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Produkttyp: JVC Camcorder
Neuester Testbericht: ... Glück hatte ich mir rechtzeitig ein DV-Tape besorgt. Das gehört nämlich nicht zum Lieferumfang. Zumindest ein 5-Minuten-Tape hätte... mehr
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JVC GR-DV4000E

Name des Mitglieds: froes
Produkt:
JVC GR-DV4000E
Datum: 06.06.06, geändert am 12.11.09 (991 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: lichtstarkes Objektiv, manuelle Einstellungen, großes Display
Nachteile: langsamer Auto - Focus bei bewegten Objekten und schnellem Zoom
2. Auswahl und Beschaffung
3. Auspacken
4. Erste Aufnahmen
5. Aufnehmen von Videos
6. Fotografieren
7. Menüsteuerung
8. Software und Überspielen auf PC, TV
9. Handbuch
10. Zubehör
11. Zusammenfassung und Allgemeines
1. Intention
Unser alter Sony-Analog-Camcorder hatte seinen Geist aufgegeben. Ich werde zwar versuchen das Gerät reparieren zu lassen, aber es war mir schon immer zu klobig, weil es noch aus den Anfangszeiten der Video-8-Camcorder stammte und stand deswegen in den letzten Jahren zunehmend nur herum.
Das neue Gerät sollte auf jeden Fall etwas kleiner werden, was ja von nahezu jedem Gerät mit Ausnahme einiger Profi- und Semiprofi-Geräte erfüllt wird.
Die Kamera sollte in der Lage sein, analoge Videos zu digitalisieren, dass auch aus diesen DVDs erstellt werden können, und die aufgenommenen Videos und Bilder zu einem PC übertragen zu können, wobei es egal war ob USB oder FireWire, solange die Qualität stimmt und die Übertragungsgeschwindigkeit annehmbar ist.
Die Möglichkeit, digitale Fotos zu schießen, sollte ebenfalls bestehen.
2. Auswahl und Beschaffung
Längere Zeit schwankte ich zwischen zwei Sony-Modellen TRV60E und TRV80E und der JVC GR-DV4000E, dem Spitzenmodell der betreffenden JVC-Serie. Beide Sony-Modelle sind etwas kleiner, haben eine etwas (für Videos kaum relevante) höhere Auflösung und besitzen einen Touchscreen. Die TRV80E ist sogar in der Lage mittels Bluetooth Daten zu übertragen.
Die JVC GR-DV4000E besitzt dagegen ein sehr lichtstarkes Objektiv, ein großes hochauflösendes Display und umfassende Anschlussmöglichkeiten. Von dieser Kamera hatte ich mir bei JVC bereits die Bedienungsanleitung heruntergeladen und ausgiebig studiert.
Bei Sony gab es diesen Service nicht.
Als Vorjahres-Modelle waren die Preise aller drei Kameras im Fallen begriffen und die Kameras bei manchen Händlern schon nicht mehr verfügbar.
Als bei Discount24.de die JVC-Kamera mit 600 Euro über 200 Euro unter dem geringsten bisher gefundenen Preis angeboten wurde, habe ich sofort zugeschlagen und das gerade rechtzeitig. (geizhals.at sei dank!) Am selben Abend war dort die Kamera ausverkauft.
Zumindest erreichte mich eine Email mit der Bestätigung des Eingangs meiner Bestellung. Eine Lieferbestätigung sollte später folgen, kam aber nicht, aber das andere Geschichte.
Schließlich rief ich an und erfuhr, dass die Kamera bereits abgeschickt sei. Am selben Abend fand ich einen Benachrichtigungszettel von Hermes vor, dass man umsonst da gewesen sei. Ich wollte die Lieferung telefonisch umlenken, was mir letztendlich auch geglückt ist, aber das Call-Center von Hermes in Hamburg ist in Sachen Kompetenz das Letzte und hatte an der doch noch erfolgreichen schnellen Lieferung keine Aktien.
Erstaunlich ist, dass trotz aller Probleme die Kamera innerhalb einer Woche geliefert war.
3. Auspacken
Im typischen Versandkarton befand sich ohne weitere Fixierung der viel kleinere Karton mit der Kamera. Wer packt so Discount24 oder Hermes?
Der Kamerakarton ist wie üblich bunt bedruckt und alle Features der Kamera sind in mehreren Sprachen gelistet. Im Karton befinden sich gehalten von Stabilisierungselementen aus umweldfreundlicher Pappe folgende Teile
* Kamera
* Schulterriemen
* Akku mit 800 mAh
* Fernbedienung mit Batterien
* AV-Kabel Ministecker zu 3x Chinch-Stecker mit Kabelfilter
* USB-Kabel mit Kabelfilter
* Gleichspannungskabel
* Schnittsteuerkabel mit Kabelfilter
* Gegenlichtblende
* CD-ROM
* Objektivdeckel
* SD-Karte 8 MByte
* 2 Audiokabel Mini-Stereo-Klinke Stecker auf Buchse mit Kabelfilter
* Handbuch
* Faltblatt zur Software-Installation
* 2 Hinweiszettel
* Garantieschein
* Adapterstecker Scart auf 3x Chinch + SVideo
Das mitgelieferte Zubehör macht eigentlich einen sehr umfangreichen Eindruck, aber eines wurde vergessen oder weggelassen und zwar das FireWire-Kabel. Das muss man bei Bedarf für ca. 20 EUs nachkaufen. Die SD-Karte mit 8 MByte hätte man getrost weglassen können.
Die Kamera selbst ist zum großen Teil in Silber gehalten. Die Unterseite, Rückseite und die Fläche, die auf der Hand liegt, sind grau. Sehr auffällig ist der große Durchmesser des Objektives mit dem manuellen Fokusring und der professionell aussehenden Gegenlichtblende mit einem Filtergewinde von stolzen 52 mm. Die Linse selbst ist gar nicht so groß, mit einer Blendenöffung von f = 1,2 in Kombination mit einem ¼"-Sensor sehr lichtstark.
Mit Ausnahme des Halteriegels des Displays wirkt sie sehr solide.
Unter dem sehr großen (3,5") Display befinden die digitalen Anschlüsse und die Bedienelemente zur Aufnahme- und Wiedergabesteuerung. Es sind dafür richtige Knöpfe vorhanden und nicht wie bei vielen anderen Herstellern eine Folientastatur.
In der Nähe der Monitorbefestigung befindet sich der eingebaute Lautsprecher.
Weitere Anschlüsse befinden sich unter Gummikappen auf der Rückseite und vor der Halteschlaufe.
4. Erste Aufnahmen
Wie bei nahezu jedem portablen Gerät kommt als erstes das Akkuladen, es sei den man möchte die ganze Zeit an die Leine gelegt sein.
Das Akkuladen dauerte mit dem zugehörigen Ladegerät weniger als eine Stunde. Der zugehörige Akku ist mit seinen 800 mAh auch nicht sehr groß, sowohl bei seiner Kapazität als auch bei seinen Abmessungen.
Dank der mitgelieferten SD-Karte, auch wenn sie etwas klein geraten ist, konnte ich zunächst ein paar Schnappschüsse tätigen. Dies war ohne große Probleme möglich (nebenbei als Gastgeber bei einer Familienfeier) und die Fotos im Raum waren mit einer Ausnahme scharf. Für Schnappschüsse hat die Kamera einen Knopf gleich neben dem Zoom-Hebel.
Nur für das Betrachten auf dem Display musste ich dann doch später noch einmal in die Anleitung schauen. Es hatte nicht viel gefehlt dann wäre auch das ohne gegangen und die Kamera hätte mit intuitiv bedienbar bewertet werden können. Mein Studium der Bedienungsanleitung ein paar Wochen zuvor diente ja lediglich dem Zweck herauszufinden, was die Kamera alles kann.
Zum Glück hatte ich mir rechtzeitig ein DV-Tape besorgt. Das gehört nämlich nicht zum Lieferumfang. Zumindest ein 5-Minuten-Tape hätte JVC zum Probieren doch spendieren können. Na ja, beim guten Fachhändler wäre man drauf hingewiesen worden, und ich hatte in der Bedienungsanleitung eine Liste des mitgelieferten Zubehörs.
Das Einlegen der Kassette ist schon recht seltsam, da die Kamera dafür umgedreht werden muss, weil die Klappe sich auf der Unterseite befindet. Dort wo bei meiner alten Sony die Klappe ist, ist ja bei den neueren Kameras das Display. Diese Konstruktion hat aber zur Folge, dass man zum Wechseln der Kassette das Stativ abschrauben müsste, wenn man eines benutzen würde.
Schon bei der ersten Benutzung wollte die Kamera Datum und Uhrzeit eingestellt bekommen. Die Zeit dafür habe ich mir aber erst später genommen. Das Einstellen ist über das Menü, welches mit einem kleinen Rädchen in der Nähe des Hauptschalters bedient wird, recht einfach, einfacher als das Einstellen eines Funkweckers oder meiner alten Sony.
Meine ersten ernsthaften Video-Versuche unternahm ich im Freien und versuchte ein Fußballspiel meines Sohnes ausschnittsweise zu filmen. Ich hatte für diesen Zweck einen übergroßen Akku angesteckt, um ausreichend Akkulaufzeit zu haben.
Dieser Akku reicht aber mehrere Zentimeter hinten über die Gummimuffe am Sucher hinaus. Auch bei nach oben geklapptem Sucher stört das. So benutzte ich vorwiegend das ausklappbare Display. Nach dem Anschalten war ich der Meinung, der Weißabgleich wäre total falsch eingestellt. Ich korrigierte dies auf "fine", aber das auf dem Display sichtbare Ergebnis wurde nicht viel besser. In der Hoffnung darauf, dass die etwas verfälschten Farben durch die ungünstige Beleuchtung des Displays mit Sonnenlicht zustande kommen, ignorierte ich das Problem. Ich sollte recht behalten. Die Aufnahmen sahen am heimischen Fernseher recht ordentlich aus.
Lediglich der Ton ließ etwas zu wünschen übrig. Die Windgeräusche waren extrem.
5. Aufnehmen von Videos
Der GR-DV4000E benutzt seine 1,33 Megapixel des Bildwandlers im Videomodus nicht komplett, sondern einen kleineren Bereich in der Mitte. Die verbliebenen Pixel werden für den elektronischen Wackel-Ausgleich benutzt. Das lichtstarke Objektiv mit einem asphärischen Linsensystem und ¼"-Sensor ermöglicht Aufnahmen selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen und die dabei erreichte horizontale Auflösung von 540 Linien reicht an Profigeräte heran.
Ist der Camcorder mit dem Betriebsarten-Drehschalter in den Videomodus geschaltet kann die Aufnahme schnell über den daneben befindlichen Aufnahmeknopf gestartet werden. Dabei ist es gleich, ob das Display geöffnet ist oder nicht. Bei geöffnetem Display wird der Sucher abgeschaltet, um Energie zu sparen.
Unter dem Zeigefinger liegt das Menü-Wählrad und unter dem Mittel- oder Ringfinger die Zoom-Wippe. Zwischen beiden befinden sich die Knöpfe für die manuelle Belichtungseinstellung und der Foto-Auslöser. Das hat mich unbedarfterweise schon mehrmals dazu gebrach, während einer Aufnahme den Auslöser zu betätigen, wobei das Foto auf dem Tape gespeichert und anschließend die Aufnahme fortgesetzt wird.
Die notwendige Handhaltung in Verbindung mit dem relativ hohen Gewicht sind auf Dauer recht unbequem. Nach einer einstündigen Videoaufnahme bei einer Feierlichkeit habe ich es zutiefst bereut, kein Stativ zu besitzen. Bei den dabei gefahrenen Aufnahmen über zum Teil größere Entfernungen gelangte der elektronische Bildstabilisator an seine Leistungsgrenze.
Der Autofokus ist ein gewisser Schwachpunkt des Camcorders. Dauert das Scharfstellen in einer ruhigen Szenerie wenig Strukturinformationen nur etwas länger, kann es bei schnellen Kameraschwenks oder während eines Zooms geradezu unmöglich werden und das Bild stellt sich erst wieder scharf, wenn der Schwenk beendet ist. In diesem Fall hilft nur der manuelle Fokus.
Dieser wird über einen schwer drückbaren kleinen Knopf links vom Objektiv angeschaltet. Bei dessen Betätigung empfiehlt es sich, die Aufnahme anzuhalten, da der Vorgang kaum ohne Verwackler gelingen dürfte. Es ist eh besser erst manuell scharf zu stellen und dann erst die Aufnahme zu starten.
Führt die automatische Belichtungssteuerung zu ungünstigen Kontrastverhältnissen, lässt sich auch die Belichtung nach Betätigen der Exposure-Taste mit dem Menü-Rad in sechs Stufen heller oder dunkler stellen.
Bei Nutzung eines Statives und Abschalten des elektronischen Bildstabilisators kann der nicht gerade gute Weitwinkelbereich von 49 auf gute 34 mm herabgesetzt werden. Das Telemakro kann Objekte ab einer minimalen Entfernung von 5 cm scharfstellen.
Der automatische Weißabgleich funktioniert recht ordentlich, tendiert bei Sonnenlicht in Bläuliche und bei Kunstlicht ins Bräunliche. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch manuelle Einstellungen vornehmen.
Der Klang des eingebauten Mikrofons ist recht tiefen- und höhenarm. Das lässt sich durch ein externes Mikrofon ausgleichen, für das der GR-DV4000E einen speziellen Eingang bietet.
Ein sehr nützliches Feature ist die Bandlaufzeit- und Batterieanzeige auf der Außenseite des Displays. So ist man über die verbleibenden Ressourcen auch informiert, wenn das Display zugeklappt ist.
6. Fotografieren
Die Kamera ist mit Einschränkungen zum Fotografieren geeignet.
Fotos von stillstehenden oder sich langsam bewegenden Objekten gelingen recht gut und sind bis 1600 x 1200 Pixel möglich. Dabei wird allerdings schon interpoliert.
Bei Fotos einer gleichhellen Fläche fällt auf, dass die Ecken etwas dunkler abgebildet werden. Das lässt vermuten, dass die angegebene hervorragende Lichtstärke nur in der Bildmitte stimmt und an den Rändern etwas nachlässt.
Bei normalen Motiven merkt man das gar nicht Bei schwach beleuchteten Motiven wird das Bild trotz Benutzung des Blitzlichtes leicht körnig.
Über den Einsatz des Blitzlichtes entscheidet die Kamera im Normalmodus selbst. Dieses klappt dann bei Bedarf bei Betätigen des Auslösers heraus.
Auf die Helligkeit des Bildes kann manuell Einfluss genommen werden. Sie kann mit dem Menü-Rad jeweils fünf Stufen nach oben bzw. nach unten geregelt werden, wobei die Kamera bei den verringernden Stufen häufig den Blitz weglässt. Das gibt einem zumindest etwas Einfluss auf die Bildgestaltung.
Mir ging es manchmal so, dass ein automatisch eingestelltes Bild zu hell war, wobei es natürlich optimal ausgeleuchtet war. Aber gerade durch diese Ausleuchtung ist die Atmosphäre des Bildes verloren gegangen. Eine leicht dunklere Einstellung erwies sich manchmal als besser und ist einfach zu realisieren.
In manchen Situationen kann die Benutzung des Blitzlichtes störend und deshalb unerwünscht sein. Auch mit solch einer Situation kommt die Kamera zurecht. Dafür gibt es den Nachtsicht-Modus. Dabei wird durch entsprechende Verlängerung der Belichtungszeit das fehlende Licht kompensiert. Dieser Modus ist aber nur für stillstehende oder sich langsam bewegende Motive geeignet. Ein Stativ ist häufig hilfreich.
Das Fotografieren sich schnell bewegender Objekte ist schon etwas schwieriger, da die Reaktionszeit der Kamera recht groß ist. Ich habe es nicht geschafft, meinen Sohn, der mit einem Kart an mir vorbeigefahren ist, groß in der Bildmitte zu fotografieren, obwohl ich sofort den Auslöser betätigt habe, wenn er auf dem Sucher am Rand sichtbar war. Auf allen Fotos war er bereits wieder halb aus dem Bild heraus gefahren.
Mit der Reaktionszeit haben aber schon reine Fotokameras Probleme, dass ich dass nicht als Mangel anrechnen möchte. Man muss lediglich wissen, wo die Grenzen des Gerätes liegen.
Leichte Probleme hat die Kamera auch bei grellem Sonnenlicht. Dabei kam es vor, dass z.B. im Grünen sitzende Menschen weiße Nasen hatten, wobei die Komprimierung nach JPEG ihren Beitrag geleistet haben mag.
Insgesamt sind die Fotos in elektronischer Form noch ganz brauchbar, sollen sie aber ausbelichtet werden, empfiehlt es sich, alle Bilder auf einem hochauflösenden Monitor vorher handzuverlesen.
7. Menüsteuerung
Für einen großen Teil der Einstellungen besitzt der GR-DV4000E eine Menü-Steuerung, die durch Drücken auf das Menü-Rad aktiviert wird. Das Auswahl im Menü erfolgt durch drehen am Rad und die Bestätigung durch Drücken auf das Rad.
Die verschiedensten manuellen Einstellmöglichkeiten, wie Weißabgleich, Fader, Video-Modus, Kamera-Modus, etc. sind hier verankert.
Die Erkärungen nehmen viele Seiten im Handbuch ein und würden hier den Rahmen sprengen.
Die kombinierte Dreh- Drückbedienung ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, bietet dann aber eine schnelle komfortable Zugriffsmöglichkeit.
8. Software und Überspielen auf PC, TV
Der GR-DV4000E bietet eine FireWire- und USB-Schnittstelle. Damit können Video-Daten vom Tape und der SD-Karte zum Weiterverarbeiten heruntergeladen werden. Ein besonderes Feature ist in diesem Zusammenhang, dass die interne Umwandlung von Videos auf dem Tape in MPEG4-komprinierte Videos auf der SD-Karte möglich ist und MPEG1-Videos bei laufender Aufnahme über die USB-Schnittstelle übertragen werden können. Er wäre also auch als WEB-Cam einsetzbar.
Videos in voller Qualität können nur über die FireWire-Schnittstelle übertragen werden. Um so schmerzlicher ist das Fehlen des dafür benötigten Kabels.
Für das Übertragen von aufgenommen Filmen wird eine sehr einfach gestrickte Software mitgeliefert, deren Installation ebenfalls sehr einfach ist.
Über FireWire lassen sich damit Filmsequenzen auf den Computer übertragen.
Beim Ausprobieren vermisste ich sofort die Möglichkeit des Einstellens eines Arbeitsordners. So speicherte das Programm die Filmsequenz in seinem Installationsordner. Das ist ein grober Verstoß gegen das Prinzip der Trennung von installierter Software und Daten. Was passiert, wenn die Festplatte, auf der dieses Programm installiert ist, gut gefüllt ist? Ich habe es nicht ausprobieren wollen.
Ein von den Entwicklern wohl gut gemeintes Feature ist das automatische Komprimieren der überspielten Sequenzen, nachdem die Rohdaten komplett aufgezeichnet wurden, mit anschließendem Löschen der Rohdaten. Das ließ sich nur umgehen, indem ich während des Komprimierens die originale Datei an einen anderen Ort kopiert habe.
Insgesamt ist die mitgelieferte Software zwar schön bunt, aber praktisch kaum benutzbar.
Das Zusammenspiel mit eigenständiger Videoschnittsoftware und das Digitalisieren von analogen Videos habe ich in Ermangelung von Zeit und Bedarf noch nicht getestet. Das steht aber noch auf meiner ToDo-Liste.
Das Übertragen von Fotos auf einen PC mittels USB ist in Abhängigkeit vom verwendeten System recht einfach.
Unter Windows 2000/XP, ich selbst benutze 2000, wird die Kamera über USB-Kabel mit dem Computer verbunden, über das Netzteil mit Spannung versorgt und die Wiedergabe vom Memory-Stick (SD-Karte) eingestellt. Daraufhin wird die Kamera am System als Massenspeicher angemeldet und man kann auf die Kamera wie auf ein externes Laufwerk zugreifen, Dateien kopieren und löschen.
Bei anderen geeigneten Windows-Varianten muss vorher der USB-Treiber installiert werden.
Die Installationsanweisung ist ein Faltblatt in DIN-A2-Größe. Das ist beim Installieren schon sehr unhandlich. Die Installationsanweisungen sind nicht sauber nach einzelnen Betriebssystemvarianten getrennt. Bei jedem Abschnitt muss man gucken, ob der einen überhaupt betrifft. Das habe ich schon besser gesehen!
Der GR-DV4000E ist direkt an einen Fernseher anschließbar, so dass Filme und Fotos schnell und einfach betrachtet werden können. Lediglich Fotos im Hochformat bereiten beim Betrachten Probleme.
9. Handbuch
Das mitgelieferte Handbuch halte ich mit einigen kleineren Einschränkungen für recht gelungen. Alle Funktionen werden mit vielen Bildern und Grafiken detailiert erklärt.
Lediglich das Überspielen von aufgenommenem Material auf einen PC kommt etwas kurz.
(http://www.service.jvc.be/userman/usermanpdf/pdf 1/lyt1129-002a.pdf)
10. Zubehör
Ich habe mich bei JVC auch nach Zubehör umgeschaut. Wie immer ist das original Herstellerzubehör sehr teuer, am meisten die Akkus.
Mit den auf der WEB-Seite von JVC gelisteten Typnummern habe ich bei Ebay gesucht und fand außer einer Reihe von baugleichen Typen auch Originalakkus zu einem moderaten Preis (ca. 20% des Listenpreises).
Es ist zwar nett, mit einer Kameratasche mit dem Hersteller-Label herumzulaufen und aller Welt zu zeigen, was für eine Kamera man hat, selbst wenn sie verpackt ist, aber ich bevorzuge hier doch mehr neutralere Taschen. Was JVC in dieser Richtung anbietet ist auch nicht so toll.
11. Zusammenfassung und Allgemeines
Der GR-DV4000E ist eine für heutige Verhältnisse recht große und schwere Kamera mit teilweisen Profi-Ambitionen. Das lichtstarke Objektiv ermöglicht noch brauchbare Aufnahmen bei schlechteren Lichtverhältnissen.
Der Autofokus hat beim Kameraschwenks und schnellem Zoomen so seine Probleme.
Viele Einstellungen können zusätzlich einer Automatik auch manuell vorgenommen werden.
Auch als Fotokamera liefert der GR-DV4000E noch recht brauchbare Ergebnisse. Will man die Fotos aber ausbelichten ist zusätzliche DigiCam zu empfehlen.
Ich habe beim Kauf nur bereut, dass ich sie einpaar Wochen später noch 100 Eus billiger gesehen habe.
Sicherlich gibt es nun bessere, kleinere und preiswertere Camcorder. Das ist der technische Fortschritt.
© 2004 by froes
Ich danke allen, die es bis hierher geschafft haben und bitte hiermit um eine wohlwollende Bewertung.
Fazit: CamCorder mit vielen manuellen Einstellmöglichkeiten, aber Schwächen beim Auto-Fokus
| Zuverlässigkeit: | ||
| Bedienkomfort: | ||
| Klangqualität: | ||
| Bildqualität: | ||
| Akkulaufzeit: |
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