
Neuester Testbericht: ... muss, auch ein sexy normales Outfit mit z.B. kurzem Rock und halterlosen Strümpfen tut es auch. Allerdings wird die Tür je später der Aben... mehr
Happy birthday, Kittie!
Kit Kat Club

Name des Mitglieds: squarerigger
Produkt:
Kit Kat Club
Datum: 07.12.02, geändert am 13.09.03 (2721 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Netter Club...
Nachteile: ... in abgelegener Lage
Wie meiner weiter unten stehenden Originalmeinung zu entnehmen ist, besuchte ich Anfang Dezember letzten Jahres zum ersten Mal den Kitkat-Club in Berlin - und mir gefiel es dort. Zwischenzeitlich war ich schon mehrfach dort und werde, wenn es irgendwie machbar ist, auch zukünftig regelmäßig dort reinschauen, auch wenn Berlin von meinem derzeitigen Wohnort aus nicht gerade um die Ecke liegt.
Neulich feierte der Kitkat-Club nun seinen 9. Geburtstag. Ich möchte hier die Chance nutzen, dem Club, seinen Machern und seiner Crew hierzu ganz, ganz herzlich zu gratulieren.
Vor neun Jahren also eröffnete Thaur, der Besitzer, seinen Club und verwirklichte sich damit seinen Traum von einem anderen, offeneren, toleranten Club, in dem man eben nicht nur Tanzen können sollte, sondern in dem man sich auch unterhalten können sollte und in dem auch die häufig in unserer Gesellschaft in Bezug auf das Thema Sexualität vorzufindende Doppelmoral außen vor bleiben sollte. Los ging es in der Glogauer Straße in Kreuzberg; in diesen Räumlichkeiten befindet sich heute der von der Grundidee her recht ähnliche Club XS (siehe meinen gesonderten Bericht hierzu). Daß es neben dem Kitkat-Club zumindest noch zwei weitere Clubs mit ähnlichen Konzepten, eben den Club XS und dazu noch den Club Culture Houze, gibt, zeigt, daß Thaur hier eine gewisse Vorreiterrolle innehatte. Nach einigen Jahren zog der Kittie, wie der Club von seinen Freunden liebevoll genannt wird, in das Metropol am Nollendorfplatz, wohl eine der bekanntesten Partylocations Berlins, um. Wiederum einige Jahre später fand ein weiterer Umzug statt, dieses Mal in ein Industriegebiet in Tempelhof. Dort, in der Bessemerstraße 2-14, in einer alten Industriehalle auf dem Gelände der Schultheiß-Brauerei, ist der Club noch heute zu Hause.
Daß es den Club heute noch gibt, grenzt schon fast an ein Wunder. Mehr als einmal wurden Thaur und seiner Frau Kirsten gerade von offizieller Seite aus massiv Steine in den Weg geleg
t. Zeitweise war der Club von Amts wegen geschlossen, aber immer wieder schafften es die beiden, Ihre Ideen neu umzusetzen.
Gerade der permanente Kampf der Kittie-Betreiber mit der Obrigkeit zeigt einmal mehr, welch heuchlerische Doppelmoral auch in einer aufgeklärten Zeit wie der unsrigen in deutschen Amtsstuben herrscht. Zwar rühmt sich Berlin gerne damit, eine tolerante, weltoffene Stadt zu sein, aber wenn dann jemand diese Toleranz und Weltoffenheit einfordern will, dann werden ihm Knüppel zwischen die Beine geworfen. Mit antiquierten Paragraphen wie 'Aufforderung zum öffentlichen Geschlechtsverkehr', welche noch aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg stammen, versuchte man, den Club zu schließen, was aber glücklicherweise niemals dauerhaft gelang.
Es bleibt zu hoffen, daß die Berliner Behörden zwischenzeitlich erkannt haben, daß zu einer toleranten, weltoffenen Stadt auch ein Club wie der Kittie gehört. Ich drücke den Machern auf jeden Fall die Daumen, daß sie vor solch willkürlichen Behördenaktionen in der Zukunft verschont bleiben.
Auch wenn ich selbst erst seit rund einem viertel Jahr den Kittie kenne, so möchte ich hier ganz herzlich zum 9. Geburtstag gratulieren. Und ich möchte mich bedanken bei allen, die ihren Teil dazu beitragen oder beigetragen haben, daß dieser Ort der Freiheit, wo man keine Maske zu tragen braucht, sondern nur man selbst sein kann, besteht:
- Hier sei zuallererst Thaur genannt, denn ohne seine Ideen und Visionen gäbe es den Kittie nicht.
- Des weiteren möchte ich hier Kirsten, seine Frau, die auch den Laden schmeißt, erwähnen, die i.d.R. selbst als Türsteherin fungiert und mit glücklichem Händchen dafür sorgt, daß im Club ein angenehmes, buntes Publikum zu finden ist. Sie macht einen verdammt guten Job
- Zu erwähnen ist hier auch die ganze Crew des Kitties, z.B. das Personal an der Bar, da auch sie alle ihren Teil dazu beitragen, daß man sich dort einfach wohlfühlen muß. <
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<
br>- Danken muß ich auch den Machern der unterschiedlichen Partys, die alle ihren ganz
eigenen Stil mit einbringen und so die Partys im Kittie immer wieder unverwechselbar und einzigartig machen; erwähnen möchte ich hier beispielsweise Dominique oder den Straßenköter.
- Auch den DJs gebührt Dank, denn auch sie leisten im Kittie meistens einen sehr guten Job.
- Last not least möchte ich noch der Person danken, die mich eigentlich erst auf den Geschmack gebracht hat, in den Kittie zu gehen. Ohne sie wäre ich dort wohl eher nicht gelandet und wüßte dann heute vermutlich nicht mal, was mir fehlen würde. Danke dafür, Hoernchen123.
Ich wünsche dem Kittie, seinen Betreibern und allen Besuchern, vor allem natürlich denen, die ich kenne, noch viele weitere Jahre. Macht weiter so Leute!
Originalbericht vom 07.12.2002: 'Bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf'
Neulich war ich mal wieder in Berlin. Auf dem Programm stand dieses Mal u.a. ein Besuch im Kitkat-Club. Meine Lieblings-dooyoo-Userin ist dort sozusagen Stammgast. Durch ihre dauernden Schilderungen hat sie mich neugierig auf diesen Club gemacht.
Viel wurde im TV schon über diesen Club berichtet. Nun ja, primär liefen die Berichte in eher weniger seriösen Sendungen á la 'RTL2-Die Redaktion', insofern dürfte hier eine gewisse Skepsis angebracht sein. Der Tenor der Sendungen war in etwa folgender: Dort stolpert man bei jedem Schritt und Tritt über kopulierende Paare oder größere Gruppen, die gerade eine Orgie feiern. Und an den Türstehern kommt man nur dann vorbei, wenn man so gut wie nackt ist. Soweit also die Theorie...
Und wie sieht die Praxis aus? Um dies herauszufinden, machte ich mich eines schönes Freitag Abends zusammen mit meiner Lieblings-dooyoo-Userin auf. Unser Weg führte uns zu nachtschlafender Zeit, also etwa gegen 01.00 Uhr nachts, nach Tempelhof. Dort, in einem Industriegebiet, hat der Kitkat-Club sein neu
es Domizil gefund
en, nachdem er am vorherigen Platz wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und 'Auffo
rderung zum öffentlic
hen Geschlechtsverkehr' vertrieben worden war. Das neue Heim des Clubs ist eine alte, von außen recht unscheinbar wirkende Industriehalle.
Von außen wirkt der Club ein wenig abschreckend. Die Eingangstür läßt sich nämlich von außen nicht öffnen. Vielmehr muß man warten, bis von innen geöffnet wird (was zum Glück sehr schnell geschah, denn draußen war es Anfang Dezember wirklich schon saukalt). Am Eingang gab es schon mal keine Probleme mit den Türstehern, obwohl ich z.B. noch mit kompletter Straßenkleidung bekleidet war. 10 Euro Eintritt pro Person waren fällig. Für Berliner Verhältnisse dürfte dieser Betrag durchaus okay sein; davon abgesehen differieren die Eintrittspreise lt. Aussage meiner Lieblings-dooyoo-Userin je nach Thema des Abends bzw. nach Veranstaltung.
Nach passieren des Kassenbereiches kamen wir in eine Art Umkleidebereich, wo man sich um- bzw. vielmehr ausziehen konnte. Der übliche Dresscode im Kitkat-Club lautet: 'Sexy, nasty, kinky'. Das bedeutet nun beileibe nicht, daß man nur komplett nackt da reinkommt. Ich hatte mich z.B. für knappe Shorts und eine Lederweste entschieden, meine Lieblings-dooyoo-Userin trug ein hübsches, langes Lackkleid. Damit gelangten wir dann auch problemlos in den eigentlichen Clubbereich. Auch die meisten anderen Besucher waren i.d.R. durchaus knapp bekleidet, ganz nackt war jedoch die Ausnahme. Einige Besucher trugen auch ganz normale Straßenkleidung, was beweist, daß die Türsteher wirklich nicht so streng sein können. Na ja, im Prinzip passt auch diese Art von Kleidung zum Dresscode, denn verglichen mit dem verbreiteten knappen Outfit ist so was schon wirklich 'nasty'. *eg*
Innen ist der Club erstaunlich gemütlich eingerichtet. Neben wirklich ausgefallener Dekoration (z.B. große, erotische Wandgemälde) findet man mehrere Bars, Sitzgele
genheiten und eine Büh
ne - und auch einen Polsterbereich 'für Paare und ihre Freunde'. Auf der Bühne lief an
diesem Abend im Rahmen de
r regelmäßigen Veranstaltungsreihe 'Obszönes Theater' eine recht gut gemachte erotische Live-Performance. Ansonsten lief in durchaus Gehör- bzw. Unterhaltungsfreundlicher Lautstärke Techno (normalerweise nicht so ganz meine Musik, aber es war okay). Im Prinzip verhielten sich die Leute dort wie in jedem anderen Club auch: sie tanzten, unterhielten sich, nahmen einen Drink ein, flirteten, ...
... und ja, ab und zu kamen auch mal welche direkt zur Sache. Aber dies war insgesamt eher die Ausnahme. Daß man dort nur kopulierende Menschen finden würde, ist definitiv nur ein Gerücht. Und wenn doch mal ein Pärchen zur Sache kommt, dann ist das eben deren Sache. Es ist ja niemand gezwungen, genauer hinzuschauen (wobei es durchaus auch zumeist männliche Besucher gab, die dies sehr wohl taten).
Die Getränkepreise an den Bars sind für Hauptstadtverhältnisse relativ günstig: Softdrinks kosten 2,00 Euro. An besagtem Abend standen auch über den Club verteilt mehrere Teller mit frischem Obst, an denen man sich bedienen konnte. Eine Klasse-Idee!
Tja, soweit mal meine Beschreibung des Kitkat-Clubs. Insgesamt würde ich sagen, daß es ein durchaus guter Club ist - aber ein Club, in dem die Leute eben etwas leichter als in anderen Clubs bekleidet sind und in dem Sexualität und Erotik eben einfach dazugehören. In die Schmuddelecke kann man diesen Club meines Erachtens jedoch definitiv nicht schieben, auch wenn dies TV-Sender und Berliner Behörden wohl gerne täten. Wer ein normales Verhältnis zu Sexualität hat, der kann sich in diesem Club wirklich wohlfühlen. Und er kommt auch im Regelfall rein, wenn er sich ein bißchen am o.g. Dresscode orientiert. Ganz nackt muß man auf jeden Fall nicht sein, um reinzukommen, auch wenn dies sicherlich kein Hindernis wäre. *g*
Weitere Informationen findet
man im Web unter www.kitkat
club.de
Fazit:

