Pentax K100D
Der perfekte Einstieg in die DSLR-Welt - Pentax K100D Digitalkamera

Erhältlich in: 3 Shops

Produkttyp: Pentax Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... bieten einen integrierten Stabilisator. So spart man sehr viel Geld, da der Stabi mit jedem Objektiv funktioniert. Weiterhin bietet ... mehr

Der perfekte Einstieg in die DSLR-Welt
Pentax K100D

nebz

Name des Mitglieds: nebz

Produkt:

Pentax K100D

Datum: 04.12.06

Bewertung:

Vorteile: Sehr gute Bildqualitöt, rauscharm, gut verarbeitet, Mignon-Akkus

Nachteile: Autofokus bei wenig Licht unbrauchbar, Serienbildfunktion etwas langsam

Als ambitionierter Hobby-Fotograf sucht man immer nach den besten Möglichkeiten, möglichst viel aus seinem Hobby herauszuholen.

Gleichwohl ich bisher immer mit der schon recht guten Canon Powershot S3 IS fotografierte, so merkte ich doch schnell, daß man damit rasch an seine Grenzen stieß. Das feste Objektiv bot zu wenig Weitwinkel, höhere ISO-Einstellungen waren zwar noch halbwegs brauchbar, aber irgendwann nicht mehr so ansehnlich, daß man von schönen Bildern sprechen konnte.

Also sah ich mich in Richtung einer digitalen Spiegelreflex-Kamera um. Die Wahl viel nach langem Rätseln auf die Pentax K100D.

Vielleicht erst einmal ein paar Worte zu Spiegelreflex-Kameras und "Kompakten"(so die Unterscheidung):
Spiegelreflex bezeichnet an und für sich nur das Suchersystem. Bei diesem System, was schon seit einigen Jahrzehnten verwendet wird, fällt das Licht durch das Objektiv auf einen Schwingspiegel, der die Bildinformation wiederum auf die Einstellscheibe wirft, die durch das Pentaprisma im Sucher sichtbar werden.

Bei "Kompaktkameras" hingegen ist der Sensor permanent aktiv und das Bild erscheint im elektonischen Sucher oder auf dem LCD-Display.

Vorteile des Spiegelreflex-Prinzipes:
- DSLRs bieten ein klareres und schärferes Sucherbild, mit dem sich die Schärfe des Motives besser beurteilen läßt, da Displays oder elektronische Sucher meistens nur sehr gering auflösen
- da der Sensor der DSLR nicht permanent aktiv ist, erhitzt er sich nicht so stark, was größere Sensoren erlaubt, die wiederum eine bessere Bildqualität(theoretisch) ermöglichen sowie auch mit höheren ISO-Einstellungen rauscharm arbeiten können.

Nachteile:
- es ist kein "Liveview" möglich, man sieht nicht, wie das Bild durch die Belichtungseinstellungen usw. wirklich wird, was wiederum bei Kameras mit EVF-Prinzip(Electronic Viewfinder) möglich ist
- durch den Spiegel befindet sich mehr Mechanik in der Kamera, diese müssen größer gebaut werden, zudem erzeugt das Hochschwingen ein nicht zu überhörendes Klacken
- das Drehen von Videos ist nicht möglich

Daß man bei DSLRs Objektive wechseln kann, ist aktuell natürlich ein weiterer Vorteil, jedoch wäre es auch theoretisch bei Kameras mit dem EVF-Prinzip möglich.

Nach dieser Einleitung, nun zur K100D. Warum diese?
Sie bietet derzeit im Amateur-DSLR-Bereich einige Trümpfe, die die Konkurrenz von Canon, Nikon und co. nicht haben und die man sonst nur bei wesentlich teureren kameras findet.

Da wäre zum einen der Bildstabilisator. Für schlechtes Licht und lange Brennweiten ist dieser absolut Gold wert. Der Sensor ist beweglich gelagert und "erkennt" Bewegungen, die er beim Auslösen ausgleicht. Natürlich ist gegen absolutes Geschüttel nichts zu machen, aber er arbeitet sehr effektiv und erspart einem meistens das Stativ. Wer mit solch einem Stativ arbeitet, kann ihn auch abschalten.
Andere Hersteller bieten den Stabilisator in der Regel nur in sehr teuren Objektiven an, lediglich Sony und früher Konica Minolta(die ja von Sony übernommen wurden) bieten einen integrierten Stabilisator. So spart man sehr viel Geld, da der Stabi mit jedem Objektiv funktioniert.

Weiterhin bietet die K100D einen rauscharmen Sensor, der maximal ISO3200 erlaubt. Hier zeigt sich der Vorteil der "nur" 6 Megapixel, da weniger Pixel auf der gleichen Fläche auch weniger Rauschen bedeuten. Vergeßt die Werbelügen, die mehr MP als Garant für bessere Bildqualität anpreisen - keine Hemdtaschenkamera mit 10 MP kommt auch nur annähernd an eine DSLR heran, die 6 oder sogar weniger MP bietet. Ich wage zu behaupten, daß viele "Edelminis" bei ISO200 mehr rauschen als die K100D bei ISO3200...
Selbst so manche 10 MP DSLRs bieten meistens kein so gutes Rauschen wie die K100D.
6 MP bedeuten übrigens 3008x2000 Pixel Auflösung...im klassischen 3:2-Format, nicht in 4:3 wie bei den meisten Kompaktkameras, was für die Entwicklung von Bildern von Vorteil ist.
6 MP reichen auch für große Poster aus, ich habe etliche davon an den Wänden hängen...am Monitor betrachtet werden die Bilder ohnehin interpoliert, 1600x1200 etwa sind gerade mal 2MP...also, laßt euch nichts von diversen "Fachhändlern" wie gewissen geizigen Märkten erzählen!

Ein weiterer Pluspunkt in meinen Augen ist die Verwendung von Mignon-Akkus. Die K100D braucht entweder 4 Mignon-Akkus oder 2 CRV3-Batterien. Natürlich kann man auch Mignon-Batterien nehmen, diese halten aber nicht sehr lange. Im "Notfall" aber oft die einzige Lösung.
Jedenfalls hat man auch nach einigen Jahren kein Problem mit der Stromversorgung, da es so manchen "Exoten"-Akku eines Herstellers nicht mehr geben könnte, hingegen Mignon wohl so ziemlich der weitverbreitetste Standard ist. Ich empfehle übrigens Sanyo Eneloop oder Ansmann MaxE Akkus, da diese eine sehr geringe Selbstentladung(im Vergleich zu bisherigen Akkus) aufweisen, was von Vorteil ist, wenn man die Digicam nicht jeden Tag verwendet.
Über 1000 Bilder sind mit einer Ladung übrigens locker möglich.

Und natürlich sei noch erwähnt, daß die K100D zwar kein Liveview bietet, aber zumindest etwas ähnliches: Zieht man den An-Ausschalter durch, löst sie ein Bild aus, ohne es auf die Speicherkarte zu schreiben. So kann man auf dem LCD beurteilen, wie das tatsächliche Resultat werden könnte. Ein äußerst nützliches Feature, von dem ich gerne Gebrauch mache.

Nun, kommen wir zur Praxis.

Die K100D ist sehr gut verarbeitet, sie bietet ein stabiles Metallchassis mit griffiger Kunststoff-Ummantelung. An der Griffläche ist sie gummiert, was einen besseren Halt ermöglicht. Das LCD-Display ist brillant und hell, es löst auch sehr hoch auf. Oben findet sich noch ein Status-Display für Belichtungszeit, Blende, Akkulaufzeit und verbleibende Bilderzahl. Seitlich befindet sich die Klappe für SD-Karten - ist die Klappe offen, schaltet sich die Kamera übrigens nicht ein. Auf der anderen Seite verbergen sich hinter einer Klappe Anschlüsse für eine Fernbedienung, Netzteil und USB-Kabel.
Unten findet man ein Stativ-Gewinde aus Metall...viele bieten da oftmals nur eines aus Plastik, was ich als Witz betrachte, da es die Kamera gefährdet, wenn es mal ausleiert.

Oben finden wir den Blitzschuh, ein sinnvolles Feature, da der eingebaute Blitz in manchen Situationen einfach nicht mehr ausreicht und ein externer Blitz sehr von Vorteil sein kann.

Natürlich gibt es auch ein Stellrad für diverse Modi...als schon etwas erfahrener Fotograf lasse ich die Motiv-Programme links liegen und arbeite entweder voll manuell(Blende und Belichtungszeit) oder mit einer der Halbautomatiken, die entweder Blende oder Belichtungszeit übernimmt.

Vorne findet man den Bajonett-Verschluß, an dem man das Objektiv montiert - logisch, daß die Kamera als "Body" ohne Objektiv geliefert wird. Das Einsetzen ist aber keine Wissenschaft - ein kurzer Blick ins Handbuch erklärt es.

Zuerst probierte ich mein Glück mit der mitgelieferten "Kitscherbe", die eine Brennweite von 18-55mm bietet.
Da der Sensor kleiner ist als ein 35mm Kleinbildfilm, erweitert sich durch den Crop-Faktor von 1,5 die Brennweite auf 27-82,5mm. Das Klackern des Spiegels war erstmal etwas ungewohnt, es ist mittellaut und sehr unauffällig ist die Kamera dadurch nicht gerade, jedoch hört es sich gut an, da es ein "echtes" Geräusch ist und keines dieser lächerlichen Soundimitate, was die Hersteller bei ihren Kompakten gerne mitliefern, was sich absolut albern anhört.

Die ersten Resultate ließen schon erahnen, daß hier größeres Bildpotenzial als in den Kompakten steckt.
Gestochen scharfe, brillante Bilder, gut ausbelichtet und mit natürlichen Farben. Da die Kamera eine Mindest-Empfindlichkeit von ISO200 hat, wurden die Bilder auch unter schlechten Lichtbedingungen sehr gut.
Der Autofokus funktionierte sehr schnell und war präzise, zwischen diesem und dem der Canon lagen Welten. Lediglich bei wenig Licht funktionierte er nicht so gut oder gar nicht, man konnte zwar den Blitz als Hilfslicht hinzunehmen, nur ist das auch nicht das Wahre...man sollte manuell fokussieren, den Autofokus kann man hierzu an der Seite abstellen.

Allerdings reizt die Kitscherbe die Kamera bei weitem nicht aus. Etwas zu lichtschwach, ein bißchen zu wenig brillant - nun, für ca. 70 € kann man nicht viel erwarten.

Also kaufte ich das Pentax SMC 16-45mm. Dieses bietet eine durchgängige Blende von 4.
Umgerechnet eine Brennweite von 24-67,5mm, was mehr Weitwinkel bedeutet.

Die Ergebnisse waren viel besser! Zwar kostet es 435 € und damit um einiges mehr, doch das sollte es einem Wert sein. Wer eine DSLR kauft, sollte sich im Klaren sein, daß er auch teure Objektive kaufen sollte, will er die Kamera vollkommen ausreizen. Der "Body" ist in der Regel das günstigste Teil.
Dafür kann man die Objektive auch weiterverwenden, wenn man irgendwann mal eine neue Kamera mit gleichem Anschluß kauft.
Übrigens ist es ein unwahres Gerücht, daß Pentax eine kleine Objektiv-Palette hat...vielleicht gibt es das eine oder andere superteure Profiteil nicht, aber wer braucht das schon?

Als nette Spielerei kaufte ich noch ein Danubia-Objektiv mit 500mm Brennweite. In Verbindung mit dem passenden Adapter kann man es an jeder beliebigen DSLR verwenden. Die Brennweite stellt man bei der Kamera manuell ein, ebenso sind noch einige weitere Einstellungen notwendig, da dieses Objektiv nur einen manuellen Fokus bietet und keinen Kontakt zur Kamera herstellt, wie es bei den neuen Pentax-Objektiven mit Autofokus der Fall ist. Natürlich muß auch die Blende manuell eingestellt werden.
Wer gerne weit entfernte Objekte fotografiert, oder auch den Mond, wird mit diesem Ding seinen Spaß haben. Dank Stabi werden die Bilder auch knackscharf und verwackeln nicht - ein Stativ ist nicht notwendig.

Zur Kamera gehört auch eine recht brauchbare Photosoftware, um die RAW-Daten am PC zu "entwickeln".
Hierbei handelt es sich um rohe, nicht kameraintern bearbeitete Bilddaten, die zwar mehr Speicherplatz auf der Karte benötigen, aber bei denen man am Rechner noch einige Paramter beeinflussen kann(was bei JPEGs nicht immer geht) und sie anschließend ohne größere Kompression als JPEG "entwickeln" lassen kann.

Kommen wir nach all dem Lob auch zu den wenigen negativen Seiten der Kamera.

Wie schon erwähnt, ist der Autofokus bei schlechtem Licht recht unbrauchbar. Ein richtiges AF-Hilfslicht gibt es leider nicht.
Weiterhin kann die Kamera zwar Serienbilder schießen, was bei JPEGs mit anfänglich 3 Bildern pro Sekunde noch recht flott ist und selbst danach mit 1,2 Bildern noch relativ gut ist, aber bei RAWs ist der interne Buffer schnell voll und es dauert einige Sekunden, bis man wieder Bilder schießen kann.

In diesen beiden Punkten bietet die Konkurrenz zugegebenermaßen mehr...

Insgesamt bietet die K100D aber derzeit wohl den besten Einstieg in die Welt der DSLRs. Der Stabilisator und die rauscharmen Bilder sind Gold wert, die Kamera liegt gut in der Hand, ist nicht zu groß und nicht zu klein(wobei jeder selber im Geschäft die Kameras mal befühlen sollte!), dazu hat man immer noch etliche Möglichkeiten, durch (teils teures) Zubehör seine Kamera mehr auszureizen als eine Kompakte.
Für unterwegs kann man sich auch ein Universal-Superzoom z.B. von 18-200 oder 28-300mm Brennweite kaufen, man muß nicht immer alle Objektive beihaben...die Bilder werden dann immer noch besser als mit einer Kompaktkamera.
Auf jeden Fall eine top Kamera für alle, die nicht nur bei "Kaiserwetter" Bilder machen wollen!

Fazit: Für alle, die etwas mehr als nur "knipsen" wollen

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: