Plextor Plexwriter 8/20
Der alte Diener - Plextor Plexwriter 8/20 CD Brenner

Produkttyp: Plextor CD-Brenner

Neuester Testbericht: ... den passenden Treiber von der XP-CD . Also Rechner wieder runtergefahren und ganz ausgeschaltet. Vorsichtig entfernte ich die Schutzklappe ... mehr

Der alte Diener
Plextor Plexwriter 8/20

+rodent

Autor-Name: rodent

Produkt:

Plextor Plexwriter 8/20

Datum: 24.09.05, geändert am 24.09.05 (415 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: zuverlässig

Nachteile: keine CD - RW Unterstützung / aus heutiger Sicht zu langsam

Im Herbst des Jahres 2002 war es fast geschafft und die umfangreiche Bildersammlung unserer Digitalkamera sprengte um ein Haar meine Festplatte. Fast 30 Gigabyte Daten und Programme, davon gut 12 Gigabyte MP3s, die ich als Reservekopie meiner CDs konvertiert hatte und eben beinahe genau soviel an Bildmaterial. Wohin damit, wenn man weder seine musikalische Schätzchen, noch all die über zehntausend einmaligen Augenblicke im JPEG-Format für immer ins digitale Nirwana schicken möchte?
Disketten? Allein die Vorstellung, zwischen mindestens Fünfzehntausend Disketten lebendig begraben zu werden, ließ mich erschaudern.
Das ZIP-Laufwerk? Nö, da meine Frau auch auf ihrem Rechner auf die Bilder zugreifen wollte.
Wohl oder übel musste ein Sicherungsgerät her, dessen Speichermedien nicht gleich den (damals nicht vorhandenen) Dachboden füllten. DVD-Brenner waren unerschwinglich, in der Haushaltskasse herrschte mal wieder Ebbe und ich klagte mein Leid einem Auszubildenden in meinem damaligen Betrieb. Zufällig hatte er einen Bekannten, der seinen alten CD-Brenner verkaufen wollte und so erhielt für 30 € den

PLEXTOR PLEXWRITER 8/20.


GEHÄUSE/OPTIK

Der optische Zustand des internen Brenners war tadellos. Die Front im üblichen Computerbeige, mit blauem PLEXWRITER 8/20 Schriftzug, CD-Schublade, Notauswurf, regelbarem Kopfhörerausgang (3,5 mm Klinke), Play/Skip-Taste, Stop/Eject-Taste und vier quadratischen LEDs. Der später im 5 1/4“ Einschubschacht unsichtbare Geräteteil war aus solide wirkendem Metall. Immerhin wog die Konstruktion etwas über einen Kilo, So weit so gut. Der kleine Schock befand sich auf der Rückseite des 14,6 cm breiten, 20,5 cm tiefen und 4,5 cm hohen Gehäuses: 50 Poliger Fast-SCSI-Anschluss!


TECHNISCHE VORAUSSETZUNGEN/INSTALLATION

Ich hatte ja extra nachgefragt und man sagte mir, es handele sich um einen IDE-Brenner. Was nun, denn aus den Händen reißen lassen wollte ich mir das Stück ja auch nicht wieder lassen. Also nahm ich den Brenner mit. Während der über einstündigen Zugfahrt in Richtung Heimat fiel mir meine Schatzkiste im Keller wieder ein. Kaum angekommen war ich auch schon im Keller verschwunden. Und tatsächlich, da war er der uralte ADAPTEC AHA-2940 SCSI-Controller in der PCI Ausführung. Leicht angestaubt, trotz Antistatikfolie, aber diese Controller sind nahezu unverwüstlich.

Ich schaltete meinen PC komplett aus, d.h. am Hauptnetzschalter, der sich meistens auf der Rückseite in Höhe des Netzteils befindet, und öffnete das Gehäuse. Bevor ich eines der empfindlichen Bauteile berührte, befreite ich meinen Körper von überschüssiger elektrischer Ladung, indem ich eine der metallenen Erdungskontakte einer Steckdose berührte. Das ist kein Witz, sondern ein Trick aus dem Nähkästchen eines erfahrenen Technikers. Ich war auch recht ungläubig, aber passieren kann nichts. Aus Sicherheitsgründen stelle ich noch ein Foto dazu rein....

(http://www.ciao.de/opinion_images_view.php/Opini onId/2812665/Img/20900)

Zuerst installierte ich also den SCSI-Controller an einem freien PCI-Slot des Mainboards, schaltete meinen Rechner an, und Windows XP erkannte ihn problemlos und installierte den passenden Treiber von der XP-CD . Also Rechner wieder runtergefahren und ganz ausgeschaltet. Vorsichtig entfernte ich die Schutzklappe vor dem freien 51/4“ Schacht des PC-Gehäuses und durfte erst mal auf Metall schauen. Zur besseren Abschirmung des Rechners war nämlich auch die Vorderseite unter dem Kunststoffkleid mit recht massiven Blechen versehen. Gottlob gab es bei den Erweiterungsschächten einige Sollbruchstellen, so das ich nach ca. 15 Minuten den Durchbruch zum Schacht geschafft hatte.
Endlich sollte der „alte“ Brenner, immerhin Anfang 1999 erbaut, sein neues Heim beziehen können.
Nach dem Anschluss des „mitgelieferten“ SCSI-Kabels an Brenner und SCSI-Controller fehlte nur noch die Energiezufuhr, die mittels freier Kapazitäten des Netzteils kein Problem war. Rasch noch mit 6 Schräubchen fixiert, PC wieder zusammengebosselt, Hauptnetzschalter wieder eingeschaltet und Rechner gestartet.
Klaglos erkannte Windows XP den Plug&Play Brenner als PLEXTOR CD-R PX-R820T SCSI Cdrom Device.
So einfach kann das gehen.



DIE ERSTEN TESTS


Lesezugriff

Mangels vorhandener Rohlinge, testete ich zuerst die Abspielfunktionalität. Geräuschvoll und mit moderater Geschwindigkeit öffnete sich die CD Schublade, welche normale CDs und die wesentlich kleineren Single-CDs aufnehmen konnte und genauso geräuschvoll und gemächlich schloss sie sich auch wieder. Problemlos ließen sich Audio CDs abspielen, genauso die vorhandenen Programm CDs. Mit maximal 20-facher Geschwindigkeit rotierten die Silberlinge bei angenehmen Geräuschpegel bei Installationen von CD. Bei näherer Betrachtung der Brennerfront erkannte ich über den vier quadratischen LEDs, welche in zwei Zweiergruppen angeordnet waren, eine Beschriftung. Die linke Zweiergruppe trug die Überschrift READ, die dazugehörigen LEDs die Bezeichnungen DISK und ON. Das DISK-LED leuchtete in grün auf, wenn eine CD eingelegt war, ON flackerte bei Lesezugriff auf die CD sowie bei Betätigung der STOP/EJECT-Taste
Die rechte Zweiergruppe trug die Überschrift WRITE und die einzelnen LEDs die Bezeichnung L und H. Über die Bedeutung derer konnte ich zu jenem Zeitpunkt nur spekulieren. Ohne zu murren wurde der PLEXTOR selbst mit älteren, verkratzten oder verschmutzten CDs fertig. Allerdings sollte man Brenner nicht ständig als Leselaufwerk nutzen, da sie recht empfindlich sind und der Laser sich dejustieren kann..


Schreibzugriff

Am nächsten Morgen brachte mir meine Frau einen Zehnerpack „BURN ME“-Rohlinge mit. Von denen hatte ich noch nie etwas gehört und ich war schon etwas skeptisch. Bevor ich mich aber ins Brennvergnügen stürzen konnte, musste ich noch ein passendes Brennprogramm installieren. Der ehemalige Brennerbesitzer hatte mir freundlicherweise sein älteres Nero Burning Rom 5.5 überlassen, was sich leicht auf die Festplatte bannen ließ und auch Nero erkannte den Brenner auf Anhieb. Zur Vorsicht lud ich das aktuellste Nero-Update und das letzte Firmware-Update des PLEXTORs von den jeweiligen Herstellerseiten herunter und spielte sie ein, was ohne Komplikationen ablief.
Die Stunde der Wahrheit rückte näher.


Quelle Festplatte

Ich legte einen Rohling ein und stellte knapp 680 MB an Daten für meine erste Brennübung zusammen. Gespannt initiierte ich den Brennvorgang und tatsächlich, der Lesepuffer füllte sich und die Fortschrittanzeige zählte bedächtig ihre Prozente. Glaubt mir, bei jedem Prozentpunkt schlug mein Herz ein wenig höher. Mit 8-facher Geschwindigkeit werkelte das Gerät leise vor sich hin. Nach einer knapp zehnminütigen Zerreißprobe stand auf dem Bildschirm die erlösende Botschaft: Brennvorgang erfolgreich und die Brennerschublade wurde automatisch geöffnet. DATEN-CD 1 erfolgreich gebrannt. Ein Testzugriff auf die Frischgebrannte mittels Brenner und mittels meines ebenfalls im Rechner Dient tuenden LG-DVD Rom Laufwerks, fiel ebenfalls positiv aus. Aufatmen im Familienkreis. Auch ein Zugriff via Toshiba CD-Rom Laufwerk im Rechner meiner Frau war problemlos möglich. Noch größeres Aufatmen.

Schritt für Schritt erkundete ich die Möglichkeiten der Brennerhardware.


Quelle Audio CD, die Erste

Natürlich wollte ich auch wissen, ob unser JVC-CD Player, der an der heimischen Stereoanlage angeschlossen ist, mit kopierten Audio CDs klar kommt. Also legte ich die „Floodland“ von den „Sisters Of Mercy“ in das DVD-Laufwerk ein und bestückte den Brenner mit einem frischen Rohling. Nahezu endlos erschienen die Minuten des Caching der Audiodaten auf Festplatte, bis endlich der Brennvorgang einsetzte, der wieder etwas über neun Minuten dauerte. Das Endprodukt ließ sich ohne Murren durch Brenner, DVD-Laufwerk, Toshiba CD Rom-Laufwerk und im JVC CD Player abspielen. Keine Aussetzer oder Hänger. Nur Musik. So sollte es sein.


Quelle Audio CD, die Zweite

Da mir das Cachen der Dateien zu lange andauerte, wurde ich mutig und probierte eine „On The Fly“-Kopie einer Audio CD zu erstellen. Zuerst lief alles reibungslos, allerdings bei etwa 70% war Ende. Vermutlich waren auf der Quell CD doch zu viele Kratzer und das Quelllaufwerk konnte die Informationen nicht mehr korrekt und schnell genug auslesen. Da der betagte PLEXTOR über keinerlei BurnProof oder ähnliche Technologien verfügte, war sein 4 MB fassender Puffer schnell leer und das war es dann.
Aus diesem Grunde bevorzuge ich auch heute noch die zwar wesentlich langsamere aber erheblich sichere Methode des Zwischenspeicherns der Ursprungsdaten. Damit gab es bis heute keine Probleme, denn einen kontinuierlichen Datenstrom von 1200 KB/s bei 8-facher Brenngeschwindigkeit ist so immer drin.


Quelle MP3

Zu Beginn letzten Jahres bekam meine Schwester einen MP3-fähiges Autoradio geschenkt. Als Einstandsgeschenk fertigte ich für sie eine randvolle MP3 CD an, welche von dem Roadstar-Autoradio auch prompt angenommen wurde. Test bestanden.


Ziel DVD-Player

Zum heiligen Fest des Jahres 2003 schenkten uns meine Schwester und ihr Freund einen DVD-Player. Zu Testzwecken brannte ich eine Video CD (1 zu 1 Kopie), welche dem SOUNDWAVE DVD Player wohl bekam. Auch die von mir angefertigten MP3 CDs laufen einwandfrei in diesem Gerät.


UNTERSTÜTZTE BETRIEBSSYSTEME

Von mir wurde der Brenner bisher erfolgreich unter folgenden Betriebssystemen betrieben:

Windows 98, Windows 2000 Professional, Windows 2000 Professional Server, Windows XP Professional und SuSE Linux 9.0 Professional. Alle Systeme erkannten den PLEXWRITER auf Anhieb, zusätzliche Treiber oder Updates waren nicht erforderlich. Einzig SuSE 9.0 brannte nur mit 4-facher Geschwindigkeit.
Der Hersteller gibt außer den von mir genannten Betriebssystemen den Brenner noch für IBM/OS2, UNIX, Apple MacOS, Novell Netware 3.11 und höher, Windows 95, Windows NT 4.0, und Solaris frei. Eine ziemlich umfassende Liste, wie ich finde.


UNTERSTÜTZTE CD-FORMATE

Laut Nero Info Tool kann der PLEXWRITER 8/20 folgende Formate lesen:

CD-R
CD-RW
VIDEO CD
CD TEXT
CD+G

und folgende Formate schreiben

CD-R


Des weiteren ist er CD-DA, CD-XA, Kodak PhotoCD, und Cdi konform.

Da spürt man mittlerweile sein Alter von heute etwas über fünf Jahren, denn versehentlich brachte meine Frau einmal CD-RW mit und mit denen weiß das Gerät nichts anzufangen.


FAZIT

Da ich den PLEXTOR PLEXWRITER 8/20 für schlappe 30 € ergattert habe, habe ich keinen Grund zum Klagen. Obwohl er von den unterstützten Brennmedien nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, bin ich mit dem Gerät vollends zufrieden. Auch seine aus heutiger Sicht lahme Brenngeschwindigkeit kann ich dem Gerät nicht anlasten, immerhin hat er schon über fünf Jahre auf dem Buckel und sowohl seinem Vorbesitzer wie auch mir treue Dienste geleistet. Probleme mit Rohlingen unterschiedlicher Hersteller sind ihm fremd. Egal ob Marken oder No Name Produkte, alles wird gebrannt. Von mittlerweile über 300 CDs hatte ich maximal fünf mal Ausschuss, wobei ich drei Ereignisse fehlerhaften Rohlingen zuschreibe, einmal einer antiquierten Quell CD und ein Windowsabsturz war auch dabei. Der Geselle arbeitet geräuscharm und stundenlanges Dauerbrennen macht ihm nichts aus. Positiv fällt mir die Anzahl der unterstützten Betriebssysteme sowie die wirklich einfache Installation auf. Ein SCSI-Controller ist schon nötig, aber auf Grund der maximal 8-fachen Brenngeschwindigkeit benötigt man keinen High-End Controller. Ich empfehle den aus dem Profibereich stammenden ADAPTEC AHA-2940, der robust und zuverlässig ist und gebraucht nur ein paar Euro kostet. Umgehauen hat mich der empfohlene Verkaufspreis des Gerätes: Ende 1998 sollte der Brenner für 1299 DM (664,17 €) über den Ladentisch gehen. Etwas später war der PLEXWRITER für etwa 800-900 DM (409,03-460,16€) zu haben (!). Zum Vergleich, das damalige Spitzen CD-Laufwerk von PLEXTOR kostete 350 DM (178,95 €).

Also, wer gelegentlich eine Datensicherung macht, hin und wieder eine Audio CD brennt und neuneinhalb Minuten pro gebrannter CD nicht scheut, ist mit einem gebrauchten PLEXWRITER 8/20 bestens bedient. Hiermit spreche ich eine Empfehlung aus, das Gerät bekommt von mir 4 Sterne. Einen Stern ziehe ich für die fehlende CD-RW-Unterstützung ab, die sich auch durch ein Firmwareupdate nicht realisieren lässt und zum Erscheinungstermin des Brenners schon möglich war.

© by Rodent

Fazit: In die Jahre gekommener aber sehr zuverlässiger Brenner

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Laufgeräusche:    
Geschwindigkeit: