Concord EYEQ 3X
Gutes Konzept, mittelmäßige Umsetzung - Concord EYEQ 3X Digitalkamera

Produkttyp: Concord Digitalkameras

Gutes Konzept, mittelmäßige Umsetzung
Concord EYEQ 3X

hifi-man

Name des Mitglieds: hifi-man

Produkt:

Concord EYEQ 3X

Datum: 19.04.02, geändert am 09.09.04 (716 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: klein, einfache Bedienung

Nachteile: mittelmäßige Bildqualität

Nun hat das digitale Zeitalter auch in Sachen Fotografie bei mir begonnen. Hier mein Erfahrungsbericht zu meinem Einstand mit der Digitalen Kamera Concord Eye 3x.

*1. Kauf:

Ich habe die Kamera Anfang des Jahres für 150 Euro kurzentschlossen beim Pro-Markt gekauft. Inzwischen dürften die Preise so zwischen 100 und 120 Euro liegen. Die Kamera wurde vom Pro-Markt mit 1,3 Mio. Pixel (Auflösung 1280x960 Bildpunkte) beworben, was - wie ich später zuhause feststellte - schon fast an Betrug grenzt. Dazu unten (unter dem Punkt Bildqualität) mehr.

*2. Abmessungen/Ausstattung/Zubehör:

Der erste große Vorteil der Kamera ist ihre Größe oder besser ausgedrückt ihre Winzigkeit. Mit dem Maßen Länge 10,2cm x Höhe 2,5cm x Breite 6cm ist sie kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Mit einem Gewicht einschl. Batterie von ca. 150 g ist sie außerdem sehr leicht. Damit passt sie sogar in Hemdentaschen.

Ausgestattet ist die Kamera mit einem 3fachen optischen Zoom (38 - 110 mm), Spiegel-Reflex-System, Autofokus, Blitz sowie einem fest eingebauten Speicher von 4MB.

Die Kamera enthält zudem folgendes Zubehör:
- Ledertasche
- USB-Kabel
- 3V-Lithium-Fotobatterie
- Bildbearbeitungssoftware
Die Ledertasche ist positiv hervorzuheben, da diese bei anderen Herstellern meistens teuer dazu gekauft werden muss. Als Schutz der offenliegenden Optik ist sie zudem unverzichtbar.

Die Kamera kann nur mit der genannten Lithium-Fotobatterie betrieben wurden. Das ist ein enormer Nachteil, da es wiederaufladbare Akkus sind diesem Format wohl nicht gibt und die Verwendung von Fotobatterien richtig ins Geld geht. Der vom Hersteller angegebener Wert von 300 Aufnahmen pro Fotobatterie wird nur im allergünstigsten Fall erreichbar sein. Bei normalem Gebrauch dürfte die Batterie nach 100 bis 200 Fotos leer sein. Und dann ist eine neue Batterie für ca. 5 Euro fällig. Mit hohen Folgekosten muss besonders der Viel-Fotografierer also rec
hnen. Ein Netzteil lässt sich im übrigen auch nicht anschließen.

*3. Bedienung:

Zunächst ein Blick in die Anleitung: Diese ist sehr knapp gehalten, enthält kaum Tipps für optimales Foto-Schießen, aber ansonsten ganz gut verständlich.

Das Display der Kamera zeigt alle wichtigen Einstellungen an.

Die Kamera wird über sehr wenige Tasten bedient. Bei den wenigen Einstellungsmöglichkeiten werden mehr auch nicht benötigt. Grundsätzlich arbeitet die Kamera entweder im Aufnahmemodus, in der man das Foto schießen kann, und in einem Ansichtsmodus, mit dem die bereits aufgenommen Bilder durch den Sucher ansehen kann. Nach dem Einschalten ist die Kamera in ca. 2 Sekunden betriebsbereit.

Vor dem Abdrücken lässt sich noch der Blitzmodus und die Fotoauflösung einstellen. Zur Verfügung stehen Auflösungen von 640x480 mit hoher Kompression, 640x480 mit Standard-Kompression und 1280x960. Die letzte Auflösung stellt die beworbenen 1,3 Megapixel dar. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine interpolierte Auflösung, d.h. die Fotos werden mit 640x480 aufgenommen und dann durch die Kamera auf eine Größe von 1280x960 vergrößert. Die dafür zusätzlich benötigten Bildpunkte werden durch die Kamera berechnet und Kanten werden zudem geglättet. Im Ergebnis sind die Fotos zwar doppelt so groß wie die bei einer Auflösung mit 640x480, jedoch kaum schärfer. Je nach verwendeter Auflösung passen auf den internen Speicher der Kamera 42, 58 oder 81 Aufnahmen. Zusätzliche Speicherkarten lassen sich nicht verwenden. So könnte bei einem langen Urlaub der Speicherplatz etwas knapp werden. Allerdings ist die Kamera, wie unter dem folgenden Punkt Bildqualität ausgeführt, ohnehin nicht unbedingt für die Anfertigung von Urlaubsbildern geeignet.

Dank Spiegel-Reflex-System sieht man durch den Sucher genau das, was später auch auf dem Foto ist. Nachteil ist allerdings, dass nach dem Auslösen der Sucher für ein, zwei Sekunden schwarz wird. Das macht das Fotogra
fieren bewegter Objekte schwierig. Zudem verwackelt man die Bilder auch sehr schnell, da die Kamera (bei schlechten Lichtverhältnissen) sehr lange die Fotos belichtet. Positiv für Brillenträger - der Sucher lässt sich in der Schärfe verstellen.

Der Anschluss an den Computer und die Übertragung der Fotos ist dank USB sehr einfach. Die mitgelieferte Bildbearbeitungssoftware lässt sich gut bedienen und genügt einfachen Anforderungen.

Eine Benutzung als Web-Cam ist leider nicht möglich. Kurze Videos lassen sich auch nicht aufzeichnen.

*4. Bildqualität:

Da ich mir inzwischen eine Digitalkamera von Olympus namens Camedia C1-Zoom mit wirklichen 1,3 Megapixel gekauft habe, kann ich einen direkten Vergleich zu den Fotos der Concord ziehen.

Bei Außenaufnahmen mit hellem Tageslicht sind die Aufnahmen farblich noch in Ordnung. Allerdings sind sie bei weitem nicht so brillant wie die der Olympus. Die Bilder der Concord sind zwar noch einigermaßen scharf - der Unterschied zur Olympus ist aber selbst bei der interpolierten Auflösung von 1280x960 gewaltig. Details sind bei den Fotos der Concord einfach viel schwerer zu erkennen. Das liegt sicher daran, dass die Concord tatsächlich eben nur mit einer Auflösung von 640x480 arbeitet. Bei wenig Tageslicht (Dämmerung) schaltet sich der Blitz der Concord eher hinzu, die Fotos sind dunkler als bei der Olympus und sehr häufig auch verwackelt. Für Nachtaufnahmen lässt sich die Concord überhaupt nicht verwenden.

Bei den Innenaufnahmen fällt die Concord gegenüber der Olympus noch weiter ab. Die Farben der Fotos der Concord sind bei Kunstlicht (Glühbirnen) blass und haben teilweise einen leichten Gelb-Stich. Eine Möglichkeit den für eine richtige Farbaufnahme erforderlichen Weißabgleich manuell vorzunehmen bietet die Concord nicht. Zudem ist der Blitz der Concord viel zu grell, so dass die Gesichter fotografierter Personen sehr bleich wirken und Konturen überblendet sind.

Nahau
fnahmen unter 50cm Abstand sind nicht möglich, da der Kamera ein Makro-Modus fehlt. Die Olympus hat diesen allerdings und man kann sie wunderbar als Scannerersatz benutzen.

Die Bildqualität ist alles in allem zwar deutlich besser als bei den 50 Euro Modellen wie z.B. der Aiptek Pencam, jedoch erreicht sie bei weitem nicht das Niveau der 1,3 Megapixel-Einstiegsklasse von Olympus. Zwar sind die Anzahl der Megapixel für die Fotoqualität nicht allein entscheidend. Ebenso wichtig ist ein gutes Objektiv und Autofokus-System. Doch wer auch Abzüge in der Größe von 9x13 und 10x15 von seinen Fotos machen will, sollte sich keine Kamera anschaffen, die weniger als 1 Megapixel (tatsächlich, nicht interpoliert).

*5. Fazit:

Die Vorteile der Concord EyeQ 3x sind schnell aufgezählt: Sie ist extrem klein und handlich und lässt sich aufgrund der wenigen Einstellungsmöglichkeiten auch leicht bedienen. Das Spiegel-Reflex-Konzept der Kamera ist im Grunde vielversprechend, nur hätte es besser umgesetzt werden müssen. Für einen Preis von 150 Euro ist die Bildqualität besonders bei den Innenaufnahmen schlechter als erwartet.
Auch die hohen Folgekosten für die Fotobatterien sind negativ zu bewerten. Bei einem Preis unter 100 Euro wäre sie aber auf jeden Fall eine Empfehlung als Schnappschusskamera und ständige Begleiterin wert.

Hier noch mal alle Plus- und Minuspunkte im Überblick:

Positiv:
+ sehr klein und handlich
+ echtes optisches 3fach Zoom
+ leicht bedienbar

Negativ:
- Auflösung optisch nur 640 x 480 = 0,3 Megapixel
- nur teure Fotobatterien verwendbar
- mittelmäßige Bildqualität bei Außen-, schlechte bei Innenaufnahmen
- schlechter Blitz
- keine Video- und Webcam-Funktion
- Speicher nicht aufrüstbar
- keine Nahaufnamen möglich

Fazit: