Eine hervorragende SDTV-Cam ohne viel Schnickschnack
Panasonic NV-GS500

Name des Mitglieds: okri
Produkt:
Panasonic NV-GS500
Datum: 05.02.08
Bewertung:
Vorteile: Farbbrillianz, 16:9, Bedienkomfort, mini-DV-Aufzeichnung
Nachteile: Situationsabhängige Schwächen beim Ton, Preis
Ich habe meine Panasonic NV-GS500EG-S im Januar 2007 gekauft. Der damalige Preis war mit 860 EUR für dieses Modell ein richtiges Schnäppchen. Entscheidend für den Kauf war für mich die Aufzeichnung auf miniDV-Material, da ich die Aufzeichnungen immer nachbearbeiten wollte und daher eine Speicherung auf DVDs eher ungünstig erschien. Vor allem aber hat mich die 3CCD-Technologie wegen der besseren Farbbrillianz und Auflösung überzeugt. Um die Einsatzfähigkeit bei längerem "Dauerfilmen" zu verbessern habe ich mir noch einen zweiten Akku dazugekauft.
Wieder einmal verzichte ich hier auf die Wiedergabe des Datenblattes; das darf sich der Interessierte gerne auf der Produktwebsite bei Panasonic ansehen!
Einsatzerfahrungen:
Die Kamera liegt sehr gut in der Hand. Es wird eine Umhängeschlaufe mitgeliefert, die ich allerdings beim Filmen immer als sehr störend empfand. Daher habe ich sie bereits nach kurzer Zeit wieder abgenommen. Größe und Gewicht des Geräts sind ausgewogen und ermöglichen mit der "Anti-Zitter-Technologie" schöne, sanfte Schwenks.
Sehr vorteilhaft ist auch die Gegenlichtfunktion. Gerade beim Filmen in Räumen mit Fenstern kann es - ist die Option ausgeschaltet - zu schwarzen Gesichtern mit einer perfekten Belichtung des Gartens jenseits des Fensters kommen. Schaltet man die Funktion mit dem kleinen Joystick aktiv (mit dem Daumen einwandfrei und bequem zu erledigen), werden die Gesichter perfekt dargestellt.
Die Kamera verfügt auch über eine Erkennung der Kameralage. Wird die Kamera in eine senkrechte Position gedreht, schaltet die Cam die Aufnahme ab, um versehentliche Aufnahmen von gehenden Füßen zu vermeiden und Aufnahmezeit zu verschwenden. Das ist im Grunde genommen auch ganz sinnvoll, allerdings sollte man diese Funktion abschalten, wenn man z.B. vorhat, bei einem Film über eine Hochzeit das Kirchengewölbe oder von oben ein am Boden spielendes Kind zu Filme, denn - richtig - die Kamera schaltet dann die Aufnahme ab!
Der Digitalzoom lässt sich ausschalten oder auf 30x oder 700x (!!!) einstellen. Ich habe die Cam immer auf 30x eingestellt, da man ab ca. 50x entweder die ruhigen Hände eines Gefäßchirurgen oder ein Stativ benötigt. Bei 700x-Zoom darf man sich neben dem Stativ fast nicht mehr bewegen, da bereits leichteste Erschütterungen das Bild zittern lassen. Das ist wohl eher ein theoretischer Wert.
Die Nightshot-Funktion wird zwar mit der Darstellung in Farbe beworben, allerdings ist sie nicht für alle Situationen geeignet: Bei Szenen mit viel Bewegung wird eine bessere Diashow mit durchlaufendem Ton draus. Das ist nicht so gelungen.
Für Nahaufnahmen ohne Kameralicht hat die GS-500 eine nette Funktion: Man dreht das Display in Richtung des Aufnahmeobjekts und schaltet auf 0Lux. Das Display wird dann komplett weiß dargestellt (man filmt dann über den Farbsucher) und beleuchtet Objekte in 70-100 cm Entfernung ganz brauchbar.
Die Cam verfügt über die Möglichkeit, die Aufnahmefunktionen Start, Stop, Pause, Zoom und auch die Wiedergabe (wenn der Modus angewählt wurde) per Fernbedienung zu steuern. Das ist manchmal ganz praktisch, wenn ich mich mit meinem spielenden Sohn und der Kamera auf dem Stativ filme.
Man kann die Cam auch als Webcam verwenden und per USB an den Rechner anschließen. Ich glaube, dass das auch funktioniert, ausprobiert hab ich's allerdings noch nie.
Die Verbindung mit dem Rechner läuft einwandfrei und problemlos. Ich habe schon mehrfach Videos per IEEE1394 (Firewire) eingelesen und geschnitten und hatte noch nie Probleme damit (unter Windows XP mit Pinnacle Studio 11 Ultimate).
Die Camera stellt keine Effekte zur Verfügung außer das Ein- und Ausblenden beim Start bzw. Ende der Aufnahme (wenn man das als "Effekt" bezeichnen möchte...). Falschfarbendarstellungen, Mosaik und ähnliches sucht man vergebens. Die Kamera ist konsequent darauf ausgelegt, Filme zu erstellen. Bearbeitung, Effekte, etc. muss man, wenn man dies möchte, mit einer Schnittsoftware hinzufügen.
Die Betriebsdauer der Cam mit einer Akkuladung bewegt sich im Bereich von ca. 1:40 Stunden. Nach etwa 1:30 ist ein leerer Akku wieder voll aufgeladen, so dass man mit zwei Akkus ganz gut auskommt. Wird die Kamera statisch eingesetzt, gibt es auch die Möglichkeit, sie mit einem mitgelieferten Adapter, der hinten im Akkufach eingesetzt wird, direkt am Stromnetz zu betreiben. Es genügt dann, einfach nach 60 Minuten (SP) bzw. 90 Minuten (LP) die Kassette auszutauschen.
Zusätzlich zu bewegten Bildern kann die GS-500 auch noch 3M-Pixel-Fotos aufnehmen, die auf einer SD-Karte gespeichert werden (hab ich aber selten (= nur testhalber) verwendet).
Die in einem anderen Testbericht angesprochene Schieflage des Bildes kann ich nicht bestätigen; entweder weil meine Kamera dieses Problem nicht (mehr?) aufweist oder weil dieser Fehler für meine Wahrnehmung nicht deutlich genug ausgeprägt ist.
Einzig das eingebaute Mikrofon hat so seine Schwächen auf größere Entfernungen bzw. bei geringem Eingangspegel... Da sollte man evtl. ein externes auf dem Zubehörschuh anbringen.
Mittlerweile ist der Preis für eine SDTV-Kamera ein wenig hoch; für das Geld gibt es auch schon HDTV; ohne HD-Fernseher und entsprechnden Brenner und Player war das bisher für mich aber kein Thema.
Fazit: Eine hervorragende SDTV-Kamera, die sich nicht mit Spielereien und Firlefanz abgibt und exzellente Bilder für spätere Weiterverarbeitung produziert.
Fazit: Immer noch tolles Preis-Leistungs-Verhältnis in der SDTV-Klasse
| Zuverlässigkeit: | ||
| Bedienkomfort: | ||
| Klangqualität: | ||
| Bildqualität: | ||
| Akkulaufzeit: |
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