Panasonic Lumix DMC-FZ1
Der Mut zur Lücke - Panasonic Lumix DMC-FZ1 Digitalkamera

Erhältlich in: 3 Shops

Produkttyp: Panasonic Digitalkameras

Der Mut zur Lücke
Panasonic Lumix DMC-FZ1

Jovalli

Name des Mitglieds: Jovalli

Produkt:

Panasonic Lumix DMC-FZ1

Datum: 10.07.03, geändert am 07.05.04 (1018 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Optik, Bildqualität, Verarbeitung

Nachteile: Aufnahmen bei geringer Beleuchtung

PROLOG:

Ich möchte eine Kamera wie James Bond! Mega-Zoom, perfekte Bildqualität, so groß wie 'ne Armbanduhr, keinerlei Bildrauschen bei Nachtaufnahmen, easy Bedienung und ausserdem soll sie weniger als 300 Euro kosten ...

Der nette Verkäufer im "Ich-bin-doch-nicht-blöd-Laden" hat mich wie blöd angeglotzt, als ich diesen Wunsch geäußert habe! Wieso nur ;-)

Aber mal Spaß beiseite, wer sich heute eine Digitalkamera zulegt, der muß irgendwo Kompromisse schließen. Entweder holt man sich einen "Allrounder", der von allem etwas kann, oder man zeigt Mut zur Lücke und nimmt eine Digicam, die die Stärken genau dort hat, wo man sie PERSÖNLICH braucht.

Deshalb ist meine Wahl auf die Panasonic Lumix DMC FZ1 gefallen, eine Entscheidung, die ich nach vielen Bildern nicht bereut habe. Günstigster Preis im Internet ca. 460,- Euro. Im Laden hab ich die FZ1 für 539,- Euro gesehen.


DER BERICHT - MUT ZUR LÜCKE:

Ich brauche in erster Linie eine Kamera mit großem Zoom und guter bis sehr guter Bildqualität bei Aufnahmen unter Normalbedingungen. Hier sind wir auch gleich bei den herausragenden Features der FZ1.

- Objectiv, Zoom, Bildstabilisator und Bildqualität

12-fach optischer Zoon und Leica Objektiv - da wird der Hobbyfotograf natürlich neugierig. Die Neugierde wird nach den ersten Aufnahmen auch gleich absolut positiv befriedigt. Die Qualität der Fotos ist auf den ersten Blick sehr gut; die Farben sind natürlich und die Schärfe ist sehr gut.

Auch der zweite Blick enttäuscht nicht! Trotz des Extrem-Zooms gibt es - Leica sei Dank ;-) - kaum Bildfehler. Im Weitwinkelbereich findet man eine geringe, kaum merkbare tonnenförmige Verzeichnung. Hier hab ich schon viele 08/15 3x-Zooms gesehen, die deutlich schlimmer waren. Im extremen Telebereich sucht man die kissenförmige Verzeichnung fast vergeblich. Ich bin beeindruck und hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein so kompakter
Zoom derart wenige geometrische Bildfehler hat. Chromatische (farbliche) Bildfehler treten auch nur ganz minimal und fast vernachlässigbar im Telebereich auf. Die typischen violetten/purpurnen "Ränder" sind sehr selten. Hier zeigt sogar die hochgelobte Canon G5 mit ihrem 4-fachen Zoom (35-140mm) schlechtere Ergebnisse.
Die Ausleuchtung in den Bildecken ist ausgezeichnet. Auch hier sammelt das Leica Objektiv Pluspunkte.

Bei Aufnahmen mit "Lichstärke" ISO 50 und ISO 100 ist das Bild sehr rauscharm, ab 200 ISO nimmt das Rauschen zu - hält sich aber noch in Grenzen. Prints in der Größe 10x15 cm (bei ISO 200 und weniger) sind von sehr guter Qualität. Bilder mit ISO 400 aufgenommen haben nur noch Fun-Charakter, die klebt man lieber besser mit der Rückseite nach vorne ins virtuelle Fotoalbum ;-).

Mit dem sehr lichtstarken Leica Objektiv (durchgehende Anfangslichtstärke f2.8) und einem genialen Bildstabilisator benötigt man nur sehr selten ISO 400 (und mal ehrlich, welche Digicam in dieser Preisklasse - < 600 Euro - liefert schon mit ISO 400 wirklich brauchbare Ergebnisse?)

Neben dem Objektiv ist der Bildstabilisator das herausragende Element der FZ1. Schon mal versucht mit einer Brennweite von 400 mm ein im Schatten liegendes Motiv zu fotografieren? Ohne Stativ ist man da hilflos - die Bilder verwackeln und sind unscharf. Mit dem Bildstabi der FZ1 schaft man dies ohne Probleme aus der Hand. Selbst mit Belichtungszeiten von 1/125 s gelingen scharfe Aufnahmen im extremen Telebereich (420mm) und mit etwas Luftanhalten kann man sogar noch etwas länger belichten.

- und es wurde dunkel ...

Aber wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und im Schatten, bzw. in der Dunkelheit liegen die Schwächen der Panasonic. Der eingebaute Blitz ist etwas schwach auf der Brust. Laut einiger Testberichte liegt die Reichweite bei 2,1 Meter, andere sprechen von 4,5 Meter (Weitwinkel), bzw. 3,5 Meter (Tele). Die Hotline von P
anasonic konnte mir da auch nicht helfen - unglaublich, die wissens nicht - tztztz. Sicher ist nur, Motive in einer Entfernung von etwa 2,5-3 Meter werden bei völliger Dunkelheit noch gut ausgeleuchtet.

Wird es ganz dunkel, so kann man im elektronischen Sucher und auf dem LCD-Monitor nichts mehr sehen. Die Kamera macht zwar weiterhin scharfe Bilder, nur ist die "blinde" Suche nach dem Motiv mehr als ärgerlich. Mit etwas Übung kann man sein Objekt der Begierde über die Kamera hinweg anvisieren - die Not macht erfinderisch ... aber nicht glücklich.

Die Qualität der Blitzaufnahmen (wenn man das Motiv dann auch wirklich getroffen hat) ist zwar nicht mehr so perfekt wie am hellen Tag, aber immer noch gut. Abzüge in der Größe 10x15 sind nahezu rauschfrei und gestochen scharf. Auch die Farbwiedergabe ist gut bis sehr gut. Vermissen tue ich die Anschlussmöglichkeit eines externen Blitzgerätes.

- Einstellmöglichkeiten

Eine weitere große Schwäche sind die fehlenden manuellen Einstellmöglichkeiten der FZ1. Eine Blenden- oder Zeitautomatik sucht man vergeblich. Es gibt zwar eine Reihe von Motivprogrammen (Nacht, Portrait, Makro, Sport, etc.) und eine Blendenkorektur (in +/- 1/3 Blendenschritten), aber so richtig kreativ kann man damit nicht werden. Es gibt 2 Arten der Belichtungsmessung: Flächeninterpoliert und die punktgenaue Spot-Messung.

Auf die anderen möglichen Einstellungen und Features der FZ1 möchte ich hier gar nicht eingehen, denn diese sind auf der Webseite von Panasonic und in anderen Reviews zu genüge beschrieben. Als einziges sei hier noch der Weißabgleich erwähnt, der meines Erachtens sehr gut funktioniert. Neben einem automatischen Modus, gibt es noch vordefinierte Einstellungen (bewölkter Himmel, Neonlicht ...) und einen manuellen Abgleich.

- weitere Erfahrungen ...

Die Verarbeitung der FZ1 ist sehr gut, der Akku lädt schnell (90 min) und hält ewig (über 200 Bilder oder 70-80 Minuten Bild
betrachtung/bearbeitung auf dem LCD Monitor. Arbeitet man mit dem elektronischen Sucher geht' sogar noch etwas länger.

Der LCD Monitor ist zwar mit 1,5 Zoll nicht gerade groß, hat aber mit 114.000 Pixel eine recht hohe Auflösung und liefert ein scharfes und kontrastreiches Bild. Typisch bei großen Zooms sind elektronische LCD-Sucher (EVF - Elektronic View Finder). Vorteil hierbei: man bekommt alle Daten, die man auf dem Monitor sieht auch im Sucher angezeigt. Der Nachteil - wie schon oben beschrieben: Im Dunklen sieht man nichts. Der EVF hat einen Dioptrin-Ausgleich.

Thema Geschwindigkeit: Wow, max 7 Bilder pro Sekunde im "Highspeed" Modus (Qualität fein) oder 4 Bilder/sec (Qualität sehr fein). Nach dem Anschalten der Kamera dauert es nur 2 Sekunden, bis das erste Foto im Kasten ist und 1-2 Sekunden später hat man das nächste in der höchsten Qualität "sehr fein" gespeichert. Der sehr leise funktionierende Zoom benötigt auch nur 2 Sekunden vom Weitwinkel bis zum Tele (35 - 420). Die FZ1 ist also recht flott - aber dies ist bei lediglich 2 Megapixel Auflösung auch Pflicht.

- die Auflösung

Die Auflösung von max. 1600 x 1200 Punkten (ca. 2 Megapixel) mag für viele der entscheidende Grund gegen einen Kauf der Panasonic sein. Ja, hier braucht man schon viel Mut zur Lücke und der Verwendungszweck sollte genau abgesteckt sein.

Für Prints bis 13 x 18 mm reichen 2 Megapixel völlig aus. Für die Darstellung auf dem Monitor, bzw. Fernsehgerät sowieso. Wer jedoch Ausdrucke in DinA4 größe haben möchte, der sollte sich nach einer anderen Kamera umschauen, oder noch besser sich eine analoge Spiegelreflex zulegen, denn da kommt man deutlich günstiger bei weg und hat auch noch eine höhere Qualität ;-)

- das Zubehör

Hey super da liegt doch neben dem Li-Ionen Akku, dem Ladegerät und den notwenigen Kabeln (Netzkabel, USB und Analogkabel für den Fernseher) noch eine Gegenlichblende in der Packung. Läche
rlich hingegen ist die 8MB SD Speicherkarte - Na ja, für die ersten Testbilder reicht die Kapazität. Die FZ1 speichert die Bilder in zwei Kompressionsstufen fein und sehr fein. Die Bilder haben eine Größe von etwa 300 bzw. 800 Kbyte. Erbsenzähler kritisieren hier vielleicht, dass es keine kompressionsfreie Speichermöglichkeit gibt, aber mal ehrlich, wer sieht denn einen Unterschied zwischen einem JPEG-File in hoher Qualität und einem TIF-Bild - zumal ein gewisses Farbrauschen bei Aufnahmen physikalisch sowieso immer vorhanden ist.

- Der Movie-Modus und Sprachnotizen

Jo, das gibt's auch ;-)

okok, dann halt doch ein kurzer Satz dazu: Fun-Filmchen mit Ton kann man auch machen - die Länge wird nur vom Speichermedium begrenzt. Ach ja, Stichwort Ton: Sprachnotizen sind zu den einzelnen Bildern möglich, sowohl bei der Aufnahme, als auch nachträglich.


EPILOG:

Zum Schluss noch ein kurzes Fazit:

Die Panasonic Lumix DMC FZ1 ist die ideale Allround- und Urlaubskamera, solange man keine großen Ausdrucke machen möchte. Mit dem großen Zoom und dem genialen Bildstabilisator ist kein Motiv zu weit weg. Bei genügend Licht sind die Aufnahmen hervorragend und fast Fehlerfrei. Wer viel Nachts fotografiert muß bei der FZ1 Abstriche machen, hat aber dennoch eine noch gute Bildqualität.

Fazit: