Pentax *ist DL
Im Preis unschlagbar, robust und bedienfreundlich - aber mit Schwächen bei der Bildqualität - Pentax *ist DL Digitalkamera

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Produkttyp: Pentax Digitalkameras

Im Preis unschlagbar, robust und bedienfreundlich - aber mit Schwächen bei der Bildqualität
Pentax *ist DL

Grumbel

Name des Mitglieds: Grumbel

Produkt:

Pentax *ist DL

Datum: 17.07.07, geändert am 17.07.07 (1024 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Preis, stabiles Gehäuse, Standardakkus, verständliche Menüführung, viele Funktionen, gutes Handbuch

Nachteile: AF System mit Kit-Objektiv oft sehr langsam,teilw.ungenügende Schärfe, Blitzfunktion mangelbehaftet

Ich kann die Begeisterung für die Pentax*istDL (ich selbst besitze die *istDL2) nicht in jeder Hinsicht teilen.
Meinen Apparat erwarb ich eher spontan in der Filiale eines großen Elektronikmarktes (MM), die die Pentax als Geburtstagsofferte zu ihrem 10-jährigen Bestehen in der "Kit"-Ausführung (mit Objektiv) im März 2007 zu zu diesem Zeitpunkt unglaublichen 399 Euro veräußerte
Zunächst galt mein Interesse der Nikon D-40 (das Canon EOS Einstiegsmodell mißfiel mir wegen ihres billigen Finish und der minderwertigen Leichtbauweise), aber der Nikon-Apparat rief damals gut 200 Euro mehr auf als die Pentax *istDL2 im "Geburtstagsangebot".
Ein in diesen Dingen versierter Bekannter - selbst Nikon-Eigner - hatte mir aber die Pentax einmal kurz als Alternative zur Nikon benannt.
- Meine Erfahrungen (bin kein Profifotograph):
Der größte Nachteil der *istDL2 ist das zuweilen sehr langsam messende AF-System. Obschon die Kamera ein 11-Punkt Meßfeld besitzt, können - zumal bei schlechten Lichtverhältnissen - im Automatikmodus schon einmal bis zu 5 sec. ins Land gehen, bis sich die Kamera bereit meldet. Hierbei mißt das Gerät über dauernde Blitzimpulse aufdringlich die Entfernung ein. Sieht zwar sehr professionell aus, ist aber für Schnappschüsse großer Mist.
Versagt die Blitzeinmessung (z.B. wegen zu großer Entfernung des zu fotographierenden Objekts und zu großer Dunkelheit), streikt gleich der ganze Apparat (Auslöserblockierung). Man muß dann die Kamera auf den manuellen Modus umschalten und von Hand scharfstellen - das kostet Zeit (selbst wenn der Umschalter - Zufall oder war den Entwicklern diese Schwäche der *istDL2 bekant ? Die BA rät etwas sybillinisch zum Umschalten bei "Problemen mit dem Automatikmodus" - sehr griffgünstig u.l. am Objetivverschluß befindlich ist) und ruinierte mir schon diverse Bilder.
Meine noch vorhandene Nikon F-501 Analog-SLR Kamera aus der Mitte der 80er, an der ich wegen ihrer Qualität und der damaligen Investition sehr hänge, kann dies nicht schlechter. Aber beide Geräte trennen über 20 Jahre Entwicklungszeit...
Nicht sehr erbaulich zumal vor dunklem Hintergrund ist auch die z.T. schwarze Symbolik im Sucher der *istDL2.
All diese Probleme treten zumal in geschlossenen Räumen auf.
Die Nikon D-40 kennt solche Marotten überhaupt nicht, sie mißt stets augenblicklich das Bild ein und meldet sich sofort bereit.
Auch hat der Automatik-Meßmodus der *istDL2 zuweilen Probleme mit Nahaufnahmen (Makro) - deren Qualität läßt in nicht wenigen Fällen zu wünschen übrig. Mittlerweile messe ich in Makro manuell ein, das funktioniert weit besser; jedoch auch nicht so, wie ich es von einer digitalen SLR erwartete. Zumal die Annäherung ans` Objekt ist nicht genügend.
Schließlich gibt es häufig Probleme mit der Rand/Tiefenschärfe der *IstDL2, d.h. "verschwimmt" das Bild jenseits der Autofokusmeßpunkte. Meine Freundin findet dies Nuancierung zwar sehr professionell, ich allerdings ziehe ganzheitlich scharfe Bilder vor. Zumal ich auch nicht glaube, daß dies so sein sollte.
Wie Testberichte erläutern, sind diese Probleme allerdings nicht von der Kamera zu verantworten, sondern von einer ungenügenden Abstimmung des Kit-Objektives, das - in Ansehnung des Preises des Apparates - ein Kompromiß sei. Tauscht man dieses gegen ein höherwertiges Fixfocus- oder Teleobjektiv aus, so sollen die Probleme gelöst werden, und das an und für sich große Potential der Kamera komme voll zum Tragen.
Ich halte freilich auch den eingebauten Blitz der Pentax *istDL2 nicht für der Weisheit letzten Schluß, zumal dieser zuweilen ein sehr merkwürdiges Eigenleben führt.
Die gleichen Testberichte sagen zwar aus, daß die Nikon D-40 und die Canon EOS (Einstiegsmodell) ähnliche Probleme mit ihren Kit-Objektiven haben (auch hier Verweis auf den relativ günstigen Einstandspreis), aber ich selbst konnte das während meiner vergleichsweisen Handhabung der Nikon D-40 meines Bekannten jedenfalls nicht feststellen.
Zwar ist wohl die krasse Aussage des Mitarbeiters eines anderen Elektronikmarkts, wonach man die *istDL2 "vergessen könne", in dieser Form gewiß nicht zutreffend. Aber ich will diesem Mitarbeiter gerne glauben, daß unzufriedene Kunden die *istDL2 zurückgaben und statt dessen eine Nikon D-40 kauften.
Auch die Qualität der (fertig ausgedruckten) Nikon-Fotos ist etwas besser als jener der Pentax.
Womöglich kann man das durch Ausnutzung der unzähligen, manuellen Funktionen korrigieren, aber dies erforderte ein vertieftes Studium der i.ü. sehr guten (s.u.) BA.
Freilich hat die *istDL2 auch ihre Vorteile: Einer der größten ist in der Verwendung handelsüblicher Batterien zu sehen. Die Nikon arbeitet mit Lithium-Ionen Akkus, die zwar länger Energie liefern, aber über die Steckdose aufzuladen sind. Wenn eine solche fehlt - wie meinem Bekannten während seines Urlaubes im schottischen Hochland passiert -, ist das Gerät "k.o.".
Aus diesem Grunde fielen bei meinem Bekannten 2/3 der Urlaubsfotos aus. Zudem ist der Nikon-Akku, wenn einmal erschöpft, unverschämt teuer im Austausch. Hier bereitet die *istDL2 keine Probleme, zur Not tun es Wegwerfbatterien aus jedem Krämerladen.
Mit hochwertigen 2600 m/Ah Akkus schafft die Pentax trotz häufigerer Kurznutzung des Monitors immerhin ca. 700 Photos pro Ladephase.
Ein weiterer Vorteil ist die energiesparende, optische Einmessung und der aus diesem Grunde weitestgehend entfallende Monitorbetrieb. Desgl. erweist sich die manuelle Entfernungseinstellung über Drehring als weit schneller, effektiver und vor allem batterieschonender als das elektrische Gemurkse mit motorisch ein- und ausfahrenden Objetiven der gewöhnlichen nicht-SLR Digitalkameras. Nicht immer ist die kompliziertere Technik die bessere Lösung.
Allein die genannten Aspekte stellen sehr große Vorteile einer digitalen SLR dar, die ich nicht mehr missen möchte - die allerdings auch alle anderen, digitalen SLRs` zu bieten haben.
Die Menüführung der *istDL2 ist auch für Laien ohne Studium der BA in den Grundfunktionen verständlich und nicht zu kompliziert. Dies ist aber bei den Modellen von Nikon und Canon nicht anders.
Freilich bewirkt der sehr hochwertige TFT-Monitor der *istDL2 ein noch "greifbareres" Erscheinungsbild der Menüführung als die Monitore der Konkurrenz.
Das Finish der Pentax ist gehäuseseitig sehr gut (GFK-Kunststoff auf Metallchassis - ein Metallgehäuse hat das Gerät freilich nicht, das schrieb hier ein anderer Nutzer), meine überstand klaglos einen Sturz vom Autodach, bei dem sie auch noch durch versehentlichen Zug am (mitgelieferten und sehr hochwertigen) Riemen auf den Asphalt beschleunigt wurde.
Das wäre mit dem Recylingkunststoffgehäuse der Canon EOS gewiß anders ausgegangen - ich wußte schon sehr genau, weshalb dieser Apparat für mich nicht in Frage kommt.
Die Bedientasten der Pentax wirken dggü. im Vergleich zur Canon nicht sehr vertrauenserweckend, des gilt zumal für den wackligen 4-Wegeregler auf der Rückseite der Kamera.
Auch scheint das Objektiv zwischen seinen Baustufen etwas Spiel zu haben.
Am besten kann wieder alles die Nikon D-40, die ein qualitativ ebenso hochwertiges Gehäuse wie die Pentax und gleichfalls auch hochwertige Bedientasten besitzt. Zudem ist die Nikon etwas leichter als die *istDL2 (wg. Lithium Akku). Das ist zwar auch die Canon, aber hier liegt es offenkundig am billigen Gehäusematerial und dessen luschiger Verarbeitung.
Überlegen ist die *istDL2 von Pentax der Konkurrenz aber im Hinblick auf Größe, Brillianz und Auflösung des integrierten Bildschirms: Hier fallen die Nikon und auch die Canon ab - etwas paradox ist allerdings der Eindruck, den die LCD-Mattscheibe bewirkt: Denn betrachtet man sich das Ergebnis der fotografischen Bemühungen zunächst auf dem Kamera-Bildschirm, wirken die Fotos der Pentax *istDL2 gegenüber jenen der Nikon als überlegen. Das ändert sich allerdings, wenn die Bilder in den Rechner überspielt oder diese auf Fotopapier gedruckt werden.
Das Zubehör der *istDL2 in der Kit-Ausführung ist reichlich (hochwertiger Tragriemen, USB-Kabel, Video-Kabel für TV, diverse Anwender-DVDs`- nicht einmal die Akkus fehlen, die mitgelieferten taugen aber nicht viel), das umfangreiche Bedienhandbuch noch gedruckt (heute keine Selbstverständlichkeit mehr ! Oft heißt es "www.xxx." anklicken) und sehr verständlich geschrieben, wenngleich aber auch sehr ausführlich (es ist wohl nicht anders möglich - diese Geräte sind für einen "Normalnutzer" einfach zu komplex).
Mein Fazit: Trotz i.w. ähnlicher, technischer Grunddaten (die Nikon D-40 verfügt über ein noch weiteres Belichtungszeitspektrum, die *istDL2 über eine größere ISO-Spreizung. Die Zahl der AF-Meßfelder und die Pixelauflösung, die aber keine vorrangige Rolle spielt, sind identisch, und die Programmierfunktionen gehen bei beiden Geräten ins`Unendliche) kann die Nikon Wesentliches wesentlich besser. Freilich war sie im Vergleich zu der von mir erworbenen *istDL2 (damals) auch 200 Euro teurer - das bedeutete immerhin 50% des Preises der *istDL2.
Sollte es an dem sein, daß durch den Erwerb eines höherwertigen Objektivs die Schwächen der *istDL2 ausgegeglichen werden, so
kann man den Differenzbetrag zur Nikon hierfür verwenden und hat dann womöglich eine Kamera, die leistungsfähiger ist als die Nikon D-40 mit dem serienmäßigen Kitobjektiv.
Klar für die Pentax spricht ihr Preis: 399 Euro war im März 2007 unschlagbar für eine digitale SLR und für sich betrachtet schon allein ein Kaufgrund. Man muß sich fragen, wie Pentax das kalkulatorisch hinbekommen hat, denn das Gerät wirkt qualitativ wegen seines hochwertigen Gehäuses und dem großen Monitor trotz allem nicht "billig".
Denn in dieser Preisklasse wuseln ja noch Dutzende "besserer" nicht-SLR Digitalkameras herum. Verglichen mit diesen Geräten - Designmetallgehäuse und Chromapplikation hin oder her - ist die *istDL2 allerdings ein ganz anderes Kaliber - ein (jedenfalls halber) Profiapparat, der dem Nutzer auch ein ganz anderes Potential eröffnet.
Finish des Gehäuses und das Zubehör der Pentax *istDL2 sind wie erwähnt gut, das Objetiv und die Bedientasten haben Schwächen.
Da mittlerweile auch die Nikon D-40 schon zu 499 Euro verkauft wird, ist die Preisdifferenz zur Pentax allerdings gesunken.
Perfektionisten ohne professionelle Fotografierambitionen sollten zur Nikon greifen, Sparfüchse werden auch mit der Pentax glücklich werden. Sie ist ohne jeden Zweifel gegenüber ordinären nicht-SLR Design-Spielzeugen im Chequekartenformat die unendlich bessere - de facto nicht vergleichbare - Wahl.
Leider bin ich eher Perfektionist. Trotzdem hätte ich bei einem Preisunterschied von 200 Euro auch heute wieder die Pentax gewählt.
Jetzt - da die Preisdifferenz geschmolzen ist - fiele meine Kaufentscheidung aber auf die Niko D-40.
Nicht in Frage käme für mich nach wie vor die teure Canon. Sie mag technisch gut sein, wirkt aber qualitativ so minderwertig, daß dies den hohen Preis nicht rechtfertigen kann.

Fazit: I.w. solide und sehr günstige SLR-Kamera mit vielen Funktionen - Schwächen im Kit-Objektiv

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: