
geschmacklose Einrichtung
Cactus Club

Name des Mitglieds: Bouncer
Produkt:
Cactus Club
Datum: 08.03.02, geändert am 10.05.02 (123 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: preiswert, man kommt recht schnell in Kontakt, es ist auch "mehr" drin
Nachteile: grauenvolle Einrichtung, recht reserviertes Personal, ziemlich schwer zu finden
Natürlich sollte im Urlaub auch nicht das Vergnügen, abends auszugehen, zu kurz kommen. Allerdings muß man sich von einigen aus Deutschland gewöhnten Umständen frei machen, um in den USA so richtig Spaß zu haben.
Orlando bietet ein relativ großes Angebot an diversen schwulen Bars, Saunen und Discos. So daß man durchaus auch hier seine Erlebnisse haben kann.
Wer allerdings nicht in Orlando Downtown wohnt, muß mit ordentlichen Anfahrtswegen rechnen, da sich die Bars aufs Zentrum beschränken.
So auch der "Cactus Club": aus Kissimmee kommend nimmt man am besten die I-4 nach Norden bis zur Abfahrt Colonial Drive. Von dort geht dann die Mills Road ab.
Eine Karte findet man unter www.funmaps.com.
Das unscheinbare, wie ein normales Wohnhaus aussehende Gebäude ist nur durch den aufgemalten Kaktus und für das geschulte Auge zu erkennen. Parken kann man am Straßenrand.
Die "umgebautes Wohnhaus" Atmosphäre setzt sich auch im Inneren fort. Als erstes steht man in einem größeren Raum, der dunkelrot gestrichen und mit vielen riesigen barocken Spiegeln verziert ist. Da hatte ich schon vor 3 Jahren meinen ersten Schock. Aber geändert hat sich bisher nichts. Der Raum wird aber durch die große Bar dominiert, an der bis zu 3 Barkeeper arbeiten. Auch am frühen Abend ist die Theke gut besetzt - vielleicht, weil es heute "Draft" (Gezapftes) für einen Dollar gibt.
Mittlerweile ist das durch die üblichen 2-4-1 Aktionen ersetzt worden und insbesondere Dienstags am früheren Abend ist der Kaktus gut besucht und man verlangt 1$ Eintritt.
Kurzer Ausflug:
Wer gerne ausgeht und dabei Geld sparen will, sollte sich vorher immer gut informieren, denn alle Bars bieten rund um die Woche verschiedene Aktionen, die den ganzen Abend gelten. Zusätzlich gibt es oft die bekannten Happy Hours. Aktionen können zum Beispiel sein: Longnecks (Bierflaschen mit langem Hals) für 1$, bestimmte Cocktails (meist Long Isla
nd Icetea) für 2,50$ oder auch Draft für 1$. Generell gilt: gezapftes Bier ist mehr oder weniger mit deutschem Kölsch vergleichbar und ziemlich mild. Dafür gibt es das meist im Plastikbecher und kostet rund 2$. Flaschenbier ist auch nicht so stark alkoholhaltig wie bei uns und in der Regel auch nicht so herb. Dafür wird es gerne eiskalt serviert und kostet ab 3,75$ aufwärts. Wasser gibt?s meist ohne Kohlensäure und in 0,33l Plastikflaschen. Cola wird in den kleinen 0,2l Glasflaschen serviert. Die Preise bewegen sich so im Rahmen der gezapften Biere. Zu jedem Drink gibt es eine Serviette, die ewig an der Flasche oder dem Glas klebt, ruck zuck durch geweicht ist und sich in ihre Bestandteile auflöst. Wenn man das Ding aber wegschmeißt und an der Bar sitzt, hat man ebenso ruck zuck eine neue.
Wichtig ist weiterhin zu beachten, daß die Barkeeper kaum Gehalt bekommen und vom Trinkgeld leben. Das wiederum fließt reichlich in vollen Läden, denn pro Bestellung geht min. 1$ über den Tisch. Bei größeren Aufträgen darf es auch gerne mehr sein. Wer an der Bar sitzt legt meist einen größeren Betrag vor sich hin und der Keeper sucht sich dann immer den Betrag fürs Getränk raus. Das Tip wird dann gesammelt gegeben, wenn man die Theke verläßt. Beim Tip sind die Amerikaner ja generell recht großzügig, in Bars wird das aber immer noch gut getoppt.
Zurück zum Kaktus:
Die Bar öffnet sich nach hinten noch zu zwei weiteren Räumen. In einem befinden sich Fernseher und Sitzgruppen, im anderen steht ein Billardtisch. Die gesamte Einrichtung ist ziemlich geschmacklos und lieblos dekoriert. Dafür hat man die Möglichkeit, auf einen kleinen Backyard mit Bar hinauszutreten. Hier sollen bei gutem Wetter des öfteren auch kleine Grillfeste stattfinden. Die Toiletten sind sehr einfach: in einem Raum befinden sich Toilette, Pinkelbecken und Waschbecken. Abschließen kann man den Raum nicht. Das findet man auch überall in den USA in ähnlicher Form. So will man die "unschicklich
en" Aktivitäten, die sonst diversen Männern einfallen könnten, von Anfang an verhindern.
Das Personal ist wie überall durchschnittlich freundlich, allerdings im Gegensatz zu manch anderer Bar, die wir besucht haben, ziemlich reserviert.
Die Gäste sind bunt gemischt. Von jung bis alt, von Frau bis Mann - alles ist dabei. Generell sind Amerikaner ja sehr kontaktfreudig. Und wenn sie erkennen, daß man Deutscher ist, hat man meist gleich eine ganze Traube am Hals. Jeder war schon mal in Deutschland oder kennt jemanden, der jemanden kennt, der schon mal in Deutschland war. Jedenfalls sind deutsche Jungs ziemlich beliebt und man kann so richtig lustige Abende mit den Amerikanern verbringen. Auf Verabredungen wie "man sieht sich nächsten Tag am Strand oder wieder in der Bar", sollte man allerdings nicht all zu viel setzen.
Wer mehr will, hat meist leichtes Spiel, sollte das aber von sich aus angehen und möglichst gleich am ersten Abend. Wer weiß schon, ob das Sahneschnittchen am nächsten Tag wieder da ist.
Habe keine Website gefunden.
Aktionen: Di 2-4-1; Sa 2-4-1 nur von 23-1Uhr, täglich 2-4-1 von 15-18Uhr als Happy Hour - Freitags gibt es Buffet dazu.
Fazit: recht ruhige, geschmacklos eingerichtete Bar. Man versäumt nichts, wenn man sie ausläßt.
PS: Fahren unter Alkohol ist auch in Florida streng verboten. Und man sollte sich wohl als Ausländer keine Beispiel an den Einheimischen nehmen, die auch noch fahren, wenn sie kaum noch gerade laufen können. Maßvoller Genuß von Alkohol scheint jedenfalls bei den Meisten nicht bekannt zu sein.
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Club international

