Minox Digital Classic Camera Leica M3 4.0
Für die Vitrine viel zu schade! - Minox Digital Classic Camera Leica M3 4.0 Digitalkamera

Produkttyp: Minox Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... Speichermangel. Ein Umstand den manch ein Hobbyfotograf nicht bedenkt. "Viele Pixel" heißt nämlich nicht automatisch: bessere Bi... mehr

Für die Vitrine viel zu schade!
Minox Digital Classic Camera Leica M3 4.0

thomas2006

Name des Mitglieds: thomas2006

Produkt:

Minox Digital Classic Camera Leica M3 4.0

Datum: 25.03.06

Bewertung:

Vorteile: Sehr gut verarbeitet, Zuverlässig, kompakt, fnatastisches Design (Hingucker), PC-Anbindg. problemlos

Nachteile: Dicke der Kamera, Zubehör (Tasche) fehlt, keine SD-Karte, teuer, Belichtung (s.Bericht)

Testbericht MINOX Leica Digital 3.1 MPix

Datum des Berichtes: 25.3.06 (dies ist mein erster Dooyoo-Bericht :-)

Meine Kamera wurde in der "Airline-Version" (via Lufthansa Inflight-Shopping) in einer Metallbox mit Mini-CD welche die Software enthält sowie USB-Kabel und einer Batterie geliefert.

Negatives vor der ersten Inbetriebnahme:
Einen "Punktabzug" gebe ich für das Nicht-Vorhandensein eines Objektivdeckels, der eine Selbstverständlichkeit sein sollte, um das Objektiv zu schützen; bei Minox muss dieser aber für 19 Euro separat gekauft werden (zumindest bei der "Airline-Version")! Auch liegt keine Tasche bei. Ein passendes, zugegebenermaßen sehr schickes Ledertäschen schlägt daher noch einmal mit 119 Euro zu Buche, ein meiner Ansicht nach völlig überzogener Preis, wenn man einmal mit den Bereitschaftstaschen für der 35er Serie von MINOX vergleicht! Sicherlich sind es keine Großserien die gefertigt werden aber im Verhältnis zur Kamera ist der Preis etwas hoch gegriffen. Herkömmliche Fototaschen passen übrigens leider nicht wegen der Dicke der MINOX-Kamera, bzw. man muss dann größere Taschen verwenden - und hat Platz vergeudet. Hier sollte MINIOX enimal überdenken, ob man nicht wenigstens einen Notbehelf beilegen kann, z.B. einen kleinen Leinenbeutel, der ein Mindestmaß an Schutz gibt.


Nun zum eigentlichen Test

Inbetriebnahme am PC, Installation:

Die Kamera ist äußerst Stromsparend: mit einer CR2-Zelle kann man mehrere Hundert Aufnahmen machen. Akkus sollte man nicht verwenden, darauf weist die Bedienungsanleitung extra hin.

Unter WIN XP wurde die Kamera automatisch erkannt. Aufgenommene Bilder herunterzuladen ist also kein Problem. Die Bedienungsanleitung ist in Deutsch und übersichtlich. Es bleiben keine weiteren Fragen offen. Dies ist sehr positiv und Minox-typisch. Aufgrund der einfachen Ausstattung (kein Zoom, keine Bildprogramme) ist die zwar in China gefertigte, aber von der Verarbeitungsqualität durchaus auf "deutschem Stand" befindliche Kamera weitestgehend selbst erklärend. Die spartanische LCD-Anzeige auf der Rückseite informiert mit nur 2 Buchstaben über den aktuellen Zustand des Gerätes (Anzahl Bilder, Bildaufnahme-Modus). Das ist einfach, aber durchaus praktikabel. Ein Monitor für das Anschauen der Bilder existiert nicht, man muss sich also in Geduld üben, gerade so wie in den "guten alten" analogen Zeiten. Insgesamt hat die Kamera auch nur 2 Bedienknöpfe (!), einer davon ist der Auslöser bzw. bestätigt den mit dem anderen Knopf ausgewählten Menüpunkt. Am Objektiv ist ein kleiner Knebel mit dem man die Entfernung einstellt (ca. 1 m bzw. unendlich).
Insofern ist die Kamera ein mustergültiges Beispiel für einfachste Bedienung!


Technik und Bildqualität:

Die Kamera hat 3,1 Megapixel. Die angegebenen 4 MP sind nur durch Interpolation der Software erzielbar und daher nicht ganz korrekt, was die Hardware-Leistung betrifft. Hier hat man sich wohl in der Minox PR-Abteilung im allgemein in der Fotobrache anzutreffenden, unsinnigen Pixelkampf unbedingt in die 4 Megapixel-Klasse einbringen wollen. Von der Bildqualität her hat die kleine Minox dies aber gar nicht nötig! Beim Auto zählen ja auch nicht nur die PS, und hohe Megapixel sorgen oftmals genug nur für schnelleren Speichermangel. Ein Umstand den manch ein Hobbyfotograf nicht bedenkt. "Viele Pixel" heißt nämlich nicht automatisch: bessere Bilder!

Die Auflösung bei der Minox-Miniatur ist völlig ausreichend für Abzüge bis ca. 13x18 cm. Die Schärfe ist sehr gut, Details werden fein aufgelöst wiedergegeben. Verzeichnungen sind aufgrund des einem etwa 50mm Brennweite entsprechenden Objektivs (vergütetes Minoctar 9,6mm) nicht vorhanden.

Problematisch ist in Grenzsituationen die Belichtungsautomatik: gelegentlich werden Bilder überbelichtet. Man erhält dann ein Ergebnis wie ein Diabild das um 2 Blendenstufen überbelichtet ist. Eine Reproduzierbarkeit der Problematik ist mir bislang nicht aufgefallen, etwas gehäufter trat das Problem vor allem bei Streulicht unter starker Bewölkung auf bzw. im Gegenlicht bei Sonnenposition von schräg vorne. Wenn man im Modus für beste Aufnahme-Qualität 40 Bilder im Freien mit dem Festspeicher der Kamera aufnimmt sind etwa maximal 3-4 Bilder davon betroffen. Auch sind bei sehr kontrastreichen Bildern in sehr heller Sonne (z.B. Vordergrund halbschattig, ferner Hintergrund in der Sonne) die weißen Flächen etwas "abgesoffen", d.h. feine Details in der Zeichnung gehen im Weiß unter. Hier kann man aber mit der Kontrastregelung eines Korrektur-Programms noch einiges "retten".
Trotzdem: ich habe im Winter bei seitlichem Licht sehr schöne Bilder in den Alpen aufgenommen! Die Farbwiedergabe ist eher etwas zurückhaltend-neutral, dies ist aber positiv zu bewerten, ein eindeutiger Farbstich generell hin zu kalten oder warmen Farben wie oft bei auch wesentlich teureren Kameras anderer Hersteller anzutreffen ist bei meiner kleinen MINOX nicht zu erkennen.

Letztlich hilft nach dem Übertragen auf den PC ein einfaches Programm wie Irfan view etwaige Farbmängel effektiv zu beheben. Man kann i.d.R. davon ausgehen dass von 40 aufgenommenen Bildern etwa 1/4 der Bilder mit etwas Korrektur an den GAMMA-Farbwerten (meist etwas herunterzuregeln) für "knackigere" Bilder sorgt, die dann auch einer Diaschau auf dem Monitor inmitten von Bildern einer höherwertigen Digitalkamera (bei mir: Panasonic Lumix FZ-10) durchaus standhalten. Die besten Bilder macht die Kamera unter blauem Himmel wenn man die Sonne 90-180 Grad neben bzw. hinter sich hat. Insgesamt also das Fazit: schwankend eine mittlere bis sehr gute Bildqualität. Man soll nicht den Fehler machen und die Bilder generell mit einer Kamera für 600 Euro vergleichen, das wäre ungerecht. Minox steht jedoch schon für eine bestimmte Qualitätsvorgabe bei kleinen Kameras, dieser Umstand schraubt natürlich die Erwartungen der Nutzer hoch.

Zurück zu den Bildern:
Erstaunlich waren jedoch meine Ergebnisse in der Dämmerung: ruhige Kameralage vorausgesetzt macht sie sehr schöne, stimmungsvolle Bilder. Das Bildrauschen ist - für diesen Kameratyp - noch gering (bitte keine Profiansprüche voraussetzen!).

Durch die Miniaturisierung der Kamera hat man natürlich eine höhere Gefahr der Verwacklung. Dies kann man jedoch nicht der Minox anlasten, vor allem wenn man andererseits die Miniaturisierung lobt! Daher: Man warte stets den Piepton ab, im Zweifel mache man lieber noch einmal ein 2. Bild oder lösche das zuletzt aufgenommene. Faustregel: beim Gefühl, evt. verwackelt zu haben - trifft dies auch zu 80 Prozent zu!

Der Austausch der Bilder mit dem PC läuft wie bereits erwähnt hervorragend. Getestet wurde mit WIN XP, das die Kamera als "Laufwerk" erkennt, sowie nach Installation der Treiber von der mitgelieferten Mini-CD bei WIN 98. Ein Wechselspeicher ist leider nicht vorgesehen, obwohl doch die Größe (bzw. Dicke) dies für SD-Karten evt. zugelassen hätte (vielleicht eine Idee für eine einmal geplante 5 Megapixel-Version :-).

40 Bilder kann man speichern bei höchster Qualität und 3,1 Megapixel Auflösung. Dies entspricht etwa einer analogen Kamera in die ein 36er Kleinbild-Film eingelegt ist. Um mal wieder einen Vergleich zur Analogzeit heranzuziehen.

Löschen kann man das letzte aufgenommene Bild oder alle. Somit kann man z.B. das 3. Bild von bereits 10 aufgenommenen nicht mehr löschen. Man sollte also die Entscheidung gleich treffen.

Nebenbei sei bemerkt dass die Kamera in einem speziellen Modus auch als Webcam verwendet werden kann. In der Airline-Version ist unbegreiflicher weise kein Treiber dafür mitgeliefert. Eventuell kann man entsprechende Treiber aus dem Web laden. Das sollte möglich sein, das bisschen Software macht letzten Endes ja nichts aus! Mein Logitech-Treiber für Webcam funktionierte leider nicht. Es ist ärgerlich wenn die Funktion einer Kamera nur wegen einer in einem bestimmten Paket nicht mitgelieferten Software nicht verwendet werden kann.


Design:

Man hat eine bis ins Detail nachempfundene Leica M3 im Maßstab 1:3 in den Händen. Sowohl Filmtransporthebel wie auch Selbstauslöser-Hebelchen sind beweglich, natürlich ohne Funktion. dieses Klassik-Design macht gemeinsam mit der digitalen Technik die ungeheure Faszination der Minox aus. Auch der Blitzschuh ist nur Atrapppe, ein "Klassik"-Blitz kann aber unten an die Kamera angeschraubt werden. Ärgerlich ist, dass das kleine Minox-Stativ das ich immer bei meiner 35 GT verwendete nicht angeschraubt werden kann wegen nicht passendem Schraubgewinde! Hier hätte man konsequenter denken müssen. Norm-Stativgewinde sind egentlich Pflicht. Mit etwas Bastelgeschick läßt sich aber ein Adapter selbst herstellen.

Was das Aussehen der Kamera betrifft: immer wieder bemerke ich, dass vor allem Frauen ins Schwärmen kommen, wenn sie diese Kamera sehen und wenn sie sie dann in Händen halten kommt dieser "die möchte ich auch haben" - Glanz in die Augen. Immer wieder hörte ich "oh, ist die aber süß!" von den Fachverkäuferinnen der Fotogeschäfte auf meiner (verzweifelten) Suche nach passender Tasche. Zugegebener maßen habe auch ich als engagierter Hobby-Fotograf mich in das Design dieser Kamera verliebt, ich würde sie niemals hergeben! Sogar wenn man im Urlaub ohne weitere Ausstattung nur mit der Minox "bewaffnet" neben einem "Fotoprofi" mit einer Super-Kameraausstattung steht kann man gut standhalten - bewundernde Blicke und neugierige Fragen sind vorprogrammiert. Seltsamer weise ist die Kamera kaum bekannt, und wenn man erwähnt dass Minox sie vertreibt erntet man stets ein anerkennendes Wort. Der Unbekanntheitsgrad des Modells, in Verbindung mit einem absolut anderen Design als von "normalen" Digicams gewöhnt, erhöht ja auch natürlich die Neugier der Leute. Sicherlich ist dieses gute Stück auch ein sehr positiver Imageträger für MINOX und macht auch in der Vitrine eine gute Figur. Dort sollte sie aber nicht verbleiben, man sollte sie unbedingt einsetzen im Alltag, auf Reisen, als "immer dabei Kamera". Lediglich - etwas dick ist sie schon geraten, was die Taschensuche erschwert, aber insgesamt wird sie damit auch wieder etwas handlicher.

Der Suchereinblick ist aufgrund der Dicke etwas problematisch für Brillenträger, und seit ich die MINOX habe weiß ich nun, warum der "Sucher" so heißt :-)
Wie gesagt, auch hier muss man üben.



Wünsche:

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Die Bereitschaftstasche sollte man preiswerter anbieten, auch der Objektivdeckel ist mit 19 Euro doch zu teuer, der sollte mitgeliefert werden! Ein Bereitschaftsbeutel sollte für diede Edelkamera ebenso im Lieferumfang sein. Ein Stativgewinde für Tischstative sollte an der Kamera vorhanden sein.

Die Belichtungsautomatik sollte man um eine Stufe herunterregeln können (abblenden), gerade bei schwierigem Licht.

Ein SD-Karteneinschub wäre gut, denn mit dieser "immer dabei" -Kamera Fotos zu machen, das macht einfach Spaß!


Ein spezielles Set mit Blitz, und einer kleinen Tasche wo man beides verstauen kann (ähnlich wie jene flache Kamera-Systemtasche die es früher mal für die 35er Serie gab) sollte angeboten werden.


Zuletzt:
Ich las in der Zeitung, dass MINOX jetzt wieder von LEICA getrennt operiert und dass man auf die Vermarktung über Flughäfen in entsprechenden Läden setzt. Die Kamera würde ferner bei 18 Fluggesellschaften vertrieben im „In Flight Shopping“.
Leider konnte ich am Frankfurter Flughafen im Okt. 2005 bei keinem einzigen Fotofachgeschäft ein MINOX-Produkt sehen. Das ist schade. Ich denke wenn man sündhaft teure Leicas ins Regal (die gab es zuhauf!) stellt sollte man auch Platz für eine kleine MINOX haben :-)


Wer Noten mag, nun die Einteilung nach "Schulnoten" für die MINOX Leica Digital M3 mit meiner persönlichen Wichtung in %:

A: Design (5%): 1
B: Inbetriebnahme, PC-Anschluß (10%): 1
C: Ausstattung (15%): 4
D: Bedienung (10): 2
E: Bildqualität (50%): 3
F: Preis-Leistung (10): 3

Somit ergibt sich eine "Note" von 2,8, der gegenüber der konkurrenzlose Spaßfaktor von 1Plus steht!


Mein Fazit:

Wer sie hat, der gibt sie kaum mehr her. Technisch einfachst ausgestattet bietet sie viel Spaßs am Fotografieren und den beschriebenen gelegentlichen Belichtungs-Mängel zum Trotz ist die Minox Leica M3 Miniatur-Digitalkamera stets ein toller Begleiter, und als 2. oder 3.Kamera ideal geeignet um schöne Augenblicke festzuhalten. Sie ersetzt keine hochwertige Kamera für viele Hundert Euro - und auch für den gleichen Preis bekommt man woanders (und auch bei MINOX!) sicher einiges an Ausstattung und Leistung mehr, ABER (und dieses Aber zählt für mich!): so ein Design-Stück ist einmalig und daher macht sie vom Aussehen die allerbeste Figur und zeigt, dass moderne Digitaltechnik auch ohne Schnickschnack einfach auch nur schön sein kann!

Fazit: Schöne Liebhaber-Miniatur mit geringer Ausstattung, als 2./3.Kamera aber gut verwendbar.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: