Licht und Schatten
Fujifilm Finepix E500

Name des Mitglieds: walenki
Produkt:
Fujifilm Finepix E500
Datum: 14.10.05
Bewertung:
Vorteile: Echtes 28mm Weitwinkel, gute Handhabung/Ausstattung, lange Akkulaufzeit, großes Display, gutes Makro
Nachteile: Bildqualität nur durchschnittlich, AF langsam und unempfindlich, nur 90mm Tele, geringe Lichtstärke
Hallo Leute,
statt eines langatmigen Erfahrungsberichts möchte Euch kurz und knackig die wichtigsten Vor- und Nachteile der Fuji Finepix E500 nennen. Technische Daten könnt Ihr an anderer Stelle nachlesen, z.B. bei http://www.fuji.de/prod_digital_kamera_info.html?i ndex=40000257
HANDHABUNG
Die Kamera liegt dank des gewölbten Griffs auf der rechten Seite gut in der Hand. Ich persönlich mag nicht die Mini-Digicams, die superflach sind mit winzigen Knöpfchen. Bei der E500 hat man was in der Hand ohne dass die Kamera zu klobig wird. Mit 176 g (ohne Batterien) ist sie angenehm leicht, genau passend für eine „Immer-dabei-Kamera“.
Es gibt einen separaten Ein-/Ausschaltknopf (sinnvoll, ist nicht bei allen Digicams so). Der Auslöser lässt sich gut mit dem rechten Zeigefinger bedienen. Die Belichtungsprogramme werden bequem über das Drehrad auf der Kameraoberseite ausgewählt. Gezoomt wird über eine Wippe, die passgenau unter dem Daumen liegt. Die Menüsteuerung über vier kreisförmig angeordnete Knöpfe und einen inneliegenden OK-Knopf funktioniert ebenfalls gut. Zunächst hatte ich bedenken, dass man versehentlich auf den OK-Knopf kommt, aber mit etwas Übung klappt die Bedienung sicher.
Die Energieversorgung erfolgt über zwei handelsübliche Mignon-Akkus. Die Akku-Laufzeit ist trotz des großen Displays sehr lang.
Die Anschlüsse für USB usw. sind unter einer flexiblen Kunststoffabdeckung auf der linken Gehäuseseite verborgen. Die Abdeckung ist nicht arretierbar und kann daher abfallen und verloren gehen, weshalb Fuji vorsorglich gleich eine zweite Abdeckung mitliefert. Besser wäre eine solide Befestigung der Abdeckung.
AUSSTATTUNG / VERARBEITUNG
Die Fuji Finepix E500 bietet eine gute Ausstattung und viele manuelle Einstellmöglichkeiten, was in der Preisklasse bis 200 Euro selten ist. Hervorzuheben sind die zahlreichen Belichtungsprogramme: Vollautomatik, Programm, Zeitautomatik, Blendenautomatik, Manuelle Belichtungseinstellung. Dazu kommen vier Motivprogramme (Portrait, Landschaft, Sport, Nachtaufnahme).
Kleine Videoschnipsel kann man auch aufnehmen: entweder in der Auflösung 320x240 (max. 1 Minute) oder 160x120 (max. 3 Minuten). Optisch sind die Videos in Ordnung, die Klangqualität ist erstaunlich gut.
Das Gehäuse ist aus Kunststoff und nicht so hochwertig wie z.B. das Metallgehäuse einer Canon IXUS. Das kann man in der Preisklasse aber auch nicht erwarten. Ich nutze die Finepix E500 seit einem halben Jahr und habe mit dem Gehäuse und der Verarbeitung bislang keine Probleme gehabt. Lediglich bei dem kleinen Schalter, mit dem man zwischen Aufnahme und Bildwiedergabe umschaltet, habe ich Bedenken, dass der irgendwann mal ausgeleiert ist.
BILDQUALITÄT
Die Bildschärfe dieser 4 Megapixel-Kamera ist durchschnittlich. Ich würde mir die Bilder oft schärfer wünschen (bin allerdings auch verwöhnter Spiegelreflex-Fotograf). Bei starken Kontrasten (z.B. dunkle Hauskante vor hellem Himmel) erscheint an den Kanten ein blauer Farbsaum.
AUTOFOKUS
Der AF ist nicht der schnellste. Wer auf Schnappschüsse wert legt, dem würde ich von der E500 eher abraten. Leider versagt der AF bei schlechten Lichtverhältnissen. Geblitzte Bilder z.B. auf Parties werden daher nicht immer scharf. Man kann die Fokussierung auch von Hand vornehmen. Leider zeigt die Kamera nicht an, auf welche Entfernung scharf gestellt wird.
OPTIK / MAKRO
Ein klares Plus ist der Weitwinkel-Zoom, der bereits bei 28 mm (auf Kleinbild umgerechnet) beginnt. Dafür reicht das Tele aber nur bis ca. 90 mm. Das Objektiv ist recht lichtschwach wie bei den meisten kleinen Digicams: 2.9 (Weitwinkel) bis 5.5 (Tele). Ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe (z.B. bei Portraits) ist damit nicht möglich. Meist ist der gesamte Bildbereich mehr oder weniger scharf. Das empfinde ich als starke Beeinträchtigung, denn damit fehlt eine wichtige Gestaltungsmöglichkeit.
Gut ist die Makro-Funktion. Damit kann man Objekte bis etwa 2,8 x 2,1 cm fotografieren! Es gibt zwei Stufen: Makro (nah) und Super-Makro (ganz nah). Bei „Makro“ kann man von Weitwinkel (28 mm) bis etwa zur Normalbrennweite zoomen. Bei „Super-Makro“ kann man nicht mehr zoomen, die Brennweite ist fest auf 28 mm Weitwinkel eingestellt. Dadurch erscheinen die Aufnahmen manchmal etwas verzerrt, was aber bei Naturfotos wie z.B. Blumen meist nicht sehr stört.
BLITZ
Der Blitz wird über einen Knopf jeweils manuell zugeschaltet und klappt nach oben aus. Dadurch ist der Abstand zum Objektiv größer und es gibt beim Blitzen erfreulich wenig rote Augen. Die Blitzreichweite ist in Verbindung mit dem lichtschwachen Objektiv vor allem bei Teleaufnahmen nur mäßig.
DISPLAY / SUCHER
Das Display ist ein klares Plus. Groß (2 Zoll), scharf und hell. Dafür ist der optische Sucher lausig. Das Bild erscheint dadurch sehr klein und es ist weniger zu sehen (nur ca. 70-80%), als nachher auf dem Bild drauf ist. Bildgestaltung mit optischem Sucher kann man also vergessen (oder man macht mit einem Bildbearbeitungsprogramm später eine Ausschnittsvergrößerung).
PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS
Ich habe die Kamera im März 2005 für 189,- Euro im Einzelhandel erworben. Bei der Ausstattung insgesamt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
FAZIT
Eine recht preiswerte Kamera mit Licht und Schatten. Stände ich jetzt vor der Kaufentscheidung für eine Digicam, würde ich mich vermutlich für eine professionellere Kamera entscheiden mit besserer Bildqualität, höherer Lichtstärke und mehr Tele. Aber die wäre sicherlich teurer und schwerer. DIE optimale Digicam gibt’s wohl nicht ...
Fazit: Eine recht preiswerte Kamera mit Licht und Schatten
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