


Neuester Testbericht: ... schattige, ebene Plätze in der Nähe der hinteres Waschanlage, verwarf ich den Gedanken. Wir fuhren mit dem Gespann auf das Gelände und s... mehr
Ne, geht gar nicht!
Camping Wien-West

Name des Mitglieds: juliaa2000
Produkt:
Camping Wien-West
Datum: 19.10.11
Bewertung:
Vorteile: Zentrum gut zu erreichen | kostenloses WLAN
Nachteile: Schmutzig, schmutzig, schmutzig!
| Fakten
Camping Wien West
Hüttelbergstraße 80
A-1140 Wien
www.campingwien.at
| Warum dieser Platz?
Im September 2011 verbrachten wir ein paar Tage in Wien. Wir wollten möglichst zentral wohnen und so schaute ich mir die drei Wiener Campingplätze, die alle unter der "Member of Verkehrsbüro Group" vereinigt sind, genauer an. Oberflächlich machten alle drei Plätze auf der gemeinsamen Homepage einen guten Eindruck. Camping "Wien Neue Donau" schien am verkehrsgünstigsten zu liegen. Doch in verschiedenen Foren konnte ich lesen, dass dieser Platz recht "belebt" und auch die nahe Autobahn deutlich zu hören sei.
Die Entscheidung musste also zwischen "Wien Süd" Und "Wien West" fallen, was uns nicht leicht fiel. Da wir an Campingplatz "Wien West" vor einiger Zeit schon einmal durch Zufall vorbei gefahren waren und festgestellt hatten, dass er in einem sehr grünen Stadtteil liegt, entschieden wir uns aus dem Bauch heraus für ihn.
Als die Entscheidung schon gefallen war, kam meine bessere Hälfte mit einer neuen Information nach Hause. Sein Kollege hatte ihm einen Campingplatz in Klosterneuburg empfohlen, der sehr verkehrsgünstig zu Wien liegen soll. Ein Blick auf die Landkarte und auf die Homepage der Wiener Verkehrsvereine ließ uns aber wieder davon abkommen. Um ins Zentrum zu gelangen, würden wir viel Zeit und etwas mehr Geld investieren müssen. Wir blieben also dabei: wir fuhren nach Wien West.
| Anfahrt
Im Zeitalter der Autonavigation darf man mich nicht mehr nach dem Anfahrtsweg fragen. Unser Navi lotste uns zuverlässig bis vor die Tür. Bis auf die letzten 1,5 km fand ich den Weg auch sehr einfach und übersichtlich und die Straßen angenehm zu fahren. Doch die letzten 1,5 km führten durch enge und vor allem zugeparkte, verkehrsreiche Straßen. Als uns dann auch noch eine nur halb geöffnete und dadurch recht enge Einfahrt erwartete, die wir nur weit ausholend passieren konnten, waren wir froh, am Ziel zu sein.
| Preise
Ende August haben wir noch einen Teil der Saison II erwischt, so dass wir zu zweit pro Tag durchschnittlich ca. 28.- EUR bezahlt haben. An sich ist der Preis für einen Stadtcamping in Wien in Ordnung, aber da wir mit dem Campingplatz nicht zufrieden waren, ist in diesem Fall jeder Cent zu viel.
| Das Gelände
Während meine bessere Hälfte zur Anmeldung ging, blieb ich am Auto und schaute mich ein wenig um. Der erste Eindruck war nicht besonders gut und ich überlegte schon, ob wir vielleicht nicht doch lieber nach Klosterneuburg hinaus fahren sollten. Doch als mein Partner zurück kam und meinte, es gäbe ein paar schöne, schattige, ebene Plätze in der Nähe der hinteres Waschanlage, verwarf ich den Gedanken.
Wir fuhren mit dem Gespann auf das Gelände und suchten uns am hinteren Waschhaus einen recht breiten Platz aus. Die Stellplätze sind sehr klein und bieten meist nur Raum für den Wohnwagen. Das Auto muss man dann (vor allem in den Sommermonaten) auf dem großen Parkplatz in der Nähe der Rezeption abstellen. Auf dem Stellplatz, den wir ausgewählt hatten, konnte sowohl unser Wohnwagen als auch unser Auto stehen. Da hatten wir wirklich Glück mit unserer Wahl. Wir hätten sogar noch Platz für ein Vordach gehabt. Für die paar Tage, die wir in Wien bleiben wollten, war das aber nicht nötig. Strom hatten wir glücklicherweise in unmittelbarer Nähe. Wir haben aber auch Plätze gesehen, an denen wir ein Verlängerungskabel benötigt hätten.
Die meisten Plätze sind nur leicht geneigt und man kann seinen Wagen problemlos in Waage stellen. Der Untergrund ist gut befestigt. In unserem Fall konnten wir uns dadurch sogar einen Teppich vor dem Eingangsbereich sparen. Wir bauten weder das Vorzelt noch das Sonnendach auf, weshalb ich nicht sagen kann, ob sich Heringe gut im Boden halten. Allerdings muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass die meisten Plätze auf diesem Stadtcampingplatz sehr, sehr eng sind und nicht für Wohnwagen mit Vorzelte etc. ausgelegt sind. Die meisten Besucher sind vermutlich nur auf der Durchreise, weshalb die Plätze nicht für längere Aufenthalte gedacht sind.
Als wir uns einigermaßen häuslich eingerichtet hatten, schaute ich mich ein wenig auf dem Platz um. Mir fiel sofort auf, dass sehr viel Müll herum lag. Ich sah Chipstüten, eine alte Strandmatte, die Reste eines Regenschirms, einen alten Fahrradschlauch und verschiedene Drähte und Drahtgestelle, Papiertaschentücher und Plastikflaschen u.v.m. Hier schien es keiner für nötig zu halten, das Zeug mal aufzuräumen und zu entsorgen. Das machte wirklich keinen guten Eindruck.
| Sanitäre Anlagen
Ich lief gleich nach unserer Ankunft zur hinteren, kleinen Waschanlage, um sie mir näher anzuschauen. Was ich da zu sehen bekam, war unglaublich! Die Waschanlage war nicht nur sehr alt und in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch sehr dreckig. Die Ausgüsse der Waschbecken waren mit Resten von Reinigungstüchern und Toilettenpapier sowie Haarbüschel verstopft. Der Boden klebte und war versifft. Die Toiletten waren teilweise so dreckig, dass ich mich weigerte, sie zu benutzen. Die Türgriffe fasste ich nur mit Widerwillen an und mein erster Gedanke war: abreisen!
Ich lief zu unserem Wohnwagen zurück und teilte meinem Partner mit, was ich gesehen hatte und entschied: "Ich gehe jetzt in die vordere Waschanlage und wenn die genau so ist, dann fahren wir sofort wieder los."
Die zweite, größere und modernisierte Waschanlage machte einen besseren Eindruck. Sie war zwar auch nicht sauber, aber ich ging davon aus, dass die Putzkräfte an diesem Tag einfach noch nicht da gewesen waren. Einigermaßen beruhigt schoben wir unsere Abreisegedanken auf.
In den nächsten Tagen sollte sich das Bild allerdings nicht sehr ändern. Eine saubere Dusche zu erwischen, war Glückssache. In den Waschbecken lief das Wasser oft nicht ab. Ein Blick in den Ausguss zeigte die Ursache: Haarbüschel. Unter den Waschbecken standen offene Mülleimer, in denen die Frauen ihre benutzten, blutigen Damenbinden hinein warfen. Einmal kam ich in den Waschraum und der Inhalt eines Mülleimers war im ganzen Raum verteilt worden. Zwei Stunden später hatte ich Herpes...
Eine saubere Toilette zu finden, war auch nicht ganz einfach. Da aber davon genügend vorhanden waren, wurde "Tür auf - hineingucken - Tür zu - Tür auf - hineingucken - Tür zu" zu meiner Hauptbeschäftigung, wenn ich "mal musste".
Die Benutzung der sanitären Anlagen war für mich also jedes Mal ein Höllentrip. Nach wenigen Tagen drängte ich zur Weiterfahrt, obwohl wir gerne noch ein paar Tage länger in Wien geblieben wären.
| Bistro/Campingladen/Internet
Jeden morgen konnten wir im Campingladen unsere "frischen" Brötchen kaufen. An einem Tag (ich glaube, es war ein Samstag - das fand ich nämlich seltsam) bekamen wir nur aufgebackene Semmeln. Das Gebäck war nicht besonders gut, aber wir wollten a) nicht darauf verzichten und b) nicht extra mit dem Auto zum Supermarkt fahren, um bessere Brötchen zu kaufen.
Im Laden bekam man auch Getränke, die zu moderaten Preisen angeboten wurden, so dass wir uns ebenfalls dort eindeckten, da wir das Auto während unseres Aufenthalts möglichst nicht benutzen wollten.
Abends setzten wir uns gerne in das Bistro, das dem Campingladen angeschlossen war und checkten unsere E-Mails. Der WLAN-Empfang war nicht besonders schnell, aber für unsere Zwecke ausreichend. Außerdem war WLAN kostenlos, was heutzutage leider immer noch nicht Standard ist - was wir aber inzwischen voraussetzen. Im Bistro steht auch ein PC mit Internetanschluss, der aber oft besetzt war. Ob das Internet am PC-Terminal etwas kostet, kann ich nicht sagen.
Im Bistro bekommt man auch etwas zu essen. Ich sah mal auf einem Teller eine Currywurst mit Pommes. Da mich solche Gerichte sehr selten anmachen, haben wir dort kein einziges Mal gegessen. Auch das Frühstück, das man morgens dort bestellen kann, haben wir nicht ausprobiert.
| Publikum
Wien zieht internationales Publikum an. Es ist also nicht verwunderlich, dass auch der Campingplatz Gäste aus allen Herrenländern beherbergt. Wir sahen Franzosen, Italiener, Deutsche, Holländer, Engländer, Spanier, Ungarn, Tschechen u.v.m.
| Haustiere
Haustiere scheinen erlaubt zu sein, denn wir sahen zahlreiche Hunde auf dem Campingplatz.
| Bungalows
Es gibt auf dem Platz Bungalows, die man mieten kann. Von Außen sahen sie nicht sehr einladend aus - von Innen habe ich sie nicht gesehen. Ich dachte mir nur: "Wenn die genauso sauber sind, wie die Waschanlagen... na, dann Prost Mahlzeit..."
| Verkehrsanbindung ins Zentrum
Mit dem Fahrrad ist man recht flott im Zentrum, allerdings sind die Fahrradwege - bis auf den Kanalradweg - nicht sehr gut ausgebaut. Am besten fährt man mit dem Bus und der S-Bahn in die Stadt. Etwa 150 m vom Eingang des Campingplatzes entfernt befindet sich die Bushaltestelle, von der regelmäßig Busse Richtung "S-/U-Bahn-Station Hütteldorf" abfahren. Mit Wartezeit und Umsteigen benötigten wir ca. 30 bis 45 Minuten, um zum Stephansplatz zu gelangen. Fahrkarten bekommt man in der Rezeption des Campingplatzes, was ich sehr bequem fand.
| Service
Der Service war sehr gut. Uns wurde immer freundlich und hilfsbereit Auskunft gegeben.
| Lärm
Der Campingplatz liegt zwischen einer schmalen, aber stark befahrenen Ausfallstraße und einem Bachlauf. Wir standen direkt am Bach und fühlten uns durch sein Rauschen nicht gestört. Die Straße empfanden wir als "störender". Nachts hatten wir damit aber keine großen Probleme, außer wenn ein Einsatzfahrzeug mit Sirenengehäul durch die Straßen fuhr. Ab und zu wachte ich auf, weil ich ein Flugzeug hörte. Der Campingplatz scheint also auch in der Einflugschneise des Flughafens zu liegen. Aber auch das fand ich nicht so schlimm. Wenn man auf einem Stadtcampinplatz übernachtet, muss man schließlich mit solchen Geräuschen rechnen.
| Sauberkeit
Wie bereits ausführlich beschrieben, ließ die Sauberkeit auf dem Campingplatz sehr zu wünschen übrig. Ein absolutes NO GO!
| Fazit
Wir würden diesen Campingplatz auf keinen Fall mehr aufsuchen, weil er uns einfach zu schmutzig war. Auf Sauberkeit legen wir sehr großen Wert und die Zustände, die auf in den sanitären Anlagen herrschten, war für uns einfach inakzeptabel.
Aus diesem Grund gibt es auch von uns den klaren Punktabzug und leider keine Empfehlung.
In diesem Sinne... Gedanken sind frei... eure Dotti
Fazit: Wir fahren dort garantiert nicht mehr hin

