Canon EOS 50D
Willkommen in der Zukunft - Canon EOS 50D Digitalkamera

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Canon Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... gerade grosse Hände habe. Die Canon EOS 50D ist angenehm schwer und seitlich gut und wackelarm zu halten. Das Menu ist relativ übersichtl... mehr

Willkommen in der Zukunft
Canon EOS 50D

LittleSparko

Name des Mitglieds: LittleSparko

Produkt:

Canon EOS 50D

Datum: 14.09.10, geändert am 15.07.11 (370 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Ausstattung, Verarbeitung, Qualität, Display

Nachteile: siehe Bericht

Sparko ist pleite. Aber Sparko ist glücklich. Sparko hat ein neues Spielzeug und hatte es vor allen anderen *strahl*
Schon seit einer ganzen Weile stand fest, dass ich die 50D würde kaufen wollen, zuerst geplant als Zweitbody. Allerdings machte Canon mir einen Strich durch die Planung. Gerechnet hatte ich mit Release im März 2009 und einer Kamera mit etwa 12 Megapixeln. Im August dann die ersten Tests, Datenblätter: 15 Megapixel. Da wusste ich, dass ich sowieso nur noch mit der neuen arbeiten würde und habe die alte vorab zur Finanzierung der neuen weitervererbt.

Offiziell am 1.10. im Handel, hielt ich das gute Stück bereits eine Woche zuvor in den Händen und der Postbote muss gedacht haben, ich habe Uran gefrühstückt *lach*.
Ich werde diesen Bericht unter Betrachtung meines Umstieges von der 30D auf die 50D schreiben. Beim Lesen bitte zu beachten.

CANON EOS 50D

Fakten und Daten gibt es ausfürlich hier nachzulesen:
http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Camer as/Digital_S LR/EOS_50D/index.asp
Die wichtigsten Punkte:

- CMOS Sensor mit effektiv 15,1 Mio Pixel
- DIGIC IV Prozessor
- 3 Zoll Display
- LiveView
- Schüttelsensor (selbstreinigender Sensor durch Ultraschall)
- High ISO bis 12800
- Serienbilder bis zu 6,3 Bilder/sec
- 9 Kreuzpunkt AFsensoren
- AF Feinabstimmung für verschiedene Objektive
- Aufnahme von EF und EF-S Objektiven
Lieferumfang
Neben der Kamera finden wir in der Kiste folgendes:
- 1 Akku BP 511a mit 1390mAh
- Kameragurt in rot/schwarz
- CD mit Handbüchern im PDF Format
- 2x die Software CD in div Sprachen
- 4 dicke Anleitungen (deu, eng, hol, franz)
- Softwareanleitungsfaltblatt
- Ladegerät CB-5L
- Garantiekarte
- Kurzanleitung (ebenfalls mehrsprachig)
- Werbung für Pixmadrucker, Image Gateway etc.

Ich habe nur den Body gekauft. Es gibt auch angebotene Kits mit einem 17-85 Objektiv oder dem neuen EFS 18-200.

Erster Eindruck

Größer, schwerer - mehr. So liesse sich mein erster Eindruck wohl am besten beschreiben.
Die Kamera ist in der Tat sichtbar gewachsen gegenüber der 30D, auch an Gewicht hat sie zugelegt. Was mir direkt auffiel, dass jetzt auch die linke Front des Bodys mit der lederartigen Beschichtung überzogen ist, nicht mehr nur die rechte Seite, wo man die Kamera hält.
Natürlich fällt sofort das riesige Display ins Auge, nimmt es doch locker die Hälfte der Rückwand ein. Immerhin von 1,8 auf 3 Zoll angewachsen und mit 900.000 Bildpunkten ausgestattet.

Der Arretierungsknopf fürs Lösen des Objektivs ist ebenfalls gewachsen und hat eine kleine Drucksperre bekommen, damit er nicht mehr so locker gedrückt wird und das Objektiv wirklich nur bewusst abgenommen werden kann.
Auch das Infordisplay auf der Oberseite weist nun mehr Platz und mehr Informationen auf. Noch mehr Dinge fallen auf: die Belegung der Tasten vor dem Infodisplay hat sich verändert, das Programmwahlrad ist nicht mehr schwarz, sondern silbern und hat ebenfalls mehr Icons aufzuweisen. Auch die Tasten auf der Rückseite haben sich leicht gewandelt. Die JUMP Taste fehlt, dafür gibt es eine PictureStyles Taste.

Ansonsten verfolgt die 50D weiterhin das bewährte Bedienkonzept der Semiproreihe und sieht ihren Vorgängern entsprechend ähnlich.
Nur ein optischer Aspekt hat mich direkt maßlos geärgert: auf dem Kameragurt steht explizit das Modell EOS 50D drauf - im Gegensatz zu vorher, wo nur EOS Digital zu lesen war. Damit auch jeder Dieb schon vorher weiss, dass sich das klauen lohnt. Grummel. Zum ersten Mal denke ich darüber nach, mir einen neutralen Kameragurt zuzulegen.

Funktionen, Aufbau, Neuerungen

Obwohl ich sämtliche Vorabtests gelesen hatte (oder vielleicht genau deswegen?), war ich hin und hergerissen, ob ich große Erwartungen stellen sollte oder nicht. Ich weiss, dass ich hier Qualität habe, schliesslich ist dies nicht meine erste digitale EOS und gerade im Vergleich zur 30D gibt es etliche neue Sachen. Sie war vertraut und lockte doch mit neuen Sachen. Nach dem Akkuladen und dem üblichen Ersteinstellen von Datum und Uhrzeit, schlappte ich neugierig ins Menü.
Wow, hier hat sich viel getan. Nicht nur optisch, sondern auch in der Bedienung. War bisher nur das Daumenrad und die SET Taste zum Steuern nötig, wird jetzt auch das Einstellrad hinterm Auslöser mit einbezogen. Befindet man sich auf einer Menükarte, scrollt man mit dem Daumenrad durch, will man zur nächsten Karte, muss man vorn drehen. Etwas ungewohnt, aber man kann sich schnell damit anfreunden.
Die Menükarten haben jetzt Symbole erhalten und sind mit Punkten versehen: Kamera 1 Punkt und Kamera 2 Punkte für Kameramenü 1 und 2 zB. Das ganze auch farblich gekennzeichnet und jetzt steht sogar eine Favoritenfunktion zur Verfügung, wo man sich die bevorzugten Menüeinträge selber zusammenstellen kann.

Auch beim Umstellen einzelner Punkte im Menü werden nun beide Räder benötigt.
Eine sehr praktische Neuerung: drückt man den Multiknopf (Mehrfachwegeknopf rechts oben vom Display) mittig durch, erscheinen sämtliche direkte Fotoeinstellungen auf dem Display und können hier direkt verändert werden - zb. Iso, Blende, Zeit, Aufnahmequali. Sehr praktisch für Stativaufnahmen, wenn das Stativ voll ausgefahren ist und man nicht mehr oben aufs Display guggen kann, was man grad verstellt.

High ISO

Natürlich wollte ich direkt Ergebnisse sehen. Ich angelte mir ein Objektiv und schoss direkt die ersten HighISO Bilder - und war überwältigt. Lagen Werte über 800 bei der 30D mit mickrigem Licht bereits optisch näher an der Schmerzgrenze, kann man hier diesen Rauschgrad erst bei 3200 entdecken. Im alleräussersten Notfall ist selbst die ISO 6400 noch verwendbar - von der 12800 sollte man allerdings die Finger lassen, wenn man die Rauschunterdrückung abschaltet. Mit eingeschalteter Rauschunterdrückung ist es noch ansehnlich, aber allenfalls für kleine Webauflösung verwendbar. Im Falle eines Falles ist es gut zu wissen, dass es geht und man auch unter miserabelsten Bedingungen noch ein Foto machen kann, auf dem gut etwas erkennbar ist. Schliesslich hat meine ganz alte 300D so ein Farbfeuerwerk schon bei ISO 1600 veranstaltet. Und da waren wir ja auch zufrieden, nicht wahr ;)
Der deutlichste Nachteil eines Iso 12800 Fotos: in der größten Auflösung verdoppelt sich die Dateigröße gegenüber den ISO Werten bis 800.

Display

Hier kommt auch gleich die Sprache auf das Display und was soll ich sagen? Canon hat seine Hausaufgaben gemacht, ich bin grenzenlos begeistert. Man zoomt beim Ansehen nun nicht mehr ins eingebettete Thumbnail sondern in die Originaldatei - so ist nun auch eine Schärfebeurteilung auf dem Display sinnvoll möglich. Das Display ist klar und brilliant und die Darstellung ein Traum - natürlich nicht zuletzt auch wegen der wirklich anständigen Größe.

LiveView

Nun ist auch die Semipro Reihe der Canon DSLRs mit LiveView ausgestattet. Was das ist? Sehen, was man fotografiert, auf dem Display, statt durch den Sucher. Also so ähnlich wie bei Kompaktkameras. Unterschied: Der Sucher ist während des LiveViews blockiert, da der Spiegel hochgeklappt wird und das Bild durch den Sensor auf dem Display reproduziert wird. Fokussieren ist im AF Modus auf diese Art nicht möglich, jedoch bei manuellem Fokus ist der LiveView eine sehr nützliche Hilfe, da man einfach besser beurteilen kann, als durch den kleinen Sucher. Löst man nun aus, klappt der Spiegel erst wieder runter, um zum Belichten wieder hochzuklappen.Wer also nach dem ersten Klack schon wieder wegzieht, hat ein verwackeltes Bild. Nützlich ist das auch bei Überkopfaufnahmen oder auf bereits erwähntem hochausgestelltem Stativ - sofern man die Funktionsweise beachtet und lang genug wartet.

Das Liveview kann jederzeit über die LiveView/Printtaste links oben auf der Rückseite aktiviert/deaktiviert werden. Es ist dabei natürlich zu beachten, dass die Nutzung des LiveView erheblich mehr Strom verbraucht.

Tempo

Leider ist nirgends zu finden, welche Geschwindigkeiten der DIGIC 4 Prozessor verarbeitet und welche Karten maximal bedient werden können. Ich kann mir allerdings auch nich vorstellen, dass der Mensch beim Serienshoot mit der Kamera zwischen einer 120x und einer 300x Karte noch unterscheiden kann. Das wird wohl erst zum Tragen kommen, wenn man große Serien in RAW fotografiert, die dann entsprechend in den Puffer geschrieben werden - irgendwann ist der dann eben voll und kann nicht schnell genug geleert und auf die Karte übertragen werden und der Fotograf muss pausieren. Ich nehme aber eher an, derartige Serien machen ich nur in JPG und da ist so schnell keine Grenze zu vernehmen.
Das Serienbild mit 6,3 Bildern in der Sekunde ist anbetracht der 15 Megapixel ganz ordentlich, wenngleich ich vorher bereits 5 Bilder/sec hatte und man sicherlich mehr erwartet hat, zumal die 1er Reihe hier mit 12 Bildern auftrumpft. Aber manches muss eben der Profireihe vorbehalten bleiben und die 6,3 reichen ja auch völlig aus.

Geräuschkulisse

Der Spiegelschlag ist schon ordentlich laut, auf jeden Fall lauter als bei meiner 30D. Im LiveView Modus 1 wird das Geräusch gedämpft, was aber in einem stillen Museum oder Kirche wohl ziemlich effektlos ist, der Unterschied ist marginal. Im LiveView Modus 2 wird verzögert ausgelöst, worin hier der Sinn liegen soll, weiss ich nicht, Canon schreibt in der Anleitung, dass hierdurch die Störung auch kleiner gehalten werden soll, was ich nicht nachvollziehen kann - klack bleibt klack ob nun jetzt oder gleich.

Picturestyles

Canon hat vor 3 Jahren die PictureStyles von den Kompakten in die DSLR adaptiert und hier haben diese nun auch eine eigene Taste. Betätigt man sie, kann man direkt fertige Styles wie Portrait, Schärfe, Landschaft oder Monochrom anwählen oder 3 eigene Styles zusammenstellen. Pro Style kann man die Schärfe, Kontrast, Farbsättigung und Farbton manuell einstellen.

Ich habe gern die volle Gewalt selber nachher am PC über meine Fotos und überlasse daher sowas ungern der Kamera und wähle "natürlich", wo alle Parameter auf 0 stehen und nichts verändert wird.
CreativAutomatik und Custom1+2

Das Programmrad hat die üblichen Icons für die Motivprogramme: DAU Modus (das grüne Viereck: DAU - Dümmster Anzunehmender User) - also die Vollautomatik, die Programme Blitz aus, Nachtportrait, Sport, Makro, Landschaft und Portrait. Weiterhin die Kreativprogramme P, AV, TV, M und A-DEP. Neu sind CA und C1 und C2.
CA - Creativautomatik. Im Groben ist es eine steuerbare Vollautomatik. Wählt man diese Einstellung, erscheinen sämtliche Parameter auf dem Display. Doch nicht wie es der geübte Amateur kennt mit Blendenzahl oder Verschlusszeit, sondern für unbedarfte Anfänger: per Schieberegler kann man das Bild heller oder dunkler machen oder Hintergrund scharf oder unscharf. Zusätzlich kann man die Aufnahmequalität ändern, Serienbild/Einzelbild/Selbstauslöser, einen Picturestyle wählen und den Blitzmodus umstellen. Die Picturestyles sind hier auch anders bezeichnet. So wird Landschaft mit "leuchtende Blau/Grüntöne" und Portrait mit "sanfte Hauttöne" beschrieben.
Die CA bietet dem Umsteiger von der Vollautomatik zum manuellen Fotografieren einen geebneten Übergang, da auch beim Fokussieren und Auslösen die von der Kamera gewählten Werte zur Zeit und Blende angezeigt werden. So kann der Anfänger die Bedeutung der verschiedenen Blenden und Zeiten praktischer begreifen lernen. Für mich ist das natürlich relativ unbrauchbar. Vor allem, weil auch die ISO auf Automatik steht.

Hingegen finde ich C1 und C2 ziemlich praktisch. Übers Menü kann man diese beiden Kollegen mit vorgefertigten Parametern belegen und so verschiedene, häufig genutzte Kombinationen als fertiges Programm speichern.
Ich gehe ins Menü und sage: ich will C1 belegen. Da sagt die Kamera: wähle jetzt. Jetzt kann ich zb. auf M schalten, ISO, Qualität, Blende und Zeit einstellen und drücke anschliessend OK und das ganze wird abgespeichert. Legt man sich jetzt RAW auf die eine und JPG auf die andere, kann man easy zwischen RAW und JPG switchen, ohne umständlich im Menü umschalten zu müssen. Ist also was für Faule oder Hektiker, die sich gern Zeit für andere Dinge nehmen.

CustomFunctions C.Fn

Unter einem orangenen Kamerasymbol finden wir (in den Kreativprogrammen, in den Automatiken nicht verfügbar) im Menü die Custom Functions. Unterteilt in 4 Untermenüs können wir hier allerlei Sachen einstellen:
Menü 1: Belichtung

* Umstellung der Belichtungsstufen von 1/3 auf 1/2 Stufen
* ISO Umstellung von ganzstufig auf 1/3 Stufen
* ISO Erweiterung ein/aus (um 6400 und 12800 also H1 und H2 verfügbar zu machen)
* Automatisches Bracketingende ein/aus (Bracketing: es können mehrere Bilder mit unterschiedlichen Weissabgleichen parallel aufgenommen werden. Hier kann entschieden werden ob die Einstellungen dafür beim Abschalten gelöscht oder beibehalten werden)
* Bracketing Sequenz - Einstellung der Abweichungswerte
* Safety Shift: aus/möglich - automatische Belichtungskorrektur in TV/AV, wenn keine korrekte Belichtung erreicht werden kann.


Menü 2: Bild

* Rausreduzierung bei Langzeitbelichtung ein/aus/automatisch
* High ISO Rauschreduzierung: Standard/gering/stark/aus
* Tonwertpriorität ein/aus (erhöht den Standardwert von 18% Grau um hellere Bereiche, erhöht die Detailschärfe in hellen Bereichen - erhöht dabei aber das Rauschen in den Tiefen)
* Automatische Belichtungsoptimierung Standard/gering/stark/aus - stellt die Kamera fest, dass zu dunkel oder kontrastarm ist, wird automatisch korrigiert, in den Motivprogrammen passiert das automatisch mit dem Wert Standard.


Menü 3: Autofokus/Transport

* Schärfesuche ein/aus - wenn der AF keinen Punkt findet, kann man hier entscheiden, ob er weitersuchen soll oder ob er aufhören soll, zu suchen und womöglich fehlerhaft zu fokussieren
* Funktionen der AF Stoptaste - diese sind nur bei IS Supertele verfügbar - die hab ich nicht, aber ich nenns euch trotzdem: AF Stopp/AF Start/AE Speicherung/AF Messfeldwahl/OneShot - Servo Umschaltung/Start IS
* Wahlmethode AF Messfeld - Normal/Multicontroller/Schnelleinstellrad - hier wird eingestellt, wie man die AF Messfelder auswählen möchte
* Eingeblendete Anzeige ein/aus - hier kann man wählen, ob das gewählte AF Feld beim Scharfstellen rot blinkt oder nicht
* AF Hilftslichtaussendung - ein/aus/nur ext. Blitz - der interne Blitz kann auch ein Hilfslicht aussenden, in Form eines kurzen Stroboskopblitzes. Ein externer Speedlite macht das mit Infrarotlicht, hier kann man auswählen, wann das Hilfslicht sich melden soll.
* Spiegelverriegelung ein/aus - aktiviert man diese, klappt der Spiegel einfach hoch, man drückt den Auslöser erneut, um zu belichten. Das soll Vibrationen verhindern. Da fand ich die alte Spiegelvorauslösung viel besser - da macht die Kamera das von alleine: Auslösen, Spiegel klappt hoch und die Kamera belichtet zeitversetzt. Denn das auslösen an der Kamera verursacht ebenfalls eine erneute Kamerabewegung.
* AF Feinabstimmung - aus/alle gleichen Wert/ bis zu 20 individuelle Objektive - die AF Feinabstimmung sollte nur gemacht werden, wenn man sich ganz sicher ist, dass man Fehlfokus hat. Dieser soll hiermit korrgiert werden, empfohlenerweise vor jeder Aufnahme erneut. Wessen Kamera bei allen Objektiven den gleichen Fehlfokus aufweist, kann hier "für alle gleichen Wert" auswählen und korrigieren. Wer nur einzelne Objektive mit Fehler hat, kann sie hier abstimmen und speichern - bis zu 20 verschiedene. Natürlich befinden sich nur Canon Objektive im Speicher, andere werden nicht namentlich erkannt. Ich meine: Wer Fehlfokus hat, tauscht das Objektiv um. Wer bei allen Fehlfokus hat, tauscht die Kamera um. Nette Grundidee, praktische Umsetzung unbrauchbar.


Menü 4: Operation/Weiteres

* Auslöser/AF Starttaste - Messung + AF Start/ Messung + AF Start-Stopp/Messung Start-Messung + AF Start/AE Speicherung-Messung + AF Start/Messung + AF Start-deaktiviert - hier kann man das bevorzugte Verhalten des Auslösers und der AF ON Taste auswählen - wann soll die Belichtung und Schärfe gemessen, die Messung gestoppt oder gespeichert oder unterbrochen werden
* AF ON/AE Locktaste - ein/aus. Die Funktionen der AF ON und AE Locktaste werden vertauscht
* SET Taste zuordnen - normal(gesperrt)/Bildqualität/Picturestyle/Menüanz eige/Bildwiedergabe/Schne lleinstellungsbildschirm - ist die Kamera aufnahmebereit, hat die SET Taste normal keine Funktion. Auf Wunsch kann eine der hier genannten Funktionen dort hinterlegt werden, um bei häufiger Nutzung direkt zugreifen zu können.
* Drehung Wählrad AV/TV - Normal/umgekehrt - für die Halbautomatiken AV und TV kann hier einsgestellt werden, dass im einen Menü die Räder sorum, im anderen Menü genau entgegengesetzt gedreht werden müssen. Andere Programmstellungen betrifft das nicht.
* Mattscheibe - die 50D hat eine wechselbare Mattscheibe. Tauscht man sie aus, kann man im Menü einstellen, welche in der Kamera ist, da hier verschiedene Belichtungskorrekturen notwendig sind.
* Originaldaten zufügen - ein/aus - es werden automatisch Daten angehangen, die bestätigen, dass es sich um ein Originalbild handelt. Diese Daten können ausschliesslich mit dem OSK E3 ausgelesen werden, das Original Data Security Kit.
* Func-Taste zuordnen - Hier kann man die rechts unten am Display platzierte FUNC Taste belegen, wahlweise mit: LCD Helligkeit, Bildqualität, Belichtungskorrektur/AEB Einstellung, Bildsprung mit vorderem Wählrad, Livebild Funktionseinstellungen. Der Druck auf die FUNC ruft dann direkt das Untermenü auf, was hier eingestellt wird.


Die Customfunktionen sind umfangreich, hier kann man etliche Möglichkeiten zur Optimierung des eigenen Workflow finden. Für ungeübte wird das erstmal eine riesige Flut an unverständlichem Zeug sein, aber keine Sorge, die Kamera tut auch ohne Einstellungen in diesen Menüs artig, was sie soll.

Bildqualität

Da der Sensor der Kamera immer noch gleich groß ist, hörte man viele skeptische Worte zu den 15 Megapixeln. Auch ich befand mich mehr auf dem Standpunkt: mal sehen, wie es ist, notfalls kann man ja auf M und 8 Megapixel runterschalten oder das Bild später auf 10 MP runterrechnen. Aber ich bin zufrieden. Von dem von vielen befürchteten Pixelmatsch kann ich weit und breit nichts erkennen.

Folgende Größen kann man wählen:
*JPEG: (L - 15,1MP) 4.752 x 3.168, (M - 8 MP) 3.456 x 2.304, (S - 3,8MP) 2.353 x 1.568
*RAW: (RAW - 15,1 MP) 4.752 x 3.168, (sRAW1 - 7,1MP) 3.267 x 2.178, (sRAW2 - 3,8 MP) 2.376 x 1.584
Man kann auch jeweils parallel RAW + JPG speichern. Ein vollaufgelöstes RAW belegt ca 20MB Speicherplatz.

Bisher habe ich mich nicht an RAW rangetraut und war der Meinung, es muss mir auch gelingen, das perfekteste verfügbare Bild auch so hinzukriegen, schliesslich konnte ich früher auch nicht bei der Negativentwicklung rumfummeln - aber anbetracht der Bilder, die ich nächstes Jahr machen werde, wird RAW immer interessanter. RAW ist das Rohdatenformat. Bei einem überbelichteten JPG wären Informationen einfach weg beim Speichern, im RAW bleiben sie erhalten, man kann die Belichtung und den Weissabgleich nachträglich ändern und HDR (High Dynamic Range) Bilder aus einem RAW erstellen. EIn JPG verfügt über 8bit Farbtiefe, ein RAW über 12bit.

Sensorreinigung

Standardmäßig ist die Reinigung so aktiviert, dass sie stets beim Ein/Ausschalten passiert. Das habe ich abgeschaltet und mache dies nur bei Bedarf. Ein Ultraschallsignal bringt hier den Sensor in Schwingung, um kleinste Staubpartikel runterzuschütteln. Ausser einem leisen Klack vernimmt man davon nichts. Natürlich kann man auf Wunsch weiterhin auch den Sensor manuell reinigen und den Spiegel hochklappen lassen. Ich bin da sehr faul und auch etwas unbeholfen und gerade bei kleinstem Staub (der auf einem fertigen Foto ja gern mal riesig aussieht), erreicht man mit auspusten meistens eh nicht viel, da find ich das schon sinnvoll.
Handling

Für jemanden, der aus der gleichen Klasse kommt, ist die Kamera natürlich recht vertraut. Sie liegt dank ihres Gewichts sehr ruhig und sicher in der Hand, alle Knöpfe sind auch für meine etwas zarteren Hände gut erreichbar und bedienbar. Die Druckpunkte sind gut, nicht zu leicht, nicht zu stark.
Der CF Slot geht schön straff zu öffnen, auch das einsetzen und entnehmen der Karte geht straffer.

Die Anschlüsse für USB, Kabelauslöser, Videoout, HDMI Out und Blitzanlage sind unter zwei getrennten, stabilen Gummiabdeckungen, die sich leicht lösen lassen und passgenau einfach wieder schliessen. Bei der 30D bestand dies aus einem einzigen Abdeckgummir, der geschwungen geschnitten war und daher leicht verknickt wurde und der vor allem nicht so passgenau war und es ne ziemliche Fummelei war, ihn wieder zu schliessen. Leider ist der Anschluss für den Kabelauslöser um genau 180 Grad verdreht. Ging das Kabel bei der 30D also nach hinten weg, wo ich ja hinterm Stativ stehe, geht er bei der 50D nach vorn weg und muss sich dann wieder nach hinten knicken, wo der Fotograf ist. Für Selbstportraits sind Kabelauslöser eh zu kurz. Da hat entweder einer in der Konzeption oder im Zusammenbau gepennt oder Canon hat verschwiegen, wo der Sinn liegen soll.
Technisch passen alle Erweiterungsteile der 30D - also auch der BG-E2 Batteriegriff. Leider aber hat Canon gepennt: die Kamera ist gewachsen - der BG nunmal nicht (auch der BG-E2N nicht, der zur 40D kam). So ergibt sich eine unschöne Kante, die deutlich macht, dass es einfach nicht ganz zusammenpasst. Das sieht aus, wie gewollt und nicht gekonnt. Schade. Dafür läßt sich der Batteriefachdeckel jetzt einfach im richtigen Winkel rausziehen, anstelle mit Hebelchen schieben entnehmen.

Am Boden der Kamera ist der Anschluss für Erweiterungssysteme versteckt. (Wireless File Transmitter zb.)
Das Display ist ohne Frage grandios, aber nach dem Fotografieren, ist es grundsätzlich völlig verschmiert. Auch der Kratzfaktor ist relativ hoch und ich werde umgehend Schutzfolien kaufen. Leider verpasst Canon seinen Kameras keine Standardschutzfolien wie man sie zb. bei Handys findet, so hätte ich diese vorerst drauflassen können. Glotzt man durch den Sucher, kann man nicht verhindern, dass Nase und Schnute zwangsweise auf dem Display kleben. Nachteile hat DSLR in dem Fall schon....

Software

Canon spendiert natürlich auch Software. Und zwar gibt es hier EOS Utility, Zoom Browser Ex, Photostitch, PictureStyles Editor und Digital Photo Professional. Die EOS Utility braucht man für das Entladen und das Einstellen der Kamera - so kann man den Besitzernamen und ein Copyright und einen Autor angeben und diese werden in den Exifdaten mitgespeichert. Bei der 30D gabs hier nur den Besitzer. Auch kann man hiermit die Kamera fernsteuern. Mit dem PictureStyles Editor kann man die Styles definieren und speichern. Der ZoomBrowserEx ist ein Programm zum Verwalten, sortieren und Bearbeiten von Photos. Verwalten tu ich nicht und für alles andere hab ich Photoshop. DPP ist für das auslesen und entwickeln der RAW Dateien - aktuell wichtig und benötigt, da es für Photoshop CS kein CameraRaw gibt, was die 50D unterstützt und dies auch CS3 vorbehalten ist *grrr*. Hier kann man dann verschiedene Entwicklungsparameter wählen und das Bild als JPG oder TIFF entwickeln und speichern. Hier ist zum 16bit TIFF zu raten.
Zum Entladen nutze ich jedoch einen Kartenleser, da selbiges arg am Kamerastrom zerrt.

Mit Photostitch kann man Panoramabilder erstellen, klappt jedoch mehr schlecht als recht. Kostenlose Tools aus dem Netz sind da brauchbarer.

FAZIT

Mit LiveView, PictureStyles und CreativAutomatik hat Canon endgültig die Verschmelzung zwischen DSLR und Kompakt erreicht und ich finde einiges davon nur sehr bedingt brauchbar in dieser Kameraklasse. Bei der Konkurrenz und der neuen 5D MKII ging man gar noch einen Schritt weiter bei der Verschmelzung: man hat nun auch Videomodus und kann Filmen.... Ich finde das fast ein wenig bedauerlich, schliesslich zahlen wir so für Features mit, die wir nicht brauchen. Solche Sachen gerne in der Einsteigerklasse, fürs bessere Eingewöhnen, aber in der Reihe der Semipros, also der sehr ambitionierten Amateure oder auch echten Profis, die einfach günstiger kaufen wollen als die Pro Reihe, ist der Prozentsatz derer, die sich dadrüber freuen doch relativ gering. Aber was solls, ich kanns eh nicht ändern.

Ich bin glücklich und zufrieden und genieße natürlich die Tatsache, von 8 auf 15 Mio Pixel geklettert zu sein. Nun muss ich mit Reservespeicherkarten anbauen, die Dateien sind erheblich größer.
Für Umsteiger von 30D oder älter ist die 50D ein sehr interessanter Sprung, für 40D Besitzer keine große Beachtung wert, da hier die Unterschiede recht wenige sind - am deutlichsten noch 10 zu 15 MP.

Mit einem wesentlich aufgeräumteren Menü, einem wirklich endlich sinnvollen und absolut erstklassigen Display, mit 15 MP und einer derart gelungenen hohen ISO ist Canon mit der 50D in der Zukunft angekommen. Mit ISO und Auflösung sind große Reserven gegeben fürs kreative Fotografieren, auch der LiveView ist nicht ganz unbrauchbar bei Stativaufnahmen. Canon hat mit der 50D eine Schnittstelle zwischen Einsteiger und Pro geschaffen, die das Hochsteigen für Amateure erleichtert, aber den Ambitionierten ausreichend Funktion bietet.
Ich habe mit 1249 Euro einen höheren Preis gezahlt, als der aktuelle Strassenpreis von rund 1100 Euro, dafür hatte ich sie eher, habe sie auf Rechnung erhalten und beim Händler meines Vertrauens gekauft. Der UVP liegt bei 1299.

Ich bin hochzufrieden und freue mich auf viele wunderbare Fotos mit sehr vielen kreativen Möglichkeiten und spreche eine deutliche Empfehlung aus und vergebe natürlich alle Pünktchen. Es gibt ein, zwei Dinge, die ich nicht brauche, aber die stören mich ja nicht. Es gibt keinen nennenswerten Kritikpunkt an dem Gerät.

Knips!! KingSparko / LittleSparko 2008

Fazit: Top!

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: