Sony Handycam DCR-SR75E
Aufnahmen zum glücklich werden - Sony Handycam DCR-SR75E Digital Camcorder

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Produkttyp: Sony Camcorder

Aufnahmen zum glücklich werden
Sony Handycam DCR-SR75E

knopfi.de

Name des Mitglieds: knopfi.de

Produkt:

Sony Handycam DCR-SR75E

Datum: 07.09.09

Bewertung:

Vorteile: gute Bilder, robust,

Nachteile: teilweise Streifen auf Bildern, ständliche Bienknopfauswahl

Hallo liebe Schauspieler,

ob Geburtstag, ein Ausflug, eine Geburt oder die eigene Hochzeit - eine Videokamera ist zu jedem Anlass eine gute Sache.

=== "Erste Recherchen im Internet blieben recht erfolglos..." ===

Jedes männliche Wesen braucht sein eigenes technisches Spielzeug. Bis man jedoch die bessere Hälfte davon überzeugt hat, dass man dieses praktische Highlight auch im normalen Leben braucht, vergehen teilweise Jahre. So ergeht es natürlich auch meinereiner, der unbedingt einen Camcorder sein Eigen nennen möchte. Das Problem: Die vielen korrekten Fragen und Argumente meiner mir Angetrauten. "Wozu brauchen wir denn so ein Ding?" - "Wir haben doch eine Digitalkamera, die hat eine Videofunktion, reicht das nicht?" - "So viele Anlässe haben wir nun auch nicht, dass wir diese filmen könnten!" - "Hast du das Geld wirklich über?" Och Manno!

Schließlich war es die Hochzeit meines besten Freundes, die mir die Lösung aller Argumente und Fragestellungen einbrachte. Ihm wollte ich als sein Trauzeuge etwas Besonderes schenken; etwas, dass die Beiden nie vergessen würden und immer und immer wieder an ihren Tag erinnert. Einen Hochzeitsfilm im größeren Stil, der das Leben der Beiden auf wundersame Weise darstellt. Und eben hierzu benötigte ich einen Camcorder. Und schwupp di wupp war auch meine bessere Hälfte überzeugt. Ich liebe meine Überzeugungskünste...

Doch welche Kamera sollte es sein? So gut kenne ich mich nicht wirklich mit dieser Materie aus. Wichtig war für mich, dass ich keine Cam mit Kassetten oder DVD-Speichermedium wollte. Die VHS-Geschichte mag exakt in der Technik ausgereift sein, die Umsetzung, einen Film auf den PC oder DVD zu hieven, ist mir allerdings zu aufwendig. Auch beim DVD-Laufwerk bin ich auf keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Festplatte gestoßen. Zwar ist die Qualität der Bilder recht gut, auch die Übertragung auf den PC ist wesentlich einfacher, doch durch den DVD-Motor ist der Akkuverbrauch meines Erachtens zu hoch und die Kameras sind mir einfach zu sperrig und sehen nur blöd aus. Na ja, Geschmackssache. Und so entschied ich mich im Vorwege für die Festplatten-Variante, die im Preis gegenüber den anderen Versionen schon recht hochwertig sind, dennoch eine gute Voraussetzung für meine zukünftigen Vorhaben wäre. Aber handfest muss sie sein. Männlich. Diese kleinen Minitreter aus der TV-Werbung, die offenbar in jegliche Hosentaschen passen kommen mir nicht ins Haus. Mein neues Spielzeug soll etwas Richtiges sein, etwas Bestechendes, mit maskuliner Ausstrahlung - ja, handfest eben.

Erste Recherchen im Internet blieben recht erfolglos, denn offenbar hat jeder Camcorder im Festplattensegment seine Eigenheiten. Alle Marken werden in den Himmel gelobt, haben aber unterschiedliche Modi, Qualitäten und Leistungen. Wie soll es auch anders sein? Es bleibt mir also nichts weiter übrig, als tatkräftig Eigeninitiative zu ergreifen und die Technikmärkte abzuklappern, um wenigstens erste Eindrücke im Video-Kamera-Segment zu sammeln. Wie sehen die guten Stücke live on Stage aus? Was kosten sie? Was meinen die Verkäufer, die sich tagtäglich mit diesen Dingern rumschlagen müssen?

In einem "Media-Markt" wurde ich mit den ersten Begriffen und Empfehlungen beworfen, die mir sogar im Nachhinein erklärt wurden. "Heutzutage sollte ein Camcorder dieser Art mindestens 30 Gigabite Speicher haben. Und der optische Zoom sollte bei mindestens 25 bis 35 liegen!" Der Verkäufer schien sich auszukennen. Ähnliche Aussagen kamen von "Expert" und "Saturn". Die Auswahl der Camcorder im erklärten Bereich war in allerdings in allen Märkten recht gering.

Zur Erklärung: Diese Daten sind vor einem Jahr erstellt worden, als ich die Cam kaufte. Heute liegen diese Quoten wohlweislich wesentlich höher.

Die Preis lagen humanerweise zwischen Euro 500,00 und Euro 1000,00, je nach Model. Die teureren Kameras nahmen sogar schon im HDTV-Modus auf. Nix für mich. Und so entschied ich mich, drei Modelle in die engere Auswahl zu stellen. Neben einer JVC und einer Panasonic reizte mich auch die Sony DCR-SR 75E. Während die Panasonic sich in ihrem Kugelrund-Design richtig witzig aussah und die JVC mit guter Technik aufwartete, legte die Sony ein goldenes Mittelmaß hin. Während der Preis sich mit Euro 599,00 nicht sonderlich von den anderen beiden Mitbewerbern abhob, der 25-fach-Zomm und der 60-GB - Speicherplatz den guten Mittelwert ansetzt, ist auch die Handlichkeit recht und das Design vom ersten Eindruck sehr, sehr umgänglich. Ich hatte mich entschieden, die Sony DCR - SR 75E soll mein neues Familienmitglied im Technikbereich sein. Zwei Wochen später stand das gute Stück frisch, fromm, fröhlich, frei auf meinem Schreibtisch. Aufgeladen, ausgebreitet, verkabelt - bereit, ihren Job anzutreten, mir perfekte Bilder zu liefern, für alle möglichen Anlässe.


=== "Mit neunzig Minuten Kapazität reicht das Hauptakku natürlich aus..." ===

Das Zubehör der DCR - SR75E ist nicht sonderlich beeindruckend und gehört eigentlich zum Standard eines jeden Camcorders. Neben dem Lithium-Akku, dem Netzteil, einer Handycam-Ladestation, den dazugehörigen Kabeln (USB, Video/Audi - Chinch, Strom) und den Bearbeitungsprogramm-CDs befindet sich noch eine kleine Infrarot - Fernbedienung im Sortiment, mit der man die wichtigsten Stufen des Camcorders auf Entfernung steuern kann. Wer sich ein wenig mit der "Zubehör-Technik" auskennt und den einen oder anderen Anschluss von anderen Geräten her kennt, kann sich das Lesen der als kleines Heftchen getarnte Bedienungsanleitungen (die in zig verschiedenen Sprachen verfasst wurde) diesbezüglich sparen. Jedes Käbelchen hat seine eigene Buchse. Mit etwas Überlegung ist das erste Anschließen ein Kinderspiel.
Vermisst habe ich leider die Aufbewahrungstasche, welche ich sehr gern im Zubehör angetroffen hätte. Schade, diese muss man sich separat zulegen und kostet derzeit um die Euro 30,00. Ebenso ist das Reserve-Akku nicht enthalten. Mit neunzig Minuten Kapazität reicht das Hauptakku natürlich aus, dennoch sollte man immer einen weiteren Mini-Stromversorger an Bord haben. Im Original liegt das Akku bei Euro 22,00 aufwärts. Wesentlich höher liegen die hochwertigeren Batterien, die bis zu 515 Minuten an kostbaren Strom speichern können. Hier kann man bis zu Euro 120,00 auf den Tisch legen. Auch hier macht es Sinn, sich gut umzuschauen. Wer sich nicht unbedingt auf Originalteile beschränken möchte, wird definitiv online fündig und spart mal eben bis zu Euro 40,00 pro Akku. Apropos Akku: In der Infrarot-Fernbedienung sind die Batterien gleich mitgeliefert worden. Sehr gut. Somit ist das gute Stück sofort Einsatzbereit. Leider ist das Austauschen selbiger recht umständlich. Hersteller Sony hat sich wohl gedacht, dass der Kunde diesbezüglich etwas mehr Spaß am Lesen haben soll, anstatt sich mit dem Filmen zu beschäftigen. Die Batterieklappe ist dermaßen verklemmt und fest in der Fernbedienung verankert, dass man ohne die Hilfe der Bedienungsanleitung (zumindest beim ersten Mal) ziemlich hilflos dasteht. Ist nun kein Beinbruch, aber hilfreich ist es nicht wirklich.

Während die erste mitgelieferte DVD sich mit dem Vorstellen der Kamera via Film beschäftigt, enthält CD Nummer zwei ein virtuelles Handbuch, das Bildbearbeitungsprogramm "Picture Motion Browser" und die Produktregistrationsschlüssel.
Der Film verläuft Trailermäßig und muss definitiv nicht angeschaut werden. Zumal sie auf meinem PC gar nicht lief, sie im DVD-Player beste Bilder lieferte. Doch wer schaut sich schon Infomaterial über den DVD-Player an?
Mit CD Nummer zwei installiert man das Bildbearbeitungsprogramm "Picture Motion". Ein recht einfach strukturiertes Programm, welches sich direkt nach dem USB-Anschluss der Kamera selbständig öffnet und den Inhalt preisgibt. Die Filme oder Fotos können hiermit bearbeitet, gekürzt, geschnitten oder in verschiedene Formate umgewandelt werden. Ein Verschönern der Filme oder die Fotobearbeitung muss allerdings ein anderes Programm übernehmen, wie zum Beispiel "Photoshop" oder "Corel Draw". Aber zumindest ist es mit "Picture Motion" möglich, einzelne Filmsequenzen zu erstellen. Das ist schon mal viel wert. "Picture Motion" ist ein sehr übersichtlich und wirklich easy zu bedienen.
Das virtuelle Handbuch wird mit drei Klicken per PDF-Formular auf dem PC installiert. Das Handbuch ist recht einfach aufgebaut und beinhaltet die wichtigsten Funktionen, die die Kamera bietet. Mit übersichtlichen Bildern und leicht verständlichen Texten ist jederzeit ein Zugriff nötig. Allerdings bin ich eher der Typ für das handfeste Material, da mir das Aufrufen über den PC zu umständlich ist. Nicht immer ist der PC griffbereit und wenn man sich gerade am ersten Tag unbedingt noch bis spät in die Nacht hinein mit dem Können der technischen Errungenschaft beschäftigen möchte, ist die "Heftchenversion" dann doch die Gemütlichere. Wer aber auf die virtuellen Dinge des Lebens abfährt, hat mit der PDF-Variante eine sichere Handhabe.

Um dem Camcorder auch mit dem nötigen Saft zu versorgen, gibt es zwei verschiedene (mitgelieferte) Möglichkeiten. Zum einen dient eine flache Ladestation für den sicheren Stand. Die Kamera wird aufgesteckt und mit die Station per mitgeliefertem Kabel mit Strom versorgt. Desweiteren sind Buchsen vorhanden, um die die USB-Funktionen (Verbindung mit dem PC) oder die Wiedergabe auf dem Fernseher zu ermöglichen. Auch hierfür ist die Ladestation mit den nötigen Eingängen ausgestattet. Persönlich habe ich diese Funktionen allerdings noch nicht verwendet. Nicht, dass es zu kompliziert wäre, nein, aber es ist dann doch die Bequemlichkeit alles direkt über die Kamera selbst zu tun. Und genau dies ist auch die zweite Möglichkeit der Stromversorgung. Öffnet man an der Rückseite der Kamera eine kleine Luke, kommt eine Buchse zum Vorschein, in die man das mitgelieferte Kabel einstecken kann. Das Stromkabel ist lang genug und passt in jede gewöhnliche Steckdose (für die Schweiz muss ein separater Adapter gekauft werden).
Die dritte Variante (gerade beim Ersatz-Akku sinnvoll) wäre das Laden der Batterie über ein externes Ladegerät. Auch hier gibt es zig mögliche Varianten, in Preis uns Handhabung unterschiedlich. Auch hier sollte man sich über das Internet Angebote auflisten lassen.


=== "Für die Technikbanausen unter uns..." ===

Die Sony "DCR-SR75E" ist in silber-schwarz gehalten, was dem Design etwas Edles verleiht. Mit mageren 400 Gramm ist die Kamera recht leicht, dank ihrer Formgebung handlich, dennoch gutaussehend. Genau das, was Männer wollen ;-)! Der Hauptpart (silber) ist mit der Linse ausgestattet. Mit dem optischen 25fach-Zoom und 200fachem digitalem Zoom von Carl Zeiss liegt sie im guten, mittleren Leistungsbereich. Die manuelle Objektivabdeckung, die mit einem kleinen Hebel auf und zu gestellt werden kann, dient zum Schutz der Linse. Seitlich befindet sich ein aufklappbarer 2,7 Zoll großer Bildschirm, mit dessen Touch-Screen-Funktion man die Software-Funktionen leicht bedienen kann. Wem es leid ist, die vielen Fingerabdrücke auf dem Bildschirm wegzuwischen, darf sich auch per manuell bereitgestellten Tasten bedienen, die den Rand des Bildschirms zieren. Ganz und gar kommt man allerdings nicht weg vom "Touchen", denn man gelangt lediglich in das Hauptmenü, welches ab hier wiederum per Bildschirm bedient werden muss, es nützt nichts.
Der Bildschirm ist um 180 Grad drehbar und anschließend einklappbar. Somit kann man mit sich mit "eingefahrenem" Monitor bequem geschossene Filmchen oder Fotos anschauen, das Menü bedienen oder Selbige drehen. Das macht die Kamera um ein weiteres handlicher und sympathischer. Auch die verschiedenen Lichtverhältnisse lassen sich durch die Flexibilität des Bildschirmes regeln. Ab einem bestimmten Winkel des Monitors dreht sich auch das Gezeigte in die korrekte Richtung. Somit ist das zu filmende Objekt nicht mehr auf dem Kopf, sondern korrekt sichtbar. Eigentlich keine Neuheit. Mittlerweile dürften alle Camcorder mit flexiblem Bildschirm diese Funktionen intus haben.

Ist der Bildschirm ausgeklappt, zeigen sich die ersten Funktionsknöpfe. Um der direkten Sonneneinstrahlung auf das Objektiv zu entgehen, kann man den ersten Knopf drücken (Sonnensymbol). Drückt man die "Batt-Info-Taste" wird das Display mit den Grundinfos gefüttert, wie zum Beispiel dem Ladestand des Akkus, die Speicherkapazität der Festplatte oder der Menüeinwahl. Auch ein direktes Brennen auf eine CD oder DVD ist möglich. Hierzu drückt man die passende Symboltaste ganz rechts. Hierzu ist natürlich das "Picture Motion"- Programm von Nöten, sowie eine USB-Verbindung zum PC, keine Frage. Für die Technikbanausen unter uns, die nun überhaupt keine Ahnung von der Materie haben, hat sich Sony die "Easy"- Taste unter dem Bildschirm einfallen lassen. Auf Knopfdruck wird der sogenannte "Easy-Handycam-Modus" aktiviert. Sämtliche Anzeigen auf dem Display werden um einige Brillenstärken größer. Ein erneuter Druck auf die Taste deaktiviert das Ganze wieder. Im Grunde genommen sind dies zwar alles sinnvolle Funktionen, die meiner Meinung nach aber kaum in der Praxis eine Anwendung finden. Zumindest nicht bei mir. Wüsste mein Vater, dass es diese Funktionen gibt und könnte er damit umgehen, wäre er sicherlich der größte Videofilmer aller Zeiten geworden. Da er lieber die Finger von "solchem Technikkram" lässt, wird er wohl oder übel auf diese ruhmreichen Zeiten verzichten müssen. C´est la vie!

Fans von Nachtaufnahmen sollten sich ein Blitzlicht zulegen. Selbstverständlich ist selbiges nicht in der Grundausstattung enthalten. Nee, das soll man sich natürlich extra kaufen. Und so zahlt der Willige gutes Geld. Ersten Recherchen nach sind Euro 120,00 für solch ein Gerät ein Schnäppchen. Dank der eigenwilligen Anschlüsse muss auf ein Originalzubehör zugegriffen werden. Sonst geht da nix mit Blitzlicht. Bisher konnte ich auf eine Blitzleuchte gut verzichten. Dafür habe ich im Grunde genommen meine Digitalkamera.

Ähnlich wie beim Blitzlicht ist es auch bei der Speicherkarte die ihren Platz gegenüber dem Blitzlicht findet. Ja, neben einer integrierten Festplatte darf man seine Fotos oder Filmchen auf eine Sim-Karte speichern. Es ist ja nicht so, dass man hier auf irgendeine beliebige Karte zugreifen darf. Nee, bei Sony muss es die Eigenmarke sein. Der sogenannte "Memory-Stick-Pro". Der Unterschied zu den herkömmlichen Karten ist die Länge. So sind die "Normalos" eher quadratisch, hat man die Sony-Variante im Rechteck geformt. Klug, klug. Leider hat auch hier der Hersteller vergessen, zumindest eine kleine Speichervariante der Karte mit ins Grundzubehör zu packen. Nicht, dass mit eventuellen 128 Megabyte viel anzufangen wäre, aber zumindest die Geste zählt. Somit hat man auch hier keine andere Möglichkeit, als sich dieses Originalteil zu besorgen. Kostenpunkt: je nach Kapazität zwischen Euro 6,00 (256 MB) und Euro 70,00 (16 GB). Dazu sei gesagt, dass es ein Jahr nach dem Kauf verschiedene Modelle von anderen Herstellern abseits von Sony gibt. Meinen Camcorder habe ich damals mit zwei Gigabyte ausgestattet. Genügt allemal, zumal ich das Gros der Videos und Bilder auf der Festplatte (60GB) abspeichere.

Damit das Gerät auch die korrekte Eleganz beibehält und die nötigen Kanten und Rundungen ideal verlaufen, darf der Akku auf der Rückseite der Cam, direkt neben dem Ein- und Ausschaltknopf wohnen. Ein kleiner Schieberegler rastet beim Einlegen der Batterie ein und hält Selbige fest am Gerät. Zieht man ihn manuell ein wenig zurück, ist das Herausnehmen ein Kinderspiel. Das Ganze ist reine Gewöhnungssache. Ein typisches "Gewusst wie!".

Seitlich beginnt der schwarze Teil des Gerätes. Offenbar verbirgt sich hier im Inneren die Festplatte. Ja, für sechzig Gigabyte muss man schon einen eigenen Raum haben. Gut so. Sieht die der versilberte Bereich metallisch edel aus, kann man vom schwarzen Segment vom Plastikdesign reden. Genau das, was viele Autofans von ihrem Cockpit nicht wollen. Okay, für einen Camcorder völlig okay. Wer möchte schon eine Kamera im Lederdesign oder mit Holzmotiven? Obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass es so etwas irgendwo auf dem Erdball zu bekommen ist. Die Welt ist unergründlich.
Jedenfalls befindet sich hier die zum Beispiel die Zoom-Funktion. Diese wird durch einen breiten Kippschalter ausgeführt. Liegt die Kamera in der angesetzten Schlaufe, kommt der Zeigefinger beim Zoomen zum Einsatz. Wer kleine Hände hat, muss sich leider etwas verbiegen, um an den Regler zu kommen. Ob der Platz nun hundert Prozentig korrekt gewählt wurde ist schwer zu sagen. Ich persönlich komme damit klar, ebenso meine bessere Hälfte.
Damit die gewünschten Objekte auch als Foto auf die Festplatte (oder Karte) gelangen können, gibt es neben dem Zoom-Regler den Fotoauslöser. Auch dieser ist, meiner Meinung nach, eventuell etwas deplatziert. Für große Pranken zu klein, für Minigreifer fast schon (einhändig) unerreichbar. Das schießen eines gewollten Bildes ist hiermit definitiv gut zu meistern, spontane Szenen sind - dank des Zeitaufwandes - ziemlich unmöglich.

"Quick on" schimpft sich der Energiesparknopf, der sozusagen die Kamera in den Standby-Zustand verhilft. Sinnvoll allemal, dennoch recht wenig in Gebrauch. Positiv: Man erspart sich das umständliche Drehen des Ein- und Ausschaltreglers.Diese "Quick on"-Nummer ist besonders bei kurzen Filmintervallen nützlich. Die Kamera läuft nicht ununterbrochen, lässt sich schnell und kurz einschalten und verbraucht weniger des kostbaren Akkustroms. Negativ: Auch hier wieder ein Mini-Knopf, den man ziemlich schnell aus den Augen und damit aus dem Sinn verliert. Somit wird wieder einmal lieber am Großen Drehschalter getüdelt, als das die sparsame "Quick on"-Funktion benutzt wird. Man wird halt nicht jünger.


=== "Da hat mal jemand mitgedacht..." ===

Zwei kleine Leuchtdioden zeigen erste Lebenszeichen des Camcorders. Ist die Kamera im Ladezustand, leuchtet ein oranges Lämpchen. Dieses erlischt erst, wenn der Akku voll ist und kein Strom mehr benötigt wird. Ein rotes Lämpchen zeigt (ähnlich wie beim Computer an), wenn die Hardware "arbeitet". Wird ein Zugriff auf die Festplatte benötigt oder eine Funktion aufgerufen, blinkt das gute Stück ab und zu rot auf. Ist die Kamera eingeschaltet, kommt die etwas größere Diode ins Spiel. Selbige leuchtet grün und erlischt erst, wenn der Camcorder abgeschaltet wurde.

Apropos Abschalten: Wie bereits schon oben erwähnt, ist ein Regler dafür da, das gute Stück ein- und auszuschalten. Am einfachsten ist es mit dem Daumen. Diesen legt man in die kleine Mulde, drückt den grünen Miniknopf, der als kleine Sperre dient und schiebt ihn nach unten. Die Kamera beginnt ihren Dienst. Schiebt man den Regler in die entgegengesetzte Richtung, ist Schluss mit Filmen. Mittig des Reglers befindet sich der "Start/Stopp"-Knopf. Rot in der Farbe signalisiert er, dass dieser den Job der Aufnahme übernimmt. Auch hier ist der beste Helfer der Daumen, denn genau er kommt am besten zu ihm heran.
Gleich darunter befindet sich, unter einer kleinen Lasche versteckt die Steckmulde für das Stromkabel. Das USB- und Audio-Kabel hat man seitlich ein Fächlein eingerichtet, dass per Schiebetür geöffnet werden kann. Somit sind die Steckverbindungen soweit sehr gut gegen äußerliche Einflüsse geschützt.

Eine nette Funktion ist der "Nightshot". Per Schieberegler im oberen Seitenbereich wird das Objektiv ins Infrarot gesetzt. Nächtliche Szenen können so bequem gedreht werden. Selbstverständlich muss auch im "Nightshot" etwas Licht vorhanden sein, um etwas Brauchbares zu schießen. Für Fotoaufnahmen ist dieser Krams allerdings sinnlos. Auch dieser Regler ist recht umständlich angebracht. Er fällt nicht sofort ins Auge und somit weiß man auch nicht sofort, ob die Kamera auf Infrarot oder im normalen Rhythmus verläuft. So hat der Hersteller ein "Night Shot Plus" erscheinen lassen, wenn die Funktion eingeschaltet wurde. Da hat mal jemand mitgedacht.


=== "Jeder einzelne Menüpunkt ist anwählbar..." ===

Nun gut. Nach all den Beschreibungen und seitenlangem Vorgeplänkel wird der wissbegierige Leser schon händeringend vor diesem Bericht sitzen und auf das wirklich Wesentliche warten. Ja doch, jetzt geht's los.

Was kann die Kamera denn überhaupt? Lohnt sich der Kauf überhaupt? Wie sind die Bilder und Videos? Ruhig Blut und brav bleiben. Schwitzen einstellen und die Neugierde beibehalten.

Die Sony "DCR-SR 75E" ist sofort nach dem Einschalten einsatzbereit. Sinnigerweise öffnet man den Bildschirm sowie die Objektivabdeckung. Per Start/Stop-Knopf kann die Filmerei losgehen. Das was die Linse sieht, wird sofort auf den Bildschirm übertragen. Dank der 60 Gigabyte Festplatte ist Platz für circa 40 Stunden Material vorhanden. Ausprobiert habe ich es allerdings noch nie. Ist die Kamera im Aufnahmemodus wird im Display ein roter Punkt angezeigt. Dieser erlischt und ein grünes "STBY" (Standby) wird sichtbar. Die noch vorhandene Speicherkapazität wird rechts des Displays in Form von Minuten angezeigt. Das Heran- und Wegzoomen ist (wegen der oben genannten Kritikpunkte) anfangs recht umständlich, was vorerst für Wackelbilder sorgt. Der integrierte Bildstabilisator lässt in diesen Momenten sein Können zwar sehen, scheint hierbei aber überfordert zu sein. Im Laufe der Zeit kommt man mit der Situation klar und bekommt seine Videos in den Griff. Das Zoomen geht relativ schnell von Statten, man ist fix am gewünschten Ziel und kann, dank des Reglers, zielsicher gesteuert werden. Auch im "Nightshot"- Modus bringt der Zoom gute und klare Bilder.
Das seitlich integrierte Mikrofon nimmt jegliche Töne auf. Leider auch die Windgeräusche, was sich offenbar kaum vermeiden lässt, zumindest nicht bei eingebauten Mikros. Trotz des integrierten Windfilters.

Dreht man den An- und Ausschalter im eingeschalteten Modus ein weiteres Mal nach rechts, landet man manuell im Fotomodus. Dies schafft man natürlich auch über das Display-Menü, schneller geht's manuell. Ein erneuter Dreh am Regler bringt den Camcorder wieder in die Videosequenz. Die Kamera schaltet schnell um und zeigt im Display nun den Wechsel zum jeweiligen Modus an.
Die 1,0 Millionen Pixel stehen auch hier zur Verfügung. Klar, dass man mit dieser Pixelzahl nicht von meisterhaft geschossenen Fotografien reden kann. Hierbei handelt es sich um eine Fotofunktion, die man nutzen kann, um gute Schnappschüsse zu machen. Wer auf perfekte Bilder hofft, wird womöglich enttäuscht.
Mit dem kleinen Pinöpel am Zoom-Regler lassen sich die Fotos schießen. Wie bei den meisten Digitalkameras ist es auch hier sinnvoll und möglich, mit einem geringen Druck auf den Auslöser, die automatische Einstellung zu aktivieren. Die Linse zoomt das Objekt so gut wie möglich heran und signalisiert mit einem kleinem Klingeln, als auch mit einem grünen Punkt im Display, dass das Objektiv den bestmöglichen Faktor gewählt hat und der Knopf nun feste gedrückt werden kann. Für circa zehn Sekunden erscheint das geschossene Exemplar auf dem Monitor und verschwindet anschließend in den Weiten der 60 Gigabyte.

Ein kleiner weißer Pfeil steht für das Abspielzeichen. Bei vielen anderen Geräten, wie zum Beispiel DVD-Playern, Musikanlagen oder Videorekordern ist es ebenso vorhanden, wie hier bei der Kamera. Dieser Pfeil befindet sich links unten im Display des Bildschirms. Ein Druck darauf bringt den Filmer zu seinen Kunstwerken. Weitere Symbole erscheinen. Man steht nun vor der Wahl, sich die vollzogenen Videos anzuschauen oder sich den Fotos (im Fachjargon auch Standbilder genannt) zu widmen. Egal für was man sich entscheidet, man gelangt im jeweiligen Bereich an eine kleine Übersicht mit Ausschnitten der gemachten Kunstwerke. Links befindet sich eine Leiste, in der man die Anzahl der gespeicherten Projekte sieht, dem jeweiligen Datum zugeordnet. Per Druck auf zwei Pfeile wählt man das gewünschte Ziel, wobei die jeweiligen Bilder zu sehen sind. Ein Druck auf eines der Projekte genügt und die Kamera spielt das Video ab oder zeigt das Foto. Hat man ein bestimmtes Datum im Sinn, kann man dieses auch manuell suchen. Sofort werden die passenden Pics im Bildschirm angezeigt. Spielt ein Video ab, kann dies mit den bekannten Tasten (siehe DVD-Player) steuern. Stop, Play, Vor- und Zurückspulen - alles per Touch auf das Display möglich. Und völlig unkompliziert. Im Fotosegment ist sogar eine Diashow möglich. Drückt man im Display auf die dafür vorgesehene Taste werden die Bilder automatisch auf dem Bildschirm abgespielt. Hierfür kann man im Vorwege den Zeitraum einstellen, in dem die Fotos wechseln sollen. Ob dreisekündlich oder alle fünf Minuten - Kein Thema für die Kamera.
Die Kamera erkennt auch Nahaufnahmen von Personen. Drückt man hier im Menü den passenden Button, werden verschiedenen Gesichter von gefilmten Personen gezeigt und aufgelistet. Ob sinnvoll oder nicht, wer weiß, wofür man diese teilweise doch witzigen Aufnahmen noch gebrauchen kann.

Ein kleines weißes Haus auf blauem Hintergrund symbolisiert im Display das Hauptmenü. Hier im Netz würde man sagen, dass man mit diesem Zeichen wieder "@ home" kommt. Es ermöglicht den Eintritt in die Menüleiste und damit den Zugang zu den einzelnen Softwarefunktionen, die die "DCR- SR75E" bietet. Ähnlich wie das Häuschen ist auch der richtungsweisende, geschlängelte Pfeil auf blauem Hintergrund. Er ist das Zeichen für das schrittweise zurückgehen im Menü. Kommt man mit dem "Haus" sofort zum Startpunkt des Menüs zurück, gelangt man mit dem Pfeil zum vorherigen Ziel zurück. Ein "x" steuert den Nutzer direkt aus dem Menü.
Eine kleine schwarze Kamera bringt den Filmer aus dem Menü heraus, zurück in die reale Welt des Geschehens.
Und so gibt es zig Spielereien, um die geschossenen Exemplare auf den Bildschirm zu bekommen. Hierzu sei gesagt, dass es einfach nur eine eigene Einstellungssache ist, für welche Anzeige man sich entscheidet. Jeder einzelne Menüpunkt ist anwählbar.

Wer Bilder direkt von der Kamer löschen, bearbeiten oder auf eine bestimmte Weise anschauen möchte, kommt um einen weiteren Menübesuch nicht herum. Hier lege ich dem User nah, sich ein wenig auszuprobieren. So ist es möglich, Fotos oder Videos in bestimmten Reihenfolgen (Datum oder einzeln) zu löschen, Bilder zu editieren und zu kopieren, auszudrucken (Druckeranschluss vorausgesetzt). Die Festplatte kann formatiert werden, die Anzeigen im Display geändert, die Uhrzeit geändert werden und so weiter und so weiter und so weiter. Es sind recht umfangreiche Details, die leicht anwählbar, aber dennoch mit Sorgfalt behandelt werden müssen. Sie hier noch großartig zu erwähnen und zu erklären, würde den Rahmen des Zumutbaren eher sprengen als erfreuen.


=== ""Picture Motion" ist ein gutes Programm..." ===

Um die Filme oder Fotos auf den PC zu kopieren ist das mitgelieferte USB-Kabel von Nöten. Stöpsel in die Kamerabuchse, die andere Seite in den PC, Schalter auf on und los geht's. Auf dem Display der Kamera erscheinen Symbole, die den Nutzer fragen, was man vorhat. Zum Beispiel per USB die Bilder transportieren oder direkt auf eine CD brennen. Drückt man den ersten Vorschlag, stellt sich die Kamera auf den USB-Modus. Sofort bemerkt der angeschlossene PC, dass da etwas im Argen ist. Automatisch öffnet sich das Bildbearbeitungsprogramm "Picture Motion".
Man hat nun die Wahl, sich die Bilder direkt von der Kamera down zu loaden oder diese direkt auf eine CD zu brennen. Letzteres ist nicht sonderlich clever, denn wer möchte schon seine unbearbeiteten Pics und Filmchen direkt auf einen Rohling verewigen. Sind die Filme oder Fotos auf den PC gesogen, kann man Selbige locker flockig anklicken und sie bearbeiten. Gerade bei Filmen gibt es Stellen, die man als Foto herausgepickt haben möchte, oder besonders intelligente Szenen vom Unscharfen trennen. Dies ist hiermit möglich.

Leider dauert es etwas, bis das Programm einzelne Szenen geschnitten und intern verarbeitet hat. Das nervt ein wenig. Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig, macht aber, wenn man den Dreh raushat, Spaß. Auch die Umwandlung eines Videofilms ins WAV-Format kostet Zeit. Schwache PCs wie der Meinige benötigt schon eine Menge des kostbaren Arbeitsspeichers, was wiederum andere laufende Programm behindert. Ist alles bearbeitet, wird ein Ordner mit dem Datum auf dem Desktop angelegt, worin sich die fertigen Prozesse befinden.

"Picture Motion" ist ein gutes Programm, welches sehr gut auf die Kamera abgestimmt wurde. Um die Bilder und Filme auf den PC zu bringen ist es allerdings nicht unbedingt von Nöten. Jeder normale PC erkennt den Camcorder als ein externes Laufwerk und lässt dieses dementsprechend manuell öffnen. Sinnvoll ist es natürlich, wenn man keinen Kartenleser besitzt oder keinen Slot für die Memory-Stick-Pro-Speicherkarte. Hier erkennt das Programm automatisch erstellte und auf der Cam gespeicherte Fotos und bringt sie auf den Bildschirm. Das Drucken, Speichern und Auflisten von Videos oder Fotos läuft relativ schnell, lediglich die Umwandlung in die verschiedenen Formate beziehungsweise das Schneiden eines Films dauert etwas. Hier ist entweder ein hochwertigeres Bildbearbeitungsprogramm gefragt oder man greift notgedrungen zu den "Movie-Makern" einzelner Hersteller.



=== "Offenbar reichen die eine Million Pixel hierfür nicht aus..." ===

Schaut man sich die gedrehten Aufnahmen direkt auf der Kamera an, sind sie sehr gut und in bester Auflösung. Doch was ist, wenn man den Film auf einem Fernsehgerät abspielt?

Dank der "Video-Out"- Verkabelungen ist die direkte Übertragung zum Videorekorder oder Fernseher möglich. Für die umgekehrte Variante, Videos mit dem Camcorder vom TV aufzunehmen, ist die "DCR-SR 75E" nicht geeignet. Fix an das TV-Gerät angeschlossen sendet die Kamera hervorragendes Bildmaterial. Teilweise merkt man schon, dass sich hier kein Profifilmer am Werk war. Trotz des internen Verwackelungsschutzes sind die Videos schon angerüttelt, was aber nicht unbedingt an der Kamer liegt. Das der Wind ins Mikro pfeift und sinnvoll gefilmte Gespräche in tausend Fetzen schneidet ist auch normal. Diesbezüglich habe ich mit einem kleinen Tuch das Mikro leicht abgedeckt. Aufpassen, dass die Abdeckung nicht zu dick und zu groß ist, da man nun zwar keine störenden Böen mehr hat, aber von den gewollten Ansprachen ist auch nicht mehr all zu viel da. Da ich leider keine Dolby-Digital-TV-Geräte besitze, konnte ich das aus der Werbung hochlobten modernen Soundformat nicht austesten.

Umgewandelte Videos werden auf größeren TV-Geräten nicht unbedingt zeitgenössisch dargestellt. So sind kurioserweise Streifen auf dem Bildschirm, die besonders bei schnellen Bewegungen zu sehen sind. Hier konnte ich leider kein Format erkennen, der dies nicht angezeigt hat. Womöglich liegt es am Gerät, dennoch glaube ich eher, dass ich die Einstellungen beim Filmen falsch reguliert habe. Somit wäre die Kamera zwar aus der Schuldfrage heraus, klären muss ich es trotzdem. bei Gelegenheit. Sehr gute Bilder sind im WAV-Format zu sehen. Auch in DVDs konvertierte Movies brachten gute Ergebnisse hervor. Kleinere Dateien wir Meg4 oder FLV brachten nur Murks an den Tag. Offenbar reichen die eine Million Pixel hierfür nicht aus. Zu schnell heran gezoomte Bilder werden leider indiskret behandelt. Sie wirken verschwommen oder unscharf. Da waren sie wieder, die zarten Streifen. Hier hat auch der Bildstabilisator versagt. Mein Tipp: Objekte langsam heran holen.
Dunkle Szenen, welche ohne den "Nightshot" gefilmt wurden, werden kaum beziehungsweise selten gut dargestellt. Lediglich der Ton ist hörbar, den aber meistens der Videomaster selbst erzeugt. Zorneslaute oder Beschimpfungen gegen die Kamera. Mit dem "Nighshot" sind nahe Objekte gut erkennbar, doch man merkt, dass die Sony nicht für Nachtaufnahmen geschaffen wurde. Leicht überfordert vollzieht sie ihren Dienst. Ferne Objekte sollte man eigentlich meiden, es sei denn, man vermag Jahre später noch zu wissen, was man da hätte filmen wollen. Der Zoom macht es nicht unbedingt besser. Trotzdem: Die "Nightshot"-Funktion ist besser als gar nichts. So entstanden schon die tollsten Aufnahmen. Was gibt es Schöneres, als in einem Video die "Outtakes" zu begutachten?

Der Ton ist hervorragend. Sicherlich sind hier und da mal Übertönungen angesagt, was wohl eher an den miesen Schauspielern liegt, die in die Linse brüllen oder einfach denken, man kann sie auch aus der wildesten Entfernung perfekt erfassen. Nein, wohl kaum. Auch die "DCR-SR 75" hat ihre Grenzen, muss sich diesbezüglich aber nicht verstecken.


=== Die Kurzfassung ===

Meine neuste technische Errungenschaft aus dem letzten Jahr, ist die Sony "DCR-SR 75E" für knappe Euro 600,00. Ein Camcorder, der außerdem auch auf den skurrilen Namen "Handycam" hört. Offenbar liegt es an der doch geringen Größe, dem Leichtgewicht von 400 Gramm und der Griffigkeit, mit denen die Kamera definitiv punktet. Ausgestattet mit einer Million Pixel, einer internen Sechzig- Gigabyte-Festplatte, dem 25fachem optischen und 200fachem digitalem Zoom, einem Objektiv von Carl-Zeiss, einem 2,7-Zoll-Hybrid-Breitbild-LCD-Touchscreen und jeglichen Anschlussmöglichkeiten hält man eine technisch gute Videokamera in den Händen, die mit ihrem Können noch in den nächsten Jahren mithalten kann, ohne als alt abgestempelt zu werden. Das silber-schwarze Design ist absolut sehenswert, die Verarbeitung ist solide und im Aussehen recht elegant und wohlproportioniert.

Das mitgelieferte Zubehör ist standardisiert und bringt keine sonderlichen Highlights zum filmwilligen Käufer. Der Akku (NP-FH 40) ist mit neunzig Minuten Maximalspeicherkapazität zwar ausreichend, um den Kauf eines Reserve-Akkus kommt man absolut nicht drum herum. Der Stromverbrauch ist beim filmen recht human und der Akku demnach verlässlich. Dank der Zeitanzeige auf dem Display ist eine Akku-Leer-Überraschung ausgeschlossen. Dass man wirkliche neunzig Minuten filmen kann bleibt allerdings ein Traumergebnis. Gerade dann, wenn man die Kamera häufig an und aus schaltet, beziehungsweise im Standby-Modus behält. Auch die automatische Schaltung in die "Quick-On"-Funktion hat ihre stromklauenden Nachteile. Aber so ist das nun mal.
Eine Aufbewahrungstasche (optional ca. Euro 30,00) ist absolut ratsam, auch wenn die Kamera sehr solide verarbeitet ist. Doch beim Transportieren weiß man das gute Stück sicher und trocken verstaut. Bei den meisten Taschen, sind sogar noch separate Fächer für die externen Utensilien (Kabel, Reserve-Akku) enthalten. Ein Trageband ist im Vorwege an der Kamera integriert. Per Klettverschluss lässt sich dieses öffnen und nach Belieben erweitern oder verkürzen. Handgerecht.
Im Grundzubehör sind ein USB- und ein Audiokabel enthalten. Beide sind lang genug und qualitativ einwandfrei. Ebenso der Stromstecker. Alle Kabel lassen sich leicht in die jeweiligen Buchsen stecken und problemlos wieder heraus ziehen.

Außer der Festplatte hat man auch die Möglichkeit, seine Bilder auf einer Speicherkarte zu platzieren. In den Slot passt allerdings nur die "Memory-Stick Pro" von Sony (ca. Euro 6,00 bis Euro 60,00, je nach Kartengröße), welche nicht im Zubehör enthalten ist. Nachteil: Wer seine Pics ausschließlich über die Speicherkarte auf den PC übertragen will, benötigt den nötigen Slot auch am Computer.
Ebenso befindet sich eine Infrarot- Fernbedienung im Zubehör. Zwar benötigt man zum Batteriewechsel (die ersten Batterien sind integriert) komplizierterweise die Bedienungsanleitung, hat aber alle nötigen Funktionen, die man zum Fernbedienen benötigt. Gerade bei Selbstportraits oder -Videos ohne direkten Filmer ist sie ein Problemlöser. Hier sollte man sich allerdings ein Stativ erstehen.
Die Handycam-Station ist eine quadratische Plastik-Platte, auf der die Kamera eingesteckt werden kann. Die nötigen Anschlüsse für Strom, USB und Audio sind integriert. Selbige Anschlüsse findet man auch direkt an der "DCR-SR 75E". Leicht versteckt hinter kleinen Fächern kann man sie entdecken. Dieser Weg ist meines Erachtens der Einfachste, obwohl die Kamera in der Handycam-Station einen festen Stand hat und sicher ist.

Die Videos sind klar und deutlich, teilweise sind leichte Streifen sichtbar, die offenbar mit den Lichtverhältnissen zu tun haben und reine Einstellungssache ist. Im sogenannten "HQ-Modus" werden die Bilder schärfer als scharf aufgenommen. Auf dem ausklappbaren Bildschirm lassen sich die gedrehten Videos in Augenschein nehmen, die Fotos per Diashow anschauen, alle Aufnahmen löschen oder andere Einstellungen vornehmen. Für die weitere Bearbeitung ist das mitgelieferte Bildbearbeitungsprogramm "Picture Motion" zuständig. Komprimiert man die Filmchen, lässt die Qualität abrupt nach. Auch hier kommt es wohl auch auf die richtige PC-Software an.
Auch der Ton ist perfekt, lediglich starker Wind bringt, trotz des Windfilters, Untöne auf die Filmchen. Ob der Dolby-Surround- Ton, den die Kamera automatisch aufnimmt, wirklich so gut ist, konnte ich leider noch nicht feststellen. Es mangelt an der Technik.

Klare Bilder, guter Ton, tolle Technik und eine leichte Handhabe sind die positiven Eindrücke die die "DRC-SR75E" von Sony hinterlässt. Das Bedienen der Knöpfe während des Filmens ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, da sie sehr eng aneinandergesetzt wurden. Mit der Zeit erübrigt sich dieses Manko. Mit der "DCR-SR75E" ist Sony ein toller Camcorder mit moderner Technik gelungen, der für Hobbyfilmer ein Ideal bildet. Sicherlich hat auch sie ihre kleinen Nachteile, doch welches Maschinchen erfüllt schon alle Wünsche der Menschheit? Auch wenn das Zubehör etwas spartanisch ist und manche Einstellungen noch eingeprägt werden müssen, kann ich dem Camcorder die volle Punktzahl verleihen. Damit verbunden auch eine Kaufempfehlung.
Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Wer sich demnächst diese Kamera anschauen oder sogar kaufen möchte, sollte sich definitiv online nach den Angeboten umschauen. So liegt die Kamera derzeit zwischen Euro 390,00 und knappen Euro 600,00/ Euro 599,00 ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers).

Tja, mittlerweile habe ich nicht nur meinen besten Freund durch die Kamera "beglückt", sondern auch meine eigene Hochzeit filmen dürfen. Es ist wirklich ein Erlebnis, mit einer guten Kamera solche Ereignisse retour laufen zu lassen.
Der Leser möge mir verzeihen, wenn dieser Bericht mal wieder etwas lang geraten ist. Leute, denkt daran: Lieber etwas mehr Zeit für´s Lesen widmen, als sich ewig über den Mist ärgern, den ihr euch zugelegt habt. Gerade bei den etwas teureren technischen Dingen. Irgendwann werdet ihr dann sagen: "Danke, Knopfi!"

©knopfi.de´09

Fazit: im Text enthalten

Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: