Olympus µ 720 SW
Mein Tipp: Finger weg! - Olympus µ 720 SW Digitalkamera

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Olympus Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... steht nur die Programmautomatik zur Verfügung. Um jedoch wettbewerbsfähig zu bleiben, spendiert Olympus immerhin stolze 24 Motivprogramme: ... mehr

Mein Tipp: Finger weg!
Olympus µ 720 SW

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Produkt:

Olympus µ 720 SW

Datum: 07.06.06

Bewertung:

Vorteile: Design noch ganz okay // 24 Motivprogramme

Nachteile: ungünstig platzierte Linse // Rauschverhalten // Bildqualität

E r f a h r u n g s b e r i c h t


Testkamera: Olympus mju 720 SW



[ Allgemeines und Technisches

Zuletzt hatte ich mir die mju 810 angesehen und war vom Rauschverhalten enttäuscht. Die Verarbeitung war zwar klasse, aber die Bilder rauschten teilweise so stark, dass man es sogar deutlich bei einer kleinen Auflösung wie 600x600px sehen konnte. Die mju 720 SW habe ich ebenfalls von Olympus zum testen bekommen und dies habe ich auch zwei Wochen lang gemacht.

Vom Optischen her ist die 720 SW schon schick, wenn auch an einigen Stellen extrem glänzend, was ziemlich verspielt aussieht. Aber darüber konnte ich dann doch noch hinweg sehen. Die 720 SW ist eine ähnliche Kamera wie die Pentax W10, denn die 720 SW ist auch für Unterwasseraufnahmen geeignet. Allerdings ist die 720 SW besser, wenn es um Tauchtiefe und Stoßfestigkeit geht. Die Olympus-Kamera ist bis zu 3 Meter wasserfest und kann aus bis zu 1,5 Metern Höhe auf den Boden geworfen werden, angeblich ohne Schaden zu nehmen. Die Kamera hat folgende Maße: 91 (B) x 58,7 (H) x 19,8 (T) mm; wiegen tut sie betriebsbereit etwa 165 Gramm, ist damit erstaunlicherweise recht schwer für die geringe Größe.

Die mju 720 SW kommt in drei Farben daher: Dusky Pink, Polar Blue und Steel Silver. Sie hat einen 1/2,3-Zoll-CCD mit 7,4 Millionen Pixel, welcher leider auch recht stark rauscht, dazu aber später mehr. Gespeichert wird auf einer xD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten), welche folgende Größen haben darf: 16, 32, 64, 128, 256, 512 MB und 1 GB. Das optische Zoom ist 3fach vergrößerbar, 6,7 - 20,1 mm (entspricht einem 38 - 114 mm Objektiv bei einer 35-mm-Kamera). Die maximale Blende liegt bei 1:3,5 (Weitwinkel) - 5,0 (Tele). Damit ist die Kamera leider nicht gerade lichtstark. Das TFT-Display ist ein 6,4-cm-/2,5-Zoll-Farb-TFT-LCD mit 115.000 Pixeln. 115.000 Pixel bei 2,5 Zoll ist schon fast zu wenig, das merkt man auch deutlich bei der Handhabung, denn das Display hängt immer ein wenig hinterher. Das kann bei Schnappschüssen äußerst ungünstig sein.

Die Naheinstellgrenze liegt bei 50cm, 20cm im Makromodus und 7cm im Supermakromodus. Eine Histogrammanzeige im Aufnahme- und Wiedergabemodus ist möglich, was vor allem versiertere Benutzer ansprechen wird.

Manuelle Eingriffmöglichkeiten hat man leider wenig. So kann man zwar den Weißabgleich von Hand einstellen, nicht jedoch die Blende oder die Zeit. Somit steht nur die Programmautomatik zur Verfügung. Um jedoch wettbewerbsfähig zu bleiben, spendiert Olympus immerhin stolze 24 Motivprogramme: Landschaft, Landschaft mit Porträt, Porträt, Selbstporträt, Sport, Nachtaufnahme, Nachtaufnahme mit Porträt, Porträt in natürlichem Licht*, Strand & Schnee, Speisen, Innenaufnahme*, Vitrine, Museum, Auktion, Dokumente, Kerzenlicht*, Sonnenuntergang, Feuerwerk, Aufnehmen und Auswählen 1*, Aufnehmen und Auswählen 2, Unterwasser-Weitwinkel 1, Unterwasser-Weitwinkel 2, Unterwasser-Makro, Unterwasser-Snapshot.

* bedeutet: Bei der Anwendung der BrightCapture Technology wird die Bildgröße reduziert.


Die so genannte Bildstabilisation findet leider nur durch eine Anhebung des ISO-Wertes statt, dadurch wird die Verschlusszeit verringert und die Gefahr zu verwackeln wird reduziert. Jedoch hat sich in meinem Praxistest gezeigt, dass diese Anhebung aufgrund des Rauschverhaltens deutlich auf die Bildqualität schlägt.

Folgende ISO-Stufen sind von Hand frei wählbar: 64, 100, 200, 400, 800 und 1600. Wenn man im Auto-Modus arbeitet, sind Werte zwischen 64 und 400 möglich, beim "Kerzlicht- und Porträt-Modus bei natürlichem Licht" wird die ISO auf 2500 angehoben. Wie das Ergebnis aussieht? Übelst verrauscht.

Der Blitz hat leider eine nicht so tolle Reichweite, nur etwa 3 ½ Meter im Weitwinkel und 2 Meter im Telebereich. Der Blitz hat die Leitzahl 6,8.

Bezüglich der Fotos: So sind Serienbilder möglich, 8 Stück in Folge bei 1,1 Bildern pro Sekunde im normalen Modus und 12 Stück bei 3,7 Bildern in der Sekunde im Highspeed-Modus.

In Sachen integrierter Bildbearbeitung sind folgende Optionen möglich: Bildgröße ändern, Bilddrehung, Schwarz-Weiß, Sepia, Rote Augen entfernen, Rahmen einfügen, Titel-, Kalender-Komposition, Layout verändern, Korrektur von Helligkeit und Sättigung.

Videos werden im QuickTime Motion - Format gespeichert, die Soundaufnahme erfolgt im WAVE-Format.

Zu guter Letzt, wie schon bei der mju 810: Die integrierte Guide-Funktion erklärt bei Bedarf die wichtigsten Funktionen der Kamera, damit man nicht immer das durchaus hilfreiche Handbuch mitschleppen muss.



[ Bildqualität

Ich habe Aufnahmen im Freien, in der Wohnung und Makros gemacht. Wenn das Licht stimmt (die 720 SW ist nicht gerade lichtstark…), dann werden die Bilder schon ansprechend, wenn auch in meinen Augen nicht scharf genug. Späteres nachschärfen am PC war unumgänglich. Aber wehe, das Licht wird schlechter… dann wird der ISO-Wert im Automodus gnadenlos nach oben geschraubt, die Bildqualität nimmt aufgrund des Farb- und Hintergrundrauschens übel zu. Bereits ab ISO 400 kann man das Rauschen sehr deutlich erkennen, alle höheren ISO-Stufen machen schon wirklich keinen Spaß mehr, da man mittels Weichzeichnung dann auch zu viele Details zerstört. Also wer auf kurze Verschlusszeiten aufgrund von ISO-Werten spekuliert, der sollte sich die 720 SW nicht kaufen.

Hinzu kommt, dass man die Bilder des Öfteren verwackelt. Da die 720 SW keinen echten Bildstabilisator hat, kann das vor allem im Supermakromodus sehr schnell zu Unschärfen kommen, was mir wirklich bei jedem Supermakro passiert ist. Und für eine so kleine Kamera schleppe ich doch nicht immer ein Stativ mit, wo kommen wir denn dahin…

Noch ein Manko, der mir und allen anderen aufgefallen ist, die ein Bild mit der Cam gemacht haben: Das Zoom ist ja integriert, er fährt also nicht aus. Aber das "Objektiv" sitzt direkt oben am Rand, sodass man sehr häufig seinen eigenen Finger fotografiert oder aber die Kamera sehr verkrampft halten muss, um nicht seine eigenen Fingerabdrücke zu analysieren. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern anscheinend von Olympus auch kein Stück durchdacht.

Um aber nicht nur Negatives aufzuzählen: Die Farben kommen ziemlich natürlich rüber, hier muss man mittels EBV nicht eingreifen.

Das war´s aber auch schon. Von der Bildqualität bin ich ehrlich enttäuscht.



[ Fazit

Wer den schnellen Unterwasser-Schnappschuss in 3 Metern Tiefe sucht, der kann derzeit nur die 720 SW kaufen, wenn man auf ein externes UW-Gehäuse verzichten will. Aber dafür werden die Bilder sehr rauschig, zu unscharf und einfach nicht schön genug für den Preis von rund 320 Euro.

Mein Tipp: Finger weg! Die Pentax W10 macht schönere Aufnahmen, wenn auch nur bis 1,5 Meter Unterwasser.

Fazit: Mein Tipp: Finger weg! Die Pentax W10 macht schönere Aufnahmen!

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: