Canon EOS 1D Mark II
Ein absolutes Brett! - Canon EOS 1D Mark II Digitalkamera

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Canon Digitalkameras

Neuester Testbericht: ... auch, dass ISO-Werte in 1/3-Stufen eingestellt werden können. Die Bedienung ist Canon-typisch sehr gut, allerdings haben Umsteiger v... mehr

Ein absolutes Brett!
Canon EOS 1D Mark II

schaafflo

Name des Mitglieds: schaafflo

Produkt:

Canon EOS 1D Mark II

Datum: 13.10.06

Bewertung:

Vorteile: Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit

Nachteile: siehe Text, eigentlich keine echten Nachteile

Hallo,

weil mein Testbericht für diese Kamera bei einer Sony-Videokamera zugeordnet ist und dooyoo es nicht korrigiert kriegt, veröffentliche ich diesen Testbericht nochmal, inzwischen ist die Kamera (wir haben 2 davon...) ca. 2 Jahre alt und jede hat ungefähr 80.000 Aufnahmen hinter sich.

Gekauft habe ich die Kamera im Oktober 2004, so dass ich inzwischen auf eine lange Erfahrung mit der Kamera zurückgreifen kann.

Die technischen Daten möchte ich hier nicht tabellarisch aufführen, das steht alles unter www.canon.de :-), ich denke dass hier die echte Bedienung und die guten bzw. optimierungsfähigen Details eher interessiert.

Auspacken:

Die Kamera kommt mit einem Ladegerät, einem Akku, einem Akkueinschub für Netzbetrieb, Augenmuschel,Umhängegurt, Software und einem sehr praktischen Handbuch in DIN A6 mit 180 Seiten. Ebenso liegt noch eine Kurzanleitung dabei, damit man sofort loslegen kann. Ausserdem alle Kabel um das Gerät an Fernseher und PC anschliessen zu können.

Der Akku war nach ca. 2h voll geladen und er hält bei mir je nach Einsatz für ca. 800 Aufnahmen trotz Bildkontrolle und sogar 1700 Aufnahmen ohne Bildkontrolle auf dem LCD! Das (ziemlich sperrige) Ladegerät bietet Anschlüsse für 2 Akkus, die parallel geladen werden können. Inzwischen habe ich einen zweiten Akku dazugekauft, diese werden aber nicht parallel sondern nacheinander geladen. Die Ladezeit beträgt je nach Entladungszustand wenige Minuten bis ca. 3 Stunden.

Ich habe dann gleich mal losgelegt und - war begeistert! Den Serienbildmodus mit 8,5 Bilder pro Sekunde bei 8,2 Megapixel muss man einfach mal gehört haben - die Kamera macht wie angegeben ca. 40 Bilder in Serie, bereits während des Wegspeicherns sind neue Aufnahmen möglich.

Ich besass als Vorgänger eine EOS 10D und der Unterschied ist mehr als deutlich - der Autofokus spricht auch bei dunkler Umgebung sicher an, 45 Messfelder visieren sicher das Objekt an, mehrfaches Antippen des Auslösers führt zur Fokussierung von unterschiedlichen Schärfebenen. Bei Portraits oder Gruppenfotos liegt nach meinen Erfahrungen die Schärfe auch zielsicher auf dem relevanten Motiv, eine Erfahrung die man mit der 10D nicht immer hatte, da der Autofokus des öfteren Fehlschüsse produziert.

Ich fotografiere vor allem Radsport und die ersten Eindrücke der Fotos sind fantastisch, die Kamera fokussiert immer sicher und präzise den ersten Fahrer, die Matrix des Autofokus ist eben auch so riesig, auch holt die Kamera notfalls im zweiten Bild erst die Schärfe hundertprozentig bei.

Die Bildqualität ist ebenfalls fantastisch, auch bei hohen ISO-Werten hält sich das Bildrauschen im Rahmen bzw. stört mich selbst bei ISO 800 kaum. Vorteilhaft auch, dass ISO-Werte in 1/3-Stufen eingestellt werden können.

Die Bedienung ist Canon-typisch sehr gut, allerdings haben Umsteiger von der 10D oder 20D Probleme beim Anzeigen der soeben gemachten Aufnahmen, das Blättern verlangt das Drücken einer Taste sowie das Drehen am Daumenrad. Dies könnte besser gelöst sein, aber man gewöhnt sich daran.

Unangenehm überrascht war ich von der Feststellung Canons im Handbuch, dass das bei ebay häufig erhältliche alte 2,8 70-200 mm L nur mit dem mittleren AF-Feld arbeitet, hier muss man sich das DEUTLICH teurere 2,8 70-200 L IS kaufen, um alle 45 Felder benutzen zu können. Immerhin ist das ältere 70-200 noch immer sehr häufig im Einsatz, in meinen Augen muss Canon hier dringend nachbessern, aber das wird wohl nicht mehr passieren...

Ich besitze auch ein 4-5,6 100-400 L IS sowie den Canon Extender 1,4x, selbst bei der sich somit ergebenden Blende 8 spricht der Autofokus noch an, aber auch hier nur noch das mittlere Feld.

Der "Brennweitenfaktor" liegt bei der Kamera bei 1,3 fach, ich setze noch das 17-40 L und das 24-70 L von Canon ein, gerade letzteres ist eine fantastische Optik.

Blitzfotos mit dem 550EX und dem 580 EX gelingen ausgezeichnet, ich habe noch keinen echten Vorteil für den Einsatz des neuen 580er Blitzes gefunden, gerade in Kombination mit einer höheren ISO-Einstellungen werden Innenaufnahmen sehr stimmungsvoll und heben sich deutlich von den bisherigen Ergebnissen mit der 10D und dem 550EX ab.

Genial an der neuen 1D ist die Diktiergerätfunktion, hier kann man zu jedem Bild kurze Audiodateien in ein Mikro sprechen, dies erleichtert zu Hause die Zuordnung von Informationen zu dem jeweiligen Foto.

Unzählige Bracketing-Funktionen erlauben alle Arten von Belichtungs- und Farbtemperaturvariationen, die verschiedenen Belichtungsmessmethoden von Spot- bis Integralmessung führen immer zu richtigen Ergebnissen. Im Flug aufgenommene Graugänse wurden auch in den Schattenbereichen richtig gezeichnet, hier hilft offensichtlich die mögliche Verknüpfung von AF - Feld und Belichtungsmessung. Tendenziell neigt die Kamera aber zu einer eher knappen Belichtung, so dass ich bei der Integralmessung meist 1/3 Stufe überbelichte.

Die Kamera kann CF und SD-Karten nutzen, beide Slots können je nach Wunsch parallel oder hintereinander Bilder abspeichern., auf meine 1GB Lexar-Karte gehen mit JPG-Gross (es gibt noch JPG-Mittel (6,4 Mpix/4,3 Mpix), JPG-Klein (ca. 3 Mpix) und RAW (Dateigröße 8,4 MB) laut Canon ca. 300 Fotos, das hängt natürlich auch stark vom Motiv ab. Man kann auf den Speicherkarten auch individuelle Nutzerprofile für die unzähligen Individualfunktionen abspeichern, die dann geladen werden, somit ideal für persönliches "Customizing" bei Einsatz in Redaktionen u.ä. (Edit 2006: Habe ich ehrlich gesagt dann doch nie benutzt...).
Was ziemlich ärgerlich ist: Nach genau 9999 Bildern "hängt" die Kamera für ca. 3-4 Sekunden und fragt dann nach, ob sie einen neuen Ordner auf der Speicherkarte anlegen soll. Danach dauert es nochmal einige Sekunden bis sie wieder schussbereit ist. Gerade bei Sport ist so etwas total ärgerlich und überflüssig. Mit dieser Kamera und den hohen Bildfrequenzen ist eine solche Zahl Bilder relativ schnell erreicht. Alle 3 Monate habe ich dann dieses Theater...

Auch schade finde ich, dass man zwar über Custom-Functions jede Kleinigkeit einstellen kann, aber die Kamera nur zwei Aufnahme-Geschwindigkeiten hat - die superschnellen 8,5 Bilder pro Sekunde (man macht fast immer mindestens fast identische Fotos, weil man den Finger gar nicht so schnell herunternehmen kann) und dann die häufig doch zu langsamen 3 Bilder pro Sekunde. Hier wäre eine wählbare Zwischenstufe mit 5 Bildern pro Sekunde noch eine echte Bereicherung.

Für wen ist die Kamera geeignet? Bei einem ehemaligen Preis von ca. 3.800 Euro ist sie natürlich im Profibereich positioniert. Aber auch engagierte Amateure finden hier eine Kamera, die sich aufgrund der robusten Konstruktion, des Spritzwasserschutzes und der technischen Features nochmals deutlich von der neuen 20D/30D abhebt. Gerade im AF-Bereich ist diese Kamera unschlagbar, rattenschnell und mit dem entscheidenden Vorteil, dass garantiert ein Foto der gerade geschossenen Serie etwas geworden ist...

Die Kamera ist ganz klar im Sport- / Action- / Reportagebereich positioniert, wer mehr Pixel braucht und auf hohe Bildfrequenzen verzichten kann, wählt dann die 1DS Mark II. Gewichtsmäßig hat man auch einiges zu schleppen, 1.220g zerren bereits ohne Objektiv an der Nackenmuskulatur, aber sie liegt ausgezeichnet in der Hand und man will danach nie wieder eine leichtere Kamera in der Hand halten...

Leider kam schon nach kurzer Zeit das Nachfolgemodell 1D Mark II N in den Handel und löste diese Kamera ab. Ärgerlich insofern, dass man schon nach kurzer Zeit ein "Vorgängermodell" besaß, aber das scheint bei Canon jetzt Alltag zu werden.

Ich habe die Ausgabe, obwohl ich kein hauptberuflicher Fotograf bin, bisher mit keinem Cent bereut!

Fazit: Der Nachfolger EOS 1D Mark II N wurde m.E. nur marginal verbessert...

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: