Allrounder mit Schwächen
Casio Exilim Hi-Zoom EX-V7

Name des Mitglieds: digicamclub.de
Produkt:
Casio Exilim Hi-Zoom EX-V7
Datum: 05.07.07
Bewertung:
Vorteile: Bildstabi, klein und leicht, 7fach optischer Zoom
Nachteile: zu langsam für Schnappschüsse, recht starke CAs
Casio stellte mir eine Exilim EX-V7 zur Verfügung, eine Kompaktkamera mit 7,2 Megapixel und 7fach optischem Zoom sowie Bildstabilisator. Diese kleine Kamera konnte ich einige Zeit in verschiedenen Situationen testen.
Das Gehäuse
Das Gehäuse der V7 fällt auf, denn durch eine Schiebeklappe kommt erst das Objektiv und der Blitz zum vorschein, das Objektiv ist innenfokussierend und fährt somit nicht aus. Dies hat leichte Bildqualitätseinbußen zur Folge, diese sieht man jedoch nur, wenn man auf A4 belichtet und neben dem V7-Bild noch ein Bild legt, welches mit einer Kamera mit ausfahrendem Objektiv aufgenommen wurde - recht pauschal gesagt, wurde aber bereits labortechnisch bewiesen. Das Gehäuse besteht aus Metall und sieht edel aus.
Auf der Rückseite findet man neben dem 2,5" großen TFT-Display auch ein Wählrad für Blende, Zeit, Motivprogramme oder Videoaufnahmen, welche übrigens im MPEG4 H.264 Standard aufgezeichnet werden. Einen optischen Sucher findet man am Gehäuse leider nicht.
Die Ausstattung
Die EX-V7 hat einige interessante Vorzüge, die ich gerne einmal nennen möchte.
Die 7,2 Megapixel sind locker ausreichend, um Großaufnahmen oder Ausschnittsvergrößerungen machen zu können. Das Rauschverhalten ist okay, dazu aber später mehr. Das optische 7-fachZoomobjektiv dürfte für viele eine ideale Brennweite sein, zudem man hier von einem Bildstabilisator unterstützt wird. Zeitgleich kann man den "Anti-Shake-DSP" - Modus hinzuwählen, der bei schwachem Licht automatisch die ISO-Stufe anpasst, um Verwacklungen zu verhindern. Dies geht jedoch meist zu Lasten der Bildqualität, weswegen ich auf den DSP gerne verzichtet habe. Der Brennweitenbereich des Objektivs liegt bei 38-266mm im Vergleich zum KB-Format. 38mm finde ich persönlich sehr unsexy, 35mm sind schon hart an der Grenze, aber 38mm müssen echt nicht mehr sein. 28mm oder 24mm wären da sicherlich schöner gewesen. Somit hat die V7 keinen echten Weitwinkel.
Die Lichtstärke des Objektivs liegt bei F/3,4 im 38mm-Bereich und bei F/5,3 im Telebereich. Das ist okay, aber nicht überragend. Jedoch gleich der Bildstabilisator rund 2 Blendenstufen aus. Die kleinste Blende ist F/9,2
Die Verschlusszeiten liegen bei 60 Sekunden bis 1/800 Sekunden. 1/800s ist nicht sonderlich kurz, wenn man Actionaufnahmen machen und Motive vielleicht "einfrieren" möchte. Die 60 Sekunden Langzeitbelichtung hingegen machen vor allem bei Nachtaufnahmen Sinn.
Der ISO-Bereich ist manuell wählbar, liegt bei 64 bis 800.
Als Bildformat steht JPEG zur Verfügung, gespeichert wird auf einer SD-Karte.
Das bereits erwähnte TFT-Display ist 2,5" groß und löst mit sehr guten 230.000 Bildpunkten auf. Es lässt sich bei normaler Tageslichtimgebung und auch im Dunkeln sehr gut ablesen, reflektiert wenig. Wenn jedoch die Sonne wirklich direkt von hinten kommt, versagt das Display seinen Dienst und man muss entweder für Schatten sorgen oder aber auf gut Glück fotografieren.
Die Kamera hat ein Gewicht von rund 190 Gramm und hat die Maße 96mm x 60mm x 25mm - das ist angenehm klein und hemdtaschentauglich.
Die Bedienung
Die Kamera wird über einen Schieberegler ein- und ausgeschaltet, das schützt zugleich die Linse und den Blitz. Jedoch wirkt diese "Klappe" auf mich nicht sehr hochwertig, mag aber daran liegen, dass ich von dieser Art von Schutz und Bedienung nicht viel halte ;-)
Schön ist, dass die V7 keine reine "Einsteigerkamera" ist, sondern dass man auch selbst Blende und Zeit vorwählen kann, auch ein völlig manueller Eingriff ist möglich. Wer gerne auf Motivprogramme setzt, kann dies hier tun - ich tue es nicht.
Das Menü ist klar strukturiert und leicht verständlich. Die Bedienknöpfe sind alle schnell erreichbar, lassen sich angenem drücken - hier stimmt die Verarbeitung.
Um die Bilder auf den PC zu übertragen (ohne einen Kartenleser benutzen zu wollen), kann man die Kamera auf die mitgelieferte Dockingstation setzen. Ich persönlich mag keine Dockingstations, mochte ich bei Kodak schon nicht. Vorteil ist halt, dass die Cam gleichzeitig mit aufgeladen wird - wenn jedoch der Akku noch sehr frisch ist, möchte ich ihn nur ungern wieder aufladen - bin da altmodisch ;-)
Die Bildqualität
Die V7 macht angenehme Bilder, was die Farben anbelangt. Ausgewogen und eher zu blass als zu gesättigt. Bis ISO 400 kann man das Rauschen noch gut ertragen, ISO 800 ist dann schon echt hart mit anzusehen. Die Bildschärfe ist an sich gut bis sehr gut (je nach Lichtsituation und ISO-Stufe), jedoch neigt die V7 leider zu starken CAs (chromatische Abberationen). Das nervt dann doch ein wenig; diese CAs sind vor allem im hohen Telebereich sehr stark sichtbar.
Der Bildstabilisator tut einen guten Dienst, die automatische ISO-Erhöhung, die man optional auch noch "hinzubuchen" kann, ist aber unnötig, da man besser eh nicht mit ISO 800 arbeiten sollte, es sei denn, es geht echt nicht anders.
Die Bildschärfe ist bis 150mm gut, danach treten Randabschattungen auf.
Die Verzeichnungen sind sehr gering.
Bei Kunstlicht werden die Bilder leicht rotlastig, bei Tageslicht gibt es praktisch keinerlei Verfälschungen.
Die Geschwindigkeit
Das Ein- und Ausschalten geht super schnell, liegt bei unter 2 Sekunden.
Die Auslöseverzögerung ist dafür nicht mehr gut, sondern maximal befriedigend, liegt bei etwa 0,7 Sekunden - für Schnappschüsse (im Zoo zum Beispiel) daher eher ungeeignet.
Die Akkulaufzeit
Der mitgelieferte Akku hat eine gute Leistung, ich konnte etwa 400 Bilder machen (habe ab und an den Blitz benutzt und auch des Öfteren mal die Bilder durchgesehen).
Wenn man jedoch abends auf Partys fotografiert und oft den Blitz benutzt und nach jedem Foto eben dieses den Partygästen zeigen soll, da war bei mir nach etwa 170 Bildern Schicht im Schacht - damit muss mal also rechnen und ggf. einen zweiten Akku einpacken.
Der Preis
Der Preis liegt online bei rund 255 Euro - das ist okay, wobei ein echter Weitwinkel hier doch angebracht wäre.
Pro und Contra
+ klein und flach
+ echter Bildstabilisator
+ 7fach optischer Zoom
+ Rauschen bis ISO 400 okay
+ viele manuelle Einstellmöglichkeiten
- nicht schnappschusstauglich
- kein echter Weitwinkel
- recht starke CAs
- kein optischer Sucher
FAZIT
Guter Zoombereich (wenn auch ohne Weitwinkel), echter Bildstabilisator, aber zu langsam in der Auslöseverzögerung. Ein Allrounder, der preislich vielleicht noch etwas zu hoch ist, aber man kann sich die V7 durchaus einmal genauer ansehen.
Fazit: Allrounder mit Schwächen
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| Akkulaufzeit: |




