
Produkttyp: Topfield Sat-Receiver
Neuester Testbericht: ... das sogar in mehreren Varianten, die sich aber offenbar nur im Preis und der eingebauten Festplatte unterscheiden. Das scheint kein Zufall ... mehr
Digitaler TV-Knecht
Topfield TF5200PVRC

Name des Mitglieds: Dooyoo-Nifo
Produkt:
Topfield TF5200PVRC
Datum: 26.08.10, geändert am 24.02.12 (360 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Ein DVB-C-Receiver mit fast einmaligen Fähigkeiten. Kann mit TAPs "aufgerüstet" werden.
Nachteile: Nicht mehr ganz uptodate; wird nicht mehr gebaut. Ohne TAPs nicht ganz komplett.
Ich möchte heute einen Bericht über einen TV-Receiver für das digitale TV-Kabel schreiben, der bei mir seit einigen Wochen seinen Dienst tut: der Topfield TF 5200 PVRc.
Der Bericht wird wieder etwas länger werden daher beginne ich wieder mit dem Inhaltsverzeichnis:
- Einleitung
- Kauf
- Praxis
- TAPs
- iTINA
- Fazit
Einleitung:
Warum kauft man einen digitalen TV-Receiver für das digitale Kabel (DVB-C)? Also einen Receiver der KEIN HD-TV-Unterstützt und der nicht kostenlos oder gegen wenig Geld von Kabelanbieter angeboten wird?
Nun, man ist der Meinung, man braucht kein HD-TV, möchte aber doch einige Komfortfunktion nutzen, die man sonst nicht bekommt.
Ich wollte einen DVB-C-Receiver mit Festplatte. Von Freunden kenne ich entsprechende SAT-Receiver, die mit einer Festplatte ausgestattet sind. Diese bieten einen schicken eingebauten Programmplaner und zeichnen das TV-Signal so auf, wie es "reinkommt", d.h. mit allen Tonspuren. Das ist bei einem DVD-Rekorder (oder einem Video-Rekorder) nicht der Fall. Diese zeichnen bestenfalls ein analoges TV-Signal mit einer Stereo-Spur auf.
Beim Anschluss an einen TV-Receiver (egal ob SAT oder für DVB-C oder DVB-T) muss der Rekorder zwischen den Receiver und das TV-Gerät gehängt werden. Zudem müssen für eine Aufnahme beide Geräte programmiert werden, es sei denn der Rekorder lässt sich in einen Slave-Modus schalten, indem er aufnimmt, sobald ein TV-Signal ankommt. Dann muss der Receiver programmiert werden.
Die andere Möglichkeit wäre ein Rekorder der den TV-Receiver fern steuert. So etwas gibt es unter dem Namen "Guide+". Das können aber nur wenige DVD-Rekorder und die können dann auch nicht jeden TV-Receiver steuern, die Geräte müssen zusammenpassen.
Bleibt noch beide Geräte zu programmieren, also den Rekorder UND den TV-Receiver. Geht alles, ist aber nicht besonders elegant.
Und dann ist der Rekorder blockiert, wenn er aufnimmt (ein DVD-Rekorder kann dann noch etwas wiedergeben), aber einen anderen Kanal am TV-Receiver kann man dann nicht schauen, sonst würde das aufgenommene Programm wechseln.
OK, was wollte ich? Ich wollte folgende Funktionen haben:
- einen TV-Receiver der selbst aufnehmen kann
- einen Receiver mit zwei Tunern
- einen Receiver mit Conax-Steckplatz für Pay-TV
Mein Kabelanbieter bietet für 15Euro im Monat gut 30 Programme, die mich interessieren. Dazu benötigt man allerdings einen Conax-fähigen DVB-C-Receiver um die Programme entschlüsseln zu können. Meine alte Dbox2 konnte das nicht, daher war in jedem Fall ein neuer TV-Receiver fällig. Warum dann nicht auch etwas "mehr" an Komfort einplanen, also Platte und zwei Tuner, so dass man ein Programm aufnehmen und trotzdem ein zweites ansehen kann?
Nach etwas Suchen war mir klar, dass ich zum Topfield TF 5200 PVRc greifen würde. Es gibt kaum andere Anbieter, die ein vergleichbares Gerät anbieten. Für SAT-Empfang gibt es solche Receiver wie Sand am mehr, aber für DVB-C kann man sie fast mit der Lupe suchen.
HD-TV schied für mich aus. Erstens habe ich kein passendes TV-Gerät und dann lohnt sich der Mehrpreis für den Receiver IMHO kaum. Falls ich mein TV-Gerät ersetzen werde, dann werde ich hier zu einem Gerät mit eingebauten HD-TV-Receiver greifen. Diese gibt es inzwischen in durchaus bezahlbaren Preisregionen.
Kauf:
Wo schaut man nach, wenn man ein Gerät sucht, das eher selten zu finden ist? Klar: bei Amazon. In der Tat findet man dort den Topfield TF 5200 PVRc und das sogar in mehreren Varianten, die sich aber offenbar nur im Preis und der eingebauten Festplatte unterscheiden.
Das scheint kein Zufall zu sein. Offenbar liefert Topfield die Geräte ohne Festplatte aus und die Händler bestücken sie dann selbst.
Nun einen DVD-Rekorder mit 80Gbyte Platte hatte ich schon, danach einen mit 160GByte. Ich weiß wie schnell die voll sind. ;-)
Also habe ich etwas überlegt und dann zu einer Variante mit der größten Platte gegriffen. Das war ein Modell mit einer 500GByte Festplatte.
Zudem kaufe ich gerne bei Amazon.de direkt. Und wie der Zufall es so wollte hatte Amazon genau ein solches Modell im Angebot. Allerdings nicht als neues Gerät, sondern offenbar einen Rückläufer der über Amazon Warehouse Deals verkauft wurde.
Dort wurde der Topfield für 260Euro angeboten. Aktuell verlangen die Marketplaceanbieter etwa 300Euro für diese Modellvariante. Ein gutes Angebot, wie ich fand.
Gekauft habe ich meinen Topfield dann im Februar 2010. Amazon hat wie immer sehr schnell geliefert. Ich meine es hätte keine zwei Tage gedauert.
Praxis:
Ich meine Amazon hätte den eigentlichen Karton in einen seiner Kartons eingepackt, ich bin mir da nicht mehr ganz sicher. In der eigentlichen Verpackung (der übliche bedruckte Elektrogeräte-fürs-Wohnzimmer-Karton) fand sich dann der folgende Inhalt:
- Topfield TF 5200 PVRc Receiver
- Fernbedienung mit Batterien
- Handbuch
- ein kurzes Antennenkabel (Schleifenkabel)
- ein Videokabel
- ein S-Video-Kabel
Das sind die Angaben laut Handbuch. Ich bin mir nicht sicher, ob auch ein SCART-Adapter beilag. Inzwischen haben sich soviele Kabel bei mir angesammelt, dass ich das im Nachhinein nicht mehr richtig zuordnen kann. Es war jedenfalls alles vorhanden.
Eine Besonderheit ist das kurze Antennenkabel (Schleifenkabel). Der Topfield besitzt wirklich zwei getrennte Tuner. Beide besitzen einen eigenen Antenneneingang und jeweils einen Antennenausgang. Diese muss man mit dem Schleifenkabel verbinden, damit das anliegende TV-Signal durch beide Tuner geführt wird.
Der Aufbau geht recht einfach. Wer bereits einen anderen TV-Receiver angeschlossen hat oder einen DVD-Rekorder weiss, was zu tun ist. Antennenkabel an den Eingang des ersten Tuners. Schleifenkabel an den Ausgang des ersten und den Eingang des zweiten Tuners anschliessen und dann den Ausgang des zweiten Tuners mit dem Antenneneingang des TV-Geräts verbinden.
Danach verbindet man noch das TV-Gerät per SCART-Kabel mit dem Topfield. Über dieses Kabel wird das TV-Signal ausgegeben.
HDMI unterstützt der Topfield noch nicht, das bieten dann die neueren Geräte.
Der Topfield TF 5200 PVRc wird schon seit einigen Jahren gebaut. Die "aktuelle" Firmware stammt vom Dezember 2006. Diese ist meiner Meinung nach stabil. Grössere Probleme habe ich bisher nicht gefunden. Zudem bietet die 5000er Serie von Topfield etwas, was sie von vielen anderen TV-Receivern unterscheidet: User können Programme auf das Gerät laden und diese dann nutzen. Damit kann man dem Gerät fehlende Funktionen nachrüsten und Schwächen in der Bedienung verbessern. "TAP"s nennt man diese Programme. Später erzähle ich mehr dazu.
Das Handbuch enthält die englische und die deutsche Anleitung. Sie sind soweit ich das geprüft habe inhaltlich gleich. Nicht jedes Kapitel der deutschen Anleitung ist komplett übersetzt. Es finden sich durchaus noch vereinzelnd englische Abschnitte.
An dieser Stelle möchte ich kurz ein paar Fähigkeiten und die wichtigsten Anschlüsse aufzählen. So kann man schnell sehen, was das Gerät bietet, ohne dass ich den Leser mit einer kopierten langen technischen Tabelle verschrecke... ;-)
- zwei Tuner
- Festplatte
- USB-Anschluss (Receiver direkt an PC anschliessen!)
- Time-Shift (zeitversetzte Wiedergabe, auch permanent!)
- EPG (elektronische TV-Übersicht)
- Stereo-Ausgang (Cinch)
- Video-Ausgang
- S-Video-Ausgnag
- zwei SCART-Ausgänge
- RF-Ausgang (also ein TV-Modulator)
- optischer Digitalausgang (für Digital-Ton)
- serielle Schnittstelle
- CONAX-Adapter für Pay-TV
- zwei weitere Common-Access Module (für Pay-TV)
- Standby-Verbrauch 8 Watt
- Verbrauch im Betrieb: 25 Watt
- Breite-Höhe-Tiefe: 34cm-6cm-17cm
Die Inbetriebnahme war recht schnell erledigt. Das Gerät konfiguriert man mittels eines Einstelldialogs direkt am TV-Gerät. Die Suche nach den TV-Programmen erfolgt am besten im Quickscan-Modus. Der normale vollständige Scan dauerte bei mir mehr als einen Tag! Dies ist ein echter Nachteil, da der Quickscan nicht alle Programme gefunden hat.
Über die USB-Schnittstelle kann man den Topfield TF 5200 PVRc direkt mit einem Rechner oder Notebook verbinden. Dazu werden spezielle Treiber, Windows XP und eine Übertragungssoftware von Topfield benötigt.
Damit kann man dann z.B. die Programmliste pflegen, aber auch die aufgezeichneten Sendungen auf den PC-Übertragen und diese dann dort weiterverarbeiten. Der Anschluss erfolgt übrigens mit einem "Drucker-USB-Kabel", das nicht beiliegt.
Das klappt in der Tat, ich habe dies mit meinem Notebook ausprobiert. Diese Verbindung wird auch benötigt um die TAPs einzuspielen.
Dank seiner zwei Tuner kann der Topfield wirklich ein Programm aufnehmen und ein anderes wiedergeben. Es geht aber noch mehr: natürlich kann er auch zwei Programme gleichzeitig aufnehmen. Dabei kann dann immer noch ein drittes Programm wiedergegeben werden. Dies ist aber nicht frei wählbar (es muss auf einem der Transponder liegen, die gerade aufgezeichnet werden).
"Das ist bestimmt kompliziert und muss speziell gesteuert werden!" dachte ich und denken bestimmt auch andere die das nun lesen. Falsch! Ich musste gar nicht tun, als ich das mal ausprobiert habe. Beim durchzappen, überspringt der Topfield einfach die nicht anwählbaren Programme. Simpel und einfach.
Man könnte insgesamt glatt drei Pay-TV-Key-Karten in dem Gerät unterbringen. Ein Einschub für CONAX ist direkt vorhanden. Die beiden Common-Access-Modul Einschübe würden die Adapter (CAMs) für zwei weitere Karten aufnehmen. Ich nutze aktuell nur den CONAX-Einschub. Dieser arbeitet problemlos.
TAPs:
TAPs sind kleine oder grössere Zusatztools, die andere Anwender geschrieben haben und die man auf dem Topfield Receiver installieren kann.
Das Handbuch beschreibt die Sache recht grob, aber im Internet sind gerade in den Diskussionsforen zum Topfield viele Hinweise zu finden. Ich nutze bisher genau ein TAP, das aber für mich quasi alles abdeckt, was ich mir wünsche: iTINA.
iTINA
iTINA ist ein TAP das von einer deutschen Usergruppe entwickelt und gepflegt wird. Man kann es kostenlos nutzen, die Schöpfer wünschen sich aber, dass man einen Betrag ein eine gemeinnützige Organisation spendet. Gegen den Spendennachweis kann man iTINA freischalten lassen, so dass es unbegrenzt genutzt werden kann, zudem lassen so weitere Funktionen aktivieren.
Ich habe iTINA seit ein paar Wochen im Einsatz, noch nicht registriert (also noch nichts gespendet) und möchte es schon jetzt nicht mehr missen.
Die Homepage von iTINA ist hier zu finden: www.itina.de
Auf der Homepage findet man immer die aktuelle Version von iTINA, in verschiedenen Versionen (man muss natürlich eine der Versionen für DVB-C nehmen, da iTINA auch noch auf anderen Modellen läuft). Zudem findet man sehr gute und ausführliche Anleitungen. Es gibt z.B. eine einzelne Anleitung für die Installation, die wirklich alles im Detail beschreibt. Sehr vorbildlich! Und für ein Projekt, dass in der Freizeit von einigen Usern gepflegt wird, die selbst keine Geld dafür annehmen, wirklich eine herausragende Leistung.
Das wirklich gute TAP rüstet den EPG (Elektronischen Programmguide) ganz entscheidend auf. Übersichten, die mir fehlten sind nun da. Zudem speichert iTINA nachts die EPG-Daten, so dass diese jederzeit komplett zur Verfügung stehen.
Dieses Speichern geschieht nicht ohne Hintergrund. ITINA bietet eine pfiffige bessere Aufnahmesteuerung. Man kann Suchen definieren, die in den EPG-Daten nach passenden Sendungen suchen und diese dann aufzeichnet. Damit gehören die üblichen Probleme der Vergangenheit an: der TV-Sender verschiebt die Sendung von 20Uhr auf 22 Uhr? Kein Problem, da die Suche auf eine Tag eingeschränkt werden kann, findet iTINA auch die verschobenen Programme. (Sogar, falls sie an einem anderen Tag gesendet werden).
Ich finde das genial und iTINA bietet auch sonst eine schönere EPG-Oberfläche und auch die Senderauswahl und Programm-Infodialoge sind besser und informativer, als die schon nicht schlechten des Topfield.
Fazit:
Ich bin mit dem Topfield TF 5200 PVRc sehr zufrieden. Das liegt aber auch an dem TAP iTINA, dass den Topfield wirklich entscheidend verbessert.
Leider ist er technisch nicht mehr 100% uptodate. HDMI fehlt, HD-TV wird nicht unterstützt (User haben allerdings herausgefunden, dass man HD-TV-Sender manuell programmieren und aufzeichnen kann; Wiedergeben ist dann nicht möglich; die Aufnahmen können aber auf den PC übertragen werden und dann dort weiterverarbeitet werden).
Der Standby-Verbrauch von 8 Watt ist ganz ok, aber genügt natürlich den heutigen Anforderungen nicht mehr.
Abschliessend betrachtet ist der Topfield trotzdem ein Gerät mit fast einmaligen Fähigkeiten zu einem sehr guten Preis. Vier Sterne sind hier mehr als gerechtfertigt, daher bekommt er diese auch von mir.
Fazit: Macht was er soll und mit TAPs sogar noch mehr.
| Verarbeitung: | ||
| Zuverlässigkeit: | ||
| Bedienkomfort: | ||
| Installation: | ||
| Bildqualität: | ||
| Klangqualität: |
Weitere Testberichte: im Bereich Digital Receiver

