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Produkttyp: Nikon Digitalkameras
Neuester Testbericht: ... teuer und ist auch speziell für D-SLR Kameras gerechnet. Eine etwas seltsame Eigenart der D100 ist es, daß die Bildqualität nicht so wir... mehr
Gute Kamera mit kleinen Mankos
Nikon D100

Name des Mitglieds: cougar_se
Produkt:
Nikon D100
Datum: 13.11.04, geändert am 10.01.05 (4968 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Top Bildqualität, Umfangreiches Zubehör, Kann (fast) alles
Nachteile: Relativ teuer, Kompatibilität zu MF Zubehör eingeschränkt
Hallo,
heute möchte ich einen Erfahrungsbericht zur NIKON Digital SLR D100 abgeben. Bislang nannte ich schon diverse Kompakt- und Digital SLR Kameras mein eigen, zuletzt eine CANON EOS 300D, mit der ich mehr oder weniger zufrieden war. Meine Ansprüche an eine Kamera sind eher schlichter Natur- sie soll einfach nur gute Fotos machen. Die technischen Daten spare ich mir hier, wer sie nicht kennt, kann sie problemlos bei www.nikon.de im Netz nachsehen.
Erstanden habe ich ein Paket, bestehend aus der D100, einen originalen Ersatzakku und der Software Nikon Capture 4 zum Preis von 1399 Euro. Im Zeitraum des Erwerbs, hatte Nikon eine Cash Back Aktion, so daß auch noch ein Gutschein für ein 2 GB Microdrive beilag, welches man nach Einsendung einer Rechnungskopie und eines Garantiescheinteil kostenlos zugesendet bekam.
Der erste Eindruck: Das Paket gibt sich recht aufgeräumt. Ausser der Kamera, Akku, Ladegerät, Tragegurt, Anschlußkabeln, Anleitungen und der Transfers-/Vieweroftware wird nichts mitgeliefert. Eine Speicherkarte befindet sich nicht im Lieferumfang, das händeln viele andere Hersteller aber mittlerweile genauso und die meistens lächerlich dimensionierten Speicherkarten waren eh nie Praxistauglich. Es gibt eine Schnellstartanleitung, welche die ersten Schritte mit der Kamera gut erklärt, sowie ein ausführliches Handbuch. Der Akku der Kamera ist in rund 2 Stunden geladen, dann noch eine Speicherkarte (Compact Flash Typ I/II, bzw. Microdrive) einlegen und es kann losgehen – jedenfalls, sofern man sich ein Objektiv gekauft/geliehen hat, dieses wird ja nicht mitgeliefert. Die fertige Kamera macht einen soliden und wertigen Eindruck. Lediglich die Abdeckung der Speicherkarte ist etwas sehr billig ausgefallen und wirkt nicht wirklich Vertrauenserweckend.
Das Testequipmet, mit dem ich gearbeitet habe, bestand aus der D100, einem Nikon AF-S DX 18-70 f:3,5-4,5, einem Sigma 70-300 F4-5,6, einem Metz Blitzgerät 44AF-4N und einer älteren HAMA CF I Karte mit 256 MB. Für die Bilder wurden die Kamerainternen Automatikfunktionen für Scharfzeichnung, Kontaststeuerung und Weissabgleich verwendet. Zudem habe ich mir noch einige andere Objektive ausgeliehen, diese sind dann aber auch explizit aufgeführt.
Die Grundbedienung ist relativ eingängig. Es stehen nur Programm- , Blenden- und Zeitautomatik zur Verfügung, sowie ein vollmanueller Modus mit elektronischer Einstellhilfe. Einen Vollautomatikmodus, bzw. Motivprogramme sucht man vergebens. Nach dem Einschalten ist die D100 quasi sofort aufnahmebereit, eine spürbare Einschaltverzögerung gibt es nicht. Die ersten Aufnahmen sind auch schnell gemacht und überzeugen auch. Da ich von der EOS 300D ja schon meine schlechten Erfahrungen gemacht hatte, kamen direkt Aufnahmen unter Kunstlicht und Blitzaufnahmen hinterher. Zuerst wurde mit dem Nikon 18-70 getestet, diese Bilder überzeugten unter allen Testsituationen mit excellenten Ergebnissen. Lediglich bei Beleuchtung mit extrem warmen Kunstlichtquellen, z.B. Baustarhlern, war der automatische Weissabgleich etwas überfordert und musste manuell korrigiert werden. Hierbei ist es hilfreich, dass die Voreistellungen für die diversen Weissabgleiche auch noch in der Farbtemperatur regelbar sind, was die Notwendigkeit eines Weisspunktsetzens im Normalfall überflüssig macht. Dieser wird, D-SLR typisch, mittels einer formatfüllenden Aufnahme einer weißen, bzw. neutralgrauen Fläche durchgeführt.
Den selben Durchlauf gab es dann mit dem Sigma Objektiv. Selbst mit diesem „Billigobjektiv“ gelingen überzeugende Bilder. Die Farben sind bei dem Nikon Objektiv zwar sichtbar kräftiger und die Schärfentiefe ist ebenfalls größer (jeweils bei 70 mm getestet), allerdings fällt das eigentlich nur dann wirklich auf, wenn man alle Bildverbesserungsfunktionen der Kamera abschaltet. Zudem ist das Nikon Objektiv auch fast 3 mal so teuer und ist auch speziell für D-SLR Kameras gerechnet.
Eine etwas seltsame Eigenart der D100 ist es, daß die Bildqualität nicht so wirklich direkt vom Objektiv abhängt. Selbst mit dem sehr preisgünstigen Sigma 18-50mm DC Objektiv, bei ebay unter 100 Euro, ist nur bei sehr genauem Vergleich der Bilder überhaupt ein Unterschied feststellbar, solange die Kamera im Automatikmodus für Farbe und Schärfung steht. Stellt man auf das Nikon eigene NEF (RAW) Format um, sieht die Welt gleich ganz anders aus. Irgendwie scheint die D100 "zu gute" Bilder einfach "schlechtzurechnen", bzw. zu schlechte Bilder einfach "schönzurechnen". So kommt es vor, daß ein "Flaschenboden" genauso gute Bilder produziert, wie eine Festbrennweite. Zum direkten Vergleich von Objektiven, sollte man entweder alle Verbesserungen abschalten, bzw. im RAW Modus arbeiten.
Etwas Ernüchterung gibt es, wenn man vorhandene, ältere Objektive ansetzen möchte. Eine Vielzahl manueller Objektive kann nicht verwendet werden (z.B. Non AI) und auch die Einstellhilfe im manuellen Modus ist nicht verfügbar. Wer ohnehin keine „alten“ Objektive hat, dem kann das egal sein, für langjährige Nikon „Jünger“ wird das eine herbe Enttäuschung sein. Dieses ist um so unverständlicher, da Nikon immer noch das erste F-Bajonet verwendet und dieses mit einem enormen Aufwand überhaupt erst AF Kompatibel gemacht hat. Fotografieren kann man zwar, was aber den Einsatz eines externen Belichtungsmessers, oder aber viel Erfahrung, notwendig macht.
Autofocus: Der Autofocus der Kamera arbeitet schnell und präzise. Hier „fährt“ Nikon allerdings 2 verschiedene Objektivtypen. Die älteren und preiswerteren Objektive werden über einen Kamerainternen Motor focusiert, was mittels eines mechanischen Gestänges funktioniert. Neuere und deutlich teuerere Objektive, wie z.B das AF-S 18-70, haben einen eingebauten Silent Wave Motor (Ultraschallmotor), der deutlich schneller und auch deutlich leiser arbeitet. Wirklich auffallen wird das aber auch nur bei sehr langen Brennweiten, bzw. sehr hochwertigen Objektiven, die typischen Brennweiten arbeiten auch so ohne Probleme und ausreichend schnell. Die Kamera verfügt über mehrere AF-Funktionen. Der Single AF hat Schärfepriorität und lässt eine Auslösung nur zu, wenn die Kamera auch wirklich scharfgestellt hat. Der Conti AF „verfolgt“ das Motiv bei wechselnden Abständen und hat Auslösungspriorität, also kann eine Auslösung auch bei nicht scharfgestelltem Motiv erfolgen. Etwas ärgerlich ist jedoch die Tatsache, dass bei aktivierter AF-Feld Automatik (Kameranächstes Objekt), der Blick durch den Sucher dem Fotografen nicht sagt, auf welches AF-Feld die Kamera denn nun scharfgestellt hat. Hier ist die manuelle Meßfeldwahl definitiv vorzuziehen. Die D100 hat zwar „nur“ 5 Meßfelder, allerdings ist das in der Praxis auch völlig ausreichend.
Belichtung: Die Belichtungssteuerung kann auf Matrixmessung, mittenbetonte Messung und Spotmessung umgeschaltet werden. Dies geschieht durch ein eigenes Wählrädchen. Da es keine Motivprogramme gibt, sind diese logischerweise nicht an ein Programm gekoppelt. Alle Belichtungsprogramme leisten eine gute bis hervorragende Arbeit, manuelle Eingiffe mittels Belichtungskorrektur sind nur extrem selten nötig. Selbst mit komplexen Lichtsituationen, wie z.B. Sonnenuntergänge und Mondfotos, kommt die Kamera hervorragend zurecht.
Blitzen: Besonders überzeugend ist die Blitztechnik der D100. Obwohl si noch nicht die i-TTL Steuerung der neueren D70 besitzt, bekommt man sehr ausgewogene Fotos. Auch als Aufhellblitz ist er bedenkenlos unter allen Lichtsituationen einsetzbar und man kann und wird ihn auch dann benutzen, wenn der Durchschnittsknipser nicht einmal daran denkt, einen Blitz überhaupt einzusetzen. Die ausgewogene Kombination von Hauptlichtquelle (auch die Sonne) und dem Blitzlicht ist einfach nur gut. Laut Nikon ist für den „3D Multisensor Aufhellblitz für digitale Spiegelreflexkameras“ (was für ein Wortungetüm) zwar zwingend der Einsatz eines „D“ oder „G“ Nikkors erforderlich, allerdings zeigt die Praxis, dass es sowohl mit Fremdfabrikaten, wie auch mit Nikkoren ohne „D“, bzw. „G“ ohne Probleme funktioniert. Alle, von mir getesteten Objektive von Fremdherstellern (Sigma, Tamron, Tokina), werden ohnehin als „D“ Objektive von der Kamera erkannt.
Für „nicht Nikon Jünger“: „D“, bzw. „G“ Nikkore besitzen einen Chip, der die Abstandsinformationen zum anvisierten Motiv für die korrekte Blitzlichtdosierung an die Kamera überträgt. In der Praxis funktioniert dieses auch wunderbar, allerdings sind „D“ Nikkore deutlichst!! teuerer, wie ältere Nikkore ohne „D“. Die „G“ Serie der Nikkore ist deutlich jüngeren Datums. Diese wurden ursprünglich als Billigserie konzipiert, allerdings fertigt Nikon heute auch hochwertige Objektive in der „G“ Serie. Erkennbar sind diese an dem fehlenden Blendenring. An einer D100, oder auch neueren analogen SLR ist das kein Problem, wer jedoch noch eine ältere analoge Nikon sein eigen nennt (z.B. F801), der wird an diesen „Gs“ keine besondere Freude haben.
Bedienung: Besonders gelungen ist die Bedienung der zahlreichen Funktionen der Kamera. Alle wichtigen Einstellungen sind ohne Fummeln im Menue zu erreichen, entweder über das 2 teilige Hauptwählrad, oder eine Kombination aus Taste und Wählrad. Quasi alle relevanten Informationen werden sowohl im Sucher, als auch auf dem beleuchtbaren LCD Display der Kamera angezeigt. Alternativ kann man natürlich auch noch alle Parameter über das recht übersichtliche Menue einstellen, allerdings dauert das deutlich länger wie die Taste-Rad Kombination. Für Ein-, bzw. Umsteiger ist allerdings ein Handbuchstudium ertmal Pflicht, um die vielen Kamerafunktionen auch einsetzen zu können.
Besonderheiten: Die D100 bietet einige Custom Funktionen, die einem das Leben doch deutlich einfacher machen können. Eine Abblendtaste ist eigentlich zwar Pflicht, trotzdem möchte ich diese , der Vollständigkeit halber, hier erwähnen. In dieser Preisklass auch üblich, ist der Pentaprismensucher. Im Gegensatz zu den Pentaspiegelsuchern der D70, bzw. der EOS 300D, ist dieser deutlich heller. Die Mattscheibe ist zwar nicht austauschbar, aber man kann ein Gitternetz in den Sucher projizieren, was die Suche eines Hot-Spots, bzw. Gebäudeaufnahmen doch merlich erleichtert. Auch eine Spiegelvorauslösung ist verfügbar, die sich allerdings etwas versteckt im Custom Menue unter Verwacklung findet. Das erleichtert die Arbeit mit großen Brennweiten, bei denen selbst der Spiegelschlag schon zu Unschärfe führt. Die D100 kann nur bis minimal ISO 200 eingestellt werden. In Anbetracht des hervorragenden Signal/Rauschverhältnisses ist das in der Praxis allerdings kein Problem. Selbst mit ISO 800 kann man bedenkenlos arbeiten, wenn das Licht mal knapp wird. Äußerst vorsichtig sollte man mit den unkalibrierten ISO 3200 und ISO 6400 umgehen. Hier reicht zwar schon eine Kerze für einen Festsaal, aber Details sollte man dann nicht mehr erwarten.
Fazit: Die D100 ist sicherlich keine Kamera, die den Gelegenheitsknipser anspricht. Vielmehr richtet sie sich an den Semiprofi, oder den ambitionierten Amateur. Wer noch ältere Nikon Objektive (non AF) sein eigen nennt, sollte sich bewusst sein, daß diese nur noch sehr eingeschränkt, bzw. gar nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Liste der nicht unterstützten Objektive in der Bedienungsanleitung ist recht lang, auch Zubehörteile, wie Telekonverter, arbeiten teilweise nicht mit der D100 zusammen.Wer ohnehin nur Teile aus der AF-Welt besitzt, bzw. noch gar keine sein eigen nennt, der wird mit der D100 seine Freude haben. Wer ohne Spiegelvorauslösung und einem etwas dunkleren Sucher Leben kann, der sollte lieber zur D70 greifen. Technisch ist das eine leicht abgespeckte Weiterentwicklung der D100, allerdings fällt die Kastrierung der D70 bei weitem nicht so drastisch aus, wie die EOS 10D > EOS 300D Kombination. Allerdings sollte man sich bewusst sein, nicht mehr die technisch neueste Kamera in den Händen zu halten, sondern ein erprobtes Werkzeug zum Fotografieren. Für „State of the Art Jünger“ ist dann wohl die neue Canon EOS 20D die bessere Wahl.
Nachtrag: Da ich mittlerweile einige Berichte (auch hier) zum Thema Rauschen der D100 gelesen habe, möchte ich noch eine Kleinigkeit hinzufügen. Wer meine anderen testberichte kennt, weiss, dass ich ziemlich allergisch auf Bildrauschen reagiere. Die D100 ist eine ziemlich rauscharme Kamera, die erstmal übertroffen werden muss. Es ist zwar toll, dass einige Kameras das geringste Rauschen bei ISO 100 haben (z.B. Canon 20D laut FoMag), aber bei ISO 100 erwarte ich sowieso keinerlei Rauschen (dass es doch geht, zeigt Nikon ja mit der Coolpix 2200). Da ich mittlerweile mehr wie 5000 Bilder geschossen habe, denke ich, mich zu diesem Thema Auch Erfahrungswerte beisteuern zu können. Ich arbeite viel unter Hallenbeleuchtung, wo der Einsatz von Blitzen nicht gerne gesehen wird (Sport, Kirche). Dort setze ich ISO 1000 bis ISO 1600 ein, ohne dass es zu störendem Rauschen führt. Sicherlich ist an den Bildern , bei sehr starker Vergrösserung, ein Rauschen erkennbar, allerdings muss man bei Ausbelichtungen (30x45cm) schon direkt darauf hinweisen, damit es wahrgenommen wird. Wer dann noch die Bilder im RAW Format aufnimmt, mit Capture etwas nachbearbeitet und bei extrem ungünstigen Verhältnissen noch eine Entrauschung vornimmt (z.B. mit Noiseware), dem muss das Bildrauschen schon im Labor erst einmal nachgewiesen werden.
Fazit:
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