Casio Exilim Card EX-S880
Wer "fotografieren" möchte, kauft sie sich nicht - Casio Exilim Card EX-S880 Digitalkamera

Erhältlich in: 3 Shops

Produkttyp: Casio Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... Vorsprünge (13,7 mm an dünnster Stelle) - Gewicht: ca. 128 g (ohne Lithium-Ionen-Akku und Speicherkarte) ****Das war alles bei der Digi... mehr

Wer "fotografieren" möchte, kauft sie sich nicht
Casio Exilim Card EX-S880

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Produkt:

Casio Exilim Card EX-S880

Datum: 22.02.08

Bewertung:

Vorteile: sehr kompakt, Youtube - Modus, viele Motivprogramme

Nachteile: kaum manuelle Einstellmöglichkeiten, zu langsame Auslöseverzögerung, kein zoomen in Videos

Casio war der erste Anbieter von Digitalkameras der es geschafft hat, eine Digitalkamera wirklich flach zu bauen. Ich erinnere mich noch an den Tag wo ich bei Mediamarkt durch die Gänge lief, damals mit Digitalfotografie noch nichts groß am Hut und auf einmal an der Exilim vorbei lief. Sowas von flach - das kann doch nix taugen. Mein damaliger Eindruck.
Heute ist Casio längst nicht mehr der einzige Anbieter superflacher Kameras, aber mit der Exilim-Reihe weiterhin extrem bekannt, vor allem in der Partyszene.

Casio stellte mir eine EX S-880 zur Verfügung, welche ich einmal 2 Wochen lang testen konnte. Bisher hatte ich mit Casio-Kameras noch nicht die großen Erfahrungen gemacht; umso gespannter war ich, als ich endlich das Testgerät in Händen halten durfte.

----- Der Lieferumfang -----

EX S-880
NP-20-Akku
Dockingstation
Videoanschlusskabel
USB-Anschlusskabel

Trageschlaufe
Moviesoftware
YouTube Uploader for CASIO
Handbücher
Eine Speicherkarte wird nicht mitgeliefert.


----- Die Technik in der Kamera -----
Die S-880 löst mit maximal 8.1 Megapixel auf, hierbei stehen insgesamt folgende Bildauflösungen zur Verfügung:

- 3.264 x 2.448 px
- 2.816 x 2.112 px
- 2.304 x 1.728 px
- 1.600 x 1.200 px
- 640 x 480 px
Der Sensor ist ein 1/2,5" CCD-Chip. 8 Megapixel sind dafür in Sachen Bildrauschen vielleicht etwas überdimensioniert, aber so ist ja leider der Trend. Möglichst viele Pixel mit einer möglichst kleinen Kamera.
Der interne Speicher beträgt 10,8 MB, der Speicher kann mit SD- und auch SDHC-Karten erweitert werden. Mit einer 2GB SD-karte hatte ich bei bester Auflösung 437 Bilder zur Verfügung - das ist ganz ordentlich! Die Bilder können anschließend mit der mitgelieferten Dockingstation übertragen werden, hier steht USB 2.0 zur Verfügung. Ansonsten kann man die Kamera auch direkt an den Fernseher anschließen.

Die S-880 hat einen 3fach optischen Zoom, was 38 bis 114mm entspricht. Das ist Standard, also nichts besonderes. Etwas mehr Weitwinkel (so 28mm) wären aber klasse gewesen. Digital kann 4fach gezoomt werden, wovon ich aber aus Qualitätsgründen immer abrate.
Im Autofokus müssen mindestens 40cm zwischen Linse und Motiv sein, im manuellen Fokus können es 15cm sein. Leider müssen auch bei Makroaufnahmen 15cm eingehalten werden; andere Kamerahersteller kommen da auf 1cm ran.
Die ISO-Werte können von Hand eingestellt werden (64/100/200/400/800) - im Automodus gehts sogar bis ISO 1600.
Leider gibt es keine Möglichkeit, von Hand in die Belichtungssteuerung einzugreifen. Es stehen zwar etliche Motivprogramme zur Verfügung, jedoch kann man weder Zeit noch Blende von Hand einstellen, vom völlig manuellen Modus mal ganz abgesehen. Somit richtet sich die S-880 an den absoluten Laien, welcher auf Motivprogramme vertraut (die allesamt fast gleiche Bilder machen). Die Belichtungszeiten an sich liegen bei 1/2000s bis 4 Sekunden.
Die Anfangsblende im Weitwinkelbereich liegt bei F/2.7, im Telebereich bei nicht wirklich guten F/5.1.

Auf einen optischen Sucher muss man leider verzichten, dafür macht das 2,8" große TFT-Display ganz gut was her. Es löst mir 230.400 Pixel auf und hat auch keine Probleme bei schnellen Bewegungen, führt gut nach und macht Spaß. Auch ist es schön hell.
Der integrierte Blitz ist ziemlich stark; leider auch bei der Option "Soft-Blitz". Meine Motive waren allesamt zu hell. In der Disco vielleicht ganz nett, aber so zum Aufhellen bei Porträts ist eine Nachbearbeitung am PC zwingend erforderlich. Der Blitz schafft im Weitwinkel knappe 4 Meter, im Telebereich die Hälfte.

Der Selbstaulöser kann nach 2 oder 10 Sekunden auslösen, aber auch 3x direkt hintereinander - das ist gut!
Sicherlich ein Highlight ist der H.264 Videomodus, welcher so in kaum einer anderen Kamera zum tragen kommt. H.264/MPEG-4 AVC ist ein Standard zur hocheffizienten Videokompression. Er wurde zunächst von der ITU (Study Group 16, Video Coding Experts Group) unter dem Namen H.26L entwickelt. Im Jahre 2001 schloss sich die ITU-Gruppe mit MPEG-Visual zusammen und führte die Entwicklung gemeinschaftlich im Joint Video Team (JVT) fort. Ziel des Projektes war es, ein Kompressionsverfahren zu entwerfen, das im Vergleich zu bisherigen Standards sowohl für mobile Anwendungen als auch im TV- und HD-Bereich die benötigte Datenrate bei gleicher Qualität mindestens um die Hälfte reduziert. Im Jahr 2003 wurde der Standard von beiden Organisationen mit identischem Wortlaut verabschiedet. Die ITU-Bezeichnung lautet dabei H.264. Bei ISO/IEC MPEG läuft der Standard unter der Bezeichnung MPEG-4/AVC (Advanced Video Coding) und ist der zehnte Teil des MPEG-4-Standards (MPEG-4/Part 10, ISO/IEC 14496-10).

MPEG-4/AVC unterscheidet sich deutlich von MPEG-4/ASP. H.264 erreicht typischerweise eine etwa dreimal so hohe Codiereffizienz wie H.262 (MPEG-2) und ist auch für hoch aufgelöste Bilddaten (z. B. HDTV) ausgelegt. Das heißt, vergleichbare Qualität ist etwa bei einem Drittel der MPEG-2-Datenmenge zu erreichen. Allerdings ist der Rechenaufwand auch um den Faktor 2 bis 3 höher.
Ansonsten bleiben:

- 848 x 480 Pixel
- 640 x 480 Pixel
- 320 x 240 Pixel

Der integrierte Youtube-Modus sorgt dafür, dass Videos direkt passend für Youtube aufgenommen werden - eine feine Idee, wenn man Youtube-Jünger ist.
Zu guter Letzt die Maße: knapp 140 Gramm (inkl. Akku und Speicherkarte) bei 95 mm x 69 mm x 17 mm (B x H x T). Also klein und ziemlich leicht - wie die Exilims meistens so sind.

----- Handhabung -----

Durch die kompakte Bauart ist leider der optische Sucher nicht mehr vorhanden, was bei dem doch recht stark spiegelnden Display manchmal stört. Durch eine Schutzfolie kann dies ein wenig gemindert werden. Ansonsten ist die Kamera von den Knöpfen her eigentlich ganz gut aufgebaut; es gibt einen eigenen Aufnahmeknopf für Videos (sehr gut, wenn auch etwas tief im Druckpunkt), der Zoom lässt sich gut bedienen (ist etwas laut), die Navigation durch das Menü ist sehr einfach und leicht verständlich, die Motivprogramme mittels BS-Taste (BS steht für "Best shot") schnell anwählbar. Das Stativgewinde ist leider nicht mittig angebracht, sondern sehr weit außen; eine optimale Standhaftigkeit ist somit (je nach Fotosituation) nicht gegeben (ich denke da an etwas Wind und Tischstativ...).
Weniger praktisch sind die Button "Data" und "Disp" oben links auf der Kamera. Durch die kleine Bauweise ist natürlich weniger Fläche zum Festhalten der Kamera vorhanden. Und wo drücke ich dadurch dummerweise oft rauf? Richtig, auf "Data". Das ist die Taste, wenn sich Dokumente auf der Kamera befinden - aber da ich keine habe, kommt eben diese Meldung und man ist für etwa 4 Sekunden blockiert. In 4 Sekunden kann das Motiv bereits weg sein...
Die Taste "Disp" hingegen ist für die Konfiguration des Displays da (ist ja auch naheliegend). Hier kann man die Farbintensität einstellen, ein Echtzeit-Histogramm einblenden oder aber das Display heller / dunkler stellen.

Einige Funktionen lassen sich direkt über den Navigationsbutton aufrufen (vor allem die Gesichtserkennung wird hier extrem berücksichtigt, mehrere verschiedene Settings sind hier möglich von Gruppenbild bis hin zu registrierten Familien -> diese Gesichert werden dann bevorzugt beim Lächeln).
Das größte Manko in der Handhabung ist aber wirklich der DATA-Button oben links, auf den ich wirklich häufig aus Versehen gedrückt habe. Wenn jemand noch größere Finger hat als ich... das wird nix mit dieser Kamera.

----- Bild- und Videoqualität -----

Die Bildqualität ist -um es vorweg zu nehmen- okay. Aber wirklich nicht mehr. Bei gutem Wetter und guten Lichtverhältnissen kommen brauchbare Ergebnisse zustande, aber bei weniger Licht geht die Kamera sehr schnell auf 1/60s Belichtung und man verwackelt schneller, als einem lieb ist (je nach Brennweite). Die verschiedenen Motivprogramme ähneln sich alle ziemlich stark, sodass davon auch nicht wirklich Wunder zu erwarten sind.
Vor allem mit der Bildschärfe an sich war ich nicht sehr zufrieden - durch den Automatikmodus und der nicht gerade herausragenden Lichtstärke geht die S-880 schnell auf die 1/60s bei Blende F/2.7 - dadurch ist die Schärfentiefe eher sehr gering anzusiedeln. Ich hatte Bilder in einem Wald gemacht und wollte die Waldflläche an sich scharf haben - darauf wurde partout leider nichts, großflächig war keine gute Schärfe zu erreichen. Hier habe ich wirklich echte manuelle Einstellmöglichkeiten vermisst.
Für Schnappschüsse auf Parties kommt die S-880 dann schon eher in Frage, obwohl mir die Auslöseverzögerung als recht lang erscheint. Flott ist zumindest anders.

Die Farben an sich sind im Auto-Modus eher blass, lassen sich durch Motivprogramme wie "Herbst" verstärken - aber so richtig gute Änderungen sind dies nicht, das sollte nachher am PC geschehen. Doch die mangelnde Schärfe machte auch daraus bei dem einen oder anderen Bild einen Strich durch die Rechnung.
Das Rauschverhalten bis ISO 200 ist gut, ISO 400 ist gut erträglich, wenn man am PC nachbearbeitet. ISO 800 und 1600 sind nicht mehr gut und nicht zu empfehlen.

Die Qualität der Videos ist gut, wobei die Youtube-Komprimierung recht viele Details schluckt. Der Sound ist okay, allerdings ist es schade, dass man im Video-Modus nicht mehr zoomen kann - das hätte es gerne noch sein dürfen.
Das kleine Kurz-Video mit der S-880 ist durchaus anschaubar, aber so richtig haut auch das nicht vom Hocker.

----- Preis -----
Preislich liegt die Kamera bei rund 180 Euro, was sicherlich ein fairer Preis ist für die Leistung, auch wenn es hier und da was zu bemängeln gibt. Bei 160 Euro würd ich dann durchaus zuschlagen, wenn es keine Alternative gäbe.

Passende Schutzfolien würde ich bei www.schutzfolien24.de kaufen; Rabatt gibts mit diesem Gutscheincode: SF24704633

----- Fazit -----
Die S-880 ist technisch eigentlich ganz gut ausgestattet, jedoch fehlen einfach die manuellen Einstellmöglichkeiten wie Blende oder Zeit, die Ergonomie ist für größere Hände nicht der Hammer und in Videos kann man nicht zoomen.
Die Auslöseverzögerung ist etwas langsam, das Bildrauschen bis ISO 400 noch gut zu ertragen (mit dem PC kann man dann noch viel retten).

Wer eine Partyknipse sucht, kann sich die S-880 mal ansehen. Wer "fotografieren" möchte, kauft sie sich nicht!

Fazit: Wer "fotografieren" möchte, kauft sie sich nicht

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: