Marantz Sa-15V2
So wird ein Dreamteam draus... - Marantz Sa-15V2 CD Player

Produkttyp: Marantz CD-Player

Neuester Testbericht: ... Sinnvoll ist dies dort, wo in preiswerteren Geräten wie mp3-Player, MiniDisc-Player sonst die Wandlung übernommen wird. Sofern diese Gerät... mehr

So wird ein Dreamteam draus...
Marantz Sa-15V2

tbiegel

Name des Mitglieds: tbiegel

Produkt:

Marantz Sa-15V2

Datum: 05.03.12

Bewertung:

Vorteile: hervorragender Klang, der mit SACDs sich noch einmal steigert, tolle Verarbeitung

Nachteile: Qualität hat seinen Preis

Der geneigte Leser hat ja schon mitbekommen, dass ich mir einen neuen Stereo-Vollverstärker geleistet habe. Aber was nützt dieser, wenn es keinen adäquaten Zuspieler gibt? Zwar bin ich nicht unbedingt ein Freund von HiFi-Anlagen mit Komponenten von ein und derselben Firma, aber in diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht. Mein neuer Zuspieler ist der

Marantz SA-15 V2

Auch hier steht das "V2" für Version 2, die überarbeitete Fassung des erfolgreichen Vorgängers. Genauer gesagt handelt es sich um einen SACD-Spieler, also ein Gerät, das neben den herkömmlichen CDs auch die besser aufgelösten SACDs (Super Audio CDs) wiedergeben kann.

Verarbeitung & Design

Während man dem Verstärker aus der Serie seine klangliche Größe nicht unbedingt ansieht, merkt man beim SACD-Spieler sofort, dass er ein ganz großer ist, knapp 14kg bringt er auf die Waage, für einen CD-Spieler durchaus viel.

Das Design ist für einen Boliden sehr elegant gehalten. Die Vorderfront ist sanft nach außen geschwungen, mittig angeordnet die sanft fahrende CD-Lade, darunter in gleicher Länge ein blaues Dot-Matrix-Display, wieder darunter die wichtigsten Bedienelemente: In der Mitte der An/Aus-Schalter, links "Sound-Mode" und "Dac-Mode", rechts ein Kopfhörerausgang mit Lautstärkeregler.

Die für den Betrieb notwendigen Tasten befinden sich in vertikal abgesetzten Leisten links und rechts, die optisch eindrucksvoll blau indirekt beleuchtet werden. Rechts befinden sich die Tasten "Play", "Stop" und "Pause" (von oben nach unten, dann links "Open/Close", "Titel vor" und "Titel zurück".

Wie schon beim Verstärker aus dieser Serie stört an den "Sichtseiten" keine einzige Schraube die gelungene Optik. Die "Sichtseiten" des Gehäuses besteht aus gebürstetem Aluminium, die Ober- und Unterseite aus "einfachem" Aluminium. Plastik findet man nirgends. Ein besonderes Augenmerk möchte ich an dieser Stelle schon mal auf das Laufwerk richten:

Beim Material handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Marantz, Xyron genannt. Es ist extrem verwindungssteif, das Laufwerk ist zusätzlich durch ein Aluminiumgehäuse abgeschirmt. Das Laufwerk aus Xyron soll Mikrovibrationen des Laufwerks von der CD fernhalten. Die Lade selbst fährt angenehm ruhig aus dem Schacht und zurück.

Ausstattung

Wer sich mit der Materie auskennt und die obigen Ausführungen gelesen hat, kann schon einige Ausstattungsmerkmale ableiten.

DAC

Den Player kann man auch für andere digitale Komponenten als reinen digital-analog-Wandler betreiben. Hierzu befindet sich hinten ein leider nur optischer digitaler Eingang. Ein elektrischer Coax-Eingang wäre die höherwertigere Variante gewesen. Eine kurze Erklärung für alle, die sich mit der Materie nicht auskennen:

Die digitalen Daten auf einer CD werden in analoge Signale gewandelt. Hierfür gibt es eine mehr oder weniger auswendige Schaltung. Mit Hilfe dieses Gerätes und eines Lichtleiterkabels kann man einen anderen Zuspieler als den eingebauten CD-Player verwenden. Sinnvoll ist dies dort, wo in preiswerteren Geräten wie mp3-Player, MiniDisc-Player sonst die Wandlung übernommen wird. Sofern diese Geräte über einen optischen Digitalausgang verfügen, kann man diese Wandlung inkl. Ausgabe dem hochwertigen Marantz überlassen.

Ein kurzer Test mit meinem Minidisc-Player zeigte durchaus einen klanglichen Fortschritt, ein noch deutlicherer Fortschritt war hörbar, als ich meinen HiFi-CD-Rekorder von Pioneer per opt. Ausgang anschloss, hier fungierte eben der Pioneer als reiner Player. Über den Klang des Gerätes als (SA)CD-Spieler gehe ich weiter unten ausführlicher ein, da dieser Betriebsmodus wohl die Norm darstellt.

Filter

Die digitale Audiotechnik benötigt auch Filter, die unterschiedliche Charakteristika aufweisen können. Im Marantz-Gerät sind zwei unterschiedliche eingebaut, die je nach Vorlieben des Hörers umgeschaltet werden können.

Betriebsmodi

Im engeren Sinn ist ja schon der DAC-Modus ein besonderer Betriebsmodus. Außer diesen gibt es beim SACD-Einsatz die Möglichkeit, trotz eingelegter SACD nur die CD-Schicht abzutasten und somit hörbar zu machen.

Physikalisch ist der Datenträger identisch, man kann teilweise SACDs auch auf herkömmlichen CD-Playern abspielen, kommt aber nicht in den Genuss des besseren Klangs. Die Aufnahmetechnik der SACDs ist eine andere, woraus der bessere Klang resultiert. Besserer Klang bedeutet auch mehr Daten, so dass die SACDs dann auf herkömmlichen CD-Playern abspielbar sind, wenn die CD als Hybrid-Layer vorliegt, so dass der Player problemlos die CD-Schicht abtasten kann. Alle anderen SACDs sind nur auf SACD-Spielern hörbar. Aufgrund der anderen Datenverarbeitung kann man mit SACDs auch Mehrklangsysteme im 5.1-Format realisieren, der Marantz kann aber nur die klassischen Stereokanäle ausgeben. Mehrkanalfähig ist das Gerät nicht! Dennoch klingen, so viel schon einmal vorab, SACDs im Stereobetrieb besser als ihre "normalen" Pendants. Natürlich kann hier auch nur der herkömmliche CD-Modus angewählt werden, wenn die SACD als Hybrid-SACD vorliegt. Alle anderen SACDs (Single- und Duallayer) lassen sich nur im SACD-Modus abspielen.

Das Display

Das Display hat eine angenehme Größe, die Anzeigen sind sehr leserlich. Es handelt sich um ein Dot-Matrix-Display, das alle relevanten Informationen bereit hält im Betrieb.

Audioformate

Neben CDs und SACDs kann der Marantz SA-15S2 auch mp3s und WMAs abspielen. Natürlich kommt es bei komprimierten Mp3s zu Klangverlusten. Die mp3s müssen eine konstante Bitrate aufweisen, bei variabler Bitrate ist die Zeitanzeige auf dem Display nicht korrekt, oder die Datei ist gar nicht abspielbar. Die Discs müssen finalisiert sein, Multisession wird nicht unterstützt.

Programmierung

Natürlich kann man seine CD nicht nur von Anfang bis Ende abspielen, es gibt auch die Möglichkeit, die Anspielautomatik zu nutzen, einzelne Titel zu programmieren oder Titel in zufälligerweise Reihenfolge wiedergeben. Die Suche des Aufnahmespitzenpegels beherrscht das Gerät leider nicht.

Die Fernbedienung

Die Fernbedienung passt sehr gut zum Design des Players und ist alles andere als ein "Billigheimer". Mit ihr lassen sich alle Funktionen fernsteuern, sie liegt gut in der Hand und vor allem: oben gibt es ein abgesetztes Feld mit der Bezeichnung "Amp", das die Grundfunktionen eines Marantz'-Verstärkers mit steuert: Lautstärke, Eingangsquelle (allerdings nicht in Direktwahl) und die Lautstärkereduzierung (Mute).

Innere Werte

Ein hochwertiger Cirrus CS 4398 übernimmt die Wandlung in analoge Signale. Dank DAC kann man auch audiophile FLAC-Dateien mit bis zu 96 kHz Abtastrate zuführen, natülich nur über einen externen Player. Viele können mit FLAC nichts anfangen. Um Flac handelt es sich um ein Audio-Datenformat im WWW, das vor allem verlustfrei arbeitet (Free Lossless Audio Codec).

Im Gegensatz zum Vorgänger wird die Stromversorgung jetzt von einem großen Ringkerntransformator übernommen. Seine Vorteile: Wirkungsgrad ist höher, Leerlaufverluste geringer. Die Kondensatoren stammen von Elna. Bei diesen Kondensatoren handelt es sich für Audiogeräte spezialisierte Kondensatoren. Ihr besonderer innerer Aufbau z. B. mit Keramikpulver verbessert hörbar den Klang im Vergleich zu herkömmlichen Elektrolytkondensatoren.

Der Klang

Um das Gerät auszureizen, bedarf es einen hochwertigen Verstärker. Grundsätzlich klingt der Player spritzig und lebendig, aber eben auch analytisch, Schönfärberei kennt er nicht. Das hat zur Folge, dass schlechte CDs auch schlecht bleiben. Einige meiner früheren Lieblings-.CDs klingen nun unspektakulär, bisweilen wirklich schlecht. Allerdings tragen meine hochwertigen Lausprecher, die ich im nächsten Bericht ausführlich vorstellen werde, einen gehörigen Anteil!

Ich habe den Vorteil, noch einen betagten CD-Rekorder von Pioneer zu besitzen, so dass ich einen "normalen" CD-Player mit diesem High-End Gerät klanglich vergleichen kann innerhalb derselben Audio-Kette. Man mag es kaum glauben, was ein preiswerter CD-Player alles nicht hergibt: Details, Klangfarben, Dynamik, Räumlichkeit. Dabei klingt der Marantz keineswegs übertrieben analytisch.

Aber jetzt kommt es: der SACD-Klang

Hörbar noch besser! Leider besitze ich noch (!) nicht so viele SACDs, da ich ihren klanglichen Vorteil im Stereobetrieb aufgrund meiner alten nicht-SACD-fähigen Anlagen ausnutzen konnte.

Die Rauminformationen im Stereobetrieb sind noch besser, die Musik klingt noch luftiger! Das Piano in Gianna Nanninis "Perle" perlt, die Balladen auf Dire Straits "Brothers in Arms" sind der Knaller. Noch nie hörte ich deren Musik so authentisch schön, befreit luftig, so wenig nach Konserve.

Fazit

Für 1800 Euro bekommt man ein tadellos verarbeitetes Gerät, das höchsten Klanganforderungen gerecht wird. Wer besseren Klang haben möchte, muss deutlich mehr Geld ausgeben, und selbst dann ist der klangliche Zuwachs nicht so deutlich. Von sehr viel teureren Geräten kann man im Vergleich zum Marantz-SA15V2 keine Wunder erwarten.


© Thomas Biegel für verschiedene Plattformen

Fazit: Der SACD-Player klingt hervorragend, ist hochwertig verarbeitet.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Klangqualität: