Hirtshals Camping
Hirtshals Camping - Das war ein Abenteuer - Hirtshals Camping Camping international

Neuester Testbericht: ... a la Hirtshals. Hier nun noch die Anschrift des Campingplatzes: Hirtshals Camping, Kystvejen 6, DK-9850 Hirtshals Tel: 00... mehr

Hirtshals Camping - Das war ein Abenteuer
Hirtshals Camping

YinYangMeister

Name des Mitglieds: YinYangMeister

Produkt:

Hirtshals Camping

Datum: 21.05.08, geändert am 22.05.08 (477 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Wirklich Abenteuer

Nachteile: Einige Schockmomente

Es ist schon einige Jahre her, da haben wir nochmal einen richtigen Abenteuerurlaub mit Zelt gemacht. Und da wir immer Richtung Norden fahren und wir wussten was für einen tollen Campingplatz Hirtshals an seinem Ortsrand unter dem Leuchtturm zu bieten hat, war das natürlich unser Ziel.

Hirtshals ist eine kleine, aber ständig wachsende Stadt, hoch im Norden Jütlands. Von hier fahren die großen Fähren, hauptsächlich nach Norwegen. Außerdem hat Hirtshals einen wunderschönen Hafen, der Ort selbst besteht aus wunderschönen typisch dänischen Häuschen und es gibt das Nordseecenter mit vielen interessanten Fischarten in vielen Aquarien und einem Riesenbecken, auch für die größeren Meeresbewohner. Es ist so groß, dass man meint, vor einer riesigen Kinoleinwand zu stehen.

Um den Leuchtturm selbst werden nun die alten Kriegsbefestigungen aus dem zweiten Weltkrieg, die damals mit zum Atlantikwall zählten wieder ausgegraben und hergerichtet. Es ist dort ein sehr interessantes Bunkermuseum mit vielen intakten Bunkern und Laufgräben entstanden.

Und es gibt wie gesagt diesen super tollen Campingplatz und über diesen Urlaub möchte ich euch nun berichten.

Mit unserem Daihatsu Gran Move war die Mitnahme aller Campingutensilien kein Problem, das Zelt, Tisch, Stühle, Luftmatratzen und Bettzeug, Gasflasche und Kocher, alles passte hinein.

Es war Mitte Juni, an einem Sonntag morgens um vier ging es los. Die Autobahn reichte damals schon fast bis nach Hirtshals, nur die letzten Kilometer waren noch Landstrasse.

Und dann waren wir da, erst einmal austeigen, recken und tief einatmen. und dann der Blick auf die weite Nordsee.

Der Campingplatz, der Name ist Hirtshals Camping und er hat drei Sterne, liegt direkt am Meer und genau an der Steilküste unterhalb des Leuchtturmes von Hirtshals. Man kann mit Zelt, Gespann oder WoMo kommen, eine feste Platzordnung, was das Aufstellen betrifft, gibt es nicht.

Stromanschlüsse sind vorhanden, braucht man ihn für Heiz- oder Kochzwecke, sollte man schon nachfragen, wegen der Leistungsaufnahme dieser Geräte, Üblich ist Gas.

Man kann auch die einfachen Campinghütten mieten, die auf dem Platz verteilt stehen. Sie beherrbergen meist zwei Etagenbetten mit insgesamt vier Kojen, Tisch Stühle, Kühlschrank und Kochgelegenheit und el. Licht. Eine Toilette haben sie nicht, da muss man ins Haus mit den sanitären Anlagen gehen, die damals durchweg pieke sauber waren.

Die Campinghütten sind allerdings nicht ganz billig, mit einem einfachen Sommerhaus fährt man da günstiger.

Auf dem Platz gibt es einen KInderspielplatz und einen kleinen Supermarkt, in dem man das Nötigste bekommt. Einkaufen direkt auf der Fußgängerzone in Hirtshals macht aber mehr spass.

Wir haben damals für zwei Personen mit unserer ADAC-Campingcarnet etwa 100 dänische Kronen pro Nacht bezahlt, das sind heute etwa 14 Euro.

Das Zelt baute ich direkt an der Steilküste auf, es war ein Zelt mit Vorraum und Schlafkabine für zwei Personen. Vor dem Eingang zog ich dann noch einen Windschutz über Eck und davor kam das Auto, so hatten wir unser eigenes kleines Reich.

Den ganzen Tag auf das Meer sehen und abends gegen 22.30 Uhr gab es die herrlichsten Sonnenuntergänge, die man sich vorstellen kann. Glutrot versank der Feuerball im Meer. War es dann dunkel, das heißt: ganz dunkel wird es ja da oben zu dieser Zeit gar nicht mehr, dann sah man die vielen Lichter der Fischerboote und Schiffe auf dem Meer. Und ein Riesenspektakel war es jedesmal, wenn eine der großen Fähren, hell erleuchtet, vorbei donnerte. Das monotone Dröhnen dieser mächtigen Schiffsdiesel habe ich jetzt noch im Ohr.

Zelt und Windschutz wurden doppelt und dreifach abgespannt, wer Hirtshals kennt, weiss warum. Der Nordwestwind kommt direkt aus Meeresrichtung und erreicht an vielen Tagen Sturmstärke, außerdem kann er eiskalt sein, warme Kleidung ist also auch im Sommer ein absolutes Muss.

Die Betreiber des Platzes waren sehr freundlich und zuvor kommend, sie sprachen gut deutsch. Inzwischen sollen die Besitzer aber gewechselt haben und da habe ich weniger gutes gehört. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen.

Genau oberhalb des Campingplatzes liegt wie gesagt der Leuchtturm und etwas abseits vom Leuchtturm steht etwas sehr schönes, bzw. etwas sehr lautes, nämlich eine kleine Holzbaracke mit dem zugehörigen Nebelhorn, welches aus vier Einzelhörnern besteht.

Und die gingen eines nachts los, was uns beide veranlasste, augenblicklich senkrecht im Bett zu stehen.

Am nächsten Tag fragten wir den Campingchef, warum das Nebelhorn getrötet hatte, die Vermutung lag ja nahe, dass ein Schiff gefährlich nahe an die Steilküste gekommen wäre, aber nein, die Erklärung war eine ganz andere: Das Radar hatte große Fischschwärme entdeckt und auf diese Weise wurde die Fangflotte benachrichtigt, will sagen, die Fischer aus dem Bett geschmissen, genau wie wir.

Das war das erste heftige Erlebnis, das zweite war dann ein eines nachts losbrechender Sturm. Meine Frau und ich, wir lagen beide wach und warteten nun darauf, jeden Moment mit samt dem Zelt in die Lüfte gehoben zu werden und in den unendlichen Weiten des Weltalls für immer und ewig zu verschwinden und zwar dort, wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist.

Aber aus der Entdeckungsreise wurde leider nichts, das Zelt hielt dem Sturm super stand und am nächsten Morgen weckte uns wieder die Sonne.

Das dritte und letzte Erlebnis war dann, das uns früh morgens so gegen fünf Uhr eine sanfte weibliche Stimme weckte: Hallo, sind sie da, sind sie wach ? Naja, da ich dann ja wach war und schlecht mit nein antworten konnte, verließ ich das Zelt und sah eine junge Frau mit einer Taube in den Händen.

Die junge Frau hatte ich schon einige Male auf dem Platz gesehen, die Taube nicht.

Es war eine Brieftaube, die einen Tag zuvor wohl angefahren worden war und die junge Frau war wohl auch beim Tierarzt mit ihr und der rechte Flügel war irgendwie komisch verbunden und fixiert.

Wir fahren heute weiter mit dem Schiff nach Norwegen und da können wir sie doch nicht mitnehmen. Verstehe schon, her damit. Aus einem Teil des Windschutzes baute ich ein kleines Erholungsareal für die kranke Taube, dann kauften wir noch Vogelfutter, kontaktierten den Tierarzt, was weiter zu tun sei und so hatten wir ein neues Familienmitglied, welches den restlichen Urlaub mit uns verbrachte. Nach einigen Tagen mussten dann auch wir zurück.

Wer jetzt glaubt, wir hätten jemanden gefunden, der sich um die Taube kümmert, Fehlanzeige. Gab es hier ein Tierheim oder ein Tierkrankenhaus? Und wie ist das hier in Dänemark, wird hier so ein Tier überhaupt behandelt und wer übernimmt die Kosten? Egal, bevor wir jetzt zehn Stunden suchen, nehmen wir sie einfach mit nach Hause. Außerdem hatte sich der Vogel super an uns gewöhnt.

Zu Hause waren wir dann mit Lulu, so hatten wir die Taube genannt, beim Tierarzt, der untersuchte sie, machte den Verband ab und sagte uns: Der Flügel ist eigentlich gesund, sie wird bald weg wollen. Und tatsächlich, nach einigen Tagen begann Lulu nach uns zu hacken und unternahm waghalsige bis selbstmörderische Flugversuche in der Wohnung.

Das war das Zeichen. Wir gingen mit ihr auf eine damals noch freie große Wiese in unserem Stadtteil. Lulu erhob sich sofort in die Lüfte, flog einige Platzrunden und schoss dann geschwind wie ein Pfeil in Richtung Norden davon.

Obwohl sie eine Brieftaube war, haben wir leider nie Post von ihr bekommen, ob sie wieder nach Hause gefunden hat.

Das war unser Abenteuerurlaub a la Hirtshals.

Hier nun noch die Anschrift des Campingplatzes:

Hirtshals Camping, Kystvejen 6, DK-9850 Hirtshals

Tel: 0045-98-942535

Fazit: Würden wir vielleicht noch mal wieder machen.