


Neuester Testbericht: ... um Leysin. Heute gibt es mehrere Wege, eine Straße und eine Zahnradbahn dort hinauf. _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _... mehr
Irgendwo nahe am Paradies
Camping du Soleil Leysin

Name des Mitglieds: oldroamer
Produkt:
Camping du Soleil Leysin
Datum: 02.11.11, geändert am 02.11.11 (113 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: solide Infrastruktur, Berge, Natur, liebliches Klima .......
Nachteile: in der Schweiz wird nichts verschenkt (aber auch nicht über den Tisch gezogen)
Ich habe keine andere Wahl, dooyoo hat das System der Produktvorschläge modifiziert und so stehen jetzt halt Campingplatzberichte auf dem Programm!?
Ich will für diesen schon ein paar Monate vorausblicken, wenn der Winterspeck aufgetragen ist und wieder heruntergearbeitet werden soll?! Dafür läge nichts näher als einen Camping- und Wanderurlaub in den Bergen zu planen.
Mein Vorschlag ist gediegen und auch nicht ganz billig: Aber man gönnt sich ja sonst nichts!? Es soll heute in die französischsprachige Schweiz gehen. Die Gegend nennt sich "Waadtländer Alpen" oder eben auf französisch nur "Vaud".
Die Berge sind für Schweizer Verhältnisse richtig sanft und auch nicht extrem hoch. Dort müssten die Österreicher mal ausnahmsweise nicht neidisch nach oben in die Berg schauen.
;-)
Für Wanderer bleibt aber mehr als genug nach oben zu tun. Es geht schon deutlich in die 3000er hinein und mit dem "Les Diablerets" gibt es in der Gegend auch einen weltberühmten, riesigen Klotz aus Fels, Eis und Schnee.
Das Schöne an der Ecke dort ist aber vor allem: es herrscht ein ausgesprochen sanftes und liebliches Klima. Der Genfer See ist nicht weit und das Paradies muss hier auch irgendwo um die Ecke liegen oder gelegen haben?! ;-)
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Wir haben uns letztendlich für Leysin mit dem Campingplatz "Camping du Soleil" (www.camping-leysin.ch) entschieden.
Leysin ist auf einem Balkon etwa 700 bis 800 Meter über dem Rhonetal gelegen. Der Blick schweift von dort weit über den Genfer See und reicht bis zum Mount Blanc - Massiv und bis zu den 4000ern des Berner Oberlandes.
Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein war Leysin vor allem ein Kurort für Lungenkranke. Heute lassen es sich hier Aktivurlauber aus aller Welt gut gehen.
Insbesondere amerikanische und japanische Jugendliche kommen für mehrere Wochen samt Lehrern und Unterrichtsmaterial hierher (American Summer School usw. usf.).
Leysin hat auch einen Hausberg, der sich Berneuse nennt. Hier gibt es ein mit Ökostrom betriebenes Drehrestaurant. Aber Ökostrom hin, Okostrom her bei dem derzeitig harten Franken sind Restaurantbesuche nicht gerade ein Brüller für Besucher aus Deutschland.
Leysin war Jahrhunderte lang vom Tal aus nur über einen beschwerlichen Steig zu erreichen. Kriege, Krankheiten, Lärm und Stress machten so stets einen Bogen um Leysin. Heute gibt es mehrere Wege, eine Straße und eine Zahnradbahn dort hinauf.
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Man will hier freilich heute immer noch keine unnötige Unruhe. So ist der Campingplatz klein und überschaubar geblieben.
Nervige Tagesgäste mit Wohnmobilen verschreckt man erfolgreich mit saftigen Tagestarifen.
Die offiziellen Sommerpreise waren 2011:
Erwachsene 9.00 CHF
Kinder 4.50 CHF
kleines Zelt 5.00 CHF
Großes Zelt 10.00 CHF
Kleiner Caravan 12.00 CHF
Großer Caravan 16.00 CHF
Kleines Wohnmobil 13.00 CHF
Großes Wohnmobil 18.00 CHF
Auto 5.00 CHF
Motorrad 3.00 CHF
Elektrizität 10.00 CHF / 0.60 CHF für die KWh
Kurtaxe Erwachsene 3.25 CHF
Kurtaxe Kinder 2.20 CHF
In der Nebensaison ist es ca. 20 Prozent billiger und im Winter reichlich 20 Prozent teurer.
Wer länger bleibt bekommt ein ordentliches, individuelles Angebot. Die klappernden Wohnmobile bleiben meist draußen am Sportzentrum auf einem staubigen Parkplatz. Dort fristen deren Besitzer ein trostloses, aber billiges Dasein indem sie heimlich oder offiziell (?!) die Sanitäranlagen des Sportzentrums nutzen.
Bekanntermaßen sind in der Schweiz öffentliche Toiletten extrem sauber und stets kostenlos, so wie es früher einmal in der alten Bundesrepublik gewesen sein muss. Inzwischen haben die Wessis und Ossis deutschlandweit leider die Toilettenkultur der DDR übernommen. Dies ist nur ein Umstand so am Rande, der allerdings jedem Schweizbesucher aus Deutschland wehmütig aufstößt. Die Wohnmobilisten nutzen dies allerdings gnadenlos aus.
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Unser Campingplatz besteht zunächst erst einmal aus einer kleinen, von einer Hecke umsäumten Wohnwagensiedlung, die vor allem von Wintercampern bevölkert wird. Ab und an kommt mal einer von denen am Wochenende vorbei, guckt neugierig herum, lüftet seine Bude durch und verschwindet gleich wieder. Offiziell gibt es 60 Stellplätze für Dauercamper.
Für Sommertouristen ist eine kleine Zeltwiese vorgesehen. Wem es selbst dort zu unruhig ist, der kann sich aber auch ein bequemes und sehr geräumiges Plätzchen zwischen den fast verlassenen Wohnwagen suchen. Offiziell sind ebenfalls 60 Stellplätze für Saisonmieter vorgesehen.
Der Höhenlage des Platzes wird mit 1250 Metern über dem Meeresspiegel angegeben. Unserer Outdoornavigationsgerät Oregon 550T von Garmin hatte gegen diese Höhenangabe nichts Prinzipielles einzuwenden.
Auf der Wiese und zwischen den Wohnwagen gibt es einzelne große, schattenspendende Bäume.
Die Autos können direkt an den Zelten und Wagen geparkt werden. Man arrangiert sich halt untereinander, wo gerade Platz ist. Falls es hakt, so spricht der Chef ein Machtwort. Der Chef wohnt selbst in einem Wohnwagen.
Zum Zeltplatz gehört eine Baracke. Hier hat der Chef sein Büro und seine Gerätschaften und im Winter öffnet er wohl auch einen Aufenthaltsraum. Es gibt Sanitärräume für Männlein und Weiblein mit, falls ich mich recht erinnere, je sieben riesengroßen Waschbecken, je einer Duschkabine und je einer Dusch-/Waschkabine und mehr als genug Toiletten.
Überall ist fließendes kaltes und warmes Wasser unbegrenzt verfügbar.
Lustig und komisch ist aber zugleich: Es gibt bei den Männleins und bei den Weibleins je nur ein Geschirrspülbecken!!
Das heißt, falls gerade einmal ein Pantoffelheld auf dem Zeltplatz nächtigt, so steht regelmäßig die Matrone mitten im Männerwaschraum und hält Aufsicht!
Als ausgleichende Gerechtigkeit sind die Waschmaschinen und Wäschetrockner im Damenwaschraum untergebracht. Bei den paar Gästen ist das freilich alles kein Problem. Man muss nur aufpassen, dass es abends, wenn es ins Bett geht, nicht zu Verwechslungen kommt!?
;-)
Apropos ins Bett gehen! Man schläft sehr ruhig. Der Zeltplatz liegt am Ortseingang fern der Hauptstraße in einer Mulde. So ist man auch recht windgeschützt untergebracht obwohl man selbst weit übers Tal und in die Berge blicken kann.
Natürlich sind die Schweizer ein fleißiges Völkchen und so starten sie über die Woche regelmäßig sieben Uhr morgens ihre Traktoren, Kipper und Bagger. Dann kehrt wieder friedliche Ruhe ein. Aber wir wollen ja sowieso rechtzeitig in den Bergen sein und so können wir uns den Wecker sparen! Sonntags muss man nur aufpassen, dass man nicht verpennt.
Brötchenservice gibt es keinen auf so einem kleinen Campingplatz. Aber Bäcker, Konditor, Supermarkt (Coop) usw. usf. sind eh weniger als zehn Gehminuten entfernt.
Zum Anwesen des Campingplatzes gehören noch ein Chalet und ein kleines Hotel. Man kommt sich gegenseitig nicht ins Gehege. Zu unserer Zeit wurde das Hotel von einem Wohlfahrtsverband genutzt. Im Chalet waren Engländer.
Apropos Gäste: In diesem Sommer hatten es die Urlauber aus dem Euroraum durch den harten Franken schwer. Die Briten gaben mächtig an und die Deutschen waren wie vom Erdboden verschluckt.
Aber auch die Schweizer taten sich schwer! Sie stritten zunächst einmal heftig untereinander wie sie die ungleich verteilten Vor- und Nachteile des extrem harten Franken abfedern konnten.
Aufgrund der wenigen Urlauber sparten sie zugleich an vielen Ecken und Kanten und versuchten an den paar verbliebenen Urlaubern noch so viel wie möglich selbst zu verdienen. Das war für uns passionierte Schweizurlauber eine neue, nicht gerade positive Erfahrung. Es war eindeutig das Jahr mit dem schlechtesten Service in all unseren Schweizurlauben.
Für passionierte Mittelmeerurlauber wäre es natürlich immer noch ein perfekt funktionierendes Schweizer Räderwerk gewesen. An die Griechen will ich hier gar nicht erst denken!!
Mit unserem Campingplatz an sich konnten wir aber nicht so recht nörgeln. Freilich war es schon verwunderlich, wenn auf einem internationalen Campingplatz, in der vielsprachigen Schweiz der Boss ausschließlich französisch spricht. Mit der Zeit taute er jedoch immer mehr auf und wenn wir noch länger hätten bleiben können, so hätten wir sicherlich noch nach und nach alle europäischen Sprachen mal durchgecheckt.
Vielleicht hatte er auch nur schlechte Erfahrungen gemacht und ein paar arrogante Deutsche hatten ihn aufgrund seines radebrechenden Deutsch's oder Englisch' anschließend festgenagelt?!
Schnickschnack gab es auf dem Campingplatz jedenfalls keinen. Der Chef hat für Motorradfahrer und Wanderer ein paar Biergartengarnituren zum Sitzen und kulturvollem Speisen kostenlos vorrätig. In der nähe der Baracke gibt es WLAN und Strom für den Laptop.
Einen sonst üblichen Gefrierschrank für Kühlaggregate haben wir schon etwas vermisst. Den teuren, alltäglichen, elektrischen Strom haben wir uns erspart. Der Chef hat uns stets klaglos die Handys (Nokia, wie ich schon bei dooyoo berichtete) und das Wanderer-Navigationsgerät (Oregon, wie ich schon bei dooyoo berichtete) aufgeladen.
Ein gut überschaubarer Kinderspielplatz für kleine Kinder war auch noch vorhanden - mehr nicht!
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Aber wer hierher kommt will eh Wandern, Bergsteigen, Mountainbike oder Rennrad fahren, Gleitschirm Fliegen, Eishockey spielen usw. usf..
Den größten Anteil stellten auf dem Campingplatz übrigens eindeutig die Down Hill Fahrer. Ein entsprechender Trainingspark befand sich auch gleich noch vor dem Campingplatz. Wer noch keine blauen Flecken hatte, konnte sich diese so auch noch problemlos nach dem Abendessen holen.
;-)
Im Winter, wenn die Bude voll ist, könnte es freilich, so denke ich mir, in den Gemeinschaftsanlagen des Campingplatzes eng werden?! Im Winter ist Leysin übrigens das Eldorado der Snowboarder. Normale Skifahrer werden hier wohl schief angesehen.
Fazit: für nicht knickrige Naturtypen sehr empfehlenswert

