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Billig
Net-Up ADC-65

Name des Mitglieds: Schleichdi
Produkt:
Net-Up ADC-65
Datum: 23.01.01, geändert am 24.01.01 (325 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Billig, klein und leicht, einfache Bedienung
Nachteile: Anleitung französisch, geringe Auflösung, geringe Bildqualität
Ich habe mir bei Letsbuyit.com (es ruhe in Frieden) eine superbillige Digitalkamera bestellt, denn ich dachte mir: Was kann man bei 79 DM schon falsch machen. So schlecht kann sie gar nicht sein, wie sie billig ist.
Der Postbote brachte mir ein erschreckend kleines und leichtes Päckchen, das die Net-Up ADC-65, die CD mit der dazugehörigen Software (ARC-Soft Photo-Studio) und eine Anleitung enthielt.
Die Kamera ist wirklich sehr klein und sehr leicht. Besonders leicht war sie, als noch keine Batterien (4 x AAA) drin waren. Diese wurden nämlich nicht mitgeliefert, und als ich das merkte, war es Samstagnachmittag (grumpf).
Da ich die Kamera nun leider ohne Batterien nicht ausprobieren konnte, entschloß ich mich, ganz gegen meine Gewohnheit, zunächst einmal die Anleitung zu lesen.
Dieses dünne Heftchen war erschreckenderweise auf französisch geschrieben, was ich seit meiner Schulzeit recht gründlich vergessen hatte. Statt das Pamphlet zu lesen, bin ich lieber ins Internet gegangen, auf die Seite www.net-up.com. Eine schreckliche Homepage, wo die Wörter nie ordentlich in ihren Rahmen stehen, Grundton lila. Geboten werden Nachrichten und ein billiger Internetzugang. Auf französisch, selbstverständlich. Nirgendwo auch nur der kleinste Hinweis auf die Digitalkamera, auch nicht über Suchmaschine. Grumpf.
Also erst einmal die Software installiert. Die Überraschung war diesmal positiver Art: Ich durfte die Sprache bei der Installation auswählen, und nun spricht mein Programm deutsch. Zu dem Bildbearbeitungsprogramm kann ich nicht viel sagen, denn der erste Eindruck war: Na ja, wie alle anderen auch, und dann bin ich wieder dazu übergegangen, mein Lieblingsprogramm "Ulead Photoimpact" zu benutzen, das bei meinem Scanner dabei war. MGI Photosuite habe ich auch noch, und zum Bildergucken AC/DC. Diese ganzen CDs mit kostenloser Bildbearbeitung
ssoftware, die immer überall beiliegen, haben mir ganz schön die Festplatte verstopft, muß ich leider feststellen.
Egal mit welcher Software: Die Übertragung der Fotos von der Kamera über paralleles (!)Kabel klappt mittels TWAIN-Schnittstelle problemlos. USB-Anschluß darf man in dieser Preisklasse sicherlich nicht erwarten.
Aber erst einmal müssen die Fotos ja fotografiert werden, und hierzu kam ich am Montag danach, als ich endlich Batterien kaufen konnte.
Man richtet die Kamera auf ein Motiv, drückt ab, es piept, die Kamera speichert ein paar Sekunden, es piept wieder, fertig. Gespeichert wurde auf dem fest eingebauten Chip ein 256 x 256 Pixel kleines Quadrat. Der Speicher faßt 15 solcher Bildchen, danach müssen diese auf den PC überspielt und gelöscht werden. Die Löschung einzelner Bilder direkt mithilfe einer Kamerafunktion ist nicht möglich. Man kann nur alle löschen (auch ohne vorheriges Überspielen) oder keines.
Die Bildqualität ist so lala. Bei hellem Sonnenschein sind die Bilder gnadenlos überbelichtet. Wer so etwas besitzt, kann sich mit einem Grau- oder Polfilter von der Spiegelreflexkamera behelfen, indem er das Filter einfach vor das Objektivchen der Digitalkamera hält. Der Belichtungsmesser wird gleich mit abgedeckt, damit er auch richtig messen kann.
Bei schlechtem Wetter und sogar in Innenräumen (wenn die Beleuchtung recht hell ist) gelingen die Bilder, sind auch halbwegs scharf. Halbwegs. Das heißt, so ca. in einer Entfernung von 2 bis 3 Metern ist die Schärfe am größten. Näher oder weiter entfernt (vor allem bei "unendlich") nimmt die Schärfe merklich ab.
Wer sich selbst ein Bild von der Bildqualität machen möchte, sollte einen Blick in mein Profil werfen. Mein Selbstportrait vor dem Spiegel ist zwar nicht schön, zeigt aber alles wichtige: die Originalgröße der ADC-65-Bildchen, die Kamera selbst, die Bildqualität und natürlich mich.
Wofür ist so eine schlechte Kamera nun eigentlich gut
? Ich brauche sie, um schlechte Bilder für mein Dooyoo-Profil zu machen, um 'mal eben meiner Mutter (die in Bayern lebt) mit einem per E-Mail verschickten Foto zu beweisen, daß es tatsächlich auch in Mainz einmal geschneit hat, um ein paar Bilder an meine Kumpels zu schicken, die sich sonst wieder beschweren, warum das viele Wochen dauert, bis die Bilder vom Kartfahren fertig sind, usw.
Für qualitativ hochwertige Digitalbilder nehme ich weiterhin meine Kleinbildkameras und einen Scanner. Und für die digitale Sofortbildfotografie tut's auch das kleine billige Teil von Net-Up. Das ist auf Dauer viel billiger als Polaroid.
Die Net-Up ADC-65 ist baugleich mit der Achiever ADC-65, die auf US-Websites ab und zu für um die 50 US$ angeboten wird.
Zum Schluß noch ein Tip für alle, die wie ich nicht so gerne Anleitungen lesen, vor allem, wenn sie französisch sind:
Der Hinweis, nach dem Fotografieren so schnell wie möglich alle Bilder auf den PC zu überspielen und sie aus dem Kameraspeicher zu löschen, ist enorm bedeutsam! Die Kamera verbraucht nämlich nur im "Erase"-Modus keinen Strom. Wenn man die Bilder im Speicher behält, werden die Batterien ununterbrochen "ausgesaugt". Und das rote Lichtchen, das dann aufleuchtet, heißt: Daten sofort überspielen, sonst sind sie verloren. Auf die Art haben die sauteuren "Energizer"-Batterien bei mir genau zwei Wochen und nur drei Bilder überdauert! Wenn man die Kamera zwischendurch immer schön ausschaltet, sollen die Batterien angeblich 500 Bilder lang durchhalten.
Viel Spaß beim Knipsen (denn mehr ist es nicht)
Schleichdi
Fazit:
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