Nikon D70
Crop-Zeug - Nikon D70 Digitalkamera

Erhältlich in: 6 Shops

Produkttyp: Nikon Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... 111x140x78 mm - Gewicht: ca. 595 g (ohne Akku, Speicherkarte, Gehäusedeckel und Monitordeckel) KOMPATIBILITÄT --------- -------------... mehr

Crop-Zeug
Nikon D70

+falk.duebbert

Autor-Name: falk.duebbert

Produkt:

Nikon D70

Datum: 06.08.07

Bewertung:

Vorteile: preiswert, Nikon-F-Bajonett, Bildqualität

Nachteile: nur mit i-TTL-Blitzen kompatibel, Cropfaktor

Die Einschläge rücken immer näher. Ilford war schon mal pleite und Agfa ist es endgültig. Kodak hat auch schon Fieber. Das war für mich Grund genug, die Digitalisierung früher als geplant durchzuziehen.
Da ich schon Gehäuse und Objektive für das Nikon-System besitze, fiel die Wahl auf die D70 von Nikon. Sie wurde mittlerweile von der D70s abgelöst, die in der D80 ihren kastrierten Nachfolger fand.
Für Besitzer hochwertiger alter Objektive ist wohl die D200 am ehesten interessant, aber ich bin etwas jünger und habe halt 'nur' Autofokus-Objektive. Die Wahl fiel nicht zuletzt des Preises wegen auf die D70 im Abverkauf.


Der Kauf
Der Kauf fand über das Internet statt und ich zahlte 599,- zzgl. Versand für die D70. Flankierend habe ich noch ein paar Akku-Nachbauten und einen ImageTank geordert. Außerdem noch ein extremes Weitwinkelzoom.


Die D70 in den Händen und ihre Bedienung
Die D70 ist ein Vollplastikbomber. Außer dem Bajonett und dem Blitzschuh dürfte nicht viel Metall enthalten sein. Auch ist sie nicht gummiert, für mich, der ich bislang in Kleinbild nur F4, F5 und F90X gewöhnt bin, ein Novum bei Nikon.
Dennoch ist das Griffgefühl warm, also fast alle Finger wissen, wo sie hin sollen, auch ohne Hochformatgriff, den es übrigens nicht von Nikon gibt.
Wer die F80 und die F100 ausgelassen hat, muss sich erstmal an den Canon-Bedienmodus mit zwei Stellrädern gewöhnen: also Blende hinten und Zeiten vorne unter dem Auslöser. Etwas, was ich der F5 als erstes abgewöhnt hatte.
Der Daumen hat zusätzlich noch die unsäglich weit weg geparkte AE-Locktaste und den AF-Feld Wähler zu bedienen. Vorne hat der Ringfinger oder der kleine die Abblendtaste zu befingern. Die linke Hand ist bei der Aufnahme weitgehend arbeitslos, wenn man vom Zoomring mal abiseht.

Es gibt zwei Bedienmodi: Menümodus und Aufnahmemodus. Da fast alle Tasten im Aufnahmemodus andere Funktionen haben als im Menümodus, ist man gut beraten, das Antippen des Auslösers als Bedienschritt in sein abendliches Bedienmantra aufnehmen, denn die Kamera wechselt nach jedem Bild in den Wiedergabe-/Menümodus, was zu lustigen Effekten führen kann.


Fotografieren
Hat man die D70 und ihre Eigenheiten halbwegs erfasst, kann man mit ihr recht entspannt fotografieren. Allerdings ist der Sucher ein echter Sucher weil man ihn erst mal finden muss. Er ist deutlich kleiner und dunkler als von Nikon gewohnt, was an dem 1,5x-Cropfaktor und der Fülle an Variablen Elementen liegt. So kann man Gitterlinien einblenden und das aktive AF-Feld wird auch je nach Untergrund schwarz oder rot leuchtend dargestellt. Ob das die mangelnde Größe oder fehlende Helligkeit genügend ausgleicht, muss jeder selbst entscheiden. Der AF-hingegen erfasst sicher sein Ziel und fährt nur selten leer durch die Gegend, wo bei das wohl primär vom Licht bzw. der Lichtstärke der angesetzten Objektive abhängt.
Wenn man den AF nicht permanent im Dunkeln suchen lässt und AF-Hilfsleuchte ausmacht, hält ein Akku etwa 250 Bilder. Also mehr als eine Fotosession. Wer mehr will, kann sich einen chinesischen Batteriepack ordern und die Reichweite fast verdoppeln.

Der Cropfaktor ist auch ein Thema für sich. Ein 28mm - 70mm wird durch ihn zum 42 bis 103. Nein wird es nicht, aber die Bildwirkung wird so. Also ist APS, das Advanced Photo System wieder da.
Es gibt schon Objektive die für den Crop faktor gerechnet wurden, denn etliche Weitwinkel machen Probleme mit den Sensoren.
Je schräger das Licht einfällt, desto mehr reflektiert der Sensor es wieder weg, bzw. Mikrolinsen vor den Zellen schlucken es. Also muss man ein paar Objektive entweder neu kaufen oder bei der Nachbearbeitung stärker zupacken. Oder man hat Glück und das Objektiv wurde von Anfang an telezentrisch gerechnet.

Andererseits muss man unten anbauen, denn um auf das alte 28 zu kommen braucht es ein 18er. Und da gibt dann zwei Klassen die für Cropsensoren und die mit vollem Bildkreis und telezentrischer Bauweise. Die letzteren leuchten auch Vollformatsensoren oder Film ganz aus und kosten entsprechend mehr.


Die Bildqualität
Mit der Digitalisierung kommt eine Flut von schlechten Bildern und Qualität sinkt. Leider stimmt das sogar teilweise. Die Enttäuschung war schon groß als ich jetzt Highland-Rinder im Schnee fotografierte.
Denn entweder war die Zeichnung im Schnee oder auf dem Rindern. Beides war nur selten. Der Dynamikumfang der digitalen Sensoren ist doch noch deutlich hinter dem von Filmmaterial her, denn mit dem Spotbelichtungsmesser konnte ich gerade mal 5 + 2/3 Blenden Abstand messen. Das würde mein geliebter Aldi-Kodak locker schlucken.

Ansonsten bei nicht so extremen Motiven ist die erreichbare Qualität unter anderem vom verwendeten Konverter abhängig. Der kamerainterne ist doch etwas rabiat, was Entrauschen und Nachschärfen angeht. Damit ist Speichern als Rohformat, bei Nikon .nef, und konvertieren am PC mit einem kalibrierten Monitor der Weg meiner Wahl.
Der mitgelieferte PictureProject ist im Grunde das gleiche wie die kamerainterne Software, da nicht tief genug einstellbar. Unter den Konvertern hat man die Auswahl von NikonCapture bis BreezeBrowser. Ich benutze zum Sichten der Bilder ACD See Pro 8 und zum Konvertieren RawShooter Premium.

Damit kann ich die NEFs schnell betrachten und meist einen guten Kompromiss zwischen Rauschen und Detailrettung finden. Da ich die Bilder vor Ort auf einen ImageTank kopiere und diesen dann einfach als externe Festplatte ausleere, habe ich nichts davon, dass sich die D70 auch als Mass-Storage verhalten kann und somit auch unter Linuks ausgeleert werden könnte. Aber es tut gut es zu wissen.


Inkompatibel
Hat man seine alten Objektive ausgesondert, kann man die Systemblitze auch gleich mit entsorgen. Denn die fallen auch unter die Dinge der Nikon-analog-Ausrüstung mit denen eine D70(s) nichts anzufangen weiß. Auch etliche Objektive (bei mir nur eins) werden nicht erkannt, alte Telekonverter mit nur 5 Kontakten sind auch nicht zur Kooperation zu bewegen. Das es anders geht zeigen Kodak 14n und Fuji s2 pro.



Anmerkungen und Fazit
Digital macht nichts einfacher und billiger schon gar nicht. Film verdaut mehr als Sensoren und wer aus Kostengründen eine Digitale Spiegelreflex einführt, möge mir bitte seine Backuplösung nennen.
Denn die Daten einer DSLR müssen gesichert werden, während ich Negative in einem DIN-Lang Umschlag nahezu beliebig lange archivieren kann.
Ebenso halten die notwendigen Investionen in Speicherkarten, Imagetanks, Colordensitometer, Spezialsoftware, Monitore mit denen meines Fotolabors locker mit. Von digitaltauglichen Extremweitwinkeln mal abgesehen.
Andererseits ist man mit der D70 in der glücklichen Lage eine vollwertige DSLR zu haben mit den Vorteilen der digitalen Fotografie (schnelle Bildbearbeitung, direkte Kontrolle, konsistentes Farbmanagement). Sie ist unter den Nikon-kompatiblen Kameras eine gute Wahl, da man für den geringen Preisabstand zur D50 ein deutlich runderes Paket mit guter manueller Bedienung und CF-Slot erhält. Die dem System anhaftenden Nachteile muss man halt kompensieren bzw. hinnehmen. Man ist in jedem Fall gut beraten einen analogen Body im Haus zu behalten.

Fazit: Immer noch eine gute DSLR

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: