Leica like no other
Leica D-Lux 3

Name des Mitglieds: Steffen Kaufmann
Produkt:
Leica D-Lux 3
Datum: 16.08.08
Bewertung:
Vorteile: Helligkeits-Kontrastumfan g, Randausleuchtung, Weitwinkel, 16:9 Format
Nachteile: Auflösung
Leica ist eine der charaktervollsten Marken aller Branchen und mit der D-Lux 3 ist sie nun auch im ultrakompakten Format so zeitlos, dass es Spaß macht. Ich weiß nicht, ob die silberne D-Lux 3 auch so gut aussieht, weil ich eine schwarze habe. Sie macht wirklich was her und mit jedem Bild steigt die persönliche Beziehung, die Bilder erzählen Geschichten, egal ob geknippst oder ambitioniert.
Wen das Leicafieber nicht irgendwann erwischt, der ist eben noch nicht so weit, so inzwischen meine Meinung, früher habe ich das auch immer belächelt, aber eine Leica hat, was anderen leider fehlt, den roten Punkt und zeitlosen Charakter, den man erleben muss und nicht beschreiben kann, es fängt schon mit den etwas anderen Farben an, die nicht anderer Mischung entstammen, sondern Liebe zum technischen Detail.
Das 16:9 Format ist gewöhnungsbedürftig, aber macht süchtig, ein Mensch schaut eben nicht 4:3 oder 3:2, sondern 16:9.
Die Kamera hat wenig Konkurrenz oder keine, so eine kleine, relativ lichtstarke, mit vielen manuellen Möglichkeiten, 16:9 Format, 10 Mio befriedigend 100%ig ansehnlichen Pixeln, 28 mm Weitwinkel bei nur äußerst geringem Licht- und Schärfeabfall zum Rand gibt es kaum, allenfalls noch bei der Nieschenmarke Rollei.
Was aber der wirkliche Hammer ist, ist der Kontrastumfang (dynamic range), da ist die D-Lux 3 auch sehr anders abgestimmt als die sonst sehr ähnliche Panasonic LX 2.
Hier liegt mein Liebling deutlich über dem Niveau ultrakompakter Canon oder Nikon oder Panasonic und das ist auch der Grund, außer dem Weitwinkelformat, sich diese Ultrakompakte zu kaufen.
Es ist keine Sportkamera, obwohl sie auch nachts sehr gut autofocussiert.
Die kleinste SLR-Simulation der Welt, erst bei 100% Ansicht sieht man den Unterschied. Aber die dynamic range (keine ausfranzenden Lichter oder absaufenden Dunkelbereiche in der Nacht) ist wie gesagt gleich.
Die jpg lassen sich sehr gut nachbearbeiten, das optionale RAW-Format hat ungewöhnlicherweise kaum Vorteile, auch wenn man Photoshop bedienen kann, klingt komisch, ist aber so. Raw zu benutzen macht wohl eher mit der Panasonic LX2 Sinn, die anders abgestimmt ist als die sehr bauähnliche Leica.
Die 10 Mio Pixel sind ausreichend scharf, aber entsprechen in dunklen Bereichen nicht einer 10 MP SLR.
Das interssiert aber eher Fotoanfänger als uns erfahrene Leica-Lovers, die wir wissen, warum wir gerade im Ultrakompaktsegment nur noch Leica benutzen werden, lebenslänglich, auch wenn die Elektronik eigentlich von Panasonic ist.
Den roten Punkt muss man einfach selbst erlebt haben, Leica ist eine der geilsten Marken des Universums, diese dynamic range bei Nachtbildern, das 16:9, der Weitwinkel, die Randschärfe, die Blitzabstimmung, der Bildschirm, und das alles in der Größe !
Einen Sturz hat sie leider nicht überlebt, aber angesichts der Bildergeschichten empfindet man den zunächst hoch erscheinenden Preis schnell als symbolisch, das Leicalebensgefühl ist unbezahlbar. Zweite D-Lux 3 gerade bestellt, die ersatzweise Canon kommt mir sehr kastriert vor, was für ein Unterschied, 4:3 empfinden Leicalovers einfach als imperfekt.
Seit der Markteinführung vor zwei Jahren ist die Kamera so unnormal preisstabil, das ist auch Beleg für die Zeit- und Konkurrenzlosigkeit, von der wohl baldigen D-Lux 4 erwarte ich jedoch noch mehr Annäherung an den Dynamikumfang von Analogfilm.
Man kann sich getrost darauf verlassen, dass Leica hier wieder, auf Kosten der weniger interessanten Schärfe, in einer eigenen Liga sehr signifikant über Canon und Nikon, ganz zu schweigen vom Rest, spielen wird.
Wer den Unterschied aber nicht sieht, kann sich auch die sehr bauähnliche Panasonic Lx2 kaufen.
Beiden ist gemein, dass bei 10 Mio Pixeln in der Hostentaschengröße manchmal etwas Rauschunterdrückung nötig ist, bei Leica auf Kosten der Schärfe, bei Panasonic auf Kosten der Dynamic Range (Helligkeitskontrastumfang).
Der Unterschied wird oft unterschlagen, die Leica ist nicht eine Panasonic mit rotem Punkt, sondern völlig anders abgestimmt, und jeden Cent Mehrpreis x-fach wert, die Panasonic ist schon eher austauschbar. Mich interessiert die marginal höhere Schärfe nicht. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass die Leica nicht immer noch guter Durchschnitt in Sachen Auflösung wäre.
ISO 200 oder gar höher sollte man aber nicht verwenden. Sämtliche Parameter der Konstruktion gehen von ISO 100 aus, was mit dem lichtstarken Objektiv, 2.8 sind im Kompaktformat ja schon recht tiefenscharf, auch völlig ausreicht, wenn man nicht gerade Sportfotograf ist. Andererseits ist Tiefenunschärfe bei Porträts noch gut möglich, spätestens ab 50 mm Zoomeinstellung.
Fazit: alternativlos, sehr anders als andere
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Weitere Testberichte: im Bereich Digitalkamera




