Zehnder HX 7110 U
Die Suche nach der Sat-Nadel im Heuhaufen ... - Zehnder HX 7110 U Digital Receiver

Produkttyp: Zehnder Sat-Receiver

Neuester Testbericht: ... ich hatte einen etwas betagten USB-Stick eingelegt - vielleicht war der zu langsam beim Schreiben? Ich wollte schon bei Zehnder anfragen... mehr

Die Suche nach der Sat-Nadel im Heuhaufen ...
Zehnder HX 7110 U

Matthias33

Name des Mitglieds: Matthias33

Produkt:

Zehnder HX 7110 U

Datum: 23.10.11, geändert am 06.11.11 (163 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Günstig, läuft stabil, gutes Bild, insgesamt recht gute Bedienung, gute Aufnahmequalität über USB

Nachteile: PVR bietet sehr mageren Abspielkomfort, Menü/EPG nutzen Bildschirmfläche nicht sinnvoll aus

Nachdem man ja nun genötigt wird, sich einen digitalen Satellitenempfänger zuzulegen, und ich mit diversen Geräten aus der digitalen Zunft schon wenig zufriedenstellende Erfahrungen machen durfte, zuletzt mit einem gebrauchten Edision Argus DVB S-2 (kompletter Schrott!), wollte ich es mit dem Zehnder HX7100 probieren. Hier sollte meine Suche nach der Sat- ... ähhm ... Stecknadel im Heuhaufen enden.
Zur besseren Veranschaulichung ein Bildchen:
http://www.zehnder-sat.de/Bilddaten/HX7100U.jpg

Was wurde mir vom eBay-Händler ohne Rückfrage geliefert? Der HX7110, offenbar ein Nachfolge- oder Schwestermodell des HX 7100, bei dem schon wieder einige Ausstattungsdetails weggelassen wurden.
Und so sieht der dann aus:
http://www.zehnder-sat.de/Bilddaten/HX7110U_Side_ mit_E_Logo.jpg
Natürlich hätte ich auch jeweils gern die ganze Produktseite bei Zehnder verlinkt, nur sind die Adressen so lang, dass sie über 80 fortlaufende Zeichen kommen, und dann streikt das Eingabefenster hier bei dooyoo beim Versuch, den Text abzuspeichern.

Es fehlen die Frontbedienungstasten für Lautstärke und Menü, sowie auf der Rückseite die Chinchanschlüsse für Audio/Video und der Netz aus - Schalter.
Ich hatte schon wieder einen Hals, und wollte das Ding postwendend zurückschicken, aber dann schaute ich doch erst einmal, ob ich mit dem HX7110U auch zufrieden sein könnte.
Auf der Verpackung prangt der Slogan "Markenqualität zum Bezahlbaren Preis". Aus der Verpackung kommt einem ein leichtgewichtiger Winzling entgegen, dessen "modern" gestylte Front mir weitaus weniger gefällt als die klassisch und schön aufgeräumte Front des HX7100U, den ich eigentlich bestellt hatte. Genauso ungewohnt winzig ist die Fernbedienung, aber schnell sammelt wenigstens sie Sympathiepunkte für ihr aufgeräumtes Design. Sie liegt gut in der Hand, und man bekommt tatsächlich Lust, sich an sie zu gewöhnen. Das ging mir bisher selten so.
Das Anschließen ist überhaupt kein Ding: Sat-Kabel angeschraubt, Scartstecker für den Fernseher eingesteckt, Einschalten, fertig ist der Lack.
Vom Einschalten bis zum Fernsehbild vergehen 14 s, ein druchschnittlicher Wert für so ein Digitalteil. Das Umschalten mittels Programm +/- geht vergleichsweise zügig vonstatten, so von 1,0 bis 1,3 s dauert das. Es geht gerade so schnell, dass man es nicht als nervig empfindet, und damit muss man in dieser Digitalempfängerwelt leider Gottes schon zufrieden sein. Das Bild an meinem altgedienten Röhrenfernseher ist tadellos, allerding etwas dunkler und in den Farben teilweise deutlich gesättigter als meine vorherigen Empfangsgeräte. Sehr merkwürdig, und es gefällt mir gar nicht. Zu kräftig ist die Farbe im Bild, fällt mir jedesmal schon beim Einschalten auf. Es lässt sich da über die Menüsteuerung des Empfängers leider überhaupt nichts regulieren. Hmm. Und das total Verrückte ist, dass auch mein Fernseher selbst überhaupt nicht auf die Herabsetzung der Farbsättigung per OSD-Menü reagiert - das scheint wohl daran zu liegen, dass der Empfänger per Scart angeschlossen ist. Helligkeit und Kontrast lassen sich wie gewünscht ändern, aber wenn ich die Farbsättigung herunterregele, bleibt das Bild so wie es ist. Das ist richtig doof. Ich kann also gar nichts ändern an der Farbübersättigung.

Zur Bildqualität über den Digitalausgang kann ich nichts sagen.

Mit ein bisschen Herumsuchen habe ich dem Gerät auch beigebracht, dass er die 16:9 - Sendungen bitteschön nicht auf das 4:3-Format meines Fernsehers langzerren soll. So etwas ist leider keine Selbstverständlichkeit, kann ich berichten, und ich finde es fürchterlich, wenn man manche sich bildschirmfüllend verzerrte 16:9-Sendungen auf ihrem herkömmlichen 4:3-Fernseher anschauen, und es noch nicht einmal merken.
Bei den Menüeinstellungen dämmert einem dann doch, dass hier etwas mehr als nur Ramsch geboten wird. Das Senderumsortieren ist gut und praktisch gelöst. Ein überraschendes Highlight stellt die Einstellbarkeit der Einblenddauer für die Senderanzeige dar. Die war mir nämlich zu kurz, und ich habe mich darüber schon geärgert. Beim Umschalten wird ja für ein paar Sekunden der Sender mit (Zeit-)Infos für die laufende und die nächste Sendung eingeblendet, und da schaue ich beim Umschalten öfters hin, was gerade wie lange läuft, und was wann als nächstes kommt. Ja, blöd, wenn die Einblendung zu kurz ist. Aber das kann man tatsächlich bis zu 10 s einstellen, sehr schön.
Allerdings brauche ich nicht bei jedem Senderumschalten die Anzeige der Senderstärke, und dann sogar noch Empfangsqualität; ja, was soll denn das, das ist doch Platzverschwendung. Stattdessen wäre eine etwas größere Schrift der Infos viel, viel angebrachter, denn die kann ich auf meinem 55 cm Röhrengerät kaum lesen. Das dürfte wirklich nicht sein. Einige der Menüeinstellungen sind im Grunde sinnvoll, aber dann doch unpraktikabel gelöst. Beispielsweise kann man das Gerät im Eco-Modus betreiben, was bedeutet, dass man eine Zeit einstellen kann, nach der sich das Gerät automatisch selbst ausschaltet, wenn man keine Taste mehr betätigt hat. Es stehen dafür aber nur 1, 3 oder 5 Stunden zur Auswahl. Mir ist das zu wenig.

Total simpel ist die Aufnahmefunktion über USB. Einfach USB-Medium an der Rückseite anschließen, rote Aufnahmetaste drücken, am Ende wieder Stopp, fertig. Nur brauche ich keinen ständig blinkenden roten Punkt samt Zeitanzeige am oberen rechten Bildrand während der Aufnahme, das ist doch nervig. Na, Schwamm drüber. Es gab dann allerdings beim Versuch, die Aufnahme wieder abzuspielen, die ersten Probleme. An sich ist es so einfach: Einfach Playtaste drücken, es werden die verfügbaren Aufnahmen aufgelistet (Da habe ich schon ganz andere Geräte in den Fingern gehabt!), auswählen, bestätigen, fertig. Aber die Aufnahme wurde nur mit Ruckeln, Zeitsprüngen, Verzerrungen und dergleichen abgespielt. Hmm, ich hatte einen etwas betagten USB-Stick eingelegt - vielleicht war der zu langsam beim Schreiben? Ich wollte schon bei Zehnder anfragen, ob das nur mit Festplatten geht, oder wo das Problem liegen könnte, doch dann beschloss ich, nach schnelleren USB-Steckern im Internet zu fahnden. Es ward einer gefunden - ein Transcand Jetflash 600 mit 16 GB. Ein Kurztest am Computer ergab eine mehr als doppelt so hohe Schreibgeschwindigkeit als bei meinem Altmodell, der Test im Satellitenempfänger verlief prompt problemlos. Sogar das TimeShift funktioniert tadellos: Man kann während einer laufenden Aufnahme schon die Wiedergabe starten, während die Sendung am Ende weiter bis zum Schluss aufgenommen wird. Hmm ... also eine ganze Menge Speicherplatz geht da schon drauf für diese Aufnahmefunktion, nämlich so 62 MB pro Minute. Da reicht auch ein 16 GB Medium nur knapp über 4 h, aber für den Alltagsgebrauch ist das o.k. Es lässt sich reinweg gar nichts an Aufnahmequalität und damit Speicherverbrauch ändern, aber dafür ist die Qualität wenigstens 1a. Die Wiedergabe ist nicht sehr komfortabel, bearbeiten geht gar nicht, insbesondere geht keine Werbung rauszuschneiden oder Aufnahmeanfang oder -ende passend zu machen. Sehr schade! Man kann bei längeren Aufnahmen nicht gezielt zu einer bestimmten Zeit springen, sondern muss ganz "normal" mit bis zu 32-facher Geschwindigkeit vorspulen - dachte ich erst, und fühlte ich mich ins Videokassettenzeitalter zurückversetzt. Das war nicht zeitgemäß, sondern ärgerlich. Aber dann fand ich es doch: Man hat eine "goto"-Taste direkt auf der FB, und muss dann die gewünschte Zeit per Zifferntasten eingeben. Einzelbildwiedergabe für das genaue Einfangen eines Standbildes geht dafür aber leider nicht.
Also besondere Ansprüche darf man an die PVR-Funktion nicht stellen. Wenigstens lässt sich recht schnell und übersichtlich auf die Aufnahmen zugreifen, und das ist doch schon ein Pluspunkt.

Der elektronische Programmführer ist das übliche, hat allerdings leider (!) nicht die Fähigkeit, eine Programmübersicht in einer Zeitachse gleich für mehrere Programme anzubieten somit muss man umständlich einzeln von Sender zu Sender springen, um sich da einen Überblick zu verschaffen. Hier fällt wieder einmal besonders auf, dass der Bildschirm gar nicht sinnvoll ausgenutzt wird. Es wird sinnlos Platz verschwendet, indem das Menü als abgesetztes Fenster innerhalb des Bildschirmes dargestellt wird - ja, warum denn nur? Dann fehlt Platz für den eigentlichen Text, der wird dann abgeschnitten. Das ginge alles besser! Mehr Information, eine praktischere Darstellung, alles wäre kein Problem. Nur hat sich keiner darum geschert, das ist das Problem.
Wenigstens lässt sich sehr bequem und schnell in dem EPG eine Sendung für´s Aufnehmen programmieren. Bei sich überschneidenden Timerzeiten verweigert der Timer die Mitarbeit. Das ist dumm - er könnte doch fragen, ob er die erste Aufnahme zuerst fertig machen soll, oder ob er pünktlich mit der zweiten beginnen und dafür das Ende der ersten weglassen soll.
Leider geht die Aufnahmeprogrammierung wiederum nicht über den Videotext. Ansonsten ist selbiger in Ordnung. Darstellung und Geschwindigkeit sind o.k.
Nach einer Weile Umgang mit dem Gerät fällt schließlich noch eine sehr unangenehme Sache mit der Fernbedienung auf: Der Bedienungswinkel ist eine ziemliche Frechheit, so etwas habe ich noch nie erlebt! Man muss sich tatsächlich fast frontal vor dem Empfänger platzieren, damit er auf die Fernbedienung anspricht. Jede allzu große Positionsabweichung zur Seite oder nach oben/unten quittiert er stur mit Nichtreaktion auf die Tastenbefehle. Wer nun denkt, man kann da wenigstens die Fernbdienung mal etwas schräghalten, wenn man sozusagen dem Gerät schon den Gefallen getan hat, lotrecht vor der Bedienungsfront Position zu beziehen, der irrt! Auch die Fernbedienung darf man nicht mal eben lasch
in seine Richtung halten, auch das quittiert es mit Verachtung. Wie gesagt, so etwas habe ich noch nie erlebt, das geht einem doch maßlos auf die Socken! Daran, dass man die Fernbedienung selbst genau auf den Empfänger richten muss, könnte man sich vielleicht noch gewöhnen, doch es ist unmöglich, von verschiedenen Positionen im Raum das Gerät zu bedienen. Man kann sozusagen nur vom Fernsehsessel aus agieren, wenn der Empfänger zuvor genau auf diesen Sessel ausgerichtet worden ist. Einfach unmöglich, kaum zu glauben. Einen riesen Punktabzug an der Stelle, es ist ebenso unnötig wie enttäuschend.

Fazit:
Insgesamt bin ich mit dem HX 7110 von Zehnder aber recht zufrieden. Sehr gut ist der geringe Energieverbrauch sowohl im Standby als auch im Betrieb. Mankos sind, dass das Gerät so klein und leicht ist, auf der anderen Seite die Drucktasten auf der Front so gewaltsam gedrückt werden müssen, dass das Gerät unmöglich über die Tasten bedient werden kann, ohne durch die Gegend zu rutschen. Fernbdienung und Bedienkonzept sind insgesamt gut gelungen. Hapern tut es wie so oft an der Platzaufteilung der Menüdarstellung bzw. Bildschirmausnutzung. Wann kriegen das diese Hersteller endlich einmal gebacken? Eine einfacher einstellbare Sleepfunktion wäre für mich sehr wünschenswert. Die übertriebene und nicht reduzierbare Farbsättigung des Gerätes sind unschön, die PVR-Funktion ist ein magerer, aber wenigstens funktionierender Videorekorder-Ersatz. Funktionierendes Gerät ohne allzu große Wermutstropfen, lautet mein Urteil, und da ist es schon besser als viel, viel anderer Elektronikschrott, der hier leider in rauen Mengen vertickert wird. Weniger Masse und ständig neue Modelle als vielmehr Verbesserung des Vorhandenen in so manchen Details, muss man auch Zehnder zurufen. An sich - objektiv - ist mir das Gerät trotz des relativ günstigen Preises nur 3 Sterne wert. Zu viele kleinere Detailmängel sind einfach da, für die ich kein Verständnis entwickeln kann. Anderseits hebt es sich immer noch wohltuend aus der Masse heraus, deswegen dann doch 4 Sterne.

Fazit: Ein besserer will erst mal gefunden werden ...

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Bildqualität:    
Klangqualität: