Telestar Teletwin 1 S
Verlängert das Leben des Videorecorders und ersetzt den Grill - Telestar Teletwin 1 S Digital Receiver

Produkttyp: Telestar Sat-Receiver

Neuester Testbericht: ... das Senderumschalten auch nicht sehr schnell. Ach ja, und Softwareupdates über Satellit klappen bei Telestar nicht. Für den Teletwin 1S gi... mehr

Verlängert das Leben des Videorecorders und ersetzt den Grill
Telestar Teletwin 1 S

Kapuzino

Name des Mitglieds: Kapuzino

Produkt:

Telestar Teletwin 1 S

Datum: 13.01.12, geändert am 13.01.12 (37 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: wird nicht ganz so warm wie andere Geräte

Nachteile: wird doch ganz schön warm

In der Welt der aufzeichnenden Empfangsgeräte hat sich viel getan, einiges aber nicht.
Mitgeschnittene Filme aus einem Festplattenreceiver herauszubekommen ist selten problemlos möglich und auch DVD-Recorder mit SAT-Tuner geben meist ihre Videos nur als gebrannte DVD wieder her.
Das kann aber auch ein alter DVD-Videorecorder, nur hat er, wenn überhaupt, lediglich einen UHF-Tuner.
Was hilft ? Ein zweiter (digitaler) SAT-Receiver. Dann aber auch mit zwei Fernbedienungen, wenn es verschiedene Geräte sind. Sind es gleiche Geräte, reicht eine FB, die Geräte schalten dann aber parallel. Ergo: TWIN-Receiver. Davon gibts nicht mehr viele. Telestar aber ist nach dem Teletwin 1S mit 2S und 3S drangeblieben.

Natürlich bleibt ein TWIN-Receiver eine Behelfslösung. Insbesondere die programmierte Aufnahme ist lästig. Will man in einem Ritt mehrere Filme verschiedener Sender mitschneiden, müssen der Recorder UND der Receiver programmiert werden. Im Recorder nur die Zeit (Quelle=Scart), im Receiver, wie gehabt Zeit und Sender. Bietet der Sender ein EPG (Elektronischer Programmführer) kann man im Receiver die Sendung auswählen und Schaltzeit / Sender per Klick eintragen. Die Aufnahme nur einer Sendung ist einfacher. Man lässt den Receiver angeschaltet mit gewünschtem Kanal auf dem Slave und gibt nur die Zeit im Recorder ein. VPS ? Das war einmal. Kaum ein Sender unterstützt das (international gesehen), also auch kaum ein Gerätehersteller mehr.

Nachteil beim Teletwin (sicher auch bei anderen Marken): die Timeshift-Funktion des Recorders ist verloren. Man kann während der Aufnahme, den Recorder-Ausgang nicht als Quelle wählen. Naja, wählen kann man schon, aber dann nimmt er während dieser Zeit ein schwarzes Bild auf. Es ist One-Way, rein oder raus. Beides zugleich macht er nicht.

Ein Problem ergibt sich auch, wenn man den Slave-Receiver probehalber ins Bild schaltet. Dann erscheint kurz die Sender-Info. Diese ist dann ebenfalls auf der Aufnahme. Also während des Aufnehmens nicht auf Slave schalten.

Der Slave-Kanal bringt aus unerfindlichen Gründen ein etwas gelblicheres Bild als der Master (bei zwei Geräten festgestellt). Der mitgeschnittene Film trägt diesen Mangel dann auch.

Auch darf man beim Slave die Lautstärke nicht verändern (am besten Maximum). So, wie eingestellt, wird aufgenommen. Guckt man versehentlich auf dem Slave mit und stellt leiser oder stumm, ist die Aufnahme hin.

Ärgerlich ist, dass beim Umschalten der Quelle auf VCR (Scart-Eingang vom Videorecorder) ein gräßliches lautes Rauschen und Knistern zu Krisselbild erscheint, wenn der Recorder noch kein Signal ausgibt (Film oder Menüanzeige). Diese Umschaltung gehört zum Normalbetrieb eines TWIN-Receivers. Da täte eine automatische Stummschaltung not.

Das größte Problem ist aber die Wärmeentwicklung. Viele (ich vermute alle) SAT- und DVB-T-Receiver sind als Geräte einfach viel zu klein gebaut. Gerätetechnisch eine glatte 5 (für alte Länder: glatte 6). Für die Wärmeentwicklung der Elektronik müsste ein so kleines Gehäuse eine Zwangslüftung besitzen. Es ist einfach Hochstapelei aus reinen Marketinggründen. Manche Hersteller fordern links, rechts, vorn, hinten und oben 15cm freien Platz. (Mich wundert, dass nicht auch unten.) Sachen auf das Gehäuse legen ist der Tod des Gerätes. Dieses auf ein anderes warmes Gerät draufstellen ggf. auch, Stellen in ein Regal ist problematisch. Man muss tatsächlich mit Ausfall rechnen. Ich habe in einer vermeintlich hinreichend großen Schranknische zwei Geräte von Skymaster (DXL 9800) umgebracht. Nach kurzer Zeit verstimmten sie sich, empfingen nur noch im frisch eingeschalteten Zustand und fielen dann ganz aus. Die Geräte benötigen ein eigenes Zimmer. Am besten bringt man sie draußen vor dem Fenster an.

Der Teletwin war vom Gehäusevolumen mehr als doppelt so groß als der Skymaster. Das weckte Vertrauen. Zwecks Umluft habe ich zwei Leisten untergelegt und hoffte. Doch nach einem Jahr verschwanden einige Sender. Drehen am Spiegel half nicht. Neu einlesen der Transponder auch nicht. Ich hab dann mal die Stromaufnahme geprüft und umgerechnet 46 Watt gemessen (ohne SAT-Kabel 37 W, im Standby 34 W). Da haben wohl mit der Zeit in der Hitze des Betriebes (das Gerät war an den Lüftungsschlitzen 58°C heiß) einige Bauelemente (ELKOs) auf Durchzug geschaltet und den Wärmetod beschleunigt. Bei offenem Gehäuse und mit kalt-pusten der Tunereinheiten kamen die Sender kurzzeitig wieder.

Der jetzt erworbene neue (alte) Teletwin wird hoffentlich länger halten. Ich werde mit dem Bohrer zusätzliche Lüftungslöcher rundherum in das Gehäuse bringen und einen Lüfter anbauen.
Auf der Suche nach den benötigten 5V habe ich festgestellt, dass die Tuner auch im Standby sehr warm waren. Werden die im Standby gar nicht abgeschaltet und was überhaupt ? Die Strommessung bestätigte den Verdacht. Im Betrieb 19,1 W, ohne SAT-Kabel 16,6 W und Standby 14,9 W (bzw. 14,1 W). Mein Lüfterplan hätte also nur Sinn, wenn ich das Gerät jedesmal mit dem Netzschalter aus mache.

Was noch ? Fern-Bedienung ist etwas schwerfällig und das Senderumschalten auch nicht sehr schnell. Ach ja, und Softwareupdates über Satellit klappen bei Telestar nicht. Für den Teletwin 1S gibt es eh keins mehr, aber wer ein altes Gerät erwirbt, möchte vielleicht aktualisieren. In Foren wird berichtet, dass es am Samstag oder Sonntag manchmal funktionieren soll.

Ansonsten ist alles ganz nett an dem Teil . Man kann nach Vorklappen der Front sogar am Gerät noch richtig schalten, mit echten Schaltknöpfen. Wer noch einen Computer mit serieller Schnittstelle (RS232) hat, kann per Kabel und dem Programm Pedit die Senderliste sichern, ändern und wieder einspielen. Mit dem Programm PC-Link 4.8 kann man auf diesem Weg auch die Firmware updaten.

Wer jetzt von altem Analog-Receiver umsteigen muss, sei informiert, dass digital immer auch Radioemfang mit drin ist.

Ein digitaler Audioausgang ist zwar dran (S/PDIF), aber die Filme bekommt man aus dem digitalen Receiver nicht als Daten heraus. Alles wird also in RGB oder FBAS analogisiert und dann im DVD-Recorder wieder digitalisiert. Ich denke aber, wer auf Youtube oder im Mobiphon Filme guckt, dem ist das egal.

Fazit: Hilft, das Leben von Altgeräten zu verlängern (UHF-Fernseher, DVD- / Videorecorder)

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Bildqualität:    
Klangqualität: