Canon MV530i
Achtung, die Touristen kommen... - Canon MV530i Digital Camcorder

Erhältlich in: 4 Shops

Produkttyp: Canon Camcorder

Neuester Testbericht: ... PC ohne weiteres gelöscht werden. Trotzdem überlegen wir zur Zeit, ob wir uns evtl. ein externes Mikrofon anschaffen, dass mit einem Windsc... mehr

Achtung, die Touristen kommen...
Canon MV530i

juliaa2000

Name des Mitglieds: juliaa2000

Produkt:

Canon MV530i

Datum: 03.08.02, geändert am 29.12.02 (2816 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Gute Bildqualität, handliches Gerät

Nachteile: Hell-/Dunkelabgleich und Windgeräusche machen leichte Probleme

Da ich begeisterte Hobbyfotografin bin und mein Lebensgefährte sich auf *unseren* gemeinsamen Fotoausflügen langsam zu langweilen began, schlug ich ihm vor, sich doch auch ein ähnliches Hobby zuzulegen. Dabei hatte ich gar nicht mal das Fotografieren im Sinn - mal ehrlich, wer könnte das besser machen als ich *lach*. Also schlug ich die Filmerei vor - so wächst wenigstens kein Konkurrent heran *grins*. Ich fing sogleich Feuer und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Camcorder. (Das ich dieses Ding inzwischen mehr benutze als er, ist ein anderes Thema und gehört hier nicht her *lach*)

Ich kann natürlich nicht alle Funktionen und Beschreibungen des Camcorders widergeben. Dafür gibt es schließlich die 163-seiten-umfassende Bedienungsanleitung. Aber einige interessant Details möchte ich hier niederschreiben und vielleicht helfe ich dem ein oder anderen mit meinen Tipps weiter.


Auf Informationstour
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Zu den liebenswerten und anstrengenden Eigenarten meines Freundes gehört es, dass er - wenn er sich mal etwas in den Kopf gesetzt hat - nur schwer davon abzubringen ist. Nun hatte er sich einen Panasonic- oder einen JVC-Camcorder in den Kopf gesetzt. Mit zwei Scheuklappen bewaffnet stürzte er also in die Fachgeschäfte. Zu meinen komplizierten Eigenarten (die meine Mitmenschen manchmal zur Weißglut bringen) gehört es, alle Seiten offen zu halten und sich möglichst breit-gefächert zu erkundigen. Also trippelte ich neugierig neben ihm her und sah mich bei Sony und Canon um. Dabei fiel mir die äußerst handliche und feinfühlige Canon MV 530i ins Auge...

Uns fiel sogleich auf, dass diese Kamera etwas größer als die neuesten Camcorder-Modelle ist. Das empfanden wir in diesem Fall als Vorteil. Mein Freund hat recht große und breite Hände, im Gegenzug sind meine Finger sehr lang, so dass wir bei den extrem kleinen Camcorder-Ausführungen unsere Schwierigkeiten hatten. Nicht so bei der MV 530i. Sie liegt angenehm l
ocker und trotzdem stabil in der Hand. Der Zoom-Kippschalter ist für große Hände (oder lange Finger) sehr gut zu erreichen und zeichnet sich durch angenehme Sanftheit aus. Bei anderen Geräten war dieser Kippschalter meist sehr ruppig und eine softes heranzoomen war äußerst anstrengend.

Ein weiteres Auswahlkriterium war die eingebaute Foto-Shot-Funktion. Da mein Freund zuvor mit einer Digitalkamera geliebäugelt hatte, wollte er diese Funktion nicht missen. Natürlich ist die Qualität mit 1,0 Mio. Pixel recht gering und Ausdrucke auf einem eigenen Drucker lassen zu wünschen übrig. Die Bilder fallen durch eine deutlich erkennbare Unschärfe auf. Aber für Bilder, die am PC betrachtet oder ins Internet eingestellt werden sollen, ist es völlig ausreichend. Man sollte jedoch darauf achten, dass genügend Licht vorhanden ist. Fotos in Räumen oder Außenaufnahmen bei bedecktem Himmel sind ziemlich schlecht. Ohne ein fachmännisches Bildbearbeitungsprogramm kann man aus diesen Bildern nicht viel herausholen. Wir benutzen diese Einrichtung hauptsächlich für Schnappschüsse während des Filmens. Für eine filmische Anfangs-, Zwischen- oder Schluss-Szene und zum Auflockern einer Filmsequenz fügen wir gerne einen solchen Schnappschuss ein. Bestens geeignet sind diese Bilder auch für eBay. Ein Bild vom Verkaufsobjekt ist innerhalb fünf Minuten auf dem eBay-Server und so bekommt der Bieter einen Eindruck vom Auktionsgegenstand.


Preis
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Das waren also die überzeugenden Auswahlkriterien. Nachdem es beschlossene Sache war, dass es diese Kamera sein sollte, klinkte ich mich aus. Folgende Kauf-Informationen habe ich also nur von meinem Freund übernommen.
Das die Kamera in ihrer (Luxus?-)Klasse mit einem Preis von 990.- EUR recht günstig war, entschied sich mein Freund für sie. Nun begann das Vergleichen. Unter www.guenstiger.de erfuhr er, dass es Preisunterschiede bis zu 290.- EUR gab!!! Dort war das billigste Angebot mit 850.- EUR angegeben, das teue
rste mit 1137.- EUR. Er stiefelte nun direkt zu Fröschl, weil er dort in Computerangelegenheiten immer gut beraten worden war und sich nochmals in einem Fachgeschäft beraten lassen wollte. Dort wurde ein Paket angeboten, dass 849.- EUR kostete und neben der Canon MV 530i noch eine Tragetasche, zwei DV-Kassetten, einen Zusatzakku und eine Firewire-Karte mit Anschlusskabel beinhaltete. Der Einzelpreis für die Paketkomponenten wäre auf 1160.- EUR gekommen.
Außerdem war ihm wichtig, dass er eine kompetente Fachberatung hatte und einen Ansprechpartner, den er im Notfall oder bei Problemen (Reklamation) aufsuchen konnte. Man wies ihn auch darauf hin, dass er bei einem Kauf auf eine *deutsche Garantie* achten solle. Es sei schon vorgekommen, dass Kunden eine Kamera über Internet ersteigert hätten und als sie defekt war, keinen deutschen Ansprechpartner hatten. Da die Garantie in der Tschecheslowakei ausgestellt worden war, wollte nicht einmal der Hersteller für die Kamera haften, bzw. zog die Reparaturarbeiten unnötige in die Länge. Bis zu ein dreiviertel Jahre soll ein Kunde gewartet haben, bis seine Kamera aus der Reparaturwerkstatt zurück geschickt wurde und die anfallenden Kosten auf ihn übertragen wurden.


Technische Daten und Möglichkeiten
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Die Canon MV 530i ist ca. 15 x 7 x 10,5 cm groß und hat ein Gewicht von 530 g. Die stabile Halteschlaufe befindet sich auf der rechten Seite (wie damit Linkshänder zurecht kommen, weiß ich allerdings nicht). Auf der gleichen Seite sind alle *aktiven* Funktionstasten, die ich während der Aufnahme brauche. Der Zoom-Kipp-Schalter ist - wie schon erwähnt - in angenehmer Entfernung angebracht und lässt sich fast rucklos betätigen.
Gleich daneben befindet sich der Auslöser für den Foto-Shot, mit dem man das Objekt vorher durch leichtes Andrücken fokussiert, bevor man ihn ganz durchdrückt. Dabei ertönt ein deutliches akkustisches *Klack*, damit man erkennt, ob das Foto gemacht
worden ist. Unter diesen beiden Knöpfen befindet sich ein kleiner Drehschalter, mit dem man von der Filmfunktion auf die Fotofunktion umstellen kann. Steht der Schalter auf *Tape* wird der Film auf eine Mini-DV-Kassette (60 Minuten Normalaufnahmezeit/90 Longplayzeit) aufgenommen. Stellt man den Schalter auf *Card* wird das Foto auf eine SD-Card (8 MB) gespeichert. Auf diese Card passen zwischen 43 (Feinabstimmung) und 78 Standardbilder. Die Bild-Daten werden später mittels eines USB-Kabels auf den PC überspult. Die Filmaufnahmen laufen über die Firewire-Schnittstelle. Abgerufen werden die Daten am besten über ein professionelles Videobearbeitungsprogramm. Mein Freund hat sich dafür das Magix-Programm *Video DeLuxe 2.0 Plus* für 99.- EUR (bei ProMarkt) gekauft, worüber ich einen separaten Bericht geschrieben habe.

Auf der gleichen Seite - und mit dem rechten Daumen gut zu erreichen - befindet sich die Aufnahmetaste inklusive dem Status-Drehschalter. Mit dem Status-Drehschalter stelle ich die Kamera auf *CAMERA* (= Aufnahme), *OFF (= ausgeschaltet) oder auf *PLAY/VCR)* (= Abspielen). Die Betätigung dieses Drehschalters ist für große Daumen recht kompliziert. Er ist sehr klein und der Feststell-Mechanismus rastet oftmals nicht gleich ein, so dass man den Schalter noch etwas anstupsen muss, bis er in der richtigen Position steht.
Mit der Aufnahmetaste, die sich auf/innerhalb des Drehschalters befindet, beginne oder beende ich die Filmaufnahme. Im Display erscheint dann jeweils ein rotes *REC*- bzw. ein grünes *PAUSE*-Zeichen.

Unter einer Gehäuseklappe befindet sich ebenfalls auf der rechten Seite das Kassettenfach, das per Knopfdruck automatisch herausfährt (der Eject-Schalter befindet sich auf der Unterseite des Camcorders).

Auf der hinteren - dem Benutzer zugewandten Seite - befindet sich der Akku. Dabei handelt es sich bei uns um einen 7,4-Volt-starken Li-ion-Akku (1100 mAh), der je nach Aufnahmeart bis zu 2 Stunden 45 Minuten halten s
oll. Mein Freund filmt gerne mit offenem Display. Das heißt, dass er das auf der linken Seite angebrachte Display ausklappt, um so ein optimales Sichtfeld zu haben. Der Akku hebt dann ungefähr 2 Stunden. Ich hingegen bevorzuge - als alte Fotografin - lieber die Sucher-Variante. Dabei klappe ich den Sucher je nach Bedarf bis knapp 90 Grad nach oben und schaue direkt hindurch. Dieses Verfahren ist natürlich batteriesparender und die Aufnahmezeit wird um etwa 45 Minuten verlängert.

Und nun zur linken Seite der Kamera, die ich nicht so ausführlich beschreiben will, wie die rechte. Das würde nämlich den Rahmen des Berichts sprengen! Auf dieser Seite befinden sich alle restlichen Funktionstasten. So findet man dort - wie bei einem normalen Videorecorder - Rücklauf-, Vorlauf-, Start/Pause- und Stoptaste. HInzu kommen diverse Tasten, die für digitale Effekte, Datums-/Zeiteinblendung oder Menüauflistungen zuständig sind. Ich habe ja schon erwähnt, dass dort auch das Display angebracht ist. Ein Hebel lässt die Verriegelung aufschnappen; mit dem Finger klappt man es heraus. Das Sichtfeld hat eine Bilddiagonale von 2,5 Zoll (mit 112000 Bildelementen) und ist damit eine gängige Größe. Jedoch muss ich auf einen Nachteil hinweisen: Sobald Licht direkt auf die Mattscheibe fällt, ist vom Bild kaum noch etwas zu erkennen. Schon aus diesem Grund bevorzuge ich die Sucher-Variante. Man kann das Display aber um insgesamt 360 Grad (!!!) drehen, aber bei starkem Sonnenschein nützt einem das nur wenig, da man trotzdem keinen Blendschutz hat.


Aufnahme
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Die Aufnahme erfolgt also rechtshändig. Dabei kann man das Display oder den Sucher nehmen. Das Gerät erzeugt beim Filmen eine leises Surren, das man zu diesem Zeitpunkt kaum hört und auch in stillen Räumen nicht auffällt. Erst später, wenn man den Film bearbeitet, ist es nicht zu überhören. Es ist zwar - verglichen mit anderen Geräten - recht leise, doch sollte man ein gutes Verarbeitungsprogramm hab
en, wo man dieses Summen nachträglich reduzieren kann. Die Tonqualität ist sehr gut. Kein Knarren, keine Verzerrung, angenehme Höhen und Bässe.

An dieser Stelle möchte ich das Mikrofon noch etwas ausführlicher beschreiben. Es befindet sich an der Frontseite des Camcorders und fällt optisch kaum auf. Die Klangqualität ist jedoch sehr gut und das bringt auch manchmal Nachteile mit sich. So sollte derjenige, der hinter der Kamera steht, während einer Aufnahme möglichst nicht sprechen, da seine Stimme später auf auf Band extrem laut zu hören ist. Probleme hatten wir außerdem bei unserem Urlaub an der Nordsee. Der ständig wehende Wind war auch permanent auf unseren Filmen zu hören und zwar so stark, dass wir später bei der Filmverarbeitung keine Chance hatten, ihn auf ein Minimum zu reduzieren. Als einzige Lösung blieb uns nur noch, den Ton ganz zu löschen und eine passende Musik einzufügen. Doch dadurch wurden auch wichtige Geräusche (z.B. Gespräche, Mövengeschrei usw.) zerstört.
Leichtere Windgeräusche hingegen sind zwar auch immer deutlich zu hören, können aber bei der Nachbearbeitung am PC ohne weiteres gelöscht werden. Trotzdem überlegen wir zur Zeit, ob wir uns evtl. ein externes Mikrofon anschaffen, dass mit einem Windschutz versehen werden kann.

Mit der Canon MV 530i kann man Aufnahmen bis zu einem optischen 18-fach-Zoom machen und nochmals um einen digitalen 360-fach-Zoom erweitern. Das entspricht bei einem 35-mm-Format einem 48- bis 864-mm-Zoom-Bereich. Den Digitalen Zoom haben wir jedoch abgeschaltet, da diese extreme Vergrößerung sehr verpixelt wird. Doch auch beim optischen Zoom braucht man im letzten Fünftel ein Stativ, da diese hohe Vergrößerung extrem wackel-empfindlich ist. Freihändiges Filmen ist fast nicht mehr möglich und eine Schwenkbewegung braucht man gar nicht mehr zu versuchen. Mein Freund hat einmal Aufnahmen unserer herrlichen Berglandschaft - in einer Seilbahn sitzend - gemacht. Dabei wollte er den See in weiter Entfernu
ng ranzoomen. Keine Chance! Diese Szene war völlig verwackelt.


Digitale Effekte
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Es werden einige digitale Effekte angeboten. Wir nutzen sie aber nicht, sondern bearbeiten den Film lieber später am PC nach. Ich möchte sie trotzdem kurz erwähnen.
- Man kann während einer Aufnahme einen Rahmen (z.B. ein Geburtstagsmotiv oder einen herbstlichen Blätterrand) um das Bild legen. Diese Funktion haben wir nur kurz ausprobiert. Die angebotenen Rahmen sind recht kitschig und die Einrichtung dieses Effekts ist recht kompliziert. Leichter und auch wesentlich ansehnlicher ist es, wenn man die Bildbearbeitung später manuell am PC vornimmt.
- Der angebotene Mehrbildschirm-Effekt gibt mehrere Bilder gleichzeitig wieder. So kann man entweder 4, 9 oder 16 Bilder nebeneinander anzeigen lassen.
- Der Fader-Effekt (verschiedene Überblendmöglichkeiten) nutzen wir nie. Die Übergänge fügen wir erst am PC ein, weil wir dann erst wissen, wie wir den Film beschneiden wollen.
- Die Darstellung kann dahingehend verändert werden, dass das Bild einen Kunst-, Mosaik- oder einen Schwarzweiß-Touch bekommt. Zudem gibt es die Möglichkeit, das Bild auf *alt* zu trimmen.


Sonstiges
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Wer zuhause einen Breitbild-Fernseher hat, kann mit der Kamera 16:9-Aufnahmen machen. Diese Funktion wird über die Menüleiste an- bzw. ausgeschalten. Dabei wird das Bild vertikal *zusammengedrückt*, was eine Bildverzerrung ergibt. Ich bin kein Fan von dieser Darstellung und wende sie deshalb auch nicht an.

Weitwinklige Aufnahmen kann man mit diesem Gerät nur schwer bewerkstelligen. Natürlich kann man - weil es sich hierbei um eine Filmkamera und nicht um einen Fotoapparat handelt - von einer Person zur nächsten schwenken. Doch diese unruhigen Bilder gefallen mir persönlich nicht so gut. Ich bin sowieso ein Fan von *Standbildern*, d.h. dass ich selbst keine Bewegung ins Bild bringe, sondern das Objekt sich selbst bewegt. Nun, da
uns der Aufnahmewinkel nicht mehr ausreichte, hat sich mein Freund ein Weitwinkelobjektiv von Hama (30.5 - 37) gekauft, mit dem wir den Aufnahmebereich ungefähr um 1/3 vergrößert haben. So können wir jetzt auch mehrere Personen, die nebeneinander an einem Tisch sitzen filmen ohne ständig schwenken zu müssen.

Der Camcorder gibt diverse Signaltöne aus, die teilweise störend sein können. Schaltet man die Kamera an, ist ein Summton zu hören und abschließend ein längerer Bereitschafts-Ton. Drückt man den Aufnahmeknopf ertönt ein kurzer Piepston. Diese Signaltöne werden zwar nicht auf dem Band aufgezeichnet, fallen aber gerade bei öffentlichen Veranstaltungen oder in Museen unangenehm auf. Ich empfehle deshalb, die Signale über das Menü (System/Beep) auszuschalten.

Die Canon MV 530i ist mit einer Bildstabilisierung ausgestattet. Damit werden leichte Verwackelungen automatisch ausgeglichen. Ein Weißabgleich sorgt dafür, dass helle und dunkle Stellen verglichen und die Helligkeit darauf abgestimmt wird. Mir ist aufgefallen, dass dieser Weißabgleich etwas *hinkt* - d.h. einige Zeit braucht, bis er die Daten umrechnet und darauf reagiert. Doch Vorsicht: Die Kamera kann nicht das menschliche Gehirn ersetzen. Der Hobbyfilmer sollte schon vorher darauf achten, dass er z.B. eine im Schatten stehende Person nicht gegen einen hellen Hintergrund filmt. Die Vorderansicht der Person ist dann viel zu dunkel und man kann nur wenig erkennen. Bei einem Fotoapparat würde man an dieser Stelle einen Aufhellblitz benutzen, was beim Camcorder leider nicht möglich ist. Hier gibt es aber die Möglichkeit, manuell aufzuhellen, was aber nur über die schwer zu erreichende linke Camcorder-Seite erledigt werden kann. Der dunkle Vordergrund (die Person) wird dann heller, der helle Hintergrund jedoch grell-weiß, was auch nicht jedermanns Sache ist. Also: Mitdenken und diese Situation vermeiden.

Der Camcorder verfügt über verschiedene Aufnahmeprogramme: Automatisch, Sport, Port
rait, Schlaglicht, Sand und Schnee, Schwachlicht und Nacht. Je nach Bedarf kann ich diese Funktionen über die Menüleiste wählen. Da das Menü - wie ich schon erwähnt habe - während des Filmens nur schlecht zu handhaben ist, ich aber gerade innerhalb einer Szene zwischen Sport, Portrait und Schlaglicht wechseln müsste, benutze ich diese Programme nur selten. Trotzdem, wer dieses Angebot nutzen möchte, sollte folgendes beachten: Beim Sport-Programm muss ausreichend Licht vorhanden sein, um den erwünschten Effekt zu erzielen. Dafür ist nämlich eine kurze Verschlusszeit nötig, die mit hellem Licht ausgeglichen werden muss. Die Portrait-Einstellung ist - wie der Name schon verrät - besonders gut für Personenaufnahmen geeignet. Die Person im Vordergrund wird dabei scharf, der Hintergrund unscharf dargestellt.
Die Programme *Sand und Schnee*, *Schwachlicht* (Abenddämmerung) und *Nacht* kann man schon vorher einstellen, da sich daran innerhalb einer Szene nicht viel ändert. Die Nachtaufnahme haben wir schon öfter benutzt. Dabei war die Umgebung jedoch hell erleuchtet (Eiffelturm, Seine-Ufer in Paris etc...). Die Aufnahmen waren hervorragend. Bei einem abendlichen Spaziergang am Ufer des Gardasees, wo nur geringe Beleuchtung vorhanden war, hatte die Kamera ihre Schwierigkeiten. Als Sonderzubehör gibt es eine Videoleuchte zu kaufen. Bis jetzt haben wir uns aber mit diesem Thema noch nicht auseinander gesetzt. Vielleicht stocken wir später einmal unsere Gerätschaft um dieses Detail (und evtl. auch ein externes Mikrofon) auf.

Die Datumsanzeige finde ich sehr interessant. Sie kann permanent oder für einen kurzen Augenblick im Bild eingeblendet werden. Da diese Anzeige aber nicht sehr schön ist, bietet der Camcorder die Möglichkeit, das Datum und die Uhrzeit verdeckt mitlaufen zu lassen. Möchte ich also während der *Filmvorführung* wissen, wann die Aufnahme gemacht wurde, kann ich diese auf Knopfdruck auf dem Fernsehbildschirm einblenden und sie ebenso ins Nichts vers
chwinden lassen. Eine tolle Funktion.


Zubehör
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Damit man Aufnahmen von einem Stativ aus machen kann, wird eine Fernbedienung mitgeliefert. Natürlich ist sie auch vorteilhaft, wenn man die Kamera direkt an den Fernseher anschließt, um einen Film anzuschauen. Dann erspart man sich lästiges Aufstehen. Zwei R6-Batterien, eine Lithium-Knopfbatterie und zwei Akkus sorgen für die nötige Stromversorgung des Camcorders. Ein Schulterriemen, Objektivdeckel inkl. Halteschnur, Netz-/Ladegerät, SCART-Adapter, Multi-Media-Karte (mit gespeicherten Bildmustern), Weichetui für Multi-Media-Karte, Ferritkern (um das Kabel zu stabilisieren), USB-Kabel und eine unzureichende Filmbearbeitungssoftware gehören mit zum Standardzubehör. Wer dann noch etwas Verhandlungsgeschick hat, kann diverse Aufnahmekassetten, eine Umhängetasche, ein besseres Softwarepaket oder eine größere Speicherkarte raushandeln.


Ladegerät
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Das mitgelieferte Ladegerät wird zwischen Steckdose und Camcorder geschaltet. Der Akku befindet sich während der Ladezeit, die zwischen 45 und 90 Minuten dauern kann, am Camcorder. Ein separater Autobatterieanschluss ermöglicht ein Aufladen unterwegs. Das Ladekabel ist allerdings ein Sonderzubehör, welches man nicht mitgeliefert bekommt. Bis jetzt haben wir diese Einrichtung noch nicht genutzt, finden es allerdings sehr vorteilhaft, da man dadurch an keine Steckdose gebunden ist.


Tipps zum Filmen
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Im Laufe der Zeit werden dir einige Dinge auffallen, die ich hier ansprechen möchte. Z.B. verfällt man als Anfänger gerne von einem Extrem ins andere. So gibt es Leute, die ellenlange Filmsequenzen aufnehmen. Mal ehrlich, ist es nicht furchtbar langweilig, minutenlange Aufnahmen einer Blumenwiese oder einer Sesselliftfahrt anzuschauen? Mein Tipp: Halte diese Szenen möglichst kurz (aber nicht ZU kurz - etwa 1 bis höchstens 3 Minuten) oder unterbrich sie mit kleinen Zwischenschnitten
wie z.B. eine Nahaufnahme einer Blume oder das Gesicht deines *Hauptdarstellers*.
Im Gegenzug dazu neigen viele Hobbyfilmer dazu, die Filmsequenzen sehr kurz zu halten. So sind Aufnahmen von 3 bis 20 Sekunden viel zu kurz!!! Lieber etwas längere Aufnahmen machen und hinterher ein wenig davon wegschneiden. Du darfst nicht vergessen: Filmen ist nicht gleich Fotografie, wo man einen kurzen Augenblick festhält. Filmen bedeutet *bewegte Bilder* und das Auge des Betrachters gewöhnt sich nur langsam an neue Filmsequenzen. Kurze Momentaufnahmen sollten deshalb nur als Auflockerung dienen.

Das der extreme Zoom nur bedingt einsetzbar ist, habe ich schon erzählt. Das ist aber kein canon-spezifisches Problem, sondern tritt bei allen Zoom-Camcordern auf. Abhilfe kann man mit einem Stativ schaffen (dabei sollte man die Fernbedienung benutzen) oder indem man diese extremen Zooms einfach vermeidet. Wir haben inzwischen schon zwei Stative (ein Fest- und ein Einbeinstativ) und benutzen es kaum, da es einfach zu umständlich ist, es ständig bei sich zu tragen. Mit der Zeit wirst du sehen, dass diese Extremzooms nicht schön sind. Außerdem empfehle ich, die Objekte langsam heran- oder wegzuzoomen. Das Bild ist dadurch ruhiger. Schnelles Zoomen strengt die Augen des Zuschauers zu sehr an. Hinzu kommt, dass bei einer 18fachen Vergrößerung die Bildauflösung geringer wird. Das Bild sieht dann etwas *gepixelt* aus.

Wie Fotografieren, so ist auch Filmen eine *Kopfsache*. Man sollte sich schon vorher überlegen, was man erreichen will und wie man es umsetzt. Dazu gehört auch: *Zusammenhänge verstehen*. Während des Filmens sollte man schon eine gewisse Vorstellung vom fertigen Produkt haben. Als Beispiel möchte ich hier wiederum unseren Wanderausflug in die Allgäuer Berge nennen. Das Thema *Wandern* beinhaltet nicht nur die Wanderung selbst, sondern auch die Vorbereitungen. Das frühzeitige Aufstehen, die verschlafenen Gesichter der Hauptdarsteller, das aufwändige Anziehen d
er Bergschuhe... all das gehört zum eigentlichen Wanderfilm schon dazu. Das Einsteigen in die Seilbahn, die Fahrt und das Aussteigen auf der Bergstation sollte auch festgehalten werden wie z.B. diverse Verschnaufspausen, Gespräche der Darsteller und Nahaufnahmen. Keine Angst, der Film wird dadurch nicht zu lang. Bei der anschließenden Bearbeitung am PC werden viele überflüssige oder verwackelte Szenen herausgeschnitten. Aus 90 Minuten Aufnahme werden zum Schluss zwischen 30 und 45 Minuten reine Filmzeit.
Wie schon erwähnt, lockern Bilder oder Momentaufnahmen den Film auf. Deshalb immer wieder nach Motiven suchen, die dazu in Frage kommen: Blumen, Nahaufnahmen, vorbeiziehende Wolken, Lachen oder auffällige Bewegungen der Darsteller, Tieraufnahmen, spielende Kinder (Achtung: die Eltern fragen! Auch für private Filme besteht ein Schutz der Person. Möchte eine Person nicht gefilmt werden, kann sie gerichtlich dagegen vorgehen!).



Filmbearbeitung - die richtige Software macht?s
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Zur Filmbearbeitung am PC sollte man ein gutes Programm benützen. Die mitgelieferte Software ist nur unzureichend geeignet. Wir benutzen das *Video DeLuxe 2.0 Plus* von Magix und sind damit sehr zufrieden. Das Filmen ist nur eine Art *Materialsammeln*. Die eigentliche Arbeit beginnt erst am PC und das sollte man mit professionellen Arbeitsmitteln machen.

Filmmusik!!! Mit der geeigneten Software ist es auch möglich, midi-, wav- und mp3-Dateien einzufügen. Das ist gerade für längere Filmsequenzen eine schöne Einrichtung. Man kann die Musik im Vordergrund laufen lassen und den Grundton komplett ausschalten oder die Melodie als Hintergrundmusik einbauen.


Speicher, Speicher, Speicher
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Ein hohes Speichervolumen ist unablässig. Uns steht ein PC mit 22-GB-freier Festplatte zur Verfügung und stoßen schon an unsere Grenzen. Mehr als 100 Minuten grobes Filmmaterial passt da nicht
drauf. Als Faustregel gilt: 1 Minute Film entsprechen 225 MB Speicher.
Doch Achtung: Ist der Film erst einmal auf den PC gespielt, muss man darauf achten, dass noch genug Speicher für diverse Bearbeitugsdaten (Hintergrundmusik, Sicherheitskopien usw.) zur Verfügung stehen. Ist die Bearbeitung des Films abgeschlossen und soll der Film auf DVD oder auf den Camcorder zurück geladen werden, muss eine ausreichende Speichermenge vorhanden sein! Viele Programme beginnen nämlich dann erst mit der eigentlichen Arbeit und fügen alle Segmente zusammen. Das braucht Zeit (mehrere Stunden!) und Speicher!


Die Wiedergabe
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Die Wiedergabe erfolgt über den Camcorder, der an den Fernseher angeschlossen wird. Dafür wird ein SCART-Adapter mitgeliefert. Auf diesem Wege wird auch das Überspulen auf eine VHS-Kassette bewerkstelligt. Der Datenverlust von Camcorder-Kassette über Videorecorder auf VHS-Kassette wird von den Fachverkäufern gerne negativ dargestellt. Wir haben jedoch keinen auffallenden Qualitätsverlust feststellen können. Die Übertragung kann auch über eine sogenannte S1-Videobuchse oder die Audio/Video-Eingangsbuchse des Fernsehgerätes geschehen.



*Puuuuuh*
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So, das war ein *kleiner* Überblick zum Thema *Canon MV 530i*. Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es unmöglich ist, über alle Details ausführlich zu schreiben. Trotzdem hoffe ich, dass ich euch wertvolle Anregungen und Informationen geben konnte.
Mein Fazit lautet nun: Ein handlicher (und in der Größe idealer) Marken-Camcorder für anspruchsvolle Hobbyfilmer! - Viele Funktionen sind überflüssig, da ich jedem empfehlen möchte, ein professionelles Video-Bearbeitungsprogramm zu kaufen. Die Bildqualität ist hervorragend, weist jedoch bei extremen Hell-/Dunkelunterschieden Probleme auf. Bei der Aufnahme sollte man auf jeden Luftzug achten, um hinterher nicht von Windgeräuschen überrascht zu werden.

Fazit: