Canon HV30
Gekauft, probiert - zurückgeschickt! - Canon HV30 Digital Camcorder

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Produkttyp: Canon Camcorder

Neuester Testbericht: ... indem er beim manuellen Zoomen die Entfernung anzeigt. Scharfstellen ist über die "Focus Assist"-Taste am LCD des Ca-non auch b... mehr

Gekauft, probiert - zurückgeschickt!
Canon HV30

PaulWerner

Name des Mitglieds: PaulWerner

Produkt:

Canon HV30

Datum: 04.08.08

Bewertung:

Vorteile: Tolles Bild, guter Stabi, etliche manuelle Funktionen

Nachteile: Tonspur versaut wegen Laufwerksgeräusch, Zoom-Schaben, Klapper-Gehäuse

Bin enttäuscht - hab den HV 30 zurückgegeben!

Nachdem ich sämtliche Fachblätter über Monate verfolgt und stundenlang Tests, Vergleiche und Erfahrungsberichte im Web studiert hatte, war ich überzeugt, der Canon HV 30 sei der bes-te HD-Camcorder für einen ambitionierten Anwender wie mich (ich filme bisher mit einer Canon XM1 und einer 3Chip-Panasonic).
"Bestes Bild, hervorragender Stabilisator, meiste manuelle Funktionen, bestes Bedienkonzept, endlich nicht mehr die Lauf-werksgeräusche, die am Vorgänger HV 20 so gestört hatten" - so und ähnlich schrieben Tester und Anwender. Besser als Sony HC 7 / Sony HC 9, und billiger obendrein.
Also habe ich das Gerät bestellt und ausprobiert. Urteil: Fehl-konstruktion.

Warum?

Erstmal die guten Seiten:
Das Bild ist super.
Der Stabi funktioniert vernünftig.
Der HV 30 hat mehr manuelle Funktionen als Sony HC 7 oder 8 - wenn auch nur zwei merkliche, nämlich den Schalter für Manual Focus ein/aus, der aber völlig unergonomisch hinter dem ausge-klappten Display angebracht ist.
"Belichtung x/-" ist über Joystick etwas leichter zu erreichen als über Menü beim Sony. Dafür überzeugt der Sony, indem er beim manuellen Zoomen die Entfernung anzeigt.
Scharfstellen ist über die "Focus Assist"-Taste am LCD des Ca-non auch bequemer als die Lösung beim Sony.
Bis hierher würde ich den Canon HV 30 also noch emfehlen.

Doch kaum legt man eine Kassette ein, ist die Begeisterung vor-bei. Als hätten sich 20 Moskitos hungrig im Laufwerk eingenis-tet, sirrt die Kiste vor sich hin. Ich hatte einen Kontroll-kopfhörer über den Ohren und konnte es nicht glauben. So viel Laufwerksgeräusche habe ich noch nie bei egal welchem Camcorder gehört. Bei Aufnahmen auf der Straße, auf Parties oder wo es sonst laut ist, merkt man das nicht. Aber in normalen Räumen bei geschlossenem Fenster regelt sich in Gesprächspausen der Moskitoschwarm in den Vordergrund, dass man es nicht glauben möchte.
Doch damit nicht genug: hält man die Kamera mit der Hand in der Schlaufe oder fährt man nahe an reflektierenden Oberflächen vorbei, wird der Laufwerkslärm zusätzlich Richtung on-board-Mikro reflektiert und erklingt plötzlich bis zu 300 % lauter als ursprünglich.
Und nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: das Phänomen tritt auf bei automatischer Aussteuerung und bei manuell auf ca 50% geregeltem Mikro-Pegel.
Doch nicht nur die Moskitos (= Laufwerkslärm) nerven ohne Ende! Da das interne Mikro offenbar so gut wie gar nicht vom Gehäuse entkoppelt ist, kann man in ruhiger Umgebung auch ein munteres Schabegeräusch hören, wenn man zoomt.
Nun verzichtet der ambitionierte Amateur bekanntlich auf Zoom, aber trotzdem will er doch gelegentlich seinen Camcorder anfas-sen. Jede noch so vorsichtige oder Zarte Berühung des Gehäuses verursacht deutliche Störgeräusche auf der Tonspur. Wenn man z.B. die Mikro-Aussteuerung über den Joystick regeln will, er-tönt beim Beginn und beim Ende der Regelung ein "Klack". Nimmt man den Daumen der linken Haltehand vom Gehäuse, wird ein Stör-geräusch aufgenommen.

"Das ist doch normal", sagt der Canon-Service-Point
An der Wand des Wartezimmers hängen beeindruckende Urkunden ü-ber die erfolgreiche Teilnahme an Reparaturseminaren für die High-Tech-Objektive der Canon-XL-Serie, und er Chef wirkt pro-fessionell und nett. Er testet meinen frisch gekauften HV 30, findet alles normal und erklärt, dass man bei so billigen Kame-ras eben nicht mehr erwarten könne.

Lösung?
Klar gibt es die. Das gute als Rode VideoMic (170 Euro) auf den Zubehörschuh pflanzen, dann kann einem Moskitoschwarm, Schabe-Zoom und Klappergehäuse nichts anhaben.
Kommt aber leider für mich nicht infrage, weil ich nämlich eine kleine Leuchte in den Zubehörschuh schieben will. Und mal ehr-lich: wenn ich für 800 Euro den angeblich besten HDV-Camcorder der Gegenwart kaufe, dann erwarte ich, dass das interne Mikro einigermaßen funktioniert.

Meine Lösung heißt also: Canon HV 30 zurück in den Karton und dann zurück zum Versandhändler, der mir hoffentlich problemlos mein Geld erstattet. Von dem ich dann sofort eine Sony HC 9 kaufen werde - zwar 80 Euro teurer. Die habe ich inzwischen ausprobiert, mit Kassette im Laufwerk, und alles klang so, wie man es von einem Produkt dieser Preisklasse erwartet.

Fazit: HV 30 ist vielleicht die erste Wahl für Stummfilmer oder Tonangler. Wer aber eine störungsfreie Tonspur mit On-Board-Mikro haben will, wie man sie in der 200 Euro-Klasse gewohnt ist, sollte die Hände von dem HV 30 lassen.

Fazit: Nur erträglich mit Zusatzmikro auf dem Zubehörschuh

Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Bildqualität:    
Akkulaufzeit: