wir nun zu den Bildern, das Wichtigste ;-) .
Es gibt jede Menge Fotomodi, leider keinerlei manuelle Einstellungsmöglichkeiten für Belichtung und Blendenöffnung. Wer eine Kamera mit maximaler Kontrolle sucht, ist hier falsch.
ISO, Weißabgleich und einige andere Dinge lassen sich natürlich ändern.
Zu den diversen Fotomodi gesellt sich noch der Videomodus.
Meine Testbilder habe ich vor allem mit dem P- und dem Sportmodus gemacht. Die ISO-Einstellung war meistens auf 64 gefixt, um zu hohes Rauschen zu verhindern.
Die Kamera liefert durchaus ansehnliche Resultate.
Die Farben wirken knackig und hell, manchmal allerdings etwas zu überbelichtet. Dies läßt sich aber mit jeder beliebigen Bildbearbeitungssoftware ändern.
Die Kamera besitzt zwar keinen Bildstabilisator, dennoch gelingen Bilder auch bei schnellen Bewegungen. Man sollte schon eine ruhige Hand haben, aber da der Zoombereich ohnehin nicht sehr weit reicht, ist es halb so wild.
Bei Nacht sind die Aufnahmen erstaunlich gut. Auf kurze Distanz ist der Blitz gut, aber nach 3-4 Meter leider kaum mehr brauchbar. Aber es ist eben keine Profikamera.
Das Bildrauschen hält sich auch bei ISO 200 und mehr halbwegs in Grenzen.
Die Videos sind im MPEG4-Format(Quicktime) und bieten eine gute Qualität. Bei 640x480 und 30 Bildern pro Sekunde reicht eine 2 GB Karte für eine halbe Stunde Film.
Manche sagen, Videos sind mit einer Digicam Spielerei, man solle lieber eine Videokamera kaufen.
Dem muß ich arg widersprechen.
Für kurze Clips langt es allemal, eine Videokamera dafür wäre zu teuer, überdimensioniert und nicht so handlich.
Für Zwielicht ohne Blitz z.B. im Museum ist die Kamera nicht lichtstark genug. Da sollte schon eine größere her.
Die Serienbildfunktion ist halbwegs brauchbar, die Kamera lädt die Bilder zuerst in den Speicher und schreibt sie dann auf die Karte. Bei 10 MB internem Speicher reicht das für ca. 5 Bilder.
Es empfiehlt sich, die Auflösung zu reduzieren, eventuell auch die Qualität, damit mehr Serienbilder auf einmal geschossen werden können.
Zur Wasserdichte:
Natürlich ist es eine kleine Herausforderung, diesen Test zu vollziehen. Einige Leute berichteten im Internet, daß die Kameras bei ihnen dadurch sofort kaputtgingen.
Andere wiederum, daß sie auch unterhalb der 1,5 Meter und 30 Minuten keine Probleme hatten.
Ich habe die Kamera in unser Aquarium getaucht und siehe da, sie ging noch.
Eine interessante Möglichkeit, seine Fische zu fotografieren ;-) .
Da die Badesaison leider schon zu Ende ist, bin ich aber noch nicht weiter dazu gekommen, sie am See zu testen.
Natürlich sollte man beachten, daß die Kamera nach dem Tauchgang eine Weile ins Trockene gelegt werden sollte.
AUF KEINEN FALL sollte man die Klappe für die SD-Karte und den Akku öffnen, da sich in den Ritzen immer etwas Wasser ansammelt. Dringt dies ein, kann es die empfindlichen Elektrokontakte berühren und einen Kurzschluß verursachen.
Wer 20 Meter oder tiefer in Korallenriffe tauchen möchte, ist mit einer DSLR und einem Unterwassergehäuse besser bedient. Dies kostet natürlich zusammen auch gerne das 10-fache dieser Kamera.
Der Akku hält ca. 200 Bilder durch.
Es ist ein Pentax-eigenes System, Mignonbatterien wären zu groß.
Interessanterweise paßt auch der Akku Kodak KLIC 7001, u.A. für die Kodak Easyshare V570. Umgekehrt ist dies nicht der Fall, der Pentax-Akku paßt nicht bei den Kodak-Cams.
Für die geringe Größe ist das ok, wer mehr Bilder machen will, sollte sich günstig einen Nachbau für 8 € kaufen.
Ein Ladegerät liegt der Kamera bei.
Es spielt übrigens keine Rolle, welche SD-Karte man nimmt - bei mir waren alle gleich schnell, egal ob Extrememory, Kingston oder NoName.
Auf 2 GB passen angeblich ca. 650 Bilder.
Dies verwundert mich, da bei meiner Canon Powershot S3 IS 709 raufpassen, also etwas mehr, gleichwohl die Canon größere Bilder produziert als die Pentax.
Da die Pentax pro Bild bei höchster Auflösung und Qualitätseinstellung ca. 2 MB verbraucht, sind es hier wohl eher 1000 Bilder. Videos - wie angesprochen 30 Minuten bei 2 GB.
FAZIT:
Wer eine Kamera sucht, die man auch bei Regen oder am Strand benutzen kann, ist hier goldrichtig.
Die Kamera ist sehr klein und handlich, hält relativ lange durch und macht gute Bilder.
Daß sie keinen Profiansprüchen genügt, sollte jedem klar sein. Dafür ist sie aber auch nicht gedacht.
Lediglich die mangelnden manuellen Einstellungsmöglichkeiten gefallen mir nicht.
Aber die Automatiken erledigen ihren Job relativ gut.
Fazit: Empfehlenswert für "immer dabei", Strand und schlechtes Wetter
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