


Erhältlich in: 2 Shops
Produkttyp: Panasonic Digitalkameras
Neuester Testbericht: ... Landschafts- und Architekturaufnahmen. Einziger Nachteil ist die geringe Brennweite, so dass Portraitaufnahmen nur dann gelingen, wenn... mehr
Wenn sie nur mehr Brennweite hätte...
Panasonic Lumix DMC-LX3

Name des Mitglieds: digicamclub.de
Produkt:
Panasonic Lumix DMC-LX3
Datum: 18.08.08
Bewertung:
Vorteile: super Weitwinkel, sehr lichtstark, sehr gute Bildqualität
Nachteile: Verzerrungen bei 24mm, ab ISO 800 eigentlich nicht mehr brauchbar
Die Panasonic LX2 hatte ich im März 2007 zum testen da (http://gallery.digicamclub.de/4images/details.php ?image_id=30764). Mein Fazit lautete damals:
"Wer neben seiner DSLR gerne eine Kompaktkamera haben möchte, die sehr gute Bilder macht, einen Bildstabilisator hat, einen echten Weitwinkel bietet und auch manuelle Einstellungen möglich sein sollen, der sollte sich unbedingt einmal die LX2 ansehen. Für absolute Einsteiger vielleicht überdimensioniert, aber wer gerne mal selbst Hand anlegt, der wird seine Freude mit der LX2 haben - für mich ist es definitiv eine Kamera, die ich als Zweitcam in Betracht ziehen würde."
Heute, 1 1/2 Jahre später hat Panasonic endlich einen Nachfolger zustande gebracht (die Cam kommt Mitte September, zur Photokina, auf den deutschen Markt). Und dieser Nachfolger kann sich sehen lassen, wenn man viel Wert auf Lichtstärke und Weitwinkel legt. Zoom-Fetischisten werden die LX3 nicht interessant finden und mögen ab hier bitte aufhören, weiterzulesen :-)
Die LX3 wurde mit allen technischen Rafinessen aufgestockt, was der Panasonic-Standard heute zu bieten hat. Es gibt mehr Automatiken, die Gesichtserkennung wurde weiterentwickelt, der neueste Venus-Engine (IV) wurde eingesetzt, um eine noch bessere Rauschunterdrückung zu gewährleisten. Weiter sind nun HD-Videos (ohne Längenbegrenzung) möglich sowie ein AF-Tracking integriert; der Autofokus wird nun auch bei bewegten Motiven schnell nachgeführt, was zuletzt noch zu Problemen geführt hat. Wem das noch nicht reicht und lieber selbst Hand anlegen möchte, der kann dies tun. Die LX3 lässt sich auf Wunsch komplett manuell bedienen. Zu guter Letzt ist es auch noch möglich, optische Aufsätze sowie externe Blitzgeräte zu verwenden. All das gepackt in eine Kamera mit einer wirklich sehr guten Bildqualität.
Die Bildqualität kommt sicherlich auch so gut davon, weil Panasonic "nur" 10 Megapixel nutzt und nicht den Wahn mitmacht, "mehr Pixel für bessere Bilder" - dafür passen die 10 Megapixel auch super auf den doch recht großen 1/1,63" CCD-Chip. Das macht sich bezahlt. Theoretisch gesehen schafft die LX3 sogar 11 Megapixel, jedoch kann man direkt am Objektiv die Seitenverhältnisse ändern. Von 4:3 auf 3:2 oder auf 16:9 (bei 4:3 werden die 10 MP genutzt, bei 3:2 noch 9,5 MP und 9 MP bei 16:9). Der Hintergrund für dieses Umschalten am Objektiv ist der diagonale Blickwinkel bei jedem Seitenverhältnis; dieser muss konstant gehalten werden, damit man nicht mehr in Bezug auf die Brennweite ständig umrechnen muss. Somit hat man die vollen 24 mm Weitwinkel des lichtstarken Objektivs (1:2,0 bei 24 mm und 1:2,8 bei 60 mm) immer zur Verfügung.
Die LX3 kommt als Weitwinkelkamera daher; 24mm Anfangsbrennweite ist sehr gut, allerdings hört es bei 60mm dann schon wieder auf (bedeutet: 2,5fach optischer Zoom). Für Zoofotografen wird die LX3 daher sicher nicht auf Platz 1 der "Muss ich haben"-Liste stehen. Für Architekturfreunde und für Heimknipser aber umso mehr. Ich selbst finde die 24mm Anfangsbrennweite sehr schön, da ich Zuhause mit dieser Cam wirklich sehr gute Bilder von meiner Tochter machen konnte. Die hohe Lichtstärke tat ihren Rest. Die Bilder werden, im Vergleich zur Canon IXU 950 IS, um Längen (!) besser. Die LX2 hatte noch 28-112mm, die LX3 halt nun 24-60. Dafür ist die Bildqualität im Vergleich zur LX3 nochmals besser geworden (und die LX2 war für mich schon DIE Kamera mit der besten Bildqualität bei ISO 400).
Wer schon einmal eine LX1 oder LX2 in Händen hielt, der wird die LX3 sofort verstehen. Von dem Maßen ist sie nur unwesentlich größer geworden, von der Bedienung her hat sich praktisch nichts geändert. Das Display hat an Größe gewonnen, hat nun gute 3 Zoll und schafft sehr gut 460.000 Bildpunkte an Auflösung. Das Display ist angenehm hell und scharf, die Farben kommen schon da sehr natürlich rüber. Die Bedienelemente sind alle gut zu erreichen, lediglich der Umschalter zwischen Foto und Bildwiedergabe ist etwas schwergängig (umschalten auf Wiedergabe geht gut, das Hochschieben auf den Fotomodus erfordert aber ein wenig Kraftaufwand im Daumen).
Der interne (recht kleine) Blitz langt nicht aus? Kein Problem, denn an die LX3 kann man einen Blitz montieren, der Blitzschuh hat TTL-Kontakte und somit sind die Blitze der FourThird-Kameras kompatibel (Olympus-Blitze sollten somit auch funktionieren). Extra für die LX3 wird noch ein Blitz produziert, der dann vermutlich mit Leitzahl 22 daher kommen wird.
Wer nicht auf Blitze steht, mag vielleicht optisches Zubehör wie Weitwinkelkonverter oder Polfilter? Wer den 0,75fachen WW-Konverter mittels des Tubus' vorschraubt, erhält ungalubliche 18mm (!) Anfangsbrennweite. Leider wurde das Gegenstück, ein Telekonverter, bisher nicht angekündigt, der in meinen Augen mehr Sinn machen würde bei einer maximalen Brennweite von 60mm. Aber vielleicht kommt er ja doch noch eines Tages.
Was fehlt der LX3? Ein Unterwassergehäuse derzeit - und die Möglichkeit, einen Kabelfernauslöser anzuschließen. Dafür ist die LX3 leider nicht gebaut worden. Schade.
Um nochmal kurz auf die Bedienung zurück zu kommen: Viele wichtige Funktionen können auf die Schnelle mittels des "Bedien-Joysticks" gemacht werden. Dieses drückt man ein und dann nach unten - schon kann man (je nach Menüwahl) schnell die ISO ändern, die Art des AF oder weitere Einstellungen tätigen. Leider ist diese Bedienung mit größeren Fingern etwas frickelig - ich hätte mir mehr Navigation mit den 5-Wege-Tasten gewünscht, die ebenfalls vorhanden sind.
Abmessungen: 109 x 60 x 27mm bei 270 Gramm Kampfgewicht (inkl. Akku und Speicherkarte).
Preis: um die 450 Euro
==Die Bildqualität==
Die Bildqualität der LX3 erscheint mir im Vergleich zur LX2 nochmals verbessert. Die LX2 war schon sehr gut, bis ISO400 prakisch kein rauschen zu sehen und wenn, dann ist dies mittels EBV blitzschnell beseitigt ohne großen Detailverlust. Die LX3 kommt mir noch schärfer vor mit noch lebendigeren Farben, auch der automatische Weißabgleich passt hier noch einen ticken besser als bei der LX2. Die enorm hohe Lichtstärke bei 24mm von F 2.0 macht "Available Light"-Aufnahmen zu einem Vergnügen; man kann bedenkenlos auf den störenden Blitz verzichten. Der ohnehin sehr gute Bildstabilisator tut sein Übriges.
Die Farben und die Bildschärfe sind sehr natürlich, wirken ausgeglichen und harmonisch. Selbst bei sehr grellem Licht (Mittagssonne) schafft es die LX3 noch, sehr gute Bilder zu machen. Die Automatiken erkennen die Überstrahlungen und passen die Kontraste an. Klappte bisher sehr gut.
Auch die Gesichtserkennung machte Laune, wobei die LX3 Probleme hatte, wenn die Gesichter unterschiedlich groß waren (Baby und meine Frau) oder aber zu dicht beeinander waren.
Die Auslöseverzögerung ist schnell - ich habe jetzt nicht mitgemessen, aber ich erachte sie als schnell und brauchbar. Auch gut ist der Serienbildmodus. Die ISO wird hier dann zwar auf 500 hochgesetzt (lässt sich auch nicht verhindern!) und ein leichtes, permanentes Bildrauschen ist zu sehen, aber dafür kann man wirklich eine gute Serienbilderkette hinlegen. Ich war selbst überrascht. Der AF kommt meist mit, nur bei spiegelnden Flächen mittendrin ists vorbei mit der Bildschärfe (Fensterscheiben). Professionelle Serienbilder werden es nicht; wer eine Cam hierfür sucht, ist bei der LX3 falsch. Aber für ab und an mal Serienbilder eignet sich die LX3 durchaus.
Wer viel mit den 24mm fotografiert wird feststellen, dass Verzeichnungen sich bei dieser Brennweite leider nicht vermeiden lassen. Je nach Art des Motivs sieht man Verzeichungen mehr oder weniger. Dies musste ich später teilweise mit Photoshop "geradebiegen".
Zu guter Letzt: Das Rauschverhalten. Bis ISO 400 rauschfrei (es sei denn, die Cam ist zu warm geworden). ISO 500 lässt sich auch noch gut beheben. ISO 800 rauscht sichtbar, mit ein wenig Geschick und evtl. ein paar Einbußen in der Auflösung kann man selbst mit ISO 800 noch einigermaßen brauchbare Bilder erzeugen. ISO 1600 und 3200 sind dann eher Dokubilder (ISO 6400 im Automatikmodus muss ich dann sicher nicht weiter kommentieren).
Kurz zusammengefasst für die Bildqualität / Fotos:
+ sehr gute Farbechtheit und Bildschärfe
+ gute Auslöseverzögerung
+ lichtstark und guter Stabilisator
- bei 24mm sind Verzerrungen am PC zu beheben
- ab ISO 400 erstes Rauschen, ISO 800 und mehr nur noch zu Dokuzwecken einsetzbar
------------------
Mein Fazit: Die Panasonic LX3 ist eine wirklich spannende Kamera mit einer sehr guten Bildqualität und einem ansprechenden Weitwinkel. Leider ist die LX3 nicht mehr so universell einsetzbar wie es die LX2 noch war, da bei 60mm Brennweite Schluss ist. Da es keinen Telekonverter gibt, macht das bestimmte Orte für die LX3 meist unattraktiv. Wer sich jedoch mit Weitwinkelaufnahmen beschäftigt, der wird mit der LX3 viel Spaß haben. Als echten Allrounder kann ich sie nur nicht empfehlen, da 60mm Brennweite hierfür einfach zu wenig sind.
Fazit: Sehr gut - spitze erst bei mehr Brennweite
| Verarbeitung: | ||
| Zuverlässigkeit: | ||
| Bedienkomfort: | ||
| Ausstattung: | ||
| Bildqualität: | ||
| Akkulaufzeit: |
Weitere Testberichte: im Bereich Digitalkamera

