Pentax Optio S7
Leider nur eine Schönwetter-Cam - Pentax Optio S7 Digitalkamera

Erhältlich in: 3 Shops

Produkttyp: Pentax Digitalkameras

Leider nur eine Schönwetter-Cam
Pentax Optio S7

digicamclub.de

Name des Mitglieds: digicamclub.de

Produkt:

Pentax Optio S7

Datum: 25.02.07

Bewertung:

Vorteile: klein, leicht, gut verarbeitet, SDHC-Medien sind möglich

Nachteile: kein Bildstabilisator für Fotoaufnahmen, schlechtes Rauschverhalten, erzwungener Vorblitz

Im September 2006 brachte Pentax ein weiteres Modell der S-Klasse raus, die Optio S7.
Die S7 bietet mittlerweile 7 Megapixel auf einem 1/2,5" RGB-CCD-Chip, unterstützt auch auch SDHC Medien und hat leider immer noch keinen echten Bildstabilisator mit an Bord.

Die Kamera ist, wie auch schon die Vorgängermodelle, klein und leicht. Eine ideale Kamera, die man mal schnell in der Hemdtasche verschwinden lassen kann. Kein Wunde bei einer Größe von nur 85 mm x 54 mm x 19 mm und einem Gewicht von 120 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte. Sie ist aus Aluminium, lässt sich mit wenigen Handgriffen bedienen und zählt nun wirklich nicht zu den komplizierten Kameras. Wieder bietet Pentax mit der "grünen Taste" die Möglichkeit, bestimmte Funktionen auf eben diese Taste zu legen. Im Betrachter-Modus dient sie zum Löschen von Bildern auf der Speicherkarte oder aus dem internen Flash-Speicher, welcher immerhin 23MB an Platz bietet.

Die Menüführung ist Pentax-typisch einfach. Die Menüs sind in Gruppen unterteilt, sodass man genau zum richtigen Bereich navigieren kann. Ein Lesen des Handbuchs ist für Leute, die bereits eine Digicam in Händen gehalten hatten, sicherlich nicht nötig. Aber Pentax ist der Linie treu geblieben und hat ein sehr umfassendes Handbuch beigelegt. Der weitere Lieferumfang besteht aus:

- Optio S7 Kamera
- D-LI8-Akku (710 mAh, ich habe knapp 220 Bilder geschafft)
- Ladegerät D-BC8
- Audio/Video-Kabel I-AVC7
- USB-Kabel I-USB17
- Trageschlaufe O-ST20
- Archivierungs- und Bildoptimierungs-Software ACDSystems ACDSee für Windows und für Macintosh
- USB-Mass Storage Class-Gerätetreiber für Windows und Macintosh

Optional ist weiteres Zubehör verfügbar wie eine IR-Fernbedienung oder eine Ladestation.
Eine Speicherkarte wurde leider nicht mitgeliefert.

Das Innenleben der S7 ist leider nur Standard - ich konnte nichts entdecken, was mich nun vom Hocker gehauen hat, selbst ein Bildstabilisator lässt auf sich warten.

Folgende Auflösungen sind mit der S7 möglich:

3.072 x 2.304 Bildpunkte
2.592 x 1.944 Bildpunkte
2.048 x 1.536 Bildpunkte
1.600 x 1.200 Bildpunkte
640 x 480 Bildpunkte

Die Farbtiefe beträgt 36 Bit.
Gespeichert wird im JPEG (.jpg) Format oder im AVI-Video (.avi) Format. Ton wird im WAV-Format aufgezeichnet.
Die Brennweite liegt bei 37 bis 112 mm, also 3fach. Zusätzlich kann man ein 4fach Digitalzoom hinzuschalten. 37mm - das ist leider kein Weitwinkel, was ich bei so mancher Kompaktknipse doch vermisse. Der Schärfebereich liegt bei 40 cm bis unendlich, der Makromodus liegt zwischen 15 cm bis 50 cm (im Weitwinkel).
ISO 50/100/200 und 400 lassen sich manuell vorwählen, als "Hilfe" für verwacklungsarme Bilder kann die Kamera sich selbst bis auf ISO 1600 bringen - mit miserabler Bildqualität. Dazu später aber mehr.
Leider ist es nicht möglich, selbst von Hand die Blende oder Zeit vorzuwählen (im Weitwinkel geht es mit Blende F/2.7 los, im Telebereich bei schlechten F/5.2), es steht lediglich die Programmautomatik zur Verfügung. Es stehen zwar Belichtungsautomatiken für verschiedene Aufnahmesituationen zur Verfügung (Vollautomatik, Landschaft, Nahaufnahme/Blumen, Porträt, Sport/Action, Strand/Schnee, Nachtaufnahme, Text, Food, Tiere und Kinder), ebenso kann man den Weißabgleich manuell für verschiedene Lichtverhältnisse einstellen (automatisch, Tageslicht sonnig/bewölkt, Glühlampenlicht, Leuchtstofflampenlicht, manuell); auch stehen verschiedene Verfahren zur Belichtungsmessung (Matrix- bzw. Mehrfeldmessung, mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung) zur Verfügung - aber manchmal möchte man schon selbst bestimmen, welche Blende man nimmt. Die S7 ist daher eher eine Schnappschusskamera als eine gute Immer-Dabei-Kamera für Fotografen, die gerne mal kompakt fotografieren wollen, aber dabei selbst Hand anlegen möchten.

Die Belichtungszeit liegt bei 4 s bis 1/2.000 s - ist okay, aber für gute Nachtaufnahmen mit DRI-Technik leider völlig unbrauchbar.

Ein Highlight ist sicherlich das 2,5" große TFT-Display, welches gute 232.000 Bildpunkte vorweisen kann. Das Display ist deutlich und klar, lässt sich auch hervorragend ablesen (wenn man keine Sonne im Rücken hat, ansonsten ist Feierabend...), es schliert auch nicht bei schnellen Bewegungen.
Auch der Blitz weiss zu überzeugen. Er schafft knappe 5 Meter an Reichweite im Weitwinkelbereich und immerhin noch fast 3 Meter im Telebereich. Der Selbstauslöser hingegen ist wieder nur Standard, entweder man stellt ihn auf 2 Sekunden oder auf 10 Sekunden.


Fotos - rauschen ab ISO 200

Um Fotos zu schießen muss die Kamera an sein - dafür braucht die S7 um die 2 Sekunden, das ist ein guter Wert. Die Fokussierung war bei ausreichend Licht ziemlich flott, bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen brauchte die S7 zu lange für meinen Geschmack. Die Auslöseverzögerung ist nicht rasant, aber okay. Doch echte Highspeed-Schnappschüsse werden mit der S7 Glückssache bleiben.

Die Farbtreue der Aufnahmen empfand ich als sehr natürlich und angenehm. Nicht übersättigt, dafür aber manchmal leider zu unscharf / verschwommen. Dies kam nicht durch eine wacklige Hand - vielmehr ist die Bildqualität bei Innenaufnahmen nur Mittelmaß - Outdoor konnte die S7 durchaus überzeugen.

Doch leider hat die S7 ein derart schlechtes Rauschverhalten, dass sie wirklich nur als "Schönwetter-Cam" bezeichnet werden kann. Sobald ISO 200 ausgewählt wird, kann man das Bildrauschen schon deutlich sehen, bei ISO 400 wirds dementsprechend noch deutlicher. Hier merkt man, dass die 7 Megapixel zuviel für den kleinen Chip sind - aber leider ist ja heutzutage nicht nur Geiz geil, sondern auch Megapixel -> je mehr, desto besser. Schade eigentlich.

Die Naheinstellgrenze von stolzen 40cm erachte ich als unpraktisch. Oft habe ich Motive versaut, da ich vielleicht 38cm entfernt war - 2cm zu wenig. Das nervte auf die Dauer, weswegen ich mich dann lieber mit der Videofunktion beschäftigte.

Extrem nervig ist leider die Blitzfunktion, denn bei jedem (!) eingestellten Blitzmodus gibt es einen kleinen Vorblitz, es wird also immer mindestens 2 Blitze geben - das frisst Akku und verscheucht Tiere... extrem nervig.

Dazu schreibt Pentax via E-Mail:

"vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der erste Blitz (Vorblitz) dient dazu, die Entfernung zum Objekt vor der Kamera zu ermitteln und dementsprechend die Blitzleistung zu regulieren. Es ist daher nicht moeglich, den Vorblitz ganz ausschalten zu koennen.

Wir hoffen Ihnen mit unserer Antwort behilflich gewesen zu sein."

Also, für mich ist das ein absolutes No-Go!


DivX-Videos - für das schnelle Video durchaus brauchbar

Die DivX-Videofunktion ist durchaus brauchbar, wenn man kleine Abstriche machen kann. Es stehen zwei verschiedene Auflösungen zur Verfügung:

- 640 x 480 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde)
- 320 x 240 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde)

Man hat wenigstens eine elektronische Bildstabilisierung im Videomodus, die musste man beim Fotomodus ja leider durch eine höhere ISO-Zahl erzwingen. Dafür sind im Videomodus sogar Zeitlupenaufnahmen möglich, finde ich eine witzige Spielerei.
Man hat zudem erweiterte Bildbearbeitungsfunktionen im Videomodus (Standbild-Speicherung, Teilung, Extrahierung) - kann man aber natürlich auch später alles am PC machen.

Die Schärfe ist gut, jedoch ist der Fokus fix, stellt also auf unendlich und bekommt Schwierigkeiten, wenn man näher an ein Motiv ran will. Dafür aber reagiert die Cam sehr gut auf schnelle Bewegungen, sodass man sich nicht bei einem Schwenk gleich übergeben muss ;-)


Fazit

Leider hat Pentax es versäumt, die S7 mit einem Bildstabilisator für Fotoaufnahmen auszustatten. Ebenso ist das Rauschverhalten allenfalls ausreichend, keinesfalls befriedigend. Somit würde ich die S7 als Schönwetter-Cam bezeichnen und kann daher aufgrund meiner gehobenen Ansprüche an meine Aufnahmen keine Kaufempfehlung aussprechen. Die 200 Euro für die S7 sind zwar vertretbar, aber für 160 Euro würde sie sich sicherlich noch fairer verkaufen lassen.

Fazit: Schönwetter-Cam mit ganz schönen Abstrichen

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: