Girsberger Zampano
Wohlfühlen am Arbeitsplatz (1) - Girsberger Zampano Bürostuhl

Produkttyp: Girsberger Bürostuhl

Neuester Testbericht: ... Ding. Da aber jeder Mensch anders gebaut ist, will ich ihm gern glauben, dass der Stuhl für ihn in Ordnung ist. Ich persönlich würde... mehr

Wohlfühlen am Arbeitsplatz (1)
Girsberger Zampano

friedel1910

Name des Mitglieds: friedel1910

Produkt:

Girsberger Zampano

Datum: 24.10.11

Bewertung:

Vorteile: gute Qualität; hoher Sitzkomfort

Nachteile: ggf. der Preis (Qualität muss bezahlt werden)

Wie Stammleserinnen und -leser wissen: Ich habe einen Büro-Arbeitsplatz. Und das nun schon seit 18 Jahren. Erst war ich zwölf Jahre in einem großen, namhaften, weltweit arbeitenden Unternehmen tätig. Das Unternehmen war gut. Trotzdem habe ich damals gekündigt, weil ich meinen Chef nicht mehr ertragen konnte (ich sage nur: "bossing") und weil mir die Tätigkeit - nach mehreren Umstrukturierungen - auch längst nicht mehr wirklich Spaß machte. Nun bin ich seit sechs Jahren in einem kleineren Unternehmen tätig, ich gehe gern zur Arbeit, aber das Geld für Büroausstattung sitzt nicht ganz so locker wie beim vorherigen "Global Player".

Die Büroausstattung hier wurde auch vor sechs... sieben Jahren neu angeschafft, ist modern und sieht gut aus. Aber die Qualität ist nicht so super, wie bei dem, was ich vorher hatte. Das merke ich jetzt z.B. ganz deutlich am Bürostuhl. Erschwerend kommt hinzu, dass wir im vorherigen Büro in einen Neubau umgezogen waren und es - ein Jahr bevor ich ging - komplett neue Ausstattung gab. Da bekam jeder "seinen" Bürostuhl, da auch jeder "seinen" Arbeitsplatz hatte, währenddessen ich mir jetzt den Platz in Schichten mit zwei... drei Kollegen teile und allein das erlaubt schon nicht, dass jeder "seinen" Stuhl bekommt. Einerseits ist das eine Kostenfrage und viel mehr noch eine Platzfrage. Das Büro ist nicht sehr groß und selbst wenn jeder "seinen" Stuhl bekäme, wäre gar nicht genug Raum da, um den nicht genutzten Stuhl während der Abwesenheit des jeweiligen Mitarbeiters entsprechend zu parken. Und leider gibt es auch nicht großartig Nebenräume, wo man ihn abstellen könnte.

Ich habe den Unternehmenswechsel nicht bereut. Ein Wechsel birgt immer Risiken. Und man weiß auch im Vorfeld, dass es auch im neuen Unternehmen Gutes und Schlechtes geben wird. Ein Wechsel geht immer mit Verbesserungen und Verschlechterungen daher. Aber so lange die Verbesserungen in der Gesamtheit überwiegen, ist ja alles okay. So war es bei mir.

Eine Verschlechterung, die ich in Kauf nehmen musste, war - wie bereits erwähnt - der Bürostuhl. Nun muss ich aber ergänzend noch sagen, dass ich früher eine rein sitzende Tätigkeit hatte, die richtige Sitzhaltung also einen ganz hohen Stellenwert hatte. Jetzt muss ich sehr viel herumlaufen, aber habe trotzdem auch viel Tätigkeit ab Schreibtisch. Und das ist der springende Punkt. Wenn ich dann dort sitze und mich wieder einmal ertappe, in welch schlechter Haltung, dann denke ich doch manchmal etwas wehmütig an meinen vorherigen Bürostuhl zurück...

Es handelte sich dabei um einen Bürostuhl der Firma GIERSBERGER und zwar um das Modell ZAMPANO.

Und ich möchte hier

+++ Meine Erfahrungen / Meine Meinung +++

kund tun, für alle, die perspektivisch einen Büroarbeitsplatz neu ausgestattet bekommen und die Möglichkeit haben, Einfluss auf die Auswahl der Möbel zu nehmen.

An Büroausstattung, also Büroarbeitsmöbel und Arbeitsmittel, werden zunächst einmal bestimmte Mindestanforderungen gestellt. Ich gehe davon aus, dass auch die billigeren Teile diese Mindestanforderungen erfüllen (jedenfalls konnte ich noch nichts Gegenteiliges herausfinden), aber zwischen unterer, mittlerer und gehobener Preisklasse liegen da wirklich Welten. Und ich denke, man sollte hier nicht an der falschen Stelle sparen.

In unserem Home Office haben wir einen Stuhl der unteren Preisklasse. Nein, wirklich billig war der nicht, aber gegenüber anderen Modellen/anderen Anbietern war er vergleichsweise günstig. Allerdings muss ich sagen, dass man das ganz deutlich merkt. Ich nutze das Home Office kaum und mein Partner kommt mit diesem Stuhl angeblich gut zurecht. Ich könnte da überhaupt nicht längere Zeit sitzen. Ja, wirklich, da kann ich mit jedem gewöhnlichen Wohnzimmerstuhl besser am PC arbeiten als mit diesem Ding. Da aber jeder Mensch anders gebaut ist, will ich ihm gern glauben, dass der Stuhl für ihn in Ordnung ist. Ich persönlich würde nie (wieder) einen Bürostuhl von IKEA kaufen, denn ich habe nur negative Erfahrungen damit gemacht. Außer dem Bürostuhl im Home Office hatten wir einen weiteren Bürostuhl (ein anderes Modell) im "Kinderzimmer". Meine Tochter hatte ihn sich als Jugendliche damals ausgesucht und fand ihn auch ok, wobei sie meines Wissens nach auch nicht stundenlang darauf zugebracht hat. Ich habe diese "Hinterlassenschaft" nach ihrem Auszug jedenfalls gleich in den Sperrmüll getan, weil ich auch auf diesem zweiten IKEA-Modell nicht sitzen konnte. In beiden Fällen fingen die Makel schon bei der Sitzfläche an.

Im früheren Büro habe ich bei Beginn meiner Tätigkeit auch den Stuhl meiner Vorgängerin übernommen. Es waren schon auch qualitativ gute Stühle, aber nicht so toll wie mein späteres GIERSBERGER-Exemplar. Aber der jüngere Körper verzeiht kleine Unzulänglichkeiten am Arbeitsmöbel auch noch eher als der Körper des Mitarbeiters im fortgeschrittenen Alter.

Heute habe ich, wie gesagt, einen Bürostuhl, dem man wohl dem mittleren Preissegment zuordnen kann. Er wurde auch nicht etwa im Abholmarkt oder im Discounter erworben, sondern schon bei einem Anbieter für Büromaterialien und Arbeitsplatzausstattung generell. Deshalb erfüllt er die ergonomischen Anforderungen, die der Gesetzgeber fordert. Das heißt:

- stand- und kippsicher
- mit mindestens fünf Rollen ausgestattet, die dem Bodenbelag angepasst sind (gebremste Rollen für glatte Böden, ungebremste Rollen für textile Böden)
- leichtes Abfedern beim Hinsetzen des Nutzers, um die Stoßbelastung der Wirbelsäule möglichst gering zu halten
- keine scharfen Kanten
- gepolsterte, atmungsaktive Sitz- und Rückenlehne
- feste Polsterung
- höhenverstellbare Sitzfläche sowie ausreichende Sitztiefe und -breite
- gekrümmte Rückenlehne, verstellbar
- Armauflagen

Das klingt alles ganz gut und ist im Großen und Ganzen sicher auch ausreichend, aber für mehr Geld gibt es mitunter auch mehr Qualität. Deshalb rate ich, wenn man es sich leisten kann, zu einem höherwertigen Produkt. Ob es nun unbedingt GIRSBERGER sein muss, kann ich nicht allumfassend beantworten, da es sicher weitere namhafte Hersteller gibt, die eine hervorragende Qualität produzieren. Meine persönlichen Erfahrungen habe ich mit GIRSBERGER sammeln dürfen und dieses Produkt hat mich wirklich überzeugt.

Der Preis lag damals so um die 1000 EUR pro Stuhl. Ich denke, dass man das günstiger hinkriegt, wenn man heutzutage ein bisschen im Internet recherchiert. Damals wurde bei einem Büromöbelausstatter vor Ort gekauft und ich gehe davon aus, dass da (trotz Rahmenvertrag) noch eine gewisse Gewinnspanne drin war. Im Netz habe ich ihn jetzt aktuell für 629 EUR... 855 EUR... 1041 EUR entdeckt. Man muss halt schauen, was genau man möchte (welcher Sitzbezug, welche Armlehnen, Kopfstütze ja oder nein) und dann seine Entscheidung treffen.

Was mich am GIERSBERGER-Modell beeindruckt hat, war zunächst einmal, dass man sogar die Größe der Sitzfläche und der Rückenlehne auswählen konnte. Für kleine, dünne Personen werden Sitzflächen mit einer Breite von 49 cm und eine Rückenlehne mit einer Höhe von 54 cm angeboten, währenddessen größere, dickere Personen eine Sitzflächenbreite von 52,5 cm und eine Rückenlehnenhöhe von 69,5 cm bekommen. Das war für mich fantastisch.

Auch sonst sind mehrere individuelle Einstellungen möglich.

Selbstverständlich kann die Sitzhöhe einfach und leichtgängig(!) durch Betätigung eines Hebels an der Sitzfläche betätigt werden. Bei "normalen" Bürostühlen funktioniert das auch, aber nicht unbedingt immer leichtgängig. Beim jetzigen Modell beispielsweise lässt sich zwar der Hebel selbst leicht betätigen, aber bei der Sitzfläche habe ich als "Fliegengewicht" immer ein Problem, denn es ist immer erforderlich, dass ich mich mit voller Wucht auf die gesamte Sitzfläche plumpsen lasse, dass sich da was tut. Das kenne ich von GIERSBERGER aber anders.

Man soll auch die Sitztiefeneinstellung um 40 mm regulieren können. Das habe ich aber nie ausprobieren müssen. Damals nach der Lieferung kam ein Mitarbeiter der Firma, wo wir gekauft hatten, und stellte die Stühle für jeden unserer Mitarbeiter optimal ein. Und da ich den Stuhl damals allein nutzte, hatte ich keinen Anlass Veränderungen vorzunehmen.

Gleiches gilt für die Höheneinstellung der Rückenlehne. Es war von Anfang an perfekt und ich musste keine Experimente machen.

Optional konnte noch die Tiefenverstellbarkeit der Lumbalstütze gewählt werden. Das ist - insbesondere wenn man wirklich den gesamten Arbeitstag an der Schreibtisch-PC-Kombination verbringt - eine äußerst angenehme Sache.

Eine weitere Sache, die mich am GIERSBERGER-Modell beeindruckt hat, war die Höhenverstellbarkeit der Armlehnen.

Für Chefs gibt es noch mehr Luxus: Man kann sich am Chefsessel sogar noch eine Kopfstütze anbringen lassen. Naja... wer's mag...

Dass GIERSBERGER-Stühle generell das Gütezeichen "Geprüfte Sicherheit" tragen, muss ich sicher nicht extra erwähnen - oder?

Der Hersteller gibt übrigens fünf Jahre Garantie auf seine Produkte.

Ich habe auf meinem GIERSBERGER-Stuhl immer sehr gut gesessen und wünschte, ich hätte auch heute wieder einen. Natürlich hängt nicht alles nur vom Stuhl ab, denn auch der dazu kombinierte "richtige" Schreibtisch ist äußerst wichtig, aber das ist ein anderes Thema, erfordert einen anderen Bericht.

Mag sein, dass auch GIERSBERGER-Stühle nicht alle Probleme von unserer überwiegend sitzenden Gesellschaft fernhalten kann, aber die Probleme sind geringer als bei qualitativ nicht so hochwertigen Produkten.

Bekanntermaßen sind die L-Tätigkeiten (laufen, liegen) für unseren Körper besser als die S-Tätigkeiten (sitzen, stehen), aber man ist da beruflich nicht ganz frei in seiner Entscheidung und Bürojobs sind nun mal mit viel sitzen verbunden, so wie der Beruf einer Verkäuferin mit viel stehen verbunden ist - logisch!

Egal was man macht... Schmerzen im Nacken, Verspannungen im Rücken, Müdigkeit und Konzentrationsverlust werden den meisten unter uns nur zu gut bekannt sein.

Wir sitzen zuviel, dafür ist unser Körper eigentlich nicht geschaffen. Wir sitzen im Auto auf dem Weg zur Arbeit, wir sitzen im Büro, wir sitzen im Auto auf dem Weg von der Arbeit, wir sitzen auf dem Sofa vor dem Fernseher. Und so sind Rückenprobleme zu einer "Volkskrankheit" geworden. Allerdings liegt das nicht nur am Stuhl und/oder Tisch, sondern natürlich auch an unserer persönlichen Haltung, die wiederum auch stark vom PC-Monitor beeinflusst wird. Auch dies ein separates Thema.

Wichtig ist also einerseits ein möglichst gutes Sitzmöbel zu wählen und dann - so weit im Rahmen der Möglichkeiten - sich immer mal zu bewegen, denn nicht nur die Sitzhaltung, sondern auch das "unbewegte" Sitzen führt zu Beschwerden.

Auf die Bewegung muss jeder selbst achten. Für ein gutes Sitzmöbel kann man ggf. auch etwas tun. Mit einem GIERSBERGER-Stuhl trifft man da mit Sicherheit eine gute Wahl!

Fazit: sehr empfehlenswert