Es weihnachtet in Entenhausen
Produkt:
Lustiges Taschenbuch Weihnachten 17
Datum: 01.01.12
Bewertung:
Vorteile: Überwiegend gute Geschichten
Nachteile: Drei Einseiter, manches Durchschnitt
Zur Gliederung des Berichts:
1) Produktinfos
2) Hintergrund zum LTB
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit
1) Produktinfos:
Das Taschenbuch erschien 2011 im Ehapa-Verlag und umfasst 256 Seiten für 6,95 Euro. Die LTBs und Nebenreihen sind in Zeitschriftenläden und Kiosks erhältlich. Weiterhin bekommt man sie in Buchhandlungen und Comicläden und kann sie über den ehapa-Verlag bestellen.
2) Hintergründe zum LTB:
Das »Lustige Taschenbuch« enthält im Schnitt ein halbes Dutzend Comicgeschichten mit den Bewohnern von Entenhausen. Der erste Band kam 1967 auf den Markt. Bis heute gibt es über 400 Bände, die jeweils um die 250 Seiten umfassen.
Die wichtigsten Figuren in diesem Buch:
Dagobert Duck: Dagobert ist der reichste Mann der Welt, aber auch der geizigste. Sein Geld bewahrt er in mehreren riesigen Geldspeichern auf und er denkt ununterbrochen daran, es noch zu vermehren. Für sein Alter ist er noch sehr rüstig und um an noch mehr Geld zu gelangen unternimmt er viele waghalsige Reisen und Abenteuer.
Donald Duck: Donald ist ein chronischer Pechvogel, meistens arbeitslos und fast ständig in irgendwelchen Schwierigkeiten. Da er immer bei seinem Onkel Dagobert hoffnungslos verschuldet ist, muss er für ihn oft abenteuerliche Dinge erledigen. Donald ist sehr jähzornig, im Grunde aber ein gutherziger Charakter. Bei ihm leben seine drei cleveren Neffen Tick, Trick und Track.
Phantomias: Phantomias ist eine Parodie auf den Superhelden Batman und die Geheimidentität von Donald Duck. Donald ist meistens ein Pechvogel, als Phantomias verwandelt er sich jedoch in einen schwarzgekleideten Verbrecherjäger. Der Erfinder Daniel Düsentrieb stellt ihm allerhand Gimmicks zur Seite, sodass Phantomias fast jedem Ganoven erfolgreich das Handwerk legt.
Micky Maus: Micky ist in Entenhausen entweder als eifriger Reporter oder als scharfsinniger Detektiv unterwegs. Dank seiner Intelligenz und seiner Cleverness übernimmt er gerne knifflige Fälle und ist der Polizei dabei meist einen Schritt voraus.
3) Inhalt:
Abenteuerliche Weihnacht
Um Weihnachten in Ruhe vor den lästigen Gläubigern zu verbringen, fährt Donald mit den Kindern in eine einsame Waldhütte. Damit der Weihnachtsmann sie trotzdem findet, hinterlassen sie ihm einen Hinweis, der schließlich Dagobert zu ihnen führt. Nach einigen Zwischenfällen machen sie sich auf den Weg zu Oma Duck, die auch noch Gustav, Daisy, Daniel Düsentrieb, Micky, Minni und Goofy eingeladen hat. Aber die Aufregungen sind dank Kater Karlo und einem entflohenen Panzerknacker noch nicht vorbei ...
Er muss es wissen ... (Einseiter)
Donald und Dussel bauen einen Schornstein. Dabei kommt es zu Unstimmigkeiten ...
Magische Bescherung
Kurz vor Weihnachten erreichen die Kinder von Entenhausen schockierende E-Mails: Der Weihnachtsmann kündigt an, bis Anfang Januar in Urlaub zu gehen. Wer soll nun die Geschenke bringen? Donald klagt sein Leid seinem Freund, dem Magier Magowitz. Kurz darauf startet eine Sendung bei Klever-TV, in der ein Fernseh-Weihnachtsmann alle Wünsche kennt, die eigentlich nur der echte Weihnachtsmann wissen kann, und zu horrenden Preisen erfüllt. Donald und Magowitz alias Phantomias und Megamago wollen der Sache auf den Grund gehen, denn sie wittern einen Betrug ...
Knapp daneben (Einseiter)
Gundel Gaukeley hat sich ein bisschen verhext - mit fatalen Folgen ...
Ein einzigartiges Geschenk
Dagobert hat genug von Donalds Schulden und will ihn aus dem Haus werfen - auch wenn es ein Tag vor Heiligabend ist. Der Streit wird durch ein riesiges Geschenk unterbrochen, das plötzlich über ihnen schwebt. Daniel Düsentrieb will das Gebilde erforschen, denn es scheint aus einem anderen Universum zu stammen. Donald übernimmt die Aufgabe, da der Erfinder gerade nicht ganz fit ist. Er ahnt noch nicht, dass er bei seinem Abenteuer auf Micky, Kater Karlo und das schwarze Phantom treffen wird ...
Stille Nacht
Heiligabend, alle Entenhausern feiern. Alle? Nein, Dagobert sitzt mürrisch in seinem Geldspeicher und will niemanden sehen. Trotzdem lassen sich einige Bekannte wie Gitta Gans, die Panzerknacker, Gundel Gaukeley und Klaas Klever es nicht nehmen, ihm einen Besuch abzustatten - aus unterschiedlichen Gründen ...
So nicht! (Einseiter)
Donald, Dussel und die Neffen stecken mit dem Auto im Schnee fest. Doch was mag der Grund sein?
Tante Linda ist nicht zu bremsen
Als Micky seiner Tante Linda den Besuch absagt, weil er krank ist, macht sie sich sofort zu ihm auf, um ihren Neffen zu pflegen. Tags darauf kommt Kommissar Hunter zu Besuch und erzählt von einem dubiosen Antiquitätenhändler, der überwacht werden soll. Spontan bietet er Tante Linda die Rolle des spionierenden Kunden an und die ist nur zu gerne bereit. Allerdings verläuft der Einsatz nicht ganz wie geplant ...
Genie im Schnee
Daniel Düsentrieb ist völlig überarbeitet. Als er schließlich aus lauter Stress eine Erfindung zum Explodieren bringt, hat er genug. Donald lädt ihn kurzerhand zum Entspannen in einen gemeinsamen Skiurlaub ein und Daniel sagt gerne zu. In einem gemütlichen Skihotel soll der Ingenieur entspannen - doch ganz so leicht ist das nicht ...
WINTERFERIEN IN QUACKHAUSEN
Klein-Donald alias Donni und seine Freunde geraten mit Tuck und seiner Bande aneinander - jede Clique beansprucht für sich den Park zum Spielen. Um die Rangordnung zu klären, wollen sie jede Woche eine Aufgabe aus dem Heft der Galaktischen Geschichten stellen. Die Clique, die sie lösen kann, darf dann die nächste Woche im Park spielen ...
4) Bewertung:
"Abenteuerliche Weihnacht'" macht den ziemlich durchschnittlichen Auftakt in diesem Weihnachtsband. Selten genug passiert es, dass sich das Maus- und das Entenuniversum miteinander vereinen, aber eine Weihnachtsgeschichte bietet dazu eine gute Gelegenheit. Der Anfang ist sehr schön traditionell; Donald steckt mal wieder bis zum Hals in Schulden und ein besonders hartnäckiger Gläubiger lässt es sich nicht nehmen, einfach mal durchs Fenster zu steigen und Donald zu zeigen, was er von seiner Zahlungsmoral hält. Die Konflikte auf dem Weg zur Hütte und schließlich vor Ort zwischen Tick, Trick, Track und Donald sowie später noch Dagobert sind alle typisch und dennoch nicht langweilig. In der zweiten Hälfte der Geschichte beginnt die Handlung allerdings etwas zu schwächeln, ehe sie am Ende wieder witzig wird. Was der Geschichte fehlt, ist ein richtiger Höhepunkt, eher wirkt sie wie eine Zusammenfügung mehrerer kleiner Episoden, die recht unabhängig voneinander sind. Insgesamt hat sie einen gewissen altmodischen Charme, ist aber kein Highlight. "Er muss es wissen ..." ist ein ziemlich schwacher Einseiter, den man sich hätte sparen können.
Die "Magische Bescherung" hebt das Niveau dagegen wieder. Auch der Weihnachtsmann geht mit der Zeit, und so haben Tick, Trick und Track wie viele andere Kinder Entenhausens auch ihren Wunschzettel per Mail an ihn versandt. Zurück kommt aber nur ein lapidares "Bin im Urlaub auf den Bananas" - und Donald sowie zahlreichen Eltern schwant Schlimmes, denn jetzt haben viele weder Zeit noch Geld, um jetzt noch auf die Schnelle alle Wünsche zu kaufen. Dazu kommt das Auftauchen des merkwürdigen Weihnachtsonkels, der mit seiner Sendung Klaas Klevers Taschen füllt. Zwischendurch geht der Geschichte nach dem vielversprechenden Beginn ein wenig der Charme verloren, der Rettungsplan von Phantomias und Megamago sowie das Mitwirken der Panzerknacker ist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Das Ende ist dann aber wieder recht gelungen und hinterlässt eine schöne Weihnachtszauber-Stimmung, im Sinne des Wortes. Der Magier Magowitz, wie Donald mit einer zweiten Identität ausgestattet, ist eine sympathische Figur. Allerdings ist er bisher in den Lustigen Taschenbüchern nur sehr spärlich in Erscheinung getreten und daher wahrscheinlich vielen Lesern unbekannt und es fehlt dann ein wenig der Zusammenhang zwischen ihm und Phantomias. Davon abgesehen ist es unterm Strich eine durchaus gelungene, wenn auch nicht überragende Geschichte, die obendrein schön gezeichnet ist. "Knapp daneben" ist ein etwas besserer Einseiter, aber auch nicht wirklich originell.
"Ein einzigartiges Geschenk" ist ein Dreiteiler, der zunächst ganz gewöhnlich beginnt. Im ersten Teil geschieht noch nicht viel, es gibt eher humorvolles Vorgeplänkel. Nachdem Donald in das Geschenk geflogen ist, macht er eine überraschende Entdeckung und die Geschichte bricht ab. Im zweiten Teil geht es aber dann an ganz anderer Stelle weiter, parallel zum ersten Teil - hier wurde nämlich gerade Micky von Kater Karlo und dem Schwarzen Phantom gefangen und mitten in einem amüsanten Schlagabtausch entdecken sie das Geschenk. Es gibt einige äußerst witzige Szenen, etwa wenn Kater Karlo völlig überrascht erfährt, dass der Ganove Plattnase hinter dem Schwarzen Phantom steckt, was eigentlich keine Neuigkeit sein sollte. Bald stellt sich heraus, dass das Phantom inkognito mit Daniel Düsentrieb in Mailkontakt steht und über die mögliche Gefahr des Geschenkes Bescheid weiß. Als nun Micky in das Geschenk gelangt, geht es über in den dritten Teil, wo er natürlich auf Donald trift. Hier kreuzen sich also die beiden Handlungsstränge und bis dahin weiß die Geschichte sehr zu gefallen. Dann allerdings kommt der Weihnachtsmann ins Spiel und die Handlung nimmt eine ziemlich absurde Wendung. Die Pointe ist nicht besonders gelungen und so schmälert der dritte Teil den Gesamteindruck doch erheblich.
"Stille Nacht" ist eindeutig der Höhepunkt des Bandes. Das Besondere daran ist, dass sage und schreibe nur fünf Worte in der gesamten Geschichte fallen und die auch erst auf der letzten Seite. Es ist eine stumme Geschichte, die aber allein durch ihre Bilder eine wohlige Gänsehaut-Atmosphäre zaubert. Dagobert sitzt wie weiland Ebenezer Scrooge vor seinen Geschäftsbüchern und will von Weihnachten offenbar nichts wissen. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei: Gitta Gans will ihm eine Freude machen, die Panzerknacker versuchen den Geldspeicher knacken, Gundel Gaukeley startet einen Angriff auf den Glückszehner und Klaas Klever kommt zum Angeben vorbei. Dagobert wird immer wütender und dann gibt es jedoch eine rührende Wendung. Faccini gelingen enorm ausdrucksstarke Zeichnungen, die wunderbar den leisen, zeils sogar mnelancholischen Charakter der Geschichte einfangen. Dazwischen gibt es auch immer wieder amüsante Szenen, etwa wenn Dagobert den "Teebeutel für das Jahr 2011" zückt. Ein stilles und wahrlich ungewöhnliches Highlight.
"So nicht!" ist der dritte und letzte Einseiter des Bandes. Nicht ganz so schwach wie der erste, aber auch bloß ein Lückenfüller. "Tante Linda ist nicht zu bremsen" ist ein weiteres Highlight des Bandes. Die resolute Tante ist eine Art Miss Marple, trotz ihres Alters noch sehr rüstig und nur zu gerne dabei, wenn es darum geht, Verbrecher zu jagen. In der ersten Hälfte der Geschichte gibt es herrlich witzige Szenen, angefangen beim Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen bis hin zu ihrer unnachahmlichen Art, Micky zu versorgen, den sie "kleines Hascherl" nennt. Die kriminalistische Handlung ist dann ein klein wenig schwächer, vor allem das Ende ergibt sich etwas zu simpel. Trotzdem macht die Geschichte sehr viel Spaß und Tante Linda darf ruhig noch öfter im Lustigen Taschenbuch auftreten. "Genie im Schnee" ist eine recht amüsante, aber sehr vorhersehbar Geschichte. Daniel Düsentrieb soll ausspannen, aber natürlich kann er seinen Erfindergeist nicht abstellen. Der Leser weiß eigentlich so gut wie immer vorher, was als nächstes passiert, von Spannung keine Spur. So bleibt eine durchschnittliche Geschichte, die recht schnell wieder vergessen ist.
Der Fünfteiler "Winterferien in Quackhausen" spielt in Donalds Kindheit. In Quackhausen haben die Winterferien begonnen und für Donni und seine Freunde bedeutet das eigentlich stundenlanges Toben und Spielen im Park - wären da eben nicht Tuck und seine Bande. Dieser Fünfteiler reiht fünf bekannte Denksportaufgaben aneinander, die sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Mitknobeln einladen. Die erste Aufgabe dreht sich um einen Wolf,m eine Ziege und einen Salat, die alle mit einem Schlitten transportiert werden müssen - ohne, dass einer dem anderen schadet ... Das Ziegen-Wolf-Salat-Rätsel bildet einen netten Auftakt, vor allem dank der witzigen Szenen, in denen alle möglichen Varianten durchgetestet werden.
In der nächsten Woche steht das nächste Rätsel aus dem G.E.F.A.U.C.H., dem Galaktischen Eignungstest für Astronauten und Comichelden an. Diesmal steht eine Rechenaufgabe an, bei der herausgefunden werden soll, wie viel die Astronauten für ihr Essen zahlen. Was zunächst sehr knifflig erscheint, hat dann eine eher unmathematische Lösung, auf die man aber erst einmal kommen muss. Reizvoller als die Aufgabe selbst ist aber das Nachspielen der Kinder dieser Szenerie, indem sie sich in einen Astronauten-Imbiss versetzen und dabei fast vergessen, dass sie eigentlich eine Aufgabe zu lösen haben.
Neue Woche, neues Rätsel für Donni und seine Freunde: Im dritten Rätsel geht es um den intergalaktischen Weihnachtsmann, dem acht Geschenke verloren gehen. Sieben haben identischen Inhalt, nur der achte Inhalt fällt aus der Reihe, äußerlich sehen aber alle gleich aus. Jetzt müssen Donni und seine Freunde herausfinden, welches der Pakete den anderen Inhalt hat - aber wie?
Das dritte Rätsel ist nicht ohne und eine schöne Denksportaufgabe, die anfangs sehr knifflig wirkt. Die Kinder haben eine Waage zur Verfügung, dürfen sie aber nur zwei Mal benutzen. Witzig gemacht sind die kleinen Zankereien, die sich während der Knobeleien ergeben. Zudem beschließen die beiden Cliquen, hier mal ihre Rivalität unter den Tisch fallen zu lassen und gemeinsam zu knobeln.
Das vierte Rätsel für die beiden Banden hat modisches Flair: Auf dem Planeten Pretaporte steht die große galaktische Neujahrsgala an und die Fürstin Roxana will sich eine Robe schneidern lassen. Als Belohnung für das Kleid verspricht sie eine schöne Kette mit sieben Steinen. Es darf aber nur für jeden Tag ein Stein an sich genommen und die Kette dabei nur einmal gebrochen werden - eine anfangs schier unlösbar wirkende Aufgabe. Aber natürlich gibt es auch hierfür eine Lösung, die clever gemacht ist, nicht zu simpel, aber nach einem kleinen Hinweis durchaus zu knacken. Schön gemacht ist wieder das ganze Ambiente. Diesmal haben die Mädchen die Aufgabe in die Hand genommen, während der ganze Modekram für die Jungs nur "böhmische Dörfer" sind. Ein bisschen irritierend ist mal eine falsche Colorierung, als Donni plötzlich in grün wie die andere Clique gekleidet ist, das fällt aber nicht weiter auf.
Das fünfte und letzte Rätsel steht an: Ein Raumschiff soll am Ferienende zurückreisen und muss vorher vier Liter tanken, doch die Anzeige ist kaputt. Mit Hilfe zweier Kanister mit drei bzw fünf Litern Fassungsvermögen müssen nun die vier Liter bestimmt werden. Auch dieses recht populäre Rätsel wird gelungen umgesetzt und ist noch mal ein richtiges kleines Highlight am Schluss. Selbst wer die Lösung schon vorher kennt, wird seinen Spaß an der Umsetzung haben. Sehr niedlich sind die beiden drolligen Kanister, die die Knobeleien kommentieren. Auch die zahlreichen Aliens, die im Hintergrund der Weltall-Tankstelle herumwuseln, sind witzig und originell gemacht. Das Ende wartet dann neben der Lösung noch mit einer netten Pointe auf, die für einen sehr gelungenen Abschluss der Reihe und des Bandes sorgt.
5) Fazit:
Ein insgesamt durchaus kaufenswerter Weihnachtsband mit einigen guten Geschichten. Die Enten sind deutlich in der Überzahl, Micky taucht nur in zwei Geschichten auf. Wenig erfreulich sind die Einseiter, da gleich drei an der Zahl, und eine ziemlich durchschnittliche Geschichte. Der Rest ist aber ziemlich gut und so lohnt sich der Kauf für Disney-Fans auf jeden Fall.
1) Produktinfos
2) Hintergrund zum LTB
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit
1) Produktinfos:
Das Taschenbuch erschien 2011 im Ehapa-Verlag und umfasst 256 Seiten für 6,95 Euro. Die LTBs und Nebenreihen sind in Zeitschriftenläden und Kiosks erhältlich. Weiterhin bekommt man sie in Buchhandlungen und Comicläden und kann sie über den ehapa-Verlag bestellen.
2) Hintergründe zum LTB:
Das »Lustige Taschenbuch« enthält im Schnitt ein halbes Dutzend Comicgeschichten mit den Bewohnern von Entenhausen. Der erste Band kam 1967 auf den Markt. Bis heute gibt es über 400 Bände, die jeweils um die 250 Seiten umfassen.
Die wichtigsten Figuren in diesem Buch:
Dagobert Duck: Dagobert ist der reichste Mann der Welt, aber auch der geizigste. Sein Geld bewahrt er in mehreren riesigen Geldspeichern auf und er denkt ununterbrochen daran, es noch zu vermehren. Für sein Alter ist er noch sehr rüstig und um an noch mehr Geld zu gelangen unternimmt er viele waghalsige Reisen und Abenteuer.
Donald Duck: Donald ist ein chronischer Pechvogel, meistens arbeitslos und fast ständig in irgendwelchen Schwierigkeiten. Da er immer bei seinem Onkel Dagobert hoffnungslos verschuldet ist, muss er für ihn oft abenteuerliche Dinge erledigen. Donald ist sehr jähzornig, im Grunde aber ein gutherziger Charakter. Bei ihm leben seine drei cleveren Neffen Tick, Trick und Track.
Phantomias: Phantomias ist eine Parodie auf den Superhelden Batman und die Geheimidentität von Donald Duck. Donald ist meistens ein Pechvogel, als Phantomias verwandelt er sich jedoch in einen schwarzgekleideten Verbrecherjäger. Der Erfinder Daniel Düsentrieb stellt ihm allerhand Gimmicks zur Seite, sodass Phantomias fast jedem Ganoven erfolgreich das Handwerk legt.
Micky Maus: Micky ist in Entenhausen entweder als eifriger Reporter oder als scharfsinniger Detektiv unterwegs. Dank seiner Intelligenz und seiner Cleverness übernimmt er gerne knifflige Fälle und ist der Polizei dabei meist einen Schritt voraus.
3) Inhalt:
Abenteuerliche Weihnacht
Um Weihnachten in Ruhe vor den lästigen Gläubigern zu verbringen, fährt Donald mit den Kindern in eine einsame Waldhütte. Damit der Weihnachtsmann sie trotzdem findet, hinterlassen sie ihm einen Hinweis, der schließlich Dagobert zu ihnen führt. Nach einigen Zwischenfällen machen sie sich auf den Weg zu Oma Duck, die auch noch Gustav, Daisy, Daniel Düsentrieb, Micky, Minni und Goofy eingeladen hat. Aber die Aufregungen sind dank Kater Karlo und einem entflohenen Panzerknacker noch nicht vorbei ...
Er muss es wissen ... (Einseiter)
Donald und Dussel bauen einen Schornstein. Dabei kommt es zu Unstimmigkeiten ...
Magische Bescherung
Kurz vor Weihnachten erreichen die Kinder von Entenhausen schockierende E-Mails: Der Weihnachtsmann kündigt an, bis Anfang Januar in Urlaub zu gehen. Wer soll nun die Geschenke bringen? Donald klagt sein Leid seinem Freund, dem Magier Magowitz. Kurz darauf startet eine Sendung bei Klever-TV, in der ein Fernseh-Weihnachtsmann alle Wünsche kennt, die eigentlich nur der echte Weihnachtsmann wissen kann, und zu horrenden Preisen erfüllt. Donald und Magowitz alias Phantomias und Megamago wollen der Sache auf den Grund gehen, denn sie wittern einen Betrug ...
Knapp daneben (Einseiter)
Gundel Gaukeley hat sich ein bisschen verhext - mit fatalen Folgen ...
Ein einzigartiges Geschenk
Dagobert hat genug von Donalds Schulden und will ihn aus dem Haus werfen - auch wenn es ein Tag vor Heiligabend ist. Der Streit wird durch ein riesiges Geschenk unterbrochen, das plötzlich über ihnen schwebt. Daniel Düsentrieb will das Gebilde erforschen, denn es scheint aus einem anderen Universum zu stammen. Donald übernimmt die Aufgabe, da der Erfinder gerade nicht ganz fit ist. Er ahnt noch nicht, dass er bei seinem Abenteuer auf Micky, Kater Karlo und das schwarze Phantom treffen wird ...
Stille Nacht
Heiligabend, alle Entenhausern feiern. Alle? Nein, Dagobert sitzt mürrisch in seinem Geldspeicher und will niemanden sehen. Trotzdem lassen sich einige Bekannte wie Gitta Gans, die Panzerknacker, Gundel Gaukeley und Klaas Klever es nicht nehmen, ihm einen Besuch abzustatten - aus unterschiedlichen Gründen ...
So nicht! (Einseiter)
Donald, Dussel und die Neffen stecken mit dem Auto im Schnee fest. Doch was mag der Grund sein?
Tante Linda ist nicht zu bremsen
Als Micky seiner Tante Linda den Besuch absagt, weil er krank ist, macht sie sich sofort zu ihm auf, um ihren Neffen zu pflegen. Tags darauf kommt Kommissar Hunter zu Besuch und erzählt von einem dubiosen Antiquitätenhändler, der überwacht werden soll. Spontan bietet er Tante Linda die Rolle des spionierenden Kunden an und die ist nur zu gerne bereit. Allerdings verläuft der Einsatz nicht ganz wie geplant ...
Genie im Schnee
Daniel Düsentrieb ist völlig überarbeitet. Als er schließlich aus lauter Stress eine Erfindung zum Explodieren bringt, hat er genug. Donald lädt ihn kurzerhand zum Entspannen in einen gemeinsamen Skiurlaub ein und Daniel sagt gerne zu. In einem gemütlichen Skihotel soll der Ingenieur entspannen - doch ganz so leicht ist das nicht ...
WINTERFERIEN IN QUACKHAUSEN
Klein-Donald alias Donni und seine Freunde geraten mit Tuck und seiner Bande aneinander - jede Clique beansprucht für sich den Park zum Spielen. Um die Rangordnung zu klären, wollen sie jede Woche eine Aufgabe aus dem Heft der Galaktischen Geschichten stellen. Die Clique, die sie lösen kann, darf dann die nächste Woche im Park spielen ...
4) Bewertung:
"Abenteuerliche Weihnacht'" macht den ziemlich durchschnittlichen Auftakt in diesem Weihnachtsband. Selten genug passiert es, dass sich das Maus- und das Entenuniversum miteinander vereinen, aber eine Weihnachtsgeschichte bietet dazu eine gute Gelegenheit. Der Anfang ist sehr schön traditionell; Donald steckt mal wieder bis zum Hals in Schulden und ein besonders hartnäckiger Gläubiger lässt es sich nicht nehmen, einfach mal durchs Fenster zu steigen und Donald zu zeigen, was er von seiner Zahlungsmoral hält. Die Konflikte auf dem Weg zur Hütte und schließlich vor Ort zwischen Tick, Trick, Track und Donald sowie später noch Dagobert sind alle typisch und dennoch nicht langweilig. In der zweiten Hälfte der Geschichte beginnt die Handlung allerdings etwas zu schwächeln, ehe sie am Ende wieder witzig wird. Was der Geschichte fehlt, ist ein richtiger Höhepunkt, eher wirkt sie wie eine Zusammenfügung mehrerer kleiner Episoden, die recht unabhängig voneinander sind. Insgesamt hat sie einen gewissen altmodischen Charme, ist aber kein Highlight. "Er muss es wissen ..." ist ein ziemlich schwacher Einseiter, den man sich hätte sparen können.
Die "Magische Bescherung" hebt das Niveau dagegen wieder. Auch der Weihnachtsmann geht mit der Zeit, und so haben Tick, Trick und Track wie viele andere Kinder Entenhausens auch ihren Wunschzettel per Mail an ihn versandt. Zurück kommt aber nur ein lapidares "Bin im Urlaub auf den Bananas" - und Donald sowie zahlreichen Eltern schwant Schlimmes, denn jetzt haben viele weder Zeit noch Geld, um jetzt noch auf die Schnelle alle Wünsche zu kaufen. Dazu kommt das Auftauchen des merkwürdigen Weihnachtsonkels, der mit seiner Sendung Klaas Klevers Taschen füllt. Zwischendurch geht der Geschichte nach dem vielversprechenden Beginn ein wenig der Charme verloren, der Rettungsplan von Phantomias und Megamago sowie das Mitwirken der Panzerknacker ist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Das Ende ist dann aber wieder recht gelungen und hinterlässt eine schöne Weihnachtszauber-Stimmung, im Sinne des Wortes. Der Magier Magowitz, wie Donald mit einer zweiten Identität ausgestattet, ist eine sympathische Figur. Allerdings ist er bisher in den Lustigen Taschenbüchern nur sehr spärlich in Erscheinung getreten und daher wahrscheinlich vielen Lesern unbekannt und es fehlt dann ein wenig der Zusammenhang zwischen ihm und Phantomias. Davon abgesehen ist es unterm Strich eine durchaus gelungene, wenn auch nicht überragende Geschichte, die obendrein schön gezeichnet ist. "Knapp daneben" ist ein etwas besserer Einseiter, aber auch nicht wirklich originell.
"Ein einzigartiges Geschenk" ist ein Dreiteiler, der zunächst ganz gewöhnlich beginnt. Im ersten Teil geschieht noch nicht viel, es gibt eher humorvolles Vorgeplänkel. Nachdem Donald in das Geschenk geflogen ist, macht er eine überraschende Entdeckung und die Geschichte bricht ab. Im zweiten Teil geht es aber dann an ganz anderer Stelle weiter, parallel zum ersten Teil - hier wurde nämlich gerade Micky von Kater Karlo und dem Schwarzen Phantom gefangen und mitten in einem amüsanten Schlagabtausch entdecken sie das Geschenk. Es gibt einige äußerst witzige Szenen, etwa wenn Kater Karlo völlig überrascht erfährt, dass der Ganove Plattnase hinter dem Schwarzen Phantom steckt, was eigentlich keine Neuigkeit sein sollte. Bald stellt sich heraus, dass das Phantom inkognito mit Daniel Düsentrieb in Mailkontakt steht und über die mögliche Gefahr des Geschenkes Bescheid weiß. Als nun Micky in das Geschenk gelangt, geht es über in den dritten Teil, wo er natürlich auf Donald trift. Hier kreuzen sich also die beiden Handlungsstränge und bis dahin weiß die Geschichte sehr zu gefallen. Dann allerdings kommt der Weihnachtsmann ins Spiel und die Handlung nimmt eine ziemlich absurde Wendung. Die Pointe ist nicht besonders gelungen und so schmälert der dritte Teil den Gesamteindruck doch erheblich.
"Stille Nacht" ist eindeutig der Höhepunkt des Bandes. Das Besondere daran ist, dass sage und schreibe nur fünf Worte in der gesamten Geschichte fallen und die auch erst auf der letzten Seite. Es ist eine stumme Geschichte, die aber allein durch ihre Bilder eine wohlige Gänsehaut-Atmosphäre zaubert. Dagobert sitzt wie weiland Ebenezer Scrooge vor seinen Geschäftsbüchern und will von Weihnachten offenbar nichts wissen. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei: Gitta Gans will ihm eine Freude machen, die Panzerknacker versuchen den Geldspeicher knacken, Gundel Gaukeley startet einen Angriff auf den Glückszehner und Klaas Klever kommt zum Angeben vorbei. Dagobert wird immer wütender und dann gibt es jedoch eine rührende Wendung. Faccini gelingen enorm ausdrucksstarke Zeichnungen, die wunderbar den leisen, zeils sogar mnelancholischen Charakter der Geschichte einfangen. Dazwischen gibt es auch immer wieder amüsante Szenen, etwa wenn Dagobert den "Teebeutel für das Jahr 2011" zückt. Ein stilles und wahrlich ungewöhnliches Highlight.
"So nicht!" ist der dritte und letzte Einseiter des Bandes. Nicht ganz so schwach wie der erste, aber auch bloß ein Lückenfüller. "Tante Linda ist nicht zu bremsen" ist ein weiteres Highlight des Bandes. Die resolute Tante ist eine Art Miss Marple, trotz ihres Alters noch sehr rüstig und nur zu gerne dabei, wenn es darum geht, Verbrecher zu jagen. In der ersten Hälfte der Geschichte gibt es herrlich witzige Szenen, angefangen beim Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen bis hin zu ihrer unnachahmlichen Art, Micky zu versorgen, den sie "kleines Hascherl" nennt. Die kriminalistische Handlung ist dann ein klein wenig schwächer, vor allem das Ende ergibt sich etwas zu simpel. Trotzdem macht die Geschichte sehr viel Spaß und Tante Linda darf ruhig noch öfter im Lustigen Taschenbuch auftreten. "Genie im Schnee" ist eine recht amüsante, aber sehr vorhersehbar Geschichte. Daniel Düsentrieb soll ausspannen, aber natürlich kann er seinen Erfindergeist nicht abstellen. Der Leser weiß eigentlich so gut wie immer vorher, was als nächstes passiert, von Spannung keine Spur. So bleibt eine durchschnittliche Geschichte, die recht schnell wieder vergessen ist.
Der Fünfteiler "Winterferien in Quackhausen" spielt in Donalds Kindheit. In Quackhausen haben die Winterferien begonnen und für Donni und seine Freunde bedeutet das eigentlich stundenlanges Toben und Spielen im Park - wären da eben nicht Tuck und seine Bande. Dieser Fünfteiler reiht fünf bekannte Denksportaufgaben aneinander, die sowohl Kinder als auch Erwachsene zum Mitknobeln einladen. Die erste Aufgabe dreht sich um einen Wolf,m eine Ziege und einen Salat, die alle mit einem Schlitten transportiert werden müssen - ohne, dass einer dem anderen schadet ... Das Ziegen-Wolf-Salat-Rätsel bildet einen netten Auftakt, vor allem dank der witzigen Szenen, in denen alle möglichen Varianten durchgetestet werden.
In der nächsten Woche steht das nächste Rätsel aus dem G.E.F.A.U.C.H., dem Galaktischen Eignungstest für Astronauten und Comichelden an. Diesmal steht eine Rechenaufgabe an, bei der herausgefunden werden soll, wie viel die Astronauten für ihr Essen zahlen. Was zunächst sehr knifflig erscheint, hat dann eine eher unmathematische Lösung, auf die man aber erst einmal kommen muss. Reizvoller als die Aufgabe selbst ist aber das Nachspielen der Kinder dieser Szenerie, indem sie sich in einen Astronauten-Imbiss versetzen und dabei fast vergessen, dass sie eigentlich eine Aufgabe zu lösen haben.
Neue Woche, neues Rätsel für Donni und seine Freunde: Im dritten Rätsel geht es um den intergalaktischen Weihnachtsmann, dem acht Geschenke verloren gehen. Sieben haben identischen Inhalt, nur der achte Inhalt fällt aus der Reihe, äußerlich sehen aber alle gleich aus. Jetzt müssen Donni und seine Freunde herausfinden, welches der Pakete den anderen Inhalt hat - aber wie?
Das dritte Rätsel ist nicht ohne und eine schöne Denksportaufgabe, die anfangs sehr knifflig wirkt. Die Kinder haben eine Waage zur Verfügung, dürfen sie aber nur zwei Mal benutzen. Witzig gemacht sind die kleinen Zankereien, die sich während der Knobeleien ergeben. Zudem beschließen die beiden Cliquen, hier mal ihre Rivalität unter den Tisch fallen zu lassen und gemeinsam zu knobeln.
Das vierte Rätsel für die beiden Banden hat modisches Flair: Auf dem Planeten Pretaporte steht die große galaktische Neujahrsgala an und die Fürstin Roxana will sich eine Robe schneidern lassen. Als Belohnung für das Kleid verspricht sie eine schöne Kette mit sieben Steinen. Es darf aber nur für jeden Tag ein Stein an sich genommen und die Kette dabei nur einmal gebrochen werden - eine anfangs schier unlösbar wirkende Aufgabe. Aber natürlich gibt es auch hierfür eine Lösung, die clever gemacht ist, nicht zu simpel, aber nach einem kleinen Hinweis durchaus zu knacken. Schön gemacht ist wieder das ganze Ambiente. Diesmal haben die Mädchen die Aufgabe in die Hand genommen, während der ganze Modekram für die Jungs nur "böhmische Dörfer" sind. Ein bisschen irritierend ist mal eine falsche Colorierung, als Donni plötzlich in grün wie die andere Clique gekleidet ist, das fällt aber nicht weiter auf.
Das fünfte und letzte Rätsel steht an: Ein Raumschiff soll am Ferienende zurückreisen und muss vorher vier Liter tanken, doch die Anzeige ist kaputt. Mit Hilfe zweier Kanister mit drei bzw fünf Litern Fassungsvermögen müssen nun die vier Liter bestimmt werden. Auch dieses recht populäre Rätsel wird gelungen umgesetzt und ist noch mal ein richtiges kleines Highlight am Schluss. Selbst wer die Lösung schon vorher kennt, wird seinen Spaß an der Umsetzung haben. Sehr niedlich sind die beiden drolligen Kanister, die die Knobeleien kommentieren. Auch die zahlreichen Aliens, die im Hintergrund der Weltall-Tankstelle herumwuseln, sind witzig und originell gemacht. Das Ende wartet dann neben der Lösung noch mit einer netten Pointe auf, die für einen sehr gelungenen Abschluss der Reihe und des Bandes sorgt.
5) Fazit:
Ein insgesamt durchaus kaufenswerter Weihnachtsband mit einigen guten Geschichten. Die Enten sind deutlich in der Überzahl, Micky taucht nur in zwei Geschichten auf. Wenig erfreulich sind die Einseiter, da gleich drei an der Zahl, und eine ziemlich durchschnittliche Geschichte. Der Rest ist aber ziemlich gut und so lohnt sich der Kauf für Disney-Fans auf jeden Fall.
Fazit: Ein recht guter Band.
Name des Mitglieds: Miss_Piper




11.01.12
Schöne Krone.